Thema: Der Hadīth des Nuzūl
Vorwort zur authentischen Glaubenslehre der Muslime:
Allāh, der Erhabene, ist unabhängig von Ort und Zeit, denn Er existierte vor Ort und Zeit, ohne Ort und Zeit. Erhaben ist Allāh darüber, sich in einer Richtung aufzuhalten, von einem Ort beinhaltet zu sein oder sich in den Orten aufzulösen. Allāh ist nicht innerhalb des Universums noch außerhalb davon, weder getrennt vom Universum noch verbunden damit. Was auch immer du dir vorstellst, Allāh ähnelt dem nicht, da Er, der Erhabene, nichts und niemandem ähnelt. Und wer Allāh eine Bedeutung von den Eigenschaften der Geschöpfe zuschreibt, der ist ungläubig.
Die Behauptung:
Die Anhänger der Verkörperlichung behaupten, dass der Hadīth des Nuzūl“, in dem erwähnt wird „ينزل ربنا“, ein Beweis dafür wäre, dass Allāh sich im Himmel aufhalten würde.
Antwort:
Die Salaf haben nicht daran geglaubt, dass der Hadīth des Nuzūl Verbindung, Stillstand, Trennung, Bewegung, Richtung, Örtlichkeit, Ähnlichkeit, Körperlichkeit oder Grenzen für Allāh bedeutet.
Der Beweis:
Was das Hingehen, das Herkommen und das Herunterkommen der Körper betrifft, so haben sie alle die selbe Konsequenz, nämlich das Leeren eines Ortes und das Füllen eines anderen.
So sagte Ibn Battāl in seinem „Scharh des Sahīh al-Bukhārī“ (3/137):
„Es gibt keinen Unterschied zwischen dem Ityān (das Hingehen) dem Madjī’ (dem Herkommen) und dem Nuzūl (dem Herabkommen), wenn diese den Körpern zugeschrieben werden, bei denen die Bewegung und der Transport, welcher das Leeren eines Ortes und das Füllen eines anderen, möglich ist“.
Und da diese Bedeutungen; Bewegung, Stillstand, füllen und leeren eines Ortes, alles Eigenschaften der Geschöpfe sind, wissen wir, dass Allāh über all diese Bedeutungen erhaben ist.
Und die Salaf wiesen auf diese wichtige Tatsache deutlich hin, wie wir in den folgenden Zitaten sehen werden:
1. Der Imām at-Tabarī sagte in seinem Tafsīr, Zitat:
وكان بعضهم يقول فـي ذلك: لـيس معنى الكلام: اذهب أنت ولـيذهب معك ربك فقاتلا، ولكن معناه: اذهب أنت يا موسى، ولـيُعِنْك ربك، وذلك أن الله لا يجوز علـيه الذهاب. وهذا إنـما كان يحتاج إلـى طلب الـمخرج له لو كان الـخبر عن قوم مؤمنـين، فأما قوم أهل خلاف علـى الله عزّ ذكره ورسوله، فلا وجه لطلب الـمخرج لكلامهم فـيـما قالوا فـي الله عزّ وجلّ وافترَوا علـيه إلا بـما يشبه كفرهم وضلالتهم.
„Einige von ihnen sagten diesbezüglich: Die Āyah bedeuten NICHT ‚Geh du und mit dir soll dein Schöpfer gehen, kämpft ihr beide‘. Sondern die Bedeutung lautet: ‚Geh du, O Mūsā. Und möge dein Schöpfer dir helfen‘. Und dieses, weil das Hingehen (und damit auch das Herkommen und das Herabkommen) bezüglich Allāh unmöglich ist (da Allāh erhaben ist über die Eigenschaften der Geschöpfe). Und es ist notwendig eine Erklärung für diese Aussage zu suchen, falls diese Aussage von Muslimen berichtet wurde. Wenn es jedoch die Aussage von Ungläubigen war, so braucht man keinen Ausweg zu suchen, für dieses was sie über Allāh behaupteten und erlogen. Es würde nichts weiter als ihrem Unglauben und ihrer Irreleitung entsprechen“.
