Die glaubenslehre der Ahlu Sunnah

Die Asha'irah und Maturidiyyah


Die Aqidah von Imam Malik ibn Anas (verst. 179 n.H.)

Imam Malik ibn Anas (verst. 179 n.H.) – der große Imam, Gründer der Maliki Rechtsschule, Hadithgelehrter, Autor von Muwatta.

Von Imam Malik werden mehrere Aussagen über die Mutashabihat überliefert. Das berühmteste, ist seine Antwort auf eine Person, der ihn nach dem istiwa fragte. Es gibt verschiedene Versionen dieser Geschichte, jedoch sind sie in der Bedeutung, fast alle gleich.

Es wird berichtet, dass Yahya ibn Yahya sagte:

كنا عند مالك بن أنس فجاء رجل فقال: يا أبا عبد الله، {الرحمن على العرش استوى} فكيف استوى؟ قال: فأطرق مالك برأسه حتى علاه الرحضاء ثم قال: الاستواء غير مجهول، والكيف غير معقول، والإيمان به واجب، والسؤال عنه بدعة، وما أراك إلا مبتدعا. فأمر به أن يخرج

‘‘Wir waren mit Malik ibn Anas, als eine Person kam und sagte: Oh Abu Abdullah. Der Allerbarmer hat istiwa auf den Thron getan. Wie ist sein Istiwa? Imam Malik senkte sein Kopf und begann zu schwitzen, dann sagte er: Istiwa ist nicht unbekannt, die Modalität ist undenkbar, der glaube daran ist Pflicht, darüber zu fragen ist eine Erneuerung und ich denke, dass du eine Person der Neuerung bist, und er befahl ihn raus zubringen.‘‘

A) Wie sind die Worte ‘‘der istiwa ist nicht unbekannt‘‘ zu verstehen? Es gibt zwei Bedeutungen diesbezüglich.

Erstens: Die lexikalische Bedeutung von istiwa in der arabischen Sprache ist bekannt und verständlich. Der Istiwa hat mehr als 15 Bedeutungen, in dem Sinne ist es bekannt. Einige sind passend in Bezug auf Allah und einige unpassend. Welche Bedeutung von den Bedeutungen ist damit beabsichtigt? Hier folgen wir dem Beispiel der Salaf, die bei den Mutashabihat Tafwidh anwandten, also die beabsichtigte Bedeutung Allah überließen.

Qadi Abu Bakr ibn al-Arabi al-Maliki (468-543 n.H.) sagte in Aridat Al-Ahwathi (2/236)

كما قال مالكٌ وغيره ، إن الاستواءَ معلومٌ يعني مورِدُه في اللغة

‘‘Wie Malik und andere sagten, der istiwa ist bekannt d.h. in der (arabischen) Sprache.‘‘

Imam al-Qurtubi (600-671 n.H.) sagte in seinem Tafsir (9/239)

كما قال مالكٌ رحمه الله : الاسْتِوَاءُ مَعْلُومٌ يعني في اللغة

‘‘Wie Malik rahimahullah sagte, der Istiwa ist bekannt d.h. in der (arabischen) Sprache.‘‘

Imam Shamsuddin ibn al-Labban al-Misri al-Shafi‘i (679-749 n.H.) sagte in Ithaf 2/82:

قوله و الإستواء غير مجهول ، أى أنه معلوم المعنى عند أهل اللغة

‘‘Seine Worte, der istiwa ist nicht unbekannt bedeuten, dass die Bedeutung den arabischen Linguisten bekannt ist.‘‘

Zweitens: Dass, die Existenz des Wortes Istiwa nicht unbekannt ist, warum? Weil es im Qur‘an berichtet wurde.

