Die Überlieferung von Mujāhid: „Allāh wird den Propheten auf den Thron setzen“
Bevor wir beginnen, wollen wir drauf hinweisen, dass die Pseudo Salafiyyah, das meiste aus dem Buch as-Sunnah von al-Khallal zitieren. Dieses Buch ist jedoch nicht authentisch überliefert worden. Somit können diese Überlieferungen nicht als Beweis angeführt werden. Wir werden jedoch trotzdem darauf antworten.
Bevor wir zur Analyse dieses Abschnitts übergehen, ist es wichtig, die Bedeutung des sogenannten „Athar“ von Mujāhid zu klären.
Allāh, der Erhabene, sagt: „Vielleicht wird dein Herr dich zu einer lobenswerten Stellung erheben.“ (Sūra 17:79)
Im Tafsīr dieses „lobenswerten Platzes“ (al-Maqām al-Maḥmūd) gibt es acht verschiedene Meinungen unter den Gelehrten. Dieser Ort ist nicht der richtige, um sie alle zu analysieren und zu erwähnen. Die Mehrheit der Kommentatoren aus der Zeit der Gefährten (Ṣaḥāba), der Nachfolger (Tābiʿūn) sind sich jedoch einig, dass mit der „lobenswerten Stellung“ die Fürsprache (ash-Shafāʿa) des Propheten (Allāh segne ihn und schenke ihm Frieden) am Jüngsten Tag gemeint ist.
Dies ist eine übereinstimmende Ansicht der Ahl as-Sunna, einschließlich der Ashʿarīyyah, der Māturīdīyyah und der Atharīyyah, sowie der Salafīya. Darüber hinaus haben einige Gelehrte berichtet, dass die Korankommentatoren darüber einen Konsens erreicht haben.
Der Imām Abū al-Muẓaffar as-Samʿānī (gest. 489 n.H.) sagte in seinem Tafsīr über diesen Vers: „Allāh sagte: ‚Vielleicht wird dein Herr dich zu einer lobenswerten Stellung erheben.‘ Die Korankommentatoren sind sich einig, dass diese Stellung das Recht auf Fürsprache ist, und dies ist durch den Propheten (Allāh segne ihn und schenke ihm Frieden) bestätigt.“
Auf den Konsens der Gelehrten verweist auch Imām al-Wāḥidī, wie es von Ibn Hajar al-ʿAsqalānī überliefert wird. [Fath al-Bari“ (1/427)]
Dieses Verständnis wird als die fundierteste Interpretation angesehen, da die Beweise dafür den Rang des „Tawātur“ (einer vielfach und durchgehenden Überlieferung) erreicht haben. Dennoch existieren alternative Interpretationen, die von den Tābiʿūn überliefert werden. Eine dieser Interpretationen wird vom bekannten Korankommentator und Tābiʿī Mujahid ibn Jabr al-Makkī (gest. 104 n.H.) überliefert.
Die Aussage von Mujahid
Abū Bakr Ibn Abī Shaybah überlieferte in seinem Werk al-Muṣannaf Folgendes:
„Ibn Fuḍayl überlieferte von Layṯ, von Mujahid die Worte zu dem Vers ‚Vielleicht wird dein Herr dich zu einer lobenswerten Stellung erheben‘: ‚Er wird ihn auf den Thron setzen.‘“ [Musannaf“ (Nr. 32309)]
Selbige Aussagen werden in as-Sunnah von al-Khallal überliefert von Layt über Mujahid.
In einigen Varianten dieser Überlieferung heißt es zusätzlich:
„…neben sich“, also:
„Er wird ihn auf den Thron neben sich setzen.“
Zwei Varianten des „Athar“ von Mujahid
Aus diesem Grund kann der „Athar“ von Mujahid in zwei Varianten verstanden werden:
1. Erste Variante:
„Allāh wird ihn auf den Thron setzen.“
(Yujlisuhu ʿala al-ʿArsh)
2. Zweite Variante:
„Allāh wird ihn neben sich auf den Thron setzen.“
(Yujlisuhu maʿahu ʿala al-ʿArsh)
Problematische Aspekte
Die zweite Variante, die mit „neben sich“ überliefert wird, ist problematisch, da sie anthropomorphe Vorstellungen nahelegen könnte. Was die erste Variante betrifft, gibt es keine wesentlichen Einwände.
Weder die erste noch die zweite Variante kann jedoch als Beweis für das Attribut „al-Julūs“ (Sitzen) verwendet werden, wie wir weiter unten erklären werden.
Wenn man fragt: Gibt es Beweise vom Propheten (Allah segne ihn und schenke ihm Frieden) für diese Interpretation?
Es gibt keinen einzigen authentischen Beweis, weder vom Propheten (Allah segne ihn und schenke ihm Frieden) noch von den Gefährten, dass die „lobenswerte Stellung“ (al-Maqām al-Maḥmūd) das „Setzen auf den Thron“ bedeutet.
Analyse der Überlieferung von Mujahid
Die bekannteste Überlieferungskette (Isnād) dieser Aussage von Mujahid verläuft über Ibn Fuḍayl, der von Layṯ berichtet, der wiederum von Mujahid berichtet.
Bewertung von Layṯ ibn Abī Sulaym
Layṯ ibn Abī Sulaym wird als schwacher Überlieferer betrachtet. Auf seine Schwäche wiesen hin:
• Abū Ḥātim [Tahdhib at-Tahdhib“ (3/484)],
• Yaḥyā al-Qaṭṭān [vorherige Quelle],
• Muḥammad ibn Saʿd [vorherige Quelle],
• Yaḥyā ibn Maʿīn [Kamil fi ad-Duʿafa“ (7/231)],
• an-Nasāʾī [vorherige Quelle],
• Sufyān ibn ʿUyayna [Tahdhib al-Kamal“ (24/279)],
• ʿAbd ar-Raḥmān ibn Mahdī [vorherige Quelle] und andere.
Al-Ḥākim sagte über ihn: „Die Gelehrten sind sich einig, dass er ein schlechtes Gedächtnis hatte.“ [Tahdhib at-Tahdhib“ (3/484)]
Bewertung der Überlieferungen durch Gelehrte
Shaykh ʿAṭīya az-Zahrānī, erklärte die Überlieferungsketten aller Versionen von Mujahids Ḥadīṯ aufgrund der Schwächen in den Überlieferungsketten für ungültig. Er bestätigte keine Überlieferung, die Mujahid zugeschrieben wird.
Shaykh Nāṣir ad-Dīn al-Albānī, ein bekannter salafitischer Gelehrter, sagte in seiner Überprüfung des Buches as-Sunna von Ibn Abī ʿĀṣim:
„Die Überlieferungskette dieser Aussage ist schwach und unterbrochen. Layṯ war inkonsistent, auch wenn er möglicherweise bestätigende Überlieferungen hatte. Doch all dies kann nicht als Beweis herangezogen werden, wie ich es in meiner gekürzten Ausgabe von Ḥāfiẓ adh-Dhahabīs Buch al-ʿUlūw erklärt habe.“ [As-Sunna von Ibn Abi Asim (S. 305).]
