Einige Zitate von Abū al-Qāsim as-Saffār al-Balkhī (gest. 320), einem zeitgenössischen Faqīh von Imām at-Tahāwī.
Einige sagen, dass dieses Buch nicht authentisch sein kann, da der Author, Abū al-Layth as-Samarkandī zitiert, welcher angeblich 100 Jahre später auf die Welt kam, als der Author selbst.
Dies ist ein Missverständnis, da dieser Author ein Zeitgenosse von Abu al-Layth as-Samarkandī war.
Ein weiterer wichtiger Punkt ist, dass der Author nicht Abū Ishāq as-Saffār ist, der 534 n.H. verstarb, und auch nicht der Mu’tazilī, Abū al-Qāsim Mahmūd al-Balkhī, der 319 n.H. verstarb und welcher der Author von Maqālāt ist .
Einer der größten Beweise dafür, dass er aus derselben Zeit wie Samarkandī stammt, ist die Tatsache, dass seine Schüler in den folgenden Jahren verstarben:
– 362
– 380
– 326
– 377
Ebenso stammten seine Lehrer aus den späten 200er Jahren, wie Nusayr bin Yahyā, der Überlieferer von al-Fiqh al-Akbar.
Wenn dies nun klargestellt ist, machen wir uns dazu auf einige interessante Aussagen aus seinem Buch zu zitieren.

Was er über Kalamullah sagte
41- „Er wurde gefragt, ob derjenige, der sagt, dass der Qur’an erschaffen ist, ausgeschlossen wird (vom Islam) oder nicht?
Er sagte ja. So wurde es vom Propheten Sallallahu alayhi wa sallam überliefert, als er sagte: „Wer sagt, dass der Qur’an erschaffen ist, der ist ein Ungläubiger“, denn der Begriff „Qur’an“ beinhaltet die Buchstaben und die Bedeutungen die durch die Buchstaben gegeben werden. Auch wenn die Buchstaben erschaffen sind, so sind die Bedeutungen, die Rede Allahs und sie sind unerschaffen. Deshalb, wenn das Wort ‚Qur’an‘ in einem absoluten Sinne für die Buchstaben und Bedeutungen verstanden wird, dann hat derjenige der behauptet, dass der Qur’an erschaffen ist, damit behauptet, dass die Bedeutungen erschaffen sind. Derjenige der behauptet, dass die Bedeutungen erschaffen sind, hat damit behauptet, dass die Rede Allahs erschaffen ist. Derjenige der behauptet, dass die Rede Allahs erschaffen ist, ist ein Ungläubiger an Allah, dem Allmächtigen, denn die Rede Allahs ist von seinen Eigenschaften und seine Eigenschaften sind nicht getrennt von ihm. Dieser Argumentation wird auch hinzugefügt, dass wir uns darin einig sind, dass entstandene Eigenschaften nicht ewig sein können und es auch nicht angemessen ist, einer entstandenen Essenz eine ewige Eigenschaft zuzuschreiben. Es ist nicht angemessen, die ewige Essenz mit einer enstandenen Eigenschaft zu beschreiben, denn die Existenz einer entstandenen Eigenschaft bezüglich der Essenz eines ewigen ist ein Mangel, und Allah ist erhaben über Mängel.“
44- Er wurde bezüglich der Aussage der Salaf gefragt (die sagten) ‚Der Qur’an ist geschrieben in den Manuskripten, in den Herzen bewahrt, gehört von den Ohren, rezitiert bei den Zungen und offenbart auf den Propheten Sallallahu alayhi wa sallam.‘ Wie kann das sein ?
Er sagte: Dies ist richtig, denn das Wort Qur’an beinhaltet das Konzept von Buchstaben mit ihren Bedeutungen. Die Buchstaben sind erschaffen während die Bedeutungen die Rede Allahs sind und sie sind nicht erschaffen. Weder gibt es unter den Logikern zweifel darüber, dass die Buchstaben in den Manuskripten geschrieben, bewahrt in den Herzen, gehört von den Ohren, rezitiert auf den Zungen und offenbart auf den Propheten Sallallahu alayhi wa sallam sind. Ebenso ist dieses der Fall bei der Bedeutung. Ferner können die Buchstaben nicht von den Bedeutungen entzogen werden. Dadurch wird klar, dass die Aussage von Allah, dem Höchsten die Buchstaben und die Bedeutungen einschließen. Die Buchstaben sind Alif-Lām-Hā etc. und sie sind wahrlich erschaffen. Bezüglich der Bedeutungen, so sind sind (in der Essenz) von dem Erschaffer (al-Bārī) und sie sind unerschaffen. Hiernach wurden diese Buchstaben, dass geschriebene in den Manuskripten, dass bewahrte in den Herzen, dass gehörte von den Ohren, dass rezitierte auf den Zungen und dass offenbarte auf den Propheten Sallallahu alayhi wa sallam. Ebenso verhält es sich mit dem Qur’an (die Bedeutungen). Daher ist das, was wir sagen, richtig und wir sind standhaft bei dem geblieben, was wir behauptet haben, und die Aussage der Salaf ist in Übereinstimmung mit dem, was wir erklärt haben.“
45- „Er wurde über denjenigen gefragt, der sagt, dass die Rede Allahs immer war und immer sein wird, es ist nicht verbunden mit der Zeit, während die Handlung des Sprechens verbunden mit der Zeit ist. Ebenso derjenige, der dasselbe über alle (anderen) Eigenschaften sagt.