Imam Ibn Qudamah al-Maqdisi sagte in Dhamm at-Ta‘Wil S.26 folgendes:

وقولهم الاستواء غير مجهول أي غير مجهول الوجود لأن الله تعالى أخبر به وخبره صدق يقينا لا يجوز الشك فيه

‘‘Ihre Aussage: Der Istiwa ist nichts Unbekanntes bedeutet: die Existenz (des Wortes Istiwa) ist nichts unbekanntes, denn Allah der Erhabene hat darüber berichtet (im Qur‘an) und seine Benachrichtigung ist mit Gewissheit die Wahrheit und es ist nicht zulässig daran zu zweifeln.‘‘

B) Was bedeuten die Worte: ‘‘Die Modalität ist undenkbar‘‘? Sind die Worte eine Bestätigung, der Modalität oder die Negierung der Modalität? Das Wie ist undenkbar bedeutet, dass Allah erhaben über die Modalität ist.

Diesbezüglich sagte Abu Bakr ibn al-Arabi al-Maliki in Aridat al-Ahwathi (2/236):

والكيف غيرُ معقولٍ أي يستحِيل في الله سبحانه وتعالى

‘‘Das Wie ist undenkbar d.h.: es ist unmöglich in Bezug auf Allah dem Erhabenen.‘‘

Imam al-Qarafi al-Maliki sagte in Dhakirah 13/243:

وقوله : ( والكيف غير معقول ) معناه : أن ذات الله لا توصف بما وضعت له العرب لفظ كيف , وهو الاحوال المتنقلة والهيئات الجسمية

„Bezüglich seiner Aussage: “die Modalität ist undenkbar” bedeutet, dass Allahs Wesen nicht mit Eigenschaften, welches die Araber für das Wort “kayf” benutzt haben beschrieben wird, welches vorläufige Zustände sind und in Körpern auftreten.‘‘

Imam al-Qastallani sagte in seinem Werk ‘‘Irshad al-Sari fi Sharh Sahih Bukhari‘‘ über die Aussage von Imam Malik folgendes:

فقوله: كيف غير معقول أي كيف من صفات الحوادث وكل ما كان من صفات الحوادث فإثباته في صفات الله تعالى ينافي ما يقتضيه العقل فيجزم بنفيه عن الله تعالى

‘‘Seine Aussage: Das Wie ist undenkbar d.h.: dass Wie ist eine Eigenschaft des erschaffenen und Eigenschaften die erschaffen sind für Allah zu bestätigen ist negiert, bei dem was der Verstand vorschreibt und deswegen muss es von Allah dem Erhabenen negiert werden.‘‘

Und dies ist der Konsens aller Gelehrten:

Imam Qadi Abdulwahhab al-Baghdadi Rahimahullah (verst. 422 n.H.) sagte:

واعلم أنَّ الوصْفَ له تعالى بالاستواءِ اتباعٌ للنصِّ ، وتسليمٌ للشرْعِ ، وتصديقٌ لما وصَف نفسَه تعالى به ، ولا يجوز أن يُثبَتَ له كيفيةٌ ؛ لأنَّ الشرْعَ لم يرِدْ بذلك ، ولا أخبرَ النبيِّ عليه السلام فيه بشيءٌ ، ولا سألتْه الصحابةُ عنه ، ولأنَّ ذلك يرجِع إلى التنقُّلِ والتحوُّلِ وإشغالِ الحيَّزِ والافتقارِ إلى الأماكنِ ، وذلك يؤُول إلى التجسيمِ ، وإلى قِدَمِ الأجسامِ ، وهذا كفرٌ عند كافَّةِ أهلِ الإسلام

وقد أجملَ مالكٌ رحمه الله الجوابَ عن سؤال مَن سأله : الرحمن على العرْش استوى , كيف استوى ؟ فقال : الاستواءُ منه غيرُ مجهولٍ , والكيْفُ منه غيرُ معقولٍ , والسؤالُ عنه هذا بدعةٌ , ثم أمَر بإخراجِ السائل

‘‘Wisse, dass man Ihm, dem Erhabenen, mit Istiwa beschreibt ist eine Tatsache, wo man die Offenbarung verfolgt, sich dem Schari’a ergibt und dass man das bestätigt, womit Allah, der Erhabene, sich beschrieben hat. Es ist nicht erlaubt ihm ein „Wie“ zu geben, weil in der Schari’a diesbezüglich nichts vorkommt. Und der Prophet Alayhissalam hat nichts diesbezüglich berichtet. Und die Sahaba haben nichts darüber gefragt. Weil das (also ein „Wie“) führt zu Bewegung, Veränderung, Raum einnehmen und vom Platz abhängig zu sein. Und so eine Erklärung führt zu Verkörperung und zu (der Behauptung), dass die Körper ewig sind. Und das ist bei allen Muslimen Kufr. Und Imam Malik gab darüber eine schöne Antwort, als einer ihm fragte: „Der Gnadige tat Istiwa auf dem Thron, wie war (sein) Istiwa?“ So sagte Imam Malik Rahimahullah: „Istiwa von Ihm ist nicht unbekannt (weil es im Qur’an erwähnt wurde) und sein Wie ist undenkbar. Die Frage darüber ist eine Erneuerung (Bid’a).“ Dann befahl er, dass man den Fragenden rausschmeißt.

(Qadi Abdulwahhab, Scharhu Aqidati’l-Imam Malik as-Saghir, S. 28)

Beachte, dass der Qadi Abdulwahhab zuerst sagt, dass man dass bestätigt, was in der Offenbarung kam und unten erwähnte er die Aussage von Imam Malik, dass der istiwa nicht unbekannt ist. Also lautet die Bedeutung nach ihm, der Istiwa ist nicht unbekannt, dass ihre Existenz nicht Unbekannt ist. Warum? Weil es in der Offenbarung kam. Und dies wird deutlich in anderen Überlieferungen bezüglich der Geschichte mit Imam Malik, denn Imam Malik sagte الرحمن على العرش استوى كما وصف نفسه ‘‘Der Allerbarmer hat istiwa über den Thron getan, so wie er sich selbst beschrieb‘‘. Danach sagt der Imam, dass es nicht erlaubt ist Allah ein wie zuzuschreiben. Wieso? Weil dass ‘‘wie‘‘ eine Eigenschaft der Geschöpfe ist und dies wäre Kufr nach dem Konsens der Gelehrten und dies wäre die Bedeutung der Worte ‘‘sein Wie ist undenkbar‘‘. Es ist die Negierung der Modalität/Beschaffenheit.

Von al-Walid ibn Muslim (verst. 195 n.H.) werden folgende Worte überliefert:

سئل الأوزاعي ومالك وسفيان الثوري والليث بن سعد عن هذه الأحاديث التي جاءت في التشبيه، فقالوا: أمروها كما جاءت بلا كيفية

‘‘Al-Awza‘i, Malik, Sufyan und al-Layth Ibn Saʿd wurden bezüglich dieser Ahadith gefragt und sie antworteten: Überliefert sie, wie sie euch überliefert wurden, jedoch ohne eine Beschaffenheit (Kayfiyyah) zuzuschreiben.“

Begründend ist dies folgendermaßen. Die Frage “wie?”, also die Frage nach der Beschaffenheit, wird in der Regel durch einen Vergleich beantwortet, also “… es ist wie jenes …”, oder Ähnliches. Da aber in Bezug auf Allah und Seine Eigenschaften der Vergleich ausgeschlossen ist, denn Er ähnelt nichts und niemandem, untersagten ihnen die Menschen die Frage nach dem “wie”.

Die Worte von Imam Malik zeigen deutlich auf, dass er den Vers über den istiwaa zu den Mutashabihat zählte. Wenn der Vers über den Istiwa Muhkam (eindeutig) wäre, so hätte Imam Malik nicht solch eine Reaktion gezeigt und den Fragestellenden der Erneuerung beschuldigt. Wenn jemand über die Bedeutung eines klaren Verses fragt, so antwortet man ihm und erklärt ihm den Vers. Und dabei folgte Imam Malik dem gerechten Kalifen Umar ibn al-Khattab, der einen Mann schlug der ihn über die mehrdeutigen Verse fragte:

Hafidh Abu Muhammad ad-Darimi (181–255 n.H.) überlieferte die folgende Geschichte in seiner Hadith-Sammlung „Sunan“:

