Die Bedeutung von den berühmten Hadīth, in dem es heißt: „Allāh erschuf Adam nach Seinem Bild.“ [Sahīh al-Bukhārī Nr. 6227].
Wisset, dass die wahhabitischen Gelehrten hinsichtlich des Pronomens (dhamīr) im Hadīth uneinig sind: Bezieht es sich auf Allāh oder auf unseren Herrn Adam?
1 – Ibn Bāz, Ibn al-‘Uthaymīn, Sālih al-Fawzān, ʿAbd al-Raḥmān al-Barrāk, Ibn Jibrīn und andere vertreten die Auffassung, dass sich das Pronomen auf Allāh bezieht. Ibn Jibrīn gab jedoch an, dass die Mehrheit der Gelehrten der Ansicht sei, das Pronomen beziehe sich auf Adam alayhissalam und nicht auf Allāh, obwohl er persönlich dieser Meinung widersprach.
2 – Für al-Albānī hingegen bezieht sich das Pronomen auf Adam alayhissalam. Dies führte zu Einwänden seitens anderer wahhabitischer Gelehrter wie al-Tuwayjrī oder ʿAbd Allāh al-Duwaysh, welcher sagte, al-Albānī habe eine Position vertreten, die von der der „Sunniten“ abweiche und eher derjenigen der Jahmiyyah gleiche.
Was Ibn Taymiyyah (661–728 n. H.) betrifft, so erklärte er in seinem Werk Naqḍ al-Ta’sīs (B. 3, S. 202), dass unter den frommen Altvorderen der ersten drei Generationen kein Meinungsverschiedenheit darüber bestand, dass sich das Pronomen auf Allāh beziehe [!]. Doch, so sagt er weiter, als sich die Jahmiyyah im dritten Jahrhundert verbreiteten, behaupteten einige, das Pronomen beziehe sich nicht auf Allāh – bis hin zu bekannten Gelehrten, die für ihr Wissen und ihre Festhaltung an der Sunnah in den meisten ihrer Angelegenheiten bekannt waren [!], wie Abū Thawr al-Baghdādī (170–240 n. H.) [!], Abū Bakr Ibn Khuzaymah (223–311 n. H.) [!], Abū al-Shaykh al-Aṣbahānī (274–369 n. H.) [!] und andere [!].
لم يكن بين السلف من القرون الثلاثة نزاع في أن الضمير في الحديث عائد إلى الله تعالى ، فإنه مستفيض من طرق متعددة ، عن عدد من الصحابة ، وسياق الأحاديث كلها تدل على ذلك … ولكن لما انتشرت الجهمية في المائة الثالثة جعل طائفة الضمير فيه عائدا إلى غير الله تعالى ، حتى نقل ذلك عن طائفة من العلماء المعروفين بالعلم والسنة في عامة أمورهم ، كأبي ثور وابن خزيمة وأبي الشيخ الأصفهاني وغيرهم ، ولذلك أنكر عليهم أئمة الدين وغيرهم من علماء السنة
„Unter den Altvorderen der ersten drei Jahrhunderte bestand kein Streit darüber, dass sich das Pronomen im Hadīth auf Allāh, erhaben ist Er, bezieht – dies ist in vielfacher Überlieferung von mehreren Gefährten überliefert, und der Kontext aller Hadithe deutet darauf hin … Doch als sich die Jahmiyyah im dritten Jahrhundert ausbreiteten, behaupteten einige, das Pronomen beziehe sich auf jemand anderen als Allāh, bis hin zu einigen bekannten Gelehrten, die für ihre Gelehrsamkeit und Festhaltung an der Sunnah bekannt waren, wie Abū Thawr, Ibn Khuzaymah, Abū al-Shaykh al-Aṣbahānī und andere. Deshalb widersprachen ihnen die Imame der Religion und andere Gelehrte der Sunnah.“
Demnach vertritt Ibn Taymiyyah die Ansicht, dass diese „athārītischen“ Gelehrten vom Einfluss der Jahmiyyah [!] betroffen gewesen seien. Hätte dies ein Shaykh eines anderen Lagers gesagt, hätte man ihn sofort der Respektlosigkeit gegenüber den frommen Altvorderen beschuldigt – so wie man es gegenüber Imām Fakhr al-Dīn al-Rāzī oder dem zeitgenössischen Shaykh Saʿīd Fūda tut. Was nun den angeblichen Konsens betrifft, den Shaykh Ibn Taymiyyah anführt, so ist dieser hinfällig – wie al-Albānī zu Recht in einem Gespräch mit seinen Schülern erklärte:
الشيخ : طيب بس هذا خطأ ، خطأ إما منك وإما من ابن تيمية .
Der Shaykh sagte: „Gut, aber das ist ein Fehler – ein Fehler entweder von dir oder von Ibn Taymiyya.“
Imām Abū Bakr Ibn Khuzaymah (224–311 n. H.) in seinem Buch al-Tawḥīd (B. 1, ab S. 95) sogar noch weiter. Er erklärt, dass diejenigen, die sagen, das Pronomen beziehe sich auf Allāh (in einer anderen Version: „auf den Allerbarmer“ – die er jedoch als schwach einstuft), keine tiefgehende Erkenntnis erlangt hätten und sich etwas Falsches eingebildet hätten. Er spricht Allāh dann jede Ähnlichkeit mit der Schöpfung ab. Er beschuldigt sogar jene, die sagen, das Pronomen beziehe sich auf Allāh, der Täuschung und des tashbīh (Gleichsetzung mit der Schöpfung). Nach seiner Ansicht bezieht sich das Pronomen auf den Geschlagenen (al-maḍrūb), da es eine andere Version des Hadīth gibt, in der davon abgeraten wird, das Gesicht des Bruders zu schlagen, denn Allāh hat Adam nach „seinem“ Bild erschaffen – also nach dem Bild des geschlagenen Menschen, laut Ibn Khuzaymah.
Was den Hadīth betrifft, der sagt: „Allāh erschuf Adam nach dem Bild des Allerbarmers“, so stuft Ibn Khuzaymah ihn als schwach ein. Selbst wenn man ihn als authentisch ansähe, interpretiert er ihn als bildliche Besitzanzeige (idhāfa), dass Allāh die Schöpfung sich selbst zugeschrieben hat, nicht dass Er Adam wörtlich nach „Seinem“ Bild erschaffen habe. Er bittet Allāh sogar darum, uns und alle Muslime [!] vor der Ansicht zu bewahren, das Pronomen beziehe sich auf Allāh [!].
Hier ist die Aussage von Imām Abū Bakr Ibn Khuzaymah (224–311 n.H.) der in seinem Kitab at-Tawhid sagte:
باب ذكرِ أخبارٍ رويت عن النبي صلى الله عليه وسلم: تأوَّلها بعضُ مَن لمْ يتحرَّ العلمَ على غيرِ تأويلِها ففتَن عالماً مِن أهلِ الجهل والغَباوة ، حمَلهم الجهلُ – بمعنى الخبر – على القولِ بالتشبيه
إذا قاتلَ أحدُكم فيجتَنِب الوجهَ ، فإن الله خلق آدم على صورته
قال أبو بكرٍ : توهَّم بعضُ من لم يتحَرَّ العلمَ أن قولَه : «على صورته» يُريد صورةَ الرحمن عز ربُّنا وجل عن أن يكونَ هذا معنى الخبر ، بل معنى قوله : «خلق آدم على صورته» ، الهاء في هذا الموضِع كنايةٌ عن اسم المضروب ، والمشتومِ ، أرادَ صلى الله عليه وسلم أن اللهَ خلَق آدمَ على صورة هذا المضروب
فتفَهَّمُوا رحمكم الله معنى الخبر ، لا تغلَطوا ولا تَغالطوا فتضِلُّوا عن سَواءِ السبيل ، وتحمِلوا على القول بالتشبيه الذي هو ضلالٌ
وقد افتُتِن بهذه اللفظةِ التي في خبر عطاء عالمٌ ممَن لم يتحرَّ العلمَ ، وتوهَّموا أن إضافةَ الصورة إلى الرحمن في هذا الخبر مِن إضافة صفات الذات ، فغلِطوا في هذا غلَطا بيّنا ، وقالوا مقالةً شنيعةَ مُضاهِيةً لقول المشبهة، أعاذنا الله وكل المسلمين مِن قولهم
„Kapitel über einige Überlieferungen des Gesandten Allahs ﷺ.
Dies sind Überlieferungen, die von jenen nicht korrekt erklärt wurden, die nicht tief im Wissen verwurzelt sind. Dadurch gerieten unwissende und einfältige „Gelehrte“ in Versuchung, und ihr Unwissen über die Bedeutung dieser Hadithe trieb sie zur Lehre des Tashbih (Anthropomorphismus).
Der Prophet ﷺ sagte: „Wenn einer von euch jemanden schlägt, soll er das Gesicht meiden! Denn Allah erschuf Adam nach seinem Bild.“
Abu Bakr (Ibn Khuzayma) sagte: Einige, die nicht tief im Wissen verwurzelt sind, haben sich eingebildet, dass mit „seinem Bild“ die Gestalt des Erhabenen Allbarmherzigen gemeint sei. Doch unser Herr ist erhaben über eine solche Auslegung dieser Überlieferung!
Vielmehr bezieht sich das Pronomen (هاء) in „Er erschuf Adam nach seinem Bild“ auf die Gestalt der Person, die geschlagen oder beleidigt wurde. Der Prophet ﷺ meinte damit, dass Allah Adam nach der Gestalt dieses Geschlagenen erschaffen hat.
Möge Allah euch barmherzig sein! Begreift die wahre Bedeutung dieser Überlieferung! Begeht keinen Fehler und führt andere nicht in die Irre! Sonst werdet ihr vom rechten Weg abweichen und zur Lehre der Taschbih (Anthropomorphismus) verleiten, die nichts als Irreführung ist.
(Danach erwähnt er die Formulierung „nach dem Bild des Allbarmherzigen“ und sagt:)
Ein Gelehrter, der nicht tief im Wissen verwurzelt war, wurde durch diese Formulierung in Versuchung geführt und glaubte fälschlicherweise, dass die Zuschreibung der Surah (Gestalt) zu Allah so sei wie die Zuschreibung Seiner Wesensattribute.
Doch dies ist ein offenkundiger Fehler! Sie haben eine abscheuliche Ansicht vertreten, die der Lehre der Muschabbihah (Anthropomorphisten) ähnelt. Möge der Erhabene Allah uns und alle Muslime vor ihrer Ansicht bewahren!“.
Doch war Ibn Khuzaymah etwa diesem Konsens nicht bewusst? War Abū Thawr sich dieses Konsenses nicht bewusst? Abū al-Shaykh al-Aṣbahānī? Ibn Ḥibbān? Abū Sulaymān al-Khattābī? Abū Bakr al-Bayhaqī? Der Qāḍī ʿIyāḍ?
Imam Ibn Hibban al-Busti (270-354 n.H.) sagte in seinem Sahih B. 4 S. 59 folgendes:
ليستْ تخلُو هذه الهاءُ مِن أن تُنسَب إلى الله أو إلى آدمَ ، فإن نسِبتْ إلى الله كان ذلك كفراً ، إذ {ليس كمثله شيء} ، وإن نُسِبتْ إلى آدمَ تعرَّى الخبرُ عن الفائدة ، لأنه لا شكَّ أن كلّ شيءٍ خُلِق على صورتِه لا على صورةِ غيرِه
فمعنى الخبرِ عندنا بقوله صلى الله عليه وسلم: «خلَق اللهُ آدمَ على صورَتِه» : إبانةُ فضْلِ آدمَ على سائر الخلق ، والهاءُ راجعةٌ إلى آدم ، والفائدةُ مِن رجوعِ الهاء إلى آدم دون إضافِتها إلى البارئ جل وعلا – جل ربنا وتعالى عن أن يُشبِه بشيءٍ مِن المخلوقين – أنه جل وعلا جعَل سببَ الخلق الذي هو المتحرّك النامي بذاته اجتماعَ الذكَر والأنثى ، ثم زوالَ الماءِ عن قرارِ الذكر إلى رَحِمِ الأنثى ، ثم تغير ذلك إلى العَلَقة بعد مدةٍ ، ثم إلى المضْغةِ ، ثم إلى الصورةِ ، ثم إلى الوقت الممدودِ فيه ، ثم الخروج مِن قرارِه ، ثم الرَّضاعِ ، ثم الفِطَامِ ، ثم المراتبُ الأخَر على حَسَبِ ما ذكرنا إلى حلول المنِيَّة به
هذا وصفُ المتحرّك النامِي بذاته من خلقه وخلَق الله جل وعلا آدمَ على صورتِه التي خلَقه عليها وطوُلُه ستونَ ذراعاً من غيرِ أن تكون تقدُمه اجتماع الذكر والأنثى
“Das hier verwendete Pronomen ha muss entweder auf Allah oder auf Adam bezogen sein. Wenn das Pronomen auf Allah bezogen wird, wäre dies Kufr (Unglaube), denn der erhabene Allah sagt: “Nichts ist Ihm gleich.”
Wenn es jedoch auf Adam bezogen wird, hätte der Hadith keinen Nutzen, da ohnehin alles nach seiner eigenen Gestalt erschaffen wird und nicht nach der Gestalt eines anderen.
Nach unserer Auffassung bedeutet der Hadith „Allah erschuf Adam in seiner Gestalt“ Folgendes: Der Zweck besteht darin, Adams Überlegenheit gegenüber anderen Geschöpfen zu betonen. Das Pronomen im Hadith bezieht sich auf Adam. Der Nutzen dieser Zuordnung zu Adam und nicht zu Allah liegt darin, dass der erhabene Allah – in Seiner Weisheit – die Ursache für die Erschaffung beweglicher und wachsender Geschöpfe durch die Vereinigung von Mann und Frau, das Fließen des Samens des Mannes in die Gebärmutter der Frau bestimmt hat.
Nach einer gewissen Zeit verwandelt sich dieser Samen in eine Alaqa (anhaftender Tropfen), dann in ein kleines, geformtes Fleischstück, dann in eine Gestalt (Surah), verweilt dort für eine Zeit, kommt dann aus dem Mutterleib hervor, wird gestillt, wird vom Stillen entwöhnt, und durchläuft dann die weiteren natürlichen Prozesse…
Dies ist die Beschreibung beweglicher und wachsender Geschöpfe unter den Schöpfungen Allahs. Der erhabene Allah erschuf Adam nach seiner (eigenen, besonderen) Gestalt. Seine Größe betrug sechzig Ellen, und er wurde nicht durch die Vereinigung von Mann und Frau gezeugt…
Der erhabene Allah ist über jegliche Ähnlichkeit mit Seinen Geschöpfen erhaben.”
Ibn Abu Ya’la überliefert in Tabaqat al-Hanabilah 1/309:
وقال حمدان سألتُ أبا ثورٍ عن قول النبِي „إن اللَّه خلَق آدمَ على صورته“ فقال : على صورةِ آدمَ
„Hamdan sagte: Ich fragte Abu Thawr (verst. 240 n.H.) über die Aussage des Propheten (Sallallahu alayhi wa Sallam): „Allah hat Adam nach seinem Bilde erschaffen“ Er sagte: nach dem Bilde von Adam“.
Selbst Muḥammad Ibn Isḥāq Ibn Mandah (310–395 n. H.) sagte in seinem Werk al-Tawḥīd (B. 1, S. 223), dass sich das Pronomen auf Adam bezieht. Er schrieb:
وَإِنَّمَا أَرَادَ النَّبِيُّ صَلى الله عَليه وسَلم بِهَذَا الكَلَامِ أَنَّ الله عَزَّ وَجَلَّ، خَلَقَ بَنِي آدَمَ عَلَى صُورَةِ آدَمَ، عَلَيْهِ السَّلَامُ، فَإِذَا شُتِمَ أَحَدٌ مِنْ وَلَدِهِ وَمَنْ يُشْبِهُ وَجْهَهُ فَقَدْ شُتِمَ آدَمُ عَلَيْهِ السَّلَامُ، فَنَهَى عَنْ ذَلِكَ.
„Der Prophet – Allāhs Segen und Frieden seien auf ihm – meinte mit dieser Aussage, dass Allāh, erhaben ist Er, die Nachkommen Adams nach dem Bild Adams erschaffen hat. Wenn also jemand aus seinen Nachkommen beschimpft wird, dessen Gesicht dem Adams gleicht, so wird dadurch auch Adam, der Friede sei auf ihm, beschimpft – und deshalb wurde davon abgeraten.“
Wusste etwa auch Ibn Mandah nichts von diesem angeblichen Konsens? War Abū Bakr al-Kalābādhī (gest. 380 n. H.) ahnungslos? Ibn al-Jawzī? Wusste Ibn Rushd al-Jadd davon nichts, obwohl er in seinem Werk al-Bayān wa al-Taḥṣīl (B. 16, S. 403) ausführlich über diesen ḥadīṯ diskutiert? War Ibn Ḥazm ahnungslos? Ibn Battāl (gest. 449 n. H.)? Abū Bakr Ibn Fūrak (gest. 406 n. H.)? Waren all diese etwa vom Gedankengut der Jahmiyya beeinflusst, was das Verständnis dieses ḥadīṯ betrifft? Oder handelt es sich einfach um eine weitere Meinungsverschiedenheit bezüglich eines Textes, der den sogenannten „Attributen“ zugeordnet wird – und es gibt in Wahrheit gar keinen Konsens?
Ganz zu schweigen von den vielen späteren Gelehrten, die Werke mit Kommentaren zu den Sammlungen prophetischer Überlieferungen verfassten – kannten sie etwa ebenfalls diesen angeblichen Konsens nicht?
Es ist zudem überliefert, dass unser Meister, Imām Mālik Ibn Anas, diesen ḥadīṯ für schwach hielt – Imām al-Ḏahabī antwortete ihm darauf in Siyar. Bemerkenswert ist, dass Mālik den Menschen verbot, ihn weiterzuerzählen, und denjenigen tadelte, der es dennoch tat. Die mālikītischen Gelehrten erklärten, dass Māliks Ablehnung darauf zurückging, dass er befürchtete, die Menschen könnten in den tashbīh (die Gleichsetzung Allāhs mit der Schöpfung) verfallen – so wie Yahyā Ibn Ibrāhīm Ibn Muzayyīn (gest. 259 n. H.), Ibn Rushd al-Jadd, Ibn ʿAbd al-Barr, Qāḍī ʿIyāḍ, Abū Bakr al-Abharī und andere. Das zeigt deutlich, dass diese und ähnliche Texte offenbar als problematisch empfunden wurden [!] – was die Behauptung einiger Wahhābiten widerlegt, diese Texte seien eindeutig und von den frommen Altvorderen mühelos verstanden worden.
Es gäbe noch viele weitere Punkte zu diesem Thema anzuführen, aber ich begnüge mich hiermit, drei interessante Aspekte zu erwähnen:
Erstens: Der „athārītische“ Imām Ismāʿīl al-Taymī al-Aṣbahānī und der „athārītische“ Imām Šams al-Dīn al-Ḏahabī praktizierten tafwīḍ (die Übergabe des Sinns an Allāh) in Bezug auf diesen Text.