Weiterhin sagte al-Albānī: „Die Aussage von Mujahid ist nicht authentisch, und selbst wenn sie authentisch wäre, bliebe es seine Meinung und sein Ijtihad. Grundsätze des Glaubens (ʿAqīda) können nicht auf solchen Überlieferungen basieren.“ [Al-ʿUluw von al-Albani (S. 446)]
Auch Muḥammad ʿAwwāma betonte in seiner Überprüfung des Muṣannaf von Ibn Abī Shaybah, dass Mujahids Überlieferung einen schwache Isnād aufweist. [(17/393)]
Stellungnahmen klassischer Gelehrter
Imām Abū Bakr ibn al-ʿArabī al-Mālikī (gest. 543 n. H.) sagte: „Was das Sitzen des Propheten (Allah segne ihn und schenke ihm Frieden) mit Ihm auf dem Thron betrifft, so ist dies nicht authentisch.“ [Aridat al-Ahwazi (10/228)]
Ḥāfiẓ Ibn ʿAbd al-Barr erklärte: „Obwohl Mujahid zu den frühen Koranexegeten gehört, gibt es zwei Interpretationen von ihm, die von den Gelehrten abgelehnt wurden. Eine davon betrifft die Interpretation des Verses: ‚Vielleicht wird dein Herr dich zu einer lobenswerten Stellung erheben‘, in dem er sagte, dass der Prophet (Allah segne ihn und schenke ihm Frieden) am Tag der Auferstehung auf dem Thron neben Allah sitzen wird. Diese Meinung widerspricht der Ansicht der Gefährten und der nachfolgenden Generationen. Die Gelehrten interpretieren diesen Vers vielmehr als Bezug auf die Fürsprache (Shafāʿa).“ [At-Tamhid“ (7/157)]
Qāḍī ʿIyāḍ kommentierte Mujahids Interpretation: „Von Mujahid wird eine verwerfliche Aussage überliefert, die nicht authentisch ist.“ [Al-Iman“ (2/241]
Ḥāfiẓ Ibn Kathir sagte in seinem Werk über Mujahids Interpretation: „Solche Überlieferungen sollten nur von einem Unfehlbaren (d. h. dem Propheten, Allah segne ihn und schenke ihm Frieden) akzeptiert werden. Es gibt keinen authentischen Ḥadīṯ, auf den man sich stützen könnte, und Mujahids Aussage in diesem Kontext ist kein eigenständiger Beweis. Dennoch wurde sie von einer Gruppe von Ḥadīṯ-Gelehrten akzeptiert.“ [An-Nihaya fil-Fitan]
Imām adh-Dhahabī schrieb in al-ʿUlūw: „Was die Behauptung betrifft, dass unser Prophet (Allah segne ihn und schenke ihm Frieden) auf dem Thron sitzen wird, so gibt es keinen bestätigenden Text dazu. In diesem Zusammenhang gibt es eine schwache Überlieferung und Mujahids Interpretation des Verses, wie bereits erwähnt. Einige mutakallimūn (Theologen) lehnten dies ab, während al-Marwaḏī dies unterstützte und in der Verteidigung dieser Ansicht übertrieb.“ [S. 170]
Shaykh Abū Anas ʿAbdullāh ad-Dāliʿī stellte klar: „Wie kann man sich auf schwache Überlieferungen (wie die von Mujahid) in den Grundlagen des Glaubens und in Angelegenheiten des Verborgenen stützen, wenn der Konsens besteht, dass sie nicht akzeptiert werden? Dies gilt sogar für Ḥadīṯe des Propheten (Allah segne ihn und schenke ihm Frieden), geschweige denn für Aussagen eines Tābiʿī, die nicht einmal authentisch sind.“ [Fath al-Wadud fi Bayan Maqam al-Mahmud“ (S. 41)]
Missverständnisse durch Verkürzungen
Beispielsweise zitiert der Autor die Aussage von Imām Aḥmad ibn Ḥanbal: „Alle Gelehrten haben diese Überlieferung akzeptiert!“
Jedoch wird nicht erläutert, dass sich dies auf die Version ohne die Ergänzung „neben Sich“ bezieht. Dies führt zu dem Missverständnis, dass Imām Aḥmad die Version mit der Ergänzung unterstützt hätte.
