Die glaubenslehre der Ahlu Sunnah

Die Asha'irah und Maturidiyyah


Imam Hakim al-Samarqandi (260-342 n.H.) und Sawad al-A’zam

Imam Hakim al-Samarqandi und Sawad al-A‘zam:

Der Grund warum dieser Text verfasst wurde, ist der, dass der Samaniden Herrscher Isma‘il ibn Ahmad (234-295 n.H.) dazu aufforderte. Er versammelte die Gelehrten von Transoxanien und forderte sie auf über die Glaubenslehre ein Text zusammenzustellen, wegen der Verbreitung von Ketzereien. Es war Hakim Abu‘l Qasim Is‘haq ibn Ibrahim al-Samarqandi, ein Hanafi Gelehrter, der ebenso ein Sufi war, der dazu auserwählt wurde. Dieser Text spiegelt die Glaubenslehre der Hanafi Gelehrten von Transoxanien im 3. Jahrhundert nach der Hijra, dar.

Einige Punkte auf die wir uns fixieren wollen, sind folgende:

1. Glaube ist die Bestätigung mit dem Herzen und die Bezeugung mit der Zunge

2. Allah spricht ohne Buchstaben und Töne

3. Allah ist erhaben über den Ort

4. Man darf Allah nicht mit den Eigenschaften der Geschöpfe beschreiben, die Eigenschaften Allahs ähneln nicht den Eigenschaften der Geschöpfe, vielmehr ist es Pflicht an die Eigenschaften die Mutashabih sind zu glauben und deren Interpretation Allah zu überlassen.

5. Der Glaube nimmt weder zu noch ab

Glaube ist die Bestätigung mit dem Herzen und die Aussprache der Zunge

Er schreibt: ‘‘Es ist für den Gläubigen angemessen zu wissen, dass der Glaube auf zwei Organen beruht: im Herzen und auf der Zunge, außer dem, der eine Entschuldigung hat (dieses nicht mit der Zunge zu verkünden). Es gibt keinen Nutzen ohne den Herzen (wenn es mit der Zunge verkündet wird). Glaube ist das Wissen über Allah dem Erhabenen mit dem Herzen in Bezug auf Seine Einheit und das Bekenntnis der Zunge in Bezug auf Seine Einheit, denn er ist Eins, es gibt nicht dass Ihm ähnelt und Allah ist der Allhörende und Allsehende. Dies ist also die Essenz des Glaubens. Derjenige, der es mit der Zunge verkündet, jedoch dieses mit dem Herzen nicht bestätigt, der ist ein Heuchler. Derjenige der Allah im Herzen kennt, jedoch nicht mit der Zunge verkündet, der ist ein Ungläubiger an Allah. (Und wisse), dass der Glaube die Bestätigung mit der Zunge ist und die Bestätigung mit dem Herzen. Und dieses reicht für den Intelligenten aus.‘‘

Allah spricht ohne Buchstaben und Töne

Er schreibt: ‘‘Wenn unsere Widersacher fragen: ‘‘Sprach Allah diesen Qur‘an?‘‘ So sag ihm: ‘‘Ja‘‘.

Wenn er fragt: ‘‘Wann (hat er gesprochen)?‘‘ Dann sag ihm: ‘‘ohne ein Wann‘‘.

Wenn er fragt: ‘‘Wie ?‘‘ Dann sag ihm: ‘‘ohne ein Wie‘‘.

Wenn er fragt: ‘‘Wo?‘‘ Dann sag ihm: ‘‘ohne ein Wo‘‘.

Wenn er fragt: ‘‘In welcher Quantität?‘‘ Dann sag ihm: ‘‘ohne eine Quantität‘‘.

Wenn er fragt: ‘‘Leise oder Laut?‘‘ Dann sag ihm: ‘‘Weder leise noch laut‘‘.

Wenn er fragt: ‘‘mit Ton oder ohne Ton?‘‘ Dann sag ihm: ‘‘ohne Ton und ohne Buchstaben.‘‘

Allah ist erhaben über Ort; Negierung der wörtlichen Bedeutung von den mehrdeutigen Texten; die Überlassung der Bedeutung zu Allah

Er schreibt: ‘‘Es ist angemessen für ihn, dass er für Allah keinen Ort, weder ein kommen und gehen (mit der Bedeutung von Bewegung und Platzwechsel), noch eine Eigenschaft von den Eigenschaften der Geschöpfe bestätigt. Denn die Vollendung des Glaubens ist, dass er Allah den Erhabenen kennt und sich nicht mit Seiner Wahrheit beschäftigt.‘‘

Weiterhin schreibt er: ‘‘Die richtige (Meinung) in dieser Angelegenheit ist, dass er weiß, dass Allah der Erhabene nicht an einem Ort existiert, noch ist er in Bedarf eines Ortes und der Thron ist fortbestehend durch Seine Allmacht und er beschreibt Ihn nicht mit einen kommen und gehen.‘‘

Weiterhin schreibt er: ‘‘Was die mehrdeutige Verse und Berichte angeht, so ist es angemessen für ihn (den Gläubigen), an sie zu glauben und sie nicht zu erklären; denn das erklären (solcher Texte) führt zur Leugnung, dies hätte zur folge, dass er ein Erneuerer wird, wenn du einen mehrdeutigen Text siehst, so überlasse es Allah den Erhabenen und erkläre sie nicht, denn es ist nicht Pflicht für dich die Erklärung (solcher Texte) zu wissen, vielmehr ist es Pflicht für dich daran zu glauben.‘‘

Der Glaube nimmt weder zu noch ab

Er schreibt:‘‘Es ist angemessen, dass er weiß, dass der Glaube weder zu- noch abnimmt, derjenige, der davon ausgeht, dass der Glaube zu- oder abnimmt, der ist ein Erneuerer.‘‘

Dieser Text ist in Übereinstimmung mit dem al-Fiqh al-Akbar von Imam Abu Hanifa, alle Punkte können wiedergefunden werden darin.



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