Die glaubenslehre der Ahlu Sunnah

Die Asha'irah und Maturidiyyah


Die Glaubenslehre von Aḥmad ibn ʿAbdillāh al-Muzanī al-Shāfiʿī (271–356 n.H.)

Ahmad ibn Abdillah al-Muzani al-Shafi’i (271–356 n.H.) erklärt die beiden Ansätze: Tafwïd und Ta’wil

Ibn Ishaq al-Kalabadhi (gest. 384 n.H.) sagt in seinem Werk Bahr al-Fawaid: “Ich hörte Abu Muhammad Ahmad ibn Abdillah al-Muzani sagen: “Die Gelehrten der Athar (Überlieferungen) vertreten in Bezug auf die Annahme der mehrdeutigen Berichte (mutashabihat) zwei Ansätze:

Erster Ansatz: Der Glaube daran ist verpflichtend, ebenso wie der Glaube an die Mehrdeutigkeiten im Qur’an, wenn es heißt: „Diejenigen, die im Wissen fest gegründet sind, sagen: ‚Wir glauben daran: Alles ist von unserem Herrn.‘“ (Qur’an 3:7). Dies bedeutet, dass sowohl die eindeutigen (muhkamat) als auch die mehrdeutigen (mutashabihat) Teile von unserem Herrn stammen. Und Allah hat über das Wissen der Mehrdeutigkeiten gesagt: „Keiner kennt ihre Interpretation außer Allah.“ Sie sagten: ‚Und Gleiches gilt für die Mehrdeutigkeiten in den Berichten des Gesandten Sallallahu alayhi wa Sallam. Wenn das Wissen über deren Interpretation (ta’wil) uns verborgen ist, glauben wir daran und bestätigen sie entsprechend dem, was er Sallallahu alayhi wa Sallam gesagt hat, und wir überlassen das Wissen über deren Interpretation Allah.‘

Ahmad ibn Abdillah erzählte uns weiter und sagte: ‚Al-Qasim ibn Zakariyya al-Muqri berichtete uns, er sagte: Muhammad ibn as-Sabbah berichtete uns, er sagte: Al-Walid ibn Muslim berichtete uns von al-Awza’i, dass er al-Zuhri über einige mehrdeutige Berichte fragte. Da sagte er: „Von Allah ist das Wissen, und dem Gesandten Sallallahu alayhi wa Sallam obliegt die Botschaft, und uns obliegt die Ergebung. Übermittelt die Ahadith des Gesandten Allahs Sallallahu alayhi wa Sallam so, wie sie überliefert wurden.“

‘Abdullah ibn Nafi’ sagte: ‚Ich fragte Malik ibn Anas über die Aussage Allahs: „Der Allerbarmer über den Thron istiwa.“ (Qur’an 20:5) Wie ist das istiwwa?‘ Da sagte er: „istiwwa ist bekannt (weil es im Qur’an erwähnt wurde), die Beschreibung (kayfiyyah) ist unbekannt, der Glaube daran ist verpflichtend, und die Frage danach ist eine Erneuerung. Ich sehe dich nur als einen Abweichler (mubtadi’).“

Und diese Methodik ist von den Gelehrten häufig überliefert.‘

Zweiter Ansatz: Er sagte: „Die zweite Ansicht besagt: Es ist verpflichtend, an die Aussagen des Gesandten Allahs Sallallahu alayhi wa Sallam zu glauben und die Mehrdeutigkeiten (Mutashabihat) der Offenbarung zu erforschen. Die Überlieferungen des Gesandten Allahs Sallallahu alayhi wa Sallam sind in den Usul (Grundlagen) und für die Vernunft (’Aql) verbindlich, ohne dabei die Eigenschaften (Sifat) zu verändern (Tahrif) oder sie mit der Schöpfung gleichzusetzen (Tashbih).“

Ahmad ibn Abdillah al-Muzani al-Shafi’i erklärt, dass Nuzul (Herabkommen) und Maji’ (Kommen) zwei Eigenschaften ohne Bewegung oder Veränderung von einem Zustand in einen anderen sind.

Al-Bayhaqi (384–458 n.H.) schreibt in seinem Werk al-Asma’ wa’s-Sifat: “Abu ‘Abdillah al-Hakim berichtete uns, dass er Abu Muhammad Ahmad ibn Abdillah al-Muzani sagen hörte: “Der Hadith über das Nuzul (Herabkommen) ist vom Propheten Sallallahu alayhi wa Sallam hinsichtlich seiner Authentizität bestätigt worden. Es wurde auch in der Offenbarung erwähnt, was dieses bekräftigt, und das ist Seine Aussage: „Und dein Herr ist gekommen und die Engel, Reihe um Reihe.“ (Qur’an 89:22). Maji’ (Kommen) und Nuzul (Herabkommen) sind zwei Eigenschaften, die aus der Perspektive von Bewegung und Veränderung von einem Zustand in einen anderen in Bezug auf Allah abgesprochen werden. Vielmehr sind sie beide Eigenschaften von Allahs Eigenschaften, ohne Ähnlichkeit. Erhaben ist Allah über das, was die Verzerrer in Bezug auf die Eigenschaften behaupten (indem sie sie leugnen), und ebenso über diejenigen, die Ihn darin mit der Schöpfung vergleichen. Hoch und groß ist Er.”



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