Auszug aus Siyar Aʿlām al-Nubalāʾ von Imām al-Ḏahabī (673–748 n. H.):
فَقَولُنَا فِي ذَلِكَ وَبَابِهِ: الإِقرَارُ، وَالإِمْرَارُ، وَتَفْويضُ مَعْنَاهُ إِلَى قَائِلِه الصَّادِقِ المَعْصُومِ.
„Unsere Aussage dazu und zu ähnlichen Texten ist: das Annehmen, das Überliefern und das Anvertrauen der Bedeutung an den wahrhaftigen, unfehlbaren Überbringer.“
Auszug aus al-Hujjah fī Bayān al-Mahjah von Imām Ismāʿīl al-Taymī al-Aṣbahānī (457–535 n. H.):
٤٥٤ – “ خلق الله آدم عَلَى صورته “ وأضباه ذَلِكَ فَعَلَيهِ التَّسْلِيم والتصديق، والتفويض وَالرِّضَا، وَلَا يتَصَرَّف فِي شَيْء مِنْهَا بِرَأْيهِ وهواه من فسر من ذَلِكَ شَيْئا بِرَأْيهِ وهواه أَخطَأ وضل.
„Wer überliefert bekommt: ‚Allāh hat Adam nach Seinem Bild erschaffen‘ und Ähnliches, dem obliegt es, dies zu akzeptieren, zu glauben, den Sinn Allāh anzuvertrauen und damit zufrieden zu sein – und er darf nichts davon nach eigenem Verstand oder eigener Neigung interpretieren. Wer das tut, der irrt und verfehlt den Weg.“
Zweitens: Eine interessante Stelle findet sich in der Antwort des wahhabitischen Shaykh Ibn al-ʿUṯaymīn im Werk Liqāʾ al-Bāb al-Maftūḥ (B. 81, S. 28), als er nach der Bedeutung dieses ḥadīṯ gefragt wird.
Er antwortete sinngemäß: Die erste Erklärung sei, dass der ḥadīṯ wörtlich zu verstehen sei – also, dass Allāh unseren Herrn Adam wirklich nach Seinem eigenen Bild erschaffen habe, jedoch ohne absolute Ähnlichkeit.
Die zweite Erklärung sei, dass Allāh Adam in einer besonderen Abbild erschaffen habe, die Er ausgewählt und geehrt habe. Dies sei eine ehrenvolle Zuschreibung (iḍāfat al-tashrīf wa al-takrīm), wie man auch sagt: „das Haus Allāhs“ oder „die Kamelstute Allāhs“.
Dabei hebt er hervor, dass es eine Meinungsverschiedenheit gebe – obwohl angeblich ein Konsens der frommen Altvorderen besteht.
Noch bemerkenswerter: Ibn al-ʿUṯaymīn fügt hinzu: „Beide Sichtweisen sind korrekt [!], aber die erste ist sicherer; denn die erste Auslegung – dass Allāh Adam nach Seinem Bild erschaffen hat, ohne Ähnlichkeit – ist weiter entfernt von [falscher] Interpretation und entspricht dem offensichtlichen Wortsinn des Textes.“
وكلا الوجهين صحيح، لكن الوجه الأول أسلم؛ لأن الوجه الأول: أن الله خلق آدم على صورته من غير مماثلة، أبعد عن التأويل وهو متماش على ظاهر النص.
„Und beide Meinungen sind korrekt, aber die erste ist sicherer; denn die erste Meinung – dass Allāh Adam auf Seinem Bild erschaffen hat, ohne Ähnlichkeit – ist weiter entfernt von Deutung (taʾwīl) und stimmt mit dem äußeren Sinn des Textes überein.“
Obwohl er also zur ersten Meinung tendiert, bestätigt er ausdrücklich, dass auch die zweite Meinung korrekt ist.
Wo also ist dieser viel zitierte Konsens der frommen Altvorderen? Wo ist der angeblich so klare Wortsinn, auf den sich alle geeinigt haben? Urteile selbst.
Ich habe nicht alle Quellen zu meinen Aussagen aufgeführt, da der Artikel sonst zu lang geworden wäre.
Und alle Lobpreisungen gebühren Allāh.