إسماعيل بن إسحاق القاضي أنبأنا سليمان بن حرب عن حماد بن زيد عن يزيد بن حازم عن سليمان بن يسار أن صبيغ بن عسل قدم المدينة فجعل يسأل عن متشابه القرآن وعن أشياء, فبلغ ذلك عمر رضي الله عنه فبعث إليه عمر فأحضره وقد أعد له عراجين من عراجين النخل. فلما حضر قال له عمر: من أنت? قال: أنا عبد الله صبيغ. فقال عمر رضي الله عنه -: وأنا عبد الله عمر, ثم قام إليه فضرب رأسه بعرجون فشجه, ثم تابع ضربه حتى سال دمه على وجهه, فقال: حسبك يا أمير المؤمنين فقد والله ذهب ما كنت أجد في رأسي

‘‘Sabigh b. Isl kam nach Medina und er fing an über die Mehrdeutigen Verse des Qur’ans, Fragen zu stellen. Als ‚Umar b. al-Khattab davon erfuhr, schickte er wem los der Sabigh dann zu ihm brachte. Vorher hielt ‚Umar bei sich eine trockene Dattelpalme bereit. Als man Sabigh zu ihm brachte, fragte ‚Umar ihm wer er sei, worauf er dann die Antwort gab: ‘‘Ich bin Sabgh, der Diener Allahs‘‘. Nachdem ‚Umar ihm die Worte erwiderte ‘‘Und ich bin ‚Umar, der Diener Allahs‘‘, ging er auf ihn los und schlug ihn mit der Dattelpalme auf den Kopf, bis er ihn verwundete. Es ging sogar soweit, bis das Blut über sein Gesicht floss. Sabigh sagte dann: ‘‘Soviel ist genug, o Führer der Gläubigen! Ich schwöre bei Allah, dass all die Verwirrungen die vorher in meinem Kopf waren, nun völlig verschwunden sind.‘‘

Sayyiduna ‘Ali ibn Abi Talib (radiyAllahu‘anhu) sagte:

!حدثوا الناس بما يعرفون، أتحبّون أن يُكَذَّبَّ اللهُ ورسولُه؟

‘‘Berichte den Leuten was sie verstehen. Willst du dass Allah und sein Gesandter abgelehnt werden?!‘‘ (al-Bukhari vor Hadith Nr. 127)

Hafidh Ibn Hajar al-Asqalani kommentierte die Aussage in Fath al-Bari (1/391) wie folgt:

وفيه دليل على أن المتشابه لا ينبغي أن يذكر عند العامة

‘‘Und in diesem ist ein Beweis dafür, dass man die mehrdeutigen Texte nicht vor den gewöhnlichen Menschen erwähnt.‘‘

Und dieser Herangehensweise folgte auch Imam Malik.

Imam Ibn Abi Zayd al-Qayrawani al-Maliki (310 – 386 n.H.) überliefert in Kitab al-Jami folgendes von Imam Malik:

قيل : فمَن تحدَّث بالحديثِ « إنَّ اللهَ خلَق آدمَ على صورتِه » و « أنَّ اللهَ يكشِف عن ساقِه يومَ القيامةِ » , و « أنَّه يُدخِل يدَه في جهنَّمَ فيُخرِج مِنها مَن أراد » فأنكر ذلك إنكاراً شديداً , ونهى أنْ يُحدَّثَ به قيل : قدْ تَحَدَّث بِه ابنُ عَجْلانٍ قال : لمْ يكُنْ مِن الفُقهاءِ ولمْ يُنكِر مالكٌ حديثَ التَّنزُّل ولا حديثَ الضَّحك قيل : فحَديث: إن العرشَ اهتَزَّ لموْتِ سعدٍ قال: لا يُتَحَدَّث به , وما يدعو الإنسانَ إلى الحديثِ بذلك وهو يرَى ما فيه مِن التَّغرير