So ist die Glaubenslehre der Salaf, dass das Wort „Djā’a جَاءَ“ nicht herkommen und das Wort „Yanzil ينزل“ nicht herabkommen bedeutet in Bezug auf Allāh, da die Eigenschaften der Geschöpfe; Bewegung, Stillstand, füllen und leeren eines Ortes, unmöglich sind in Bezug auf Ihn. Und derjenige, der Allāh so etwas zuschreibt, als ungläubig und irregeleitet betrachtet wird von den Salaf.
2. Und dieses Verständnis der Salaf verdeutlicht und erklärt der Imām und Mudjtahid Abū Djaʿfar Muhammad Ibn Djarīr at-Tabariyy (verst. 310 n.H.), in seinem „Tārīkh al-Umam wa l-Mulūk“ folgendermaßen(1/25), Zitat:
:“القول في الدلالة على أن الله عز وجل القديم الأول قبل كل شىء، وأنه هو المُحدِث كل شىء بقدرته تعالى ذِكره فمن الدلالة على ذلك أنه لا شىء في العالم مشاهَد إلا جسم أو قائم بجسم، وأنه لا جسم إلا مفترِق أو مجتمع، وأنه لا مفترِق منه إلا وهو موهوم فيه الائتلاف إلى غيره من أشكاله، ولا مجتمع منه إلا وهو موهوم فيه الافتراق ، وأنه إذا اجتمع الجزءان منه بعد الافتراق، فمعلوم أن اجتماعهما حادث فيهما بعد أن لم يكن، وأن الافتراق إذا حدث فيهما بعد الاجتماع فمعلوم أن الافتراق فيهما حادث بعد أن لم يكن. ما لم يخلُ من الحدث لا شك أنه محدَث بتأليف مؤلِّف له إن كان مجتمعًا، وتفريق مفرِّق له إن كان مفترِقًا؛ وكان معلومًا بذلك أن جامع ذلك إن كان مجتمعًا، ومفرّقه إن كان مفترقًا مَن لا يشبهه ومن لا يجوز عليه الاجتماع والافتراق، وهو الواحد القادر الجامع بين المختلفات الذي لا يشبهه شىء، وهو على كل شىء قدير. فبيِّنٌ بما وصفنا أن بارىء الأشياء ومحدِثها كان قبل كل شىء (أي وقبل الزمان والمكان وغيرهما من المخلوقات)، وأن الليل والنهار والزمان والساعات محدثات، (ومن ضرورة العقل أن يكون خالق الزمان والمكان والجهة لا يجري عليه زمان ولا ينحل في الأماكن بعد خلقه الزمان والمكان والجهة، لأنّ التغير من صفات المخلوقات فتنبّه)، إذ كان من المحال أن يكون شىء يُحدث شيئًا إلا ومحدثه قبله، وأن في قوله تعالى ذِكره:{أفلاَ ينظرون إلى الإبِل كيف خُلقت* وإلى السماء كيف رفعت* وإلى الجبال كيف نصبت* وإلى الأرض كيف سُطحت} [سورة الغاشية/17،18،19،20] لأبلغ الحجج وأدلَّ الدلائل لمن فكر بعقل واعتبر بفهم على قِدَم بارئها، وحدوث كل ما جانسها، وأن لها خالقًا لا يشبهها“ اهـ.
Die Bedeutung lautet:
„Im Universum wird nichts beobachtet, außer Körper oder Eigenschaften des Körpers. Und dass es keinen Körper gibt, außer dass er getrennt oder verbunden ist. Und es gibt keine Trennung dieses Körpers, außer dass es verstandesgemäß möglich ist für ihn, in eine andere Gestalt zu zerfallen. Und es gibt keine Verbindung dessen, außer dass die Trennung dessen verstandesgemäß möglich ist. Und wenn sich die beiden Teile des Körpers nach der Trennung verbinden, so folgt daraus, dass ihre Verbindung das Auftreten eines Ereignisses (Hādith) in ihnen darstellt, welches vorher nicht existierte. Und dass aus der Trennung, wenn es sich in ihnen nach der Verbindung ereignete (Hadath), das Auftreten eines Ereignisses (Hādith) in ihnen darstellt, nachdem es vorher nicht existierte. Und es besteht kein Zweifel darüber, dass dieses was nicht frei von einer Entstehung ist, entstehen gelassen wurde von jemandem, der es zusammengesetzt sein ließ, wenn es verbunden war und es getrennt sein ließ, wenn es getrennt war. Daraus ist ersichtlich, dass derjenige, der dieses verbunden sein ließ, wenn es verbunden war, und derjenige, der dieses getrennt sein ließ, wenn es getrennt war, diesem nicht ähnelt und die Verbindung und Trennung in Bezug auf Ihn, unmöglich ist. Und Er ist der Einzige, der Allmächtige, der nichts und niemandem ähnelt“.
