Im Namen Allahs, des Allerbarmers, des Barmherzigen. Alles Lob gebührt Allah, dem Herrn der Welten, und Segen und Friede seien auf unserem Meister Muhammad, dem Vertrauenswürdigen.
Einige Unwissende Leute behaupten, dass der Vers ein Beweis dafür wäre, dass unser Prophet Sallallahu alayhi wa Sallam vor der Erhaltung der Offenbarung kein Gläubiger gewesen sei und frei ist Rasulallah Sallallahu alayhi wa Sallam über diese Behauptung.
Die Aussage des Erhabenen (Und Er fand dich irrend, da leitete Er recht) [Sure ad-Duha, Vers 7] bedeutet: Du kanntest weder den Koran noch die Gesetze, da hat Allah dich rechtgeleitet, das heißt, Er hat dich zur Kenntnis des Korans und der islamischen Gesetze geführt. Der Erhabene sagt: (Du wusstest weder, was das Buch noch was der Glaube ist) [Sure asch-Schura, Vers 52]. Die Bedeutung davon ist, dass du den Koran und die Einzelheiten des Glaubens nicht kanntest. Denn der Gesandte war bereits vor der Herabsendung der Offenbarung an seinen Herrn glaubend und von Seiner Einzigkeit (Tawhid) überzeugt, durch das, was Allah der Erhabene ihm eingegeben hatte.
Der Exeget Abu al-Barakat Abdullah ibn Ahmad an-Nasafi (gest. 710 n. H.) sagte in seinem Tafsir Madarik at-Tanzil wa Haqaiq at-Tawil:
وَوَجَدَكَ ضَالاًّ أي غير عالم ولا واقف على معالم النبوة وأحكام الشريعة وما طريقه السمع فَهَدَىٰ فعرفك الشرائع والقرآن. وقيل: ضل في طريق الشام حين خرج به أبو طالب فرده إلى القافلة. ولا يجوز أن يفهم به عدول عن حق ووقوع في غي فقد كان عليه الصلاة السلام من أول حاله إلى نزول الوحي عليه معصوماً من عبادة الأوثان وقاذورات أهل الفسق والعصيان.
(Und Er fand dich irrend) bedeutet: nicht wissend und nicht vertraut mit den Zeichen des Prophetentums, den Urteilen der Scharia und dem, was durch Offenbarung vermittelt wird. (da leitete Er recht): So machte Er dich mit den Gesetzen und dem Koran bekannt. Es wurde gesagt: Er verirrte sich auf dem Weg nach Syrien, als Abu Talib mit ihm aufbrach, und Er brachte ihn zur Karawane zurück. Es ist nicht erlaubt, darunter ein Abweichen von der Wahrheit und das Verfallen in Verirrung zu verstehen. Denn er – Friede und Segen auf ihm – war von Anbeginn seines Lebens bis zur Herabsendung der Offenbarung davor bewahrt, Götzen anzubeten oder sich an den Schändlichkeiten der Frevler und Ungehorsamen zu beteiligen.
Der Exeget Ala ad-Din Ali ibn Muhammad, bekannt als al-Khazin (gest. 741 n. H.), sagte in seinem Tafsir Lubab at-Tawil fi Ma’ani at-Tanzil:
ولا يلتفت إلى قول من قال إنه صلى الله عليه وسلم كان قبل النّبوة على ملة قومه، فهداه الله إلى الإسلام لأن نبينا صلى الله عليه وسلم، وكذلك الأنبياء قبله منذ ولدوا نشؤوا على التّوحيد، والإيمان قبل النّبوة وبعدها، وأنهم معصومون قبل النبوة من الجهل بصفات الله تعالى وتوحيده ويدل على ذلك أن قريشاً لما عابوا النبي صلى الله عليه وسلم ورموه بكل عيب سوى الشّرك وأمر الجاهلية فإنهم لم يجدوا لهم عليه سبيلاً إذ لو كان فيه لما سكتوا عنه ولنقل ذلك فبرأه الله تعالى من جميع ما قالوه فيه وعيروه به. ويؤكد هذا ما روي في قصة بحيرا الرّاهب حين استحلف النبي صلى الله عليه وسلم باللاّت والعزى، وذلك حين سافر مع عمه أبي طالب إلى الشام فرأى بحيرا علامة النّبوة فيه وهو صبي فاختبره بذلك فقال النبي صلى الله عليه وسلم: “ لا تسألني بهما فوالله ما أبغضت شيئاً بغضهما „، ويؤكد هذا شرح صدره صلى الله عليه وسلم في حال الصغر واستخراج العلقة منه وقول جبريل هذا حظ الشيطان منك وملؤه حكمة وإيماناً وقوله تعالى: مَا ضَلَّ صَاحِبُكُمْ وَمَا غَوَىٰ [النجم: 2].
Es wird der Aussage keine Beachtung geschenkt, dass er ﷺ vor dem Prophetentum auf der Religion seines Volkes war und Allah ihn dann zum Islam geleitet habe. Denn unser Prophet ﷺ, ebenso wie die Propheten vor ihm, wuchsen von Geburt an mit dem Tawhid und dem Glauben auf, sowohl vor dem Prophetentum als auch danach. Und sie sind schon vor dem Prophetentum davor bewahrt, unwissend über die Eigenschaften Allahs des Erhabenen und Seine Einzigkeit zu sein. Dies wird dadurch bewiesen, dass die Quraysh, als sie den Propheten ﷺ tadelten und ihm jeden Makel außer Schirk und Angelegenheiten der Jahiliyya (Unwissenheit) vorwarfen, keinen Weg gegen ihn fanden. Denn wenn etwas davon in ihm gewesen wäre, hätten sie nicht darüber geschwiegen, und es wäre überliefert worden. Allah der Erhabene hat ihn also von allem freigesprochen, was sie über ihn sagten und womit sie ihn schmähten.
Dies wird auch durch das bestätigt, was in der Geschichte des Mönchs Bahira überliefert wird, als er den Propheten ﷺ bei Al-Lat und Al-Uzza schwören lassen wollte – dies war, als er mit seinem Onkel Abu Talib nach Syrien reiste. Bahira sah das Zeichen des Prophetentums in ihm, als er noch ein Junge war, und prüfte ihn damit. Da sagte der Prophet ﷺ: „Bitte mich nicht bei ihnen, denn bei Allah, ich habe niemals etwas so sehr gehasst wie sie.“ Dies wird ferner durch die Brustweitung ﷺ in seiner Kindheit und das Entfernen des Blutklumpens daraus bestätigt, sowie durch die Aussage Jibrils: „Dies ist der Anteil des Satans an dir“, und deren Füllung mit Weisheit und Glauben. Und durch die Aussage des Erhabenen: (Euer Gefährte ist weder in die Irre gegangen, noch hat er sich getäuscht) [an-Najm: 2].
Der Exeget Muhammad at-Tahir ibn Ashur at-Tunisi (gest. 1393 n. H.) sagte in seinem Tafsir At-Tahrir wa at-Tanwir:
وَلَيْسَ الْمُرَادُ بِالضَّلَالِ هُنَا اتِّبَاعَ الْبَاطِلِ، فَإِنَّ الْأَنْبِيَاءَ مَعْصُومُونَ مِنَ الْإِشْرَاكِ قَبْلَ النُّبُوءَةِ بِاتِّفَاقِ عُلَمَائِنَا، وَلَمْ يَخْتَلِفْ أَصْحَابُنَا أَنَّ نَبِيَّنَا صَلَّى اللهُ عَلَيْهِ وَسَلَّمَ لَمْ يَصْدُرْ مِنْهُ مَا يُنَافِي أُصُولَ الدِّينِ قَبْلَ رِسَالَتِهِ وَلَمْ يَزَلْ عُلَمَاؤُنَا يَجْعَلُونَ مَا تَوَاتَرَ مِنْ حَالِ اسْتِقَامَتِهِ وَنَزَاهَتِهِ عَنِ الرَّذَائِلِ قَبْلَ نُبُوءَتِهِ دَلِيلًا مِنْ جُمْلَةِ الْأَدِلَّةِ عَلَى رِسَالَتِهِ، بَلْ قَدْ شَافَهَ الْقُرْآنُ بِهِ الْمُشْرِكِينَ بِقَوْلِهِ: فَقَدْ لَبِثْتُ فِيكُمْ عُمُراً مِنْ قَبْلِهِ أَفَلا تَعْقِلُونَ [يُونُس: 16] وَقَوْلِهِ: أَمْ لَمْ يَعْرِفُوا رَسُولَهُمْ فَهُمْ لَهُ مُنْكِرُونَ [الْمُؤْمِنُونَ: 69]، وَلِأَنَّهُ لَمْ يُؤْثَرْ أَنَّ الْمُشْرِكِينَ أَفْحَمُوا النَّبِيءَ صَلَّى اللهُ عَلَيْهِ وَسَلَّمَ فِيمَا أَنْكَرَ عَلَيْهِمْ مِنْ مَسَاوِي أَعْمَالِهِمْ بِأَنْ يَقُولُوا فَقَدْ كُنْتَ تَفْعَلُ ذَلِكَ مَعَنَا.
Mit „Irrtum“ (Dalal) ist hier nicht das Befolgen des Falschen gemeint, denn die Propheten sind nach übereinstimmender Ansicht unserer Gelehrten vor dem Prophetentum vor Polytheismus (Schirk) bewahrt. Unsere Gelehrten waren sich nicht uneinig darüber, dass von unserem Propheten ﷺ vor seiner Gesandtschaft nichts ausging, was den Grundlagen der Religion widersprach. Unsere Gelehrten betrachten die massenhaft (mutawatir) überlieferten Berichte über seine Geradlinigkeit und seine Reinheit von Lastern vor seinem Prophetentum stets als einen Beweis unter den Beweisen für seine Gesandtschaft. Vielmehr hat der Koran die Polytheisten direkt darauf angesprochen mit Seinen Worten: (Ich habe doch vor ihm bereits ein Leben lang unter euch verweilt. Begreift ihr denn nicht?) [Yunus: 16] und mit Seinen Worten: (Oder haben sie ihren Gesandten nicht erkannt, so dass sie ihn verwerfen?) [al-Muminun: 69]. Und weil nicht überliefert ist, dass die Polytheisten den Propheten ﷺ jemals mundtot machten – als er ihnen die Schlechtigkeit ihrer Taten vorhielt –, indem sie sagten: „Du hast dies doch früher selbst mit uns getan.“
والحمد لله رب العالمين