Die vollständige Version aus dem Buch al-ʿArsh lautet: „Man fragte Imām Aḥmad über den Ḥadīṯ von Mujahid: ‚Allah wird Muḥammad (Allah segne ihn und schenke ihm Frieden) auf den Thron setzen.‘ Er antwortete: ‚Alle Gelehrten haben diese Überlieferung akzeptiert.‘“ [Al-ʿArsh“ (2/282)]
Unzuverlässige Geschichten um seine Position zu stützen
Der Autor bringt auch unzuverlässige Geschichten vor, um seine Position zu stützen. So bezieht er sich etwa darauf, dass Imam al-Barbahari angeblich keine Versammlung abgehalten habe, ohne zu erwähnen, dass Allah den Propheten Muhammad (Allahs Segen und Frieden auf ihm) neben Sich auf den Thron setzen werde. Diese Überlieferung wird von Ibn Abi Yaʿla zitiert: „Ich hörte meinen Bruder al-Qasim – möge Allah sein Gesicht erleuchten – sagen:“ [Tabaqat al-Hanabila“ (2/78)]
Es ist jedoch offensichtlich, dass diese Überlieferung nicht authentisch sein kann, da keiner der Söhne von Qadi Abu Yaʿla Imam al-Barbahari persönlich traf, ebenso wenig wie ihr Vater.
Der Athar von Mujahid und „al-Julūs“ (Sitzen)
Der Athar von Mujahid kann nicht als Beweis für al-Julūs herangezogen werden. Offensichtlich kann die Formulierung ohne die Ergänzung „neben Sich“ keinerlei Argument für al-Julūs liefern. Auch die Version mit der Ergänzung „neben Sich“ als Argument für die Eigenschaft al-Julūs ist unlogisch, da selbst bei wörtlichem Verständnis dieser Athar keine Aussage darüber enthält, dass Allah die Eigenschaft des Sitzens hat.
Man könnte sagen: „Zayd setzte ʿAmr neben sich.“ Bedeutet das jedoch, dass Zayd selbst sitzt? Zayd könnte theoretisch stehen oder liegen. Zudem wird der Ausdruck „neben Sich“ nicht zwangsläufig in einem physischen Sinne verstanden und kann im Arabischen andere akzeptable Bedeutungen haben.
Imam Hafiz Abu Ishaq al-Thaʿlabi (gest. 427 H) sagte in seinem Tafsir: „Was das Zusatzwort ‚neben Sich‘ in einigen Überlieferungen betrifft, so ähnelt es der Bedeutung der Worte Allahs: ‚Wahrlich, diejenigen, die bei deinem Herrn sind (die Engel)‘ [Sure 7:206] oder ‚Mein Herr, errichte mir bei Dir ein Haus im Paradies‘ [Sure 66:11] und ähnliche Verse. All dies bezieht sich auf Rang und Status und weist nicht auf einen Ort oder eine Richtung hin. Und Allah weiß es am besten.“
Daraus folgt, dass keine Version des Athar von Mujahid als Argument dafür dienen kann, dass Allah die Eigenschaft des Sitzens (al-Julūs) besitzt.
Weitere Aussagen der Gelehrten die das Sitzen in Bezug auf Allah ablehnen.
In Kitab az-Zuhd wa ar-Raqaiq von Abdullah ibn al-Mubarak wird erwähnt: „Ich (d.h. Abdullah Ibn al-Mubarak) hörte Abu Sinan al-Shaybani sagen: „Als Allah am Freitag die Himmel und die Engel erschuf, erschuf Er in einer der drei verbleibenden Stunden den Unheil und in der anderen den Tod. Aber ich weiß nicht, mit welche Er begonnen hat. In der letzten Stunde hat er Adam erschaffen.“ Aus diesem Grund sagten die Juden: „Er (Allah) saß am Samstag auf diese Weise.“ Daraufhin offenbarte Allah der Allmächtige den folgenden Vers: „Und Wir haben ja die Himmel und die Erde und das, was dazwischen ist, in sechs Tagen erschaffen, wobei Uns keine Ermüdung überkommen hat (50:38).“
Die Juden sagten, dass Allah am sechsten Tag saß. Das sitzen bedingt das Ruhen. Als ob sie damit sagen wollten, dass Allah erschöpft wäre nachdem erschaffen. Und hocherhaben ist Allah über ihre Aussage. Deswegen verwarf Allah ihre Behauptung in dem Er sagte: „Und Wir haben ja die Himmel und die Erde und das, was dazwischen ist, in sechs Tagen erschaffen, wobei Uns keine Ermüdung überkommen hat (50:38).“
