Die glaubenslehre der Ahlu Sunnah

Die Asha'irah und Maturidiyyah


Imam Ahmad bin Hamdan al-Hanbali (verst. 695 n.H.) über die Glaubenslehre der Hanabilah

Shaykh Ahmad bin Hamdan al-Hanbali (verst. 695 n.H.) sagte in Nihayat al-Mubtadi’in Fi Usul Al-Deen folgendes:

https://ia801601.us.archive.org/Book…ale=6&rotate=0
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“Allah ist kein Teilchen (Jawhar), keine Akzidenz (‘Aradh), kein Körper (Jism) und erschaffene Ereignisse (Hawadith) inkarnieren sich nicht in Ihm oder er sich in einem seiner Geschöpfe, noch wird er in ihm (also von den Geschöpfen) begrenzt. Allah ist verschieden von Seiner Schöpfung (ba‘in min khalqi). Allah ist über dem Thron (‘ala al-‘Arsh) jedoch ohne Grenzen (die Ihn begrenzen) vielmehr sind die Grenzen für den Thron und alles andere unter dem Thron. Und Allah ist über (fawq) [all dieses erhaben] erhaben über die Einnahme eines Ortes oder Begrenzung. Denn Allah existierte und es existierte kein Ort, dann erschuf Allah die Orte und Allah ist so wie er immer war bevor er den Ort erschuf. Der Analogieschluss hat kein Platz in Bezug auf sein Selbst (Dhat) und Seinen Eigenschaften. Allah hat sich kein Teilhaber oder ein Sohn genommen, vielmehr ist er Unabhängig von allem und alles ist abhängig von Allah. Allah ähnelt nichts und niemanden. Wer auch immer Allah mit den Geschöpfen vergleicht, hat Unglauben an Allah begangen. Dies ist was Imam Ahmad (verst. 241 n.H.) sagte, dasselbe gilt für denjenigen der ihn als Körper bezeichnet. Oder wenn jemand sagt, Allah ist ein Körper jedoch nicht wie die anderen Körper (Jism la kal Ajsam), Dies wurde bei Al-Qadi [Abu Ya‘la] erwähnt. Die Vorstellungskraft erreicht ihn nicht und der Verstand erfasst ihn nicht. Er ähnelt nicht den Geschöpfen und keine Gleichnisse können Ihm gegeben werden. Er wird nicht durch die Aussage (der Menschen) gewusst. Was auch immer in den Sinn kommt oder durch die Vorstellungskraft vermittelt werden kann, so Allah erhaben über dieses.

Abschnitt

Wir sind gewiss, dass Allah fil Sama‘ ist und dass Er Istiwa über den Thron getan hat (Istiwa ‘ala al-Arsh) jedoch ohne Modalität, und wie es Ihm gebührt. Wir interpretieren sie nicht weder erklären wir sie noch schreiben wir ihr eine Modalität zu, noch stellen wir uns dies vor, noch lehnen wir sie ab, vielmehr überlassen wir das Wissen diesbezüglich Allah. Wir lehnen mit Gewissheit die Verähnlichung (Tashbih), die Körperlichkeit (Tajsim) oder irgendein Mangel ab und dies gilt für alle Verse und authentische Überlieferungen die über die Eigenschaften sprechen. Imam Ahmad sagte: Wir glauben, dass Allah über den Thron ist, wie er es beabsichtigt, jedoch ohne Modalität (bila Kayf) oder eine Beschreibung die ein Beschreiber erreichen kann oder eine Grenze (Hadd) die ihn begrenzt.‘‘ Wenn jemand sagt, dass Allah selbst an jedem Ort oder an einem spezifischen Ort wäre, der hat Kufr begangen. Denn dieser glaube impliziert, dass der Ort, der Allah umfasst ewig wäre oder dass Allah schmutzige Orte einnehmen würde und Allah ist erhaben von all diesem. Und der glaube, dass Allah nicht an einem Ort ist, widerspricht nicht der Tatsache, dass Allah ‘‘Fi al-Sama‘‘‘ oder ‘‘Ala Al-Arsh‘‘ ist, jedoch wie es Ihm gebührt. Und gleicherweise mit dem Hadith des Nuzul und anderen Überlieferungen die mit einer authentischen Kette überliefert worden sind. So ist es unmöglich diese Texte gemäß ihrer wörtlichen Bedeutung (dhahir) zu interpretieren.

Al-Tamimi (verst. 410 n.H.) sagte in I‘tiqad Ahmad bezüglich der Überlieferung betreffend dem Nuzul: “Ortswechsel (Intiqal) ist nicht möglich in Bezug auf Ihm weder die Besetzung der Orte.“

Ibn al-Banna (verst. 471 n.H.) sagte diesbezüglich (d.h. über den Hadith an-Nuzul) in dem Glauben von (Imam) Ahmad: “Es ist nicht erlaubt zu sagen mit Bewegung (haraka) oder Ortswechsel (Intiqal).“

Al-Qadhi Abu Ya‘la (verst. 458 n.H.) sagte: “Der Prophet Sallallahu alayhi wa Sallam beschrieb Allah mit Nuzul zum untersten Himmel und mit Hoheit (‘Uluww), jedoch nicht in der Weise dass eine Verlagerung [von Ort zu Ort] (Intiqal) oder eine Bewegung (Haraka) stattfindet, so wie es möglich ist Allah (im Jenseits) zu sehen jedoch ohne dass Er sich in einer Richtung befindet und (sowie Allah) sich dem Berg offenbarte (siehe dazu Sure 7 Vers 143), jedoch nicht in der Weise einer Bewegung (Haraka) oder einer Verlagerung [von Ort zu Ort] (Intiqal).“

Und er (al-Qadhi Abu Ya‘la) sagte: “Ein Nuzul von Hoheit (‘Uluww) oder das Verschwinden [von einem Ort zu einem anderen] wird nicht bestätigt [in Bezug auf Allah], jedoch ein Nuzul dessen Bedeutung nicht begriffen werden kann und ein Sehen (im Jenseits) ohne, dass Allah in einer Richtung ist und dies kann nