Die glaubenslehre der Ahlu Sunnah

Die Asha'irah und Maturidiyyah


Allah spricht ohne Töne und Buchstaben

Wenn wir die Meinungsverschiedenheiten zwischen den Aqidah-Schulen – Ash’ariyyah, Maturidiyyah & Hanabilah – durchgehen, kreuzen wir oft eine gemeinsame Debatte zwischen den beiden Kalam-Schulen und der Hanbali-Schule. Diese Debatte findet in der Frage des Kalam Allahs statt.

Erstens, was sind die Haltungen der einzelnen Schulen?

Ash’ariyyah und Maturidiyyah:

Allahs Kalam ist ewig und ungeschaffen und existiert mit seinem Wesen, es besteht nicht aus Buchstaben und Tönen wie die Sprache der Schöpfung. Er benötigt keine Organe und andere Teile, um zu sprechen und seine Botschaft zu übermitteln.

Hanābilah:

Sie sagen, dass Allahs Rede aus mehreren Gründen aus einer Stimme und Buchstaben besteht. Zum Beispiel wird der Qur’ān mit Buchstaben dargestellt und nicht mit anderen Dingen als dies (wie behauptet). Was Töne/Stimme betrifft, so gibt es zwei Hauptgründe für einen solchen Glauben, um es schnell zusammenzufassen:

Der erste Grund ist, dass es Überlieferungen gibt, in denen der heilige Prophet ﷺ davon sprach, dass Allah mit einer Stimme rief, und der zweite Grund ist das auf Arabisch , etwas nicht etwas Kalām genannt werden kann ohne Töne.

Wir werden uns jetzt mit der Position der Hanabilah befassen, jedoch muss beachtet werden, dass eine Gruppe der Hanābilah nur den Wortlaut von „harf“ (wörtlicher Buchstabe) und Sawt (wörtliche Stimme) bestätigt, da sie ihre Bedeutung Allah anvertrauen.

Sie bringen viele Überlieferungen bringen, aber es gibt keine Überlieferung, die Sahīh zur Bestätigung der Stimme für Allah ist außer eine.

Die Sahīh Überlieferung:

„Wahrlich, Allah ruft mit einer Stimme (bi sawtin), es wird von demjenigen gehört, der fern ist, genauso wie es von dem gehört wird, der nahe ist.“

[Sahih al-Bukhari 141/9 & Al-Mustadrak 437/2]

Al-Hafidh al-Qastalani sagt in ‚Irshād As-Sāri‘:

„‚Er ruft sie‘, heißt es ‚mit einer Stimme‘, die erschaffen wurde und es existiert nicht mit seinem urewigen Wesen und Allah befehlt wenn er ruft, darin liegt die Verneinung von Metaphern.“

und dann sagt er:

„Und das Wort ‚Sawt‘ (lit. Stimme) befindet sich in keinem Sahih (authentischen) Hadith außer diesem Hadith“, was bedeutet, dass es Khabr al-Ahad (Singular Überlieferung) ist.

Was lernen wir?

Es gibt Überlieferungen, die einen Stimme bestätigen, aber keine von ihnen ist authentisch, außer dieser Überlieferung, was bedeutet, dass niemand sonst diese Aussage authentisch vom Gesandten Allahs überliefert hat. Dies ist nicht genug um eine Aqīdah Angelegenheit zu bestätigen wenn es auch gleichzeitig Allahs Transzendenz schadet.

Was den Hadith selbst betrifft, der erwähnt wurde, werfen wir ihn nicht an die Wand und sagen, das ist abzulehnen. Wir sagen, genau wie der Hadith erwähnt, Allah ruft mit einer Stimme (bi sawtin). Das Wort Sawt hat eine unbestimmte Form (Nakirah) und wird daher nicht direkt Allah zugeschrieben, was genauso bedeuten kann, wie Al-Hafidh Al-Qastalani erwähnte – Allah hat eine Stimme geschaffen, die von den Dienern gehört werden kann, dies wird jedoch nicht Allahs Attributen zugeschrieben da es keinen Hinweis darauf gibt, da das Wort „Sawt“ (lit. Stimme) in einer unbestimmten Form (Nakirah) vorliegt, was bedeutet, dass dies jede Stimme sein kann und nicht eindeutig, wo wir sagen, dass dies die Stimme Allahs ist.

Genau wie wir sagen, Allah hat uns durch eine Offenbarung informiert, bedeutet dies nicht, dass die Offenbarung ein Attribut Allahs ist, sondern Allah hat die Offenbarung erschaffen, um uns zu informieren, aber das, was offenbart wurde (gemeint ist der Qur’ān), ist nicht erschaffen.

Das zweite Argument gegen diese Zuordnung der Stimme zu Allahs Kalam ist die Tatsache, dass Töne erschaffen sind. Geschaffene Attribute und Dinge sind für Allah nicht beschreibbar und daher ist es sicherer, sich an den Punkt zu halten, an dem zu sagen, Allah hat die Stimme erschaffen, den Seine Diener hier haben.

Was Buchstaben betrifft, so wird die folgende Überlieferung als Beweis zitiert:

„Wer auch immer einen Buchstaben aus dem Buch Allahs liest, erhält eine Belohnung (Hasanah). Die Belohnung wird mit zehn multipliziert. Ich sage nicht, dass Aliflāmmīm ein Buchstabe ist, sondern Alif ist ein Buchstabe, Lām ist ein Buchstabe und Mīm ist ein Buchstabe.

[Tirmidhi 2910]

Wir sagen, Allahs Rede ist frei von den Attributen der Schöpfung, sie hat weder Anfang noch Ende, frei von Lauten und Buchstaben. Der Qur’ān ist das Wort Allahs und es ist ungeschaffen, mit dem Engel Jibril herabgesandt, dem Propheten offenbart, in den Herzen aufbewahrt, mit den Händen geschrieben und mit den Zungen rezitiert. Was geschrieben, rezitiert und auswendig gelernt wird, wird nicht erschaffen, aber die Handlungen, um dies zu erreichen, sind erschaffen.

Der Qur’ān, der die Rede Allahs ist, wurde von Allah der Schöpfung gelehrt, wie Er in Seinem Buch sagt:

الرحمٰن • علّم القرآن

„Ar-Rahman, derjenige, der den Qur’an gelehrt hat.“

[Rahmān : 1-2]

Allah lehrte seine Rede mit der arabischen Sprache und offenbarte sie daher in der arabischen Sprache, die aus Buchstaben besteht. Das, was zur Offenbarung verwendet wurde, ist Schöpfung, aber das, was offenbart wurde, ist nicht erschaffen. So wurden die Buchstaben geschaffen und mit der Rede Allahs offenbart und miteinander verbunden, heute als Qur’an bekannt.

Die Buchstaben sind wie ein Spiegel. Wenn man in den Spiegel schaut, wird man sagen „das bin ich“, aber wenn der Spiegel zerbricht, sagt man nicht „Ich bin kaputt“. Genau wie die Buchstaben, die die Schöpfunge sind, werden zu Ende gehen, aber der Qur’ān, der das Attribut und die Rede Allahs ist, wird nicht zu Ende gehen. Allahs Eigenschaften sind anfangslos und endlos.

Als der Prophet ﷺ also sagte, wenn du xyz Buchstaben aus dem Buch Allahs liest, bezog er sich auf die offenbarten Begriffe, die zum Verständnis an den Qur’an gebunden sind. Der Prophet ﷺ kann würde nicht sagen, das du xyz von etwas rezitieren sollst, was unmöglich wahrzunehmen ist, d. h. ein Attribut Allahs ohne die Hilfe bestimmter Vermittler. Daher sagen wir, dass Allah in Jibril a.s. Buchstaben und Töne erschaffen hat, um die Rede Allahs zu verstehen, oder er erschuf Buchstaben und Töne extern außerhalb Jibril, um die Rede Allahs zu verstehen.

Quelle: https://t.me/ashairahde



4–6 Minuten