‘‘Jemand sagte: Was ist mit jemanden der den Hadith ‘‘Allah erschuf Adam nach seinem Bild‘‘ und dass ‘‘Allah sein Saq am Tag der Auferstehung zeigen wird‘‘ und dass ‘‘Allah seine Yad in die Hölle tun wird und errettet wen er will‘‘ überliefert, und er (Malik) lehnte sie strickt ab und verbot es jedem, sie zu überliefern. Jemand sagte: ‘‘Ibn Ijlan überlieferte es.‘‘ Er sagte: ‘‘Er war keiner der Leute des Fiqh.‘‘ Malik lehnte den Hadith über den ‘‘Nuzul (wörtl. Herabsteigen)‘‘ und den Hadith über ‘‘ḍaḥak (wörtl. Lachen)‘‘ nicht ab. Jemand sagte:‘‘Was ist mit dem Hadith, dass‚‘‘der Thron bebte wegen dem Tod von Sa‘d?‘‘ Er sagte:‘‘Es sollte nicht überliefert werden, und welchen Ruf hat ein Mann, das zu überliefern, wenn er sieht, welche Gefahr es enthält?‘‘

Und Imam ibn Ruschd überlieferte von Imam Malik in al-Bayan wa-Tahsil folgendes:

وسألت مالكا عن الحديث الذي يذكره الناس عن النبي عليه السلام في سعد بن معاذ . فأنكره وقال : إني أنهاك أن تقوله ، وما يدعو أمراً أن يتكلم بهذا ولا يدري ما فيه من التغرير.

‘‘Als ich (Ibn al-Qasim) Imam Malik nach dem Hadith: Der Thron bebte als Sa‘d bin Mu‘adh starb fragte, wurde er wütend und sagte: ‘‘Ich verbiete es dir, dass du darüber sprichst. Es gibt keinen Grund dies zu erwähnen, man weiß nicht welches Verderben sich daraus ergeben kann!‘‘

Imam Ibn Ruschd sagt zu dieser Überlieferung:

قال محمد بن رشد : إنما نهى مالك أن يتحدث بهذا الحديث وهو ما روي أن العرش اهتز لسعد بن معاذ ويتكلم به ، مخافة أن يشيع في الناس فيسمعها الجهال الذين لا يعرفون تأويلها فيسبق إلى ظنونهم التشبيه بها ، لظنهم أن العرش إذا اهتز أي تحرك ، تحرك لله بتحركه ، كالجالس منا على كرسيه إذا تحرك الكرسي تحرك هو بتحركه . وليس عرش الرحمن بموضع استقرار له ، إذ ليس في مكان ، ولا مستقر بمكان ، تعالى عن ذلك ذو الجلال وإلاكرام .

‘‘Imam Malik verbot es, den Hadith aus dem hervorgeht das der Thron wegen des Todes von Sa‘d bin Mu‘adh bebte, zu überliefern, aus Angst, dass sich diese Überlieferung unter den Menschen (Laien) verbreitet. Er fürchtete dass die Unwissenden unter ihnen, jene die die Erklärung dieser Texte nicht verstehen, diesen Hadith hören und dann denken könnten, dass es Allah wäre, der sich bewegt wenn der Thron bebt, genauso wie ein Sitzender der auf seinem Stuhl sitzt. Der Thron ist aber kein Ort der Niederlassung von Allah, da Allah auf keinen Ort beschränkt ist. Erhaben ist er darüber.‘‘

Imam Malik verbot es aber nicht gegenüber jedem. Das was er verpönte, war das man solche Überlieferungen gegenüber den Laien erwähnt. Auf die Frage, warum er dies verabscheute, lassen wir einen Kenner des Hadith und der Lehre von Imam Malik, Imam Ibn ʿAbd al-Barr antworten, er sagte in at-Tamhid (7/150-152):

وإنما كره ذلك ملك خشية الخوض في التشبيه بكيف هاهنا

‘‘Imam Malik verpönte es, aus der Angst heraus, die Menschen könnten in diesem Zusammenhang den Modalitäten des Anthropomorphismus verfallen.‘‘

Lügen die über den Imam Malik im Internet kursieren

Imam Malik soll angeblich gesagt haben:

الله في السماء وعلمه في كل مكان

‘‘Allah ist im Himmel und sein Wissen ist überall.‘‘

Wie dem auch sein, diese Aussage kann Imam Malik nicht zugeschrieben werden, weil es nicht authentisch auf ihn zurückzuführen ist.