So ist Allāh, gemäß des Verständnisses der Salaf, erhaben über Bewegung, Stillstand, füllen und leeren eines Ortes.
3. Und gemäß dieses Verständnisses, welches wir anhand der Erklärung des Imām at-Tabarī aufgezeigt haben, erklärte der Imām Ahmad Ibn Hanbal die Āyah in der Sūrah al-Fadjr:
{وَجَاءَ رَبُّكَ}
Wa Djā’a Rabbuka
روى الحافظ البيهقي في كتابه مناقب الامام أحمد وهو كتاب مخطوط ومنه نقل ابن كثير في البداية والنهاية (10 / 327)فقال „روى البيهقي عن الحاكم عن أبي عمرو بن السماك عن حنبل أن أحمد بن حنبل تأول قول الله تعالى {وَجَاءَ رَبُّكَ} أنه : جاء ثوابه. ثم قال البيهقي : وهذا إسناد لا غبار عليه
ونقل الحافظ ابن الجوزي عن القاضي أبي يعلى عن الإمام أحمد في قوله تعالى {هَلْ يَنْظُرُونَ إِلا أَنْ يَأْتِيَهُمُ اللهُ فِي ظُلَلٍ مِنَ الغَمَامِ} أنه قال „المراد به قدرته وأمره“. قال „وقد بيّنه في قوله تعالى {أَوْ يَأْتِيَ أَمْرُ رَبِّكَ} ومثل هذا في القرآن {وَجَاءَ رَبُّكَ} قال: إنما هو قدرته“. دفع شبه التشبيه ص/.141
Der Imām Ahmad Ibn Hanbal sagte: „Das Zeichen für die Allmacht Gottes kommt“.
Er sagte nicht, dass Allāh selbst „herkommen“ würde, mit der Bedeutung von Bewegung, Stillstand, füllen und leeren eines Ortes, da dieses Vergleich mit der Schöpfung wäre.
Überliefert von Ibnu l-Djawzī in „Dafʿ Schubah at-Taschbīh“ (S.141).
Und diese Erklärung überlieferte von Imām Ahmad, der Hāfidh al-Bayhaqī in „Manāqib al-Imām Ahmad“. Und dieses Buch liegt noch als Manuskript vor. Ibn Kathīr überliefert daraus in „al-Bidāyah wa n-Nihāyah“ (327/10), Zitat: „Al-Bayhaqī überlieferte dieses von al-Hākim von Abū ʿAmr Ibn as-Sammāk von Hanbal von Ahmad Ibn Hanbal. Dann sagte al-Bayhaqī: Und es gibt keinen Staub auf dieser Überlieferungskette (d.h. dieses ist authentisch überliefert von Ahmad)“.
4. Und aus dem selben Grund, weshalb gemäß des Verständnisses der Salaf das Hingehen und das Herkommen unmöglich ist in Bezug auf Allāh, ist auch das Herabkommen mit dieser Bedeutung ebenfalls unmöglich bezüglich Allāh.
So wurde im „Scharh Usūl al-Iʿtiqād“ von al-Lālikā’ī von Hanbal Ibn Ishāq überliefert, dass er den Imām Ahmad bezüglich des Nūzūl fragte und der Imām Ahmad darauf antwortete:
أمض الحديث على ما روي بلا كيف ولا حد , إنما جاءت به الأثار وبما جاء به الكتاب قال الله عز وجل: {فلا تضربوا لله الأمثال} [النحل: ٧٤] ينزل بعلمه وقدرته
„Überliefere den Hadīth wie er berichtet wurde, jedoch ohne „Wie“ (d. h. Eigenschaften der Geschöpfe wie Ortsaufenthalt, Bewegung und Stillstand) oder Grenzen (Körperlichkeit) zuzuschreiben. Denn diesbezüglich kam im Qur’ān in der Sūrah an-Nahl Āyah 74: {فلا تضربوا لله الأمثال} Die Bedeutung lautet: „Vergleicht Allāh nicht mit den Geschöpfen“. (Schreibt Allāh nicht die Eigenschaften der Geschöpfe zu, wie Bewegung, Stillstand, füllen und leeren eines Ortes). Es ist der Nuzūl (Herabkommen) des Zeichens Seiner Allmacht“.