Imam Abu Hanifa (verst. 150 n.H.) sagte in al-Wassiyah: „Wir bestätigen, dass Allah (subhanahu wa taʿala) über den Thron istawa machte, ohne dass es eine Erforderlichkeit oder Sesshaftigkeit (istiqrar) für Ihn selbst ist. Er ist der Hüter des Throns und von allem anderen, ohne dass dies für Ihn ein Bedürfnis wäre. Wenn Er jemals dessen bedürftig gewesen wäre, dann wäre Er nicht dazu in der Lage gewesen, die Welt in die Existenz zu bringen oder sie zu vernichten, so wie die zwei Schöpfungen (dazu nicht im Stande sind) – Menschen und Dschinn. Wenn Er (jemals) des Sitzens (julus) und des Sesshaftwerdens (qarar) [auf dem Thron] bedürftig wäre, wo war Allah (subhanahu wa taʿala) dann vor der Erschaffung des Thrones? Möge Allah davon freigesprochen sein, erhaben und groß ist Er.“
In Shu’ab al-Iman wird erwähnt, dass Imam al-Halimi (verst. 403 n.H.) sagte: „Und einige von ihnen haben es für möglich erachtet, dass Er auf dem Thron sitze, wie der König auf seinem Thronsessel. All dieses führt zur obligatorischen Bezeichnung des Unglaubens, für denjenigen, der so etwas sagt, so wie es der Fall mit der Beigesellung und Leugnung der Existenz Gottes ist.“
Qadi Abu Ya’la sagte in al-Mutamad fi Usul ad-Din auf der S. 54 über den Istiwa von Allah: „Nicht in der Bedeutung von Sitzen und Berührung.“
Abdulqadir Jilani al-Hanbali sagte in al-Ghunya (1/124), ein Buch welches diese Leute akzeptieren: „Nicht in der Bedeutung von Sitzen und Berührung so wie die Mujassimah und Karamiyyah sagen.“
Imam Abu al-Faraj ibn al-Jawzi al-Hanbali (verst. 597 n.H.) sagte in Daf Shubah at-Tashbih S.69: „Es ist nicht zulässig, dass der Schöpfer subhanahu wa ta’ala mit dem Sitzen auf etwas beschrieben wird.“
Imam Ala ad-Din Ibn al-Attar einer der engen Schüler von Imam an-Nawawi sagte in I’tiqad al-Khalis (1/111): „Zusammen mit dem Tanzih gepriesen sei Er von dem Sitzen und dem Sesshaft werden oder anderen Eigenschaften der Geschöpfe.“
Shaykh al-Islam Taqi al-Din al-Subki sagte in al-Sayf al-Saqil: „Das Sitzen und dass Sesshaft werden sind von den Eigenschaften der Geschöpfe und nichts anderes wird lexikalisch davon verstanden und Allah der Erhabene ist erhaben davon.“
Imam Taj al-Din al-Subki sagte in Tabaqat al-Shafi’iyyah al-Kubra (9/48): „Wir werden sie fragen: „Was ist Istiwa in der arabischen Sprache?“ Wenn sie sagen: „Es ist Sitzen und Sesshaft werden“ So werden wir sagen: „Diese Bedeutung in der arabischen Sprache wird nur in Bezug auf Körper verwendet.“
Imam Ibn Asakir sagte in Tabyin Kadhib al-Muftari auf der S.150: „al-Hashwiyyah und al-Mujassimah sagten, dass Er Subhanahu auf dem Thron ist und dass der Thron sein Ort wäre und Er sitzt darauf.“
Fazit
Nach der Untersuchung aller Argumente, die zur Bestätigung der Eigenschaft al-Julūs (Sitzen) Allahs herangezogen werden, sei es durch Hadithe, Aussagen von Gefährten oder Worte der Tabiʿūn, kommen wir zu dem Schluss, dass all diese Quellen entweder schwach, mehrdeutig oder fragwürdig sind. Es gibt keinen einzigen authentischen Hadith des Propheten (Allah segne ihn und schenke ihm Frieden), der keine Mängel hinsichtlich der Überlieferungskette (Isnad) oder des Inhalts (Matn) aufweist. Es ist entscheidend, solche fragwürdigen und mehrdeutigen Texte in Glaubensfragen zu vermeiden.