Er sagte: Ja, denn das Reden ist die Eigenschaft von Allah. Wer also sagt, dass das Reden innerhalb der Zeit erfolgt, so hat er mit der Erschaffenheit einer Eigenschaft von den Eigenschaften Allahs geurteilt. Ebenso derjenige, der sagt dass irgendeine Eigenschaft von den Eigenschaften Allahs erschaffen ist, der ist ein Ungläubiger.“
46- „Er wurde über die Aussage Allahs: ‚Allah sprach wirklich zu Musa‘, befragt. Hat Musa die Rede Allahs durch Buchstaben nach Buchstaben und Tönen gehört, oder hat er sie ohne die Buchstaben und Töne gehört?
Er sagte: Es ist möglich, dass Allah Buchstaben und Töne erschaffen hat, sodass Musa die Rede Allahs durch diese Buchstaben und Töne hören konnte. Ähnlich wie wir heute durch Buchstaben und Laute hören.
Er wurde gefragt: An welchem Ort hat Allah sie (die Buchstaben und Laute) erschaffen?
Er sagte: Es ist möglich, dass Er sie in der Luft erschaffen hat, denn Luft gilt als Lichtkörper (jism latif), daher ist es denkbar, dass sie ihr Ort ist. Ebenso ist es möglich, dass Er sie im Ohr von Musa erschuf, denn das Ohr von Musa ist ein fester Körper (jism kathīf) und es ist möglich, dass er die Rede Allahs so gehört hat, wie sie ist. So wurde es von Abu ‚Abdillah al-Ustadh in seinem Buch ar-Radd ‚ala ahl al-ahwa wa al-bida‘ . (88-89) überliefert.“
Allah wird im Jenseits ohne Richtung gesehen
Er sagte: „Wenn gesagt wird: dass Existierende kann nur gesehen werden wenn es in einer Richtung existiert, deshalb wird er in einer Richtung gesehen welche sich auf eine andere Richtung bezieht, jedoch existiert Allah ohne Richtung, wie kann er dann gesehen werden ?‘
Wir sagen:“Das existierende wird nicht gesehen, weil es in einer Richtung existiert, vielmehr wird er gesehen weil er existiert, also wird Allah gesehen, weil er ohne Richtung existiert.
Er fügt hinzu: Siehst du nicht, dass Allah ohne Richtung bekannt ist, ebenso wird er ohne Richtung gesehen.“
Was er über die Mutashabihat sagte
Er sagte: „Die Grundlage bezüglich der Herangehensweise der mehrdeutigen Verse bei der Ahl as-Sunnah lautet:
Daran zu glauben was Allah sagte und wie er beabsichtige. Wir suchen nicht nach ihrer Interpretation wie von Imam Malik überliefert wurde, als er über die Aussage: „Der Allerbarmer istiwa über den Thron.“ gefragt wurde. Er antwortete: „Istiwa ist nicht unbekannt und die Modalität ist undenkbar, der Glaube daran ist Pflicht und darüber zu fragen ist eine Erneuerung.“ Dies ist in Übereinstimmung mit der Aussage Allahs: keiner kennt ihre Interpretation außer Allah.
Die zweite Herangehensweise: Es ist erlaubt zulässige Interpretationen vorzunehmen, die nicht zur Negation (der Eigenschaften) oder Ähnlichkeit (mit der Schöpfung) führen. Wenn wir also sagen, dass Yad (ausschließlich) ein Ausdruck für Qudrah (Macht), Kraft, Großzügigkeit oder Herrschaft ist so würde es die Negation (der Eigenschaft) Yad erfordern. Und wenn wir sagen, dass es eine echte Hand ist, so würde es Ähnlichkeit (mit der Schöpfung) erfordern.“