5. Und der Imām an-Nawawī sagte in seiner Erläuterung des Sahīh Muslim (Teil 5, Band 3, Dâr Kutub al-ʿArabī S.24-25), Zitat:
واتفقوا على تحريم التكييف والتشكيل
„Sie (die Muslime) sind sich allesamt einig darüber, dass es verboten ist Allāh ein „Wie“ (Ähnlichkeit) oder eine Gestalt zuzuschreiben“.
Dann sagte er:
وهل بين التكييف واثبات الجهات فرق
„Gibt es etwa einen Unterschied zwischen der Zuschreibung des „Wie“ und der Zuschreibung von Richtungen?“.
6. Abū Muhammad al-Muzanī der Salafī, fasste die Glaubenslehre der Salaf diesbezüglich zusammen und sagt bezüglich des Nuzūl, so wie es der Imām al-Bayhaqī in „as-Sunan al-Kubrā“ überlieferte:
„Es berichtete uns Abū ʿAbdullāh al-Hāfidh, er sagte: Ich hörte Abū Muhmmad Ahmad Ibn ʿAbdullāh al-Muzanī sagen:
Es steht fest, dass der Hadīth des Nuzūl vom Propheten, Salla l-Lāhu ʿAlayhi wa Sallam, überliefert wurde. Und im Qur’ān gibt es etwas, was ihn bestätigt, nämlich die Āyah in der Sūrah al-Fadjr: {وَجَاءَ رَبُّكَ} (Die Bedeutung lautet: „Das Zeichen für die Allmacht Gottes kommt“). Der Nuzūl (das Herabkommen) und der Madjī’ (das Herkommen) sind zwei Eigenschaften, die abgelehnt sind in Bezug auf Allāh, mit der Bedeutung von Bewegung und Transport von Ort zu Ort“.
Dann sagte al-Bayhaqī: „Ich sage: Abū Sulaymān al-Khattābī, möge Allāh ihm gnädig sein, sagte:
Der Hadīth des Nuzūl ist ein Bericht über Seine Allmacht, Seiner Gnade mit Seinen Dienern und der Akzeptanz der Bittgebete. Er macht was Er will, Seine Eigenschaften haben kein „Wie“ (haben nicht die Bedeutung der Eigenschaften der Geschöpfe), erhaben ist Er, Derjenige, Der nichts und niemandem ähnelt. Allāh, der Erhabene, sagt im edlen Qur´ān in der Sūrah asch-Schūrā (42), Āyah 11: لَيْسَ كَمِثْلِهِ شَيْءٌ Die Bedeutung lautet: „Allāh ähnelt nichts und niemandem“.
7. Der Hadīthwissenschaftler Imām Abū Bakr Ahmad Al-Bayhaqī, der im Jahre 458 n.H. verstarb, sagte in seinem Werk „Der Glaube der Salaf – Ahlus-Sunnah wal Djamāʿah“:
„Abschließend ist es erforderlich zu wissen, dass der Ityān von Allāh kein Kommen von Ort zu Ort ist, Sein Madjī’ keine Bewegung ist und Sein Nuzūl kein Transport“.
8. Und der Imām at-Tabarī sagt ebenfalls in seinem Tafsīr (ج13/27/S.215):
لا شىء أقرب إلى شىء منه.
„Keine Sache ist bezüglich einer anderen Sache (örtlich) näher zu Ihm (da Allāh erhaben ist über die Örtlichkeit)“.
Da das wirkliche Herabkommen eine physikalische Näherung voraussetzt und dieses von den Salaf abgelehnt wurde, hat der Nuzūl nicht die Bedeutung des örtlichen Transportes für die Salaf.
9. Und der Imām Ahmad Ibn Salāmah, Abu Djaʿfar At-Tahāwī As-Salafī, sagte in seinem Werk über die Glaubenslehre „Al-ʿAqīdah At-Tahāwiyyah“:
„Die sechs Richtungen (oben, unten,vorne, hinten, links, rechts.) beinhalten Ihn nicht, jedoch umgeben sie alle Geschöpfe.“
Dies bedeutet, dass die Glaubenslehre der Salaf ist, dass Allāh nicht in der oberen Richtung ist, weder runter noch hoch bewegt. Da dieses Eigenschaften der Geschöpfe sind und Allāh darüber erhaben ist.