Jede verzerrte Vorstellung von Allah kann einen Menschen vom Weg der Ahl as-Sunnah abbringen. Wer verdient es mehr, als zu den Ahl as-Sunnah zu gehören? Derjenige, der nach sorgfältigem Studium der Meinungen bedeutender Gelehrter des Islam erkennt, dass sie sich in dieser Angelegenheit nicht geäußert haben und die Eigenschaft al-Julūs nicht bestätigt haben, und der die Argumente der Befürworter dieser Ansicht als zweifelhaft erachtet und sich daher von dieser Meinung distanziert? Oder derjenige, der absichtlich Zweifel in den Herzen einfacher Menschen sät, indem er unzuverlässige Überlieferungen verbreitet und behauptet, dass deren Ablehnung ein Irrtum sei?
Unsere Bewertungen der Überlieferungen stützen sich auf verschiedene Gelehrte, Doktoren und Forscher, die ausdrücklich die Schwäche dieser Überlieferungen betont haben. Wisse, dass es keine einzige authentische Überlieferung gibt, die belegt, dass Allah die Eigenschaft al-Julūs besitzt.
Imam Abu Bakr Ibn Furak al-Asbahani (gest. 406 n.H.) schreibt: „Wisse, dass die Beschreibung Allahs mit der Eigenschaft ‚Sitzen‘ weder durch einen Text des Koran noch durch eine authentische Sunna bestätigt ist.“ [Mushkil al-Hadith“ (S. 181)]
Shaykh Nasiruddin al-Albani schreibt: „Was das Sitzen Allahs auf dem Thron betrifft, so gibt es keinen einzigen authentischen Hadith dazu.“ [Silsila ad-Daʿifa“ (2/256)]
Wer über diese Angelegenheit nachdenkt, wird erkennen, dass, wenn der Glaube an das „Sitzen“ Allahs tatsächlich eine Lehre des Propheten (Allah segne ihn und schenke ihm Frieden) gewesen wäre, diese von so vielen Gefährten und ihren Schülern überliefert worden wäre, dass kein Zweifel daran bestünde, dass es sich um eine Überzeugung der Muslime handelt. Wir sehen jedoch, dass diese Überzeugung nicht vom Propheten (Allah segne ihn und schenke ihm Frieden) und seinen Gefährten überliefert wurde, und die wenigen Überlieferungen, die es gibt, weisen Mängel auf, die selbst unter den Salafiten zu Meinungsverschiedenheiten führen. Was die Ahl as-Sunnah betrifft, so haben sie dies einstimmig abgelehnt.
Wir sehen, dass große Gelehrte, die herausragende Persönlichkeiten ihrer Zeit waren und einen bleibenden Einfluss auf das Erbe der Muslime hinterlassen haben, die Vorstellung abgelehnt haben, dass Allah die Eigenschaft al-Julūs besitzt. Sie ordneten solche Überzeugungen Sektierern zu, wie den Muschabbiha und Karramiyya.
Ein Muslim, der seine Glaubensüberzeugung vor zweifelhaften und sogar gefährlichen Ideen schützen möchte, sollte solche Überzeugungen meiden und sich ausschließlich auf das stützen, was die Gelehrten der Ahl as-Sunnah angenommen haben. Er sollte seinen Glauben auf der Grundlage dessen aufbauen, was zweifelsfrei und authentisch im Koran und in der Sunna dargelegt ist.
Alles Lob gebührt Allah, dem Herrn der Welten!