Shaykh Wahby Sulayman Ghawji sagte in einer Fußnote zu dem Buch Idah ad-Dalil von Ibn Jama‘ah diesbezüglich:

وما يرويه سريج بن النعمان عن عبد الله بن نافع عن مالك أنه كان يقول : ” الله في السماء وعلمه في كل مكان ” .لا يثبت .قال الإمام أحمد : عبد الله بن نافع الصايغ لم يكن صاحب حديث وكان ضعيفا فيه . قال ابن عدي : يروي غرائب عن مالك

‘‘Und was von Surayj bin Nu‘man von Abdullah ibn Nafi‘ von Malik überliefert wurde, dass er sagte: ‘‘Allah ist im Himmel und sein Wissen ist überall‘‘ sind nicht bestätigt. Imam Ahmad sagte: Abdullah ibn Nafi‘ ist kein Mann des Hadith und er ist schwach. Ibn ‘Adi sagte: Er erzählt über Malik befremdliches.‘‘

Und was die Aussage von Imam Malik betrifft, dass er den Kalam getadelt hätte so lautet die Antwort darauf: Ja er hat den Kalam getadelt, jedoch den Kalam der Erneuerer nicht den Kalam der Ahlu Sunnah. Und wie könnte er den Kalam der Ahlu Sunnah tadeln obwohl Imam Malik selbst über seinen Lehrer Ibn Hurmuz sagte, dass er gewandt im Kalam war? Diesbezüglich überlieferte al-Bayhaqi mit einer authentischen Kette in ‘‘Shuʿab al-Iman‘‘ (1/96) folgendes:

ثنا مالك أنه دخل يوماً على عبد لله بن يزيد بن هرمز فذكر قصة، ثم قال: وكان – يعني ابن هرمزبصيراً بالكلام، وكان يردُّ على أهل الأهواء، وكان من أعلم الناس بما اختلفوا فيه من هذه الأهو

‘‘(Es berichtete uns Abu ʿAbdullah al-Hafidh, es berichtete uns Ahmad Ibn Sahl, es berichtete uns Ibrahim Ibn Maʿqal, es berichtete uns Harmalah, es berichtete uns Ibn Wahb;) Es berichtete uns Imam Malik, dass er eines Tages zu ʿUbaydullah Ibn Yazid Ibn Hurmuz ging, daraufhin erzählte er dann eine Geschichte. Dann sagte er (Imam Malik):Er (d. h. Ibn Hurmuz) war gewandt im Kalam und pflegte die Leute der Irreleitung zu widerlegen. Und er gehörte zu den wissendsten Leuten bezüglich der Widersprüchlichkeiten dieser Irreleitungen.“

Ibn Hurmuz verstarb im Jahr 148 n.H. und adh-Dhahabi sagte über ihn in ‘‘Siyar Aʿlam an-Nubala“ (6/379-380):

فقيه المدينة، عداده في التابعين وقلَّما روى، كان يتعبد ويتزهد، وجالسه مالك كثيراً وأخذ عنه. قال مالك: كنت أحب أن أقتدي به ، وكان بصيراً بالكلام يرد على أهل الأهواء، كان من أعلم الناس بذلك، بيَّن مسئلة لابن عجلان فلما فهمها قام إليه ابن عجلان فقبَّل رأسه „، ثم قال الذهبي: „قال مالك: جلست إلى ابن هرمز ثلاث عشرة سنة

Der Faqih von Madinah, er zählt zu den Tabiʿin, er war asketisch und gottesfürchtig. Imam Malik war oft in seinen Sitzungen und lernte von ihm. Imam Malik sagte: Ich liebte es hinter ihm zu beten. Er war gewandt im Kalam und pflegte die Leute der Irreleitung zu widerlegen. Er gehörte zu den wissendsten Leuten in diesem Gebiet. Er erklärte einst Ibn ʿAdjlan eine Fragestellung, als Ibn ʿAdjlan sie dann begriff, stand er auf und küsste seinen Kopf. Dann sagte adh-Dhahabi: Imam Malik sagte: Ich lernte von Ibn Hurmuz 13 Jahre lang.‘‘



12–17 Minuten