10. So sagte der Imām Abu Djaʿfar At-Tahāwī über diejenigen, die Allāh Eigenschaften der Geschöpfe zuschreiben, wie Bewegung, Stillstand, füllen und leeren eines Ortes:
و من وصف الله بمعنى من معاني البشر فقد كف
„Wer Allāh mit der Bedeutung einer Eigenschaft der Geschöpfe beschreibt, der ist ungläubig.“
11. Und von dem Imām Ishāq Ibn Rāhawayh, der zu den Imāmen der Salaf gehört, überlieferte der Hāfidh al-Bayhaqī mit seiner Überlieferungskette in al-Asmā’ wa s-Sifāt (S.568), dass er von Ibn Tāhir bezüglich des Nuzūl gefragt wurde und er dazu sagte:
„Der Nuzūl ist ohne „Wie“ (ohne Eigenschaften der Geschöpfe, wie Bewegung, Stillstand, füllen und leeren eines Ortes)“.
12. Und wenn es authentisch überliefert wurde über den Imām Mālik, so sagte er bezüglich des Nuzūl:
„Es ist das Herabkommen der Gnade“.
At-Tamhīd (7/143) Siyar Aʿlām an-Nubalā’ (8/105), Scharh Sahīh Muslim von an-Nawawī (6/37), Ar-Risālah al-Wāfiyah von Abū ʿAmr ad-Dānī (S.136) und al-Insāf von Ibn as-Sayyid (S.82).
13. So haben die Salaf daran geglaubt, dass Allāh erhaben ist über die Eigenschaften der Geschöpfe, da Er ihnen nicht ähnelt. Deshalb sagt der Imām at-Tabarī diesbezüglich, wie schon zuvor erwähnt:
„Daraus folgt, dass derjenige, der dieses in Verbindung brachte, wenn es verbunden war, und derjenige, der dieses trennte, wenn es getrennt war, diesem nicht ähnelt und die Verbindung und Trennung Ihm bezüglich verstandesgemäß unmöglich ist. Und er ist der Einzige, der Allmächtige, der nichts und niemandem ähnelt“.
Dieses zeigt, dass die Salaf daran glaubten, dass Allāh weder verbunden ist mit dem Universum noch getrennt davon, da Er nichts und niemandem ähnelt. Somit haben sie nicht daran geglaubt, dass Allāh sich mit Seiner Schöpfung, wie dem Himmel oder der Erde, verbinden oder vermischen oder begrenzen würde.
Deshalb sagte der Imām at-Tabarī in der Erklärung der Āyah 171 der Sūrah an-Nisā’:
فَكَيْفَ يَكُون الْمَسِيح اِبْنًا لِلَّهِ وَهُوَ فِي الْأَرْض أَوْ فِي السَّمَوَات غَيْر خَارِج مِنْ أَنْ يَكُون فِي بَعْض هَذِهِ لْأَمَاكِن
Die Bedeutung lautet sinngemäß:
„Wie kann jemand behaupten, dass Jesus Gottes Sohn wäre, obwohl er (Jesus) auf der Erde oder in den Himmeln, nicht frei davon ist in einigen dieser Orte zu sein?!“.
So ist der Aufenthalt im Himmel, bezüglich Allāh unmöglich gemäß der Salaf, da dieses eine Eigenschaft von Geschöpfen ist.
14. Und deshalb sagte der Imām Abū Hanīfah in „al-Fiqh al-Akbar“:
„Derjenige, der sagt: ‚Ich weiß nicht, ob Allāh im Himmel ist oder auf der Erde‘, der ist in den Unglauben gefallen“.
15. Und deshalb sagte der Hāfidh Ibn Hadjar al-ʿAsqalānī in der Erklärung des Sahīh al-Bukhārī „Fathu l-Bārī“ ج23/3 , bezüglich des Hadīth des Nuzūl, Zitat:
منهم من أخذه على ظاهره وهم المشبهة تعالى الله عن قولهم
„Einige haben ihn nach dem Außenscheinlichen genommen, es sind die Muschabbiha (die Vergleicher Gottes) gewesen, erhaben ist Allāh über ihre Aussage“.
16. Nachdem wir die Unwissenheit der Verkörperlicher bezüglich des Verständnisses der Salaf zur Schau gestellt haben, werden wir nun ihre Unwissenheit im Hadīth zeigen, denn es gibt eine Erklärung des Hadīth des Nuzūl von dem Propheten höchstpersönlich.
Der Mufassir Al-Qurtubī sagte in der Auslegung der Āyah ﴾والمستغفرين بالأسحار﴿ der Surah āl-ʿImrān, nachdem er den Hadīth des Nuzūl erwähnte, folgendes:
„وأولى ما قيل فيه ما جاء في كتاب النسائي مفسرًا عن أبي هريرة وأبي سعيد رضي الله عنهما قالا: قال رسول الله صلى الله عليه وسلم: إن الله يمهل حتى يمضي شطر الليل الأول ثم يأمر مناديًا فيقول هل من داعٍ يستجاب له؟، هل من مستغفر يغفر له، هل من سائل يعطى“
Vorrangig, was diesbezüglich als Erklärung gesagt wurde, ist die Überlieferung von Abū Hurayrah und Abū Saʿīd, im Werk von an-Nasā’ī. Sie sagten: Der Prophet sagte sinngemäß: „Allāh lässt die erste Hälfte der Nacht verstreichen und befiehlt dann einem Ausrufer (Engel) folgendes zu sagen: Gibt es einen, der Bittgebete hat, die ihm erfüllt werden? Gibt es einen, der um Vergebung bittet, dem vergeben wird? Gibt es einen Bittenden, dem gegeben wird?“. Dieses hebt die Unklarheit auf und verdeutlicht, dass es sich bei der ersten Aussage um die Kategorie حذف المضاف handelt (dass erste Nomen der Genitivverbindung wird ausgelassen), d.h. يَنْزِلُ مَلَكُ رَبِّنا (der Engel Gottes kommt herunter). Der Hadīth wurde auch mit dem Wortlaut „يُنْزِل“ (Er lässt herunterkommen) überliefert, was das Erwähnte zusätzlich verdeutlicht. Die Bedeutung lautet folglich, dass ein Engel herunterkommt und von Allāh verkündet.
17. Nach all diesen klaren Beweisen und deutlichen Belegen, bleibt dem Verkörperlicher nichts mehr von seiner Behauptung bezüglich des Hadīth des Nuzūl übrig, außer dass er mit einer letzten und verzweifelten Behauptung kommt, mit der er versucht die Erklärung des Hadīth des Nuzūl durch den Propheten zu leugnen.
Der Verkörperlicher behauptet, dass diese Erklärung bedeuten würde, dass ein Engel sagen würde „Gibt es einen um Vergebung Bittenden, dem ich vergebe, gibt es einen Bittbetenden, für den ich akzeptiere“.
Die Antwort auf diese Behauptung ist sehr leicht, denn nun haben sie ihre Unwissenheit über den Qur’ān gezeigt, nachdem sie vorher ihre Unwissenheit über den Hadīth und das Verständnis der Salaf zur Schau bestellt haben.
Wir sagen: Wollen sie etwa behaupten, dass die Āyah 22 der Sūrah al-Aʿrāf bedeuten würde, dass Ādam und Hawwā’ dieses von Allāh gehört hätten?!
وَنَادَاهُمَا رَبُّهُمَا أَلَمْ أَنْهَكُمَا عَن تِلْكُمَا الشَّجَرَةِ وَأَقُل لَّكُمَا إِنَّ الشَّيْطَانَ لَكُمَا عَدُوٌّ مُّبِينٌ
Wa Nādāhumā Rabbuhumā ́Alam ́Anhakumā ʿAn Tilkuma sch-Schadjarati Wa ́Aqul Lakumā ́Inna sch-Schaytāna Lakumā ʿAduwwun Mubīn.
Diese Āyah beweist, dass solch ein Wortlaut wie der im Hadīth des Nuzūl, gemäß der arabischen Sprache, auch ein Ruf eines Engels zu einigen Geschöpfen, auf Befehl Gottes hin, sein kann. Denn diese Āyah bedeutet nicht, dass Ādam und Hawwā ́ dieses von Allāh gehört hätten, weil ādam damals noch nicht das Prophetentum erhalten hatte und Hawwā ́ keine Prophetin ist. Es gibt keinen Ausweg für die Verkörperlicher, um vor der Abscheulichkeit der Konsequenzen ihrer Aussage zu flüchten, falls sie das Außenscheinliche dieser Āyah nehmen.
Denn wenn diese Āyah nach dem Außenscheinlichen genommen werden würde, so würde es bedeuten, dass Ādam und Hawwā’, die niemals eine Prophetin war, das Sprechen Gottes, welches kein Sprache und keine Stimme ist und unserem Sprechen nicht ähnelt, gehört hätten und Mūsā gleich wären. Und wenn dem so wäre, dann würde dem Propheten Mūsā keine Besonderheit mehr bleiben in der Erwähnung der Āyah: {وَكَلَّمَ اللَّهُ مُوسَىٰ تَكْلِيمًا} (An-Nisā‘ 164) Allāh gab Mūsā diese Besonderheit und beschrieb ihn als „Kalīm Allāh“.
18. Der Schaykh Muhammad as-Safārīnī al-Hanbalī sagte in seinem Buch „Lawâmiʿ al-Anwār“, Zitat:
„Die Erläuterer sagten: Die Araber schreiben die Tat auch demjenigen zu, der dazu befohlen hat, genauso wie sie auch demjenigen zugeschrieben wird, der sie selbst ausgeführt hat. Sie sagten, dass die Bedeutung hier lautet, dass Allāh einem Engel befiehlt und dieser zum Himmel herabkommt und ausruft auf Seinen Befehl hin.
19. Der Vorsitzende der Richter der Schāfiʿiyyah in Ägypten, Badru d-Dīn Ibn Djamāʿah sagte über den Hadīth des Nuzūl in seinem Buch „Īdāhu d-Dalīl Fī Qatʿi Hudjadji Ahli t-Taʿtīl“:
„Wisse, dass das Herabkommen, welches eine Bewegung von oben nach unten ist, in diesem Hadīth nicht für die Interpretation angewendet werden darf und dies aus mehreren Gründen:
1) Das Herabkommen ist eine Eigenschaft der Körper und der Geschöpfe und hierzu bedarf es drei Körper: den Körper, der sich bewegt, den Körper, von dem sich wegbewegt wird und den Körper, zu dem sich hinbewegt wird und dies ist in Bezug auf Allāh unmöglich.
2) Wenn Allāh Selbst herabkommen würde, so hätte Er an jedem Tag und in jeder Nacht zahlreiche neue Bewegungen, die den Tag und die Nacht andauern und viele Versetzungen, weil das letzte Drittel der Nacht in jedem Augenblick auf der Erde nach und nach erneut auftritt und dies würde bedeuten, dass Allāh Tag und Nacht im Himmel wäre, Sich von Volk zu Volk und zum Thron zurück bewegen würde und dies in jedem Moment und wieder herab zum Himmel der Welt. So etwas sagt niemand mit Verstand und Wissen.
3) Diejenigen, die behaupten, dass Allāh auf dem Thron wäre und dass Er dadurch den Thron gefüllt hätte, wie sollte der Schöpfer ihrer Meinung nach in den Himmel passen wobei der Himmel im Vergleich zum Thron wie ein Ring in einer Landschaft ist. Gemäß der Behauptung der Irregeleiteten, würde sich somit entweder der Himmel dem Schöpfer anpassen, indem er sich vergrößere oder der Schöpfer würde Sich dem Himmel anpassen ihrer Aussage nach und beides ist unmöglich“.
20. Der große Hāfidh ʿAbdu r-Rahmān Ibnu l-Djawzī Al-Hanbalī stellte in seinem Werk „Albāzu l-Aschhab“ die Vorgänger des Gotteslästerers Ibnu Taymiyah bloß und entkräftete gleichzeitig mit Beweisen die Lügen, die über Imām Ahmad verbreitetet waren. Dieses erwähnte er, nachdem er den Hadīth des Nuzūl überlieferte.Er sagte:
„Die Bewegung, die Transportierung und die Veränderung sind unmöglich in Bezug auf Allāh, somit ist es eine Pflicht für die Geschöpfe daran zu glauben, dass der Schöpfer nichts und niemandem ähnelt. Denn das Herabkommen von einem Ort zu einem anderen ist mit Bewegung und dem Verlassen eines höheren Ortes zu einem tieferen Ort verbunden und dieses ist in Bezug auf Allāh unmöglich.“
21. Der verzweifelte Fluchtversuch einiger Verkörperlicher:
Einige verzweifelte Verkörperlicher, wie Pierre Vogel, haben behauptet, dass ein Gelehrter Namens Yahyā Ibn Maʿīn gesagt hätte, dass Allāh von Himmel zu Himmel herabkommen würde und dieses ein Beweis für ihre Interpretation wäre.
