Der Imām der arabischen Sprache und Grammatik der Salaf, al-Khalīl Ibn Ahmad al-Farāhīdī (100–170 n.H.), der Lehrer von Sībawayh war – dem berühmten Imām der Grammatiker (148–180 n.H.) –, ist der Verfasser des bekannten Wörterbuchs „Kitāb al-ʿAyn“, das als das erste systematisch aufgebaute Wörterbuch der arabischen Sprache gilt. Imām al-Khalīl al-Farāhīdī wurde in Basra geboren und starb auch dort. Seine Führungsrolle (imāmah) auf dem Gebiet der arabischen Sprache und ihrer verwandten Wissenschaften ist unbestritten.
Lesen wir gemeinsam, was er in seinem Wörterbuch „al-ʿAyn“ (B. 5, S. 122) überliefert:
„Und im Hadīth heißt es: ‚Die Hölle wird nicht aufhören, gefüllt zu werden, bis der Herr Seinen Fuß hineinsetzt‘; al-Ḥasan [al-Baṣrī] sagte: ‚Bis Allāh diejenigen hineingibt, die Er unter den Schlechtesten Seiner Geschöpfe bestimmt hat. Diese sind der Qadam Allāhs für das Höllenfeuer, während die Muslime der Qadam für das Paradies sind.‘“
وفي الحديث: إن جهنم لا تسكن حتى يضع الله قَدَمه فيها ، قال الحسن: حتى يجعل الله الذين قَدَّمَهم من شرار خلقه فيها، فهم قَدَمُ الله للنار والمسلمون قَدَمٌ للجنة.
Wir stellen somit fest, dass Imām al-Khalīl al-Farāhīdī diese sinnbildliche Deutung des Nachfolgers (tābiʿī) Imām al-Ḥasan al-Baṣrī (21–110 n.H.) überliefert, um die Bedeutung dieses Hadīth zu erklären – und zwar ohne Widerspruch. Auch wenn er ihn selbst nicht traf, da er bei dessen Tod erst zehn Jahre alt war, ist es sehr wahrscheinlich, dass er diese Erklärung durch einen seiner Schüler gehört hat – etwa von Imām Ayyūb al-Sikhtiyānī (66–131 n.H.), zumal beide aus Basra stammen.
Mehrere Sprachgelehrte haben diese Erklärung von Imām al-Ḥasan al-Baṣrī überliefert (und teilweise auch vermerkt, dass seine Gefährten diese Meinung teilten), darunter: Ibn Abī Naṣr al-Ḥumaydī (425–488 n.H.), Abū ʿUbayd al-Harawī (gest. 401 n.H.), Ibn Sayyidah (398–458 n.H.), Ibn Manẓūr (630–711 n.H.), Makkī Ibn Abī Ṭālib (355–437 n.H.), Abū Manṣūr al-Azharī (282–370 n.H.), Murtaḍā al-Zabīdī (1145–1205 n.H.) und andere.
Auch der Imām, Exeget und Sprachwissenschaftler Shihāb ad-Dīn as-Samīn al-Ḥalabī ash-Shāfiʿī (gest. 756 n.H.) hat sie in seinem Werk „ʿUmdat al-Ḥuffāẓ fī tafsīr Ashraf al-Alfāẓ“ (B. 3, S. 284) überliefert und gesagt, dass die Erklärung von Imām al-Ḥasan al-Baṣrī die beste sei:
وفي الحديث: ((حتى يضع الرحمن فيها قدمه)) يعني في النار. واضطراب الناس في تفسيره، وأحسن ما قيل فيه ما قاله الحسن البصري: حتى يجعل الله فيها الذين قدمهم من شرار خلقه فهم قدم الله للنار كما أن المسلمين قدمًا للجنة.
Siehe auch das Werk „al-Asmāʾ wa aṣ-Ṣifāt“ (B. 2, S. 190) von Imām Abū Bakr al-Bayhaqī (384–458 n.H.); das Werk „Kashf al-Mushkil min ḥadīth aṣ-Ṣaḥīḥayn“ (B. 3, S. 243) von Imām Ibn al-Jawzī (508–597 n.H.); sowie den Ṣaḥīḥ von Imām Ibn Ḥibbān (gest. 354 n.H.), in dem er diesen Hadīth ebenfalls metaphorisch deutet (B. 5, S. 456).