Antwort:
Erstens:
Ohne überhaupt auf eine etwaige Ungültigkeit der Überlieferungskette einzugehen, stellen wir sofort fest, dass solch ein Wortlaut „von Himmel zu Himmel“ gar nicht in dem Buch vorhanden ist bezüglich Yahyā Ibn Maʿīn!
Was am Ende übrig bleibt von dem zugeschriebenen Zitat, ist somit nichts weiter als eine Wiederholung des Wortlautes des schon zuvor erklärten Hadīth, nämlich der des Nuzūl, mehr nicht. Und darauf sind wir schon zuvor im Text eingegangen.
Zweitens:
Was der Verkörperlicher genau weiß, aber dem Leser vorenthalten möchte, ist dass direkt darunter ein Zitat des Imām Ahmad erwähnt wird, welches doch tatsächlich den Verkörperlicher und seine Interpretation widerlegt!
Es steht im „Scharh Usūl al-Iʿtiqād“ von al-Lālikā’ī direkt darunter, dass Hanbal Ibn Ishāq überliefert, dass er den Imām Ahmad bezüglich des Nūzūl fragte und der Imām Ahmad darauf antwortete:
أمض الحديث على ما روي بلا كيف ولا حد , إنما جاءت به الأثار وبما جاء به الكتاب قال الله عز وجل: {فلا تضربوا لله الأمثال} [النحل: ٧٤] ينزل بعلمه وقدرته
„Überliefere den Hadīth wie er berichtet wurde, jedoch ohne „Wie“ (d. h. Eigenschaften der Geschöpfe wie Ortsaufenthalt, Bewegung und Stillstand) oder Grenzen (Körperlichkeit) zuzuschreiben. Denn diesbezüglich kam im Qur’ān in der Sūrah an-Nahl Āyah 74: {فلا تضربوا لله الأمثال} Die Bedeutung lautet: „Vergleicht Allāh nicht mit den Geschöpfen“. (Schreibt Allāh nicht die Eigenschaften der Geschöpfe zu, wie Bewegung, Stillstand, füllen und leeren eines Ortes). Es ist der Nuzūl (Herabkommen) des Zeichens Seiner Allmacht“.
Wie kann der Verkörnperlicher dieses entscheidende Zitat des Imām Ahmad verheimlichen, aber eine andere erlogene Aussage über Ibn Maʿīn verbreiten?! Das ist Betrug!
22. Der Qādī Ibn al-IʿArabī sagte in seiner Erläuterung von at-Tirmidhī, Zitat:
„Einige, die nicht zu den Leuten des Wissens im Tafsīr gehören, sind über diesen Hadīth hergefallen, sie sagten, dass in diesem Hadīth ein Beweis stecken würde, dass Allāh im Himmel auf dem Thron über sieben Himmeln wäre. Wir sagen: Das ist eine ungeheuerliche Unwissenheit, denn in dem Hadīth wird lediglich erwähnt „Yanzil“, es wird nicht gesagt „von einem Ort“ und auch nicht mit einem „Wie“ (d. h. Eigenschaften der Geschöpfe wie Ortsaufenthalt, füllen und leeren eines Ortes, Transport, Bewegung oder Stillstand).
23. Und so lautet der Glaube der Salaf, kurz und prägnant, wie es der Imām at-Tabarī in seinem „Tārīkh al-Umam wa l-Mulūk“ (1/3) sagte:
لا تحيط به الأوهام، ولا تحويه الأقطار
„Allāh ist nicht vorstellbar in den Gedanken und wird nicht beinhaltet von den Orten“.
Quelle:https://www.facebook.com/dieWaechter.desGlaubens/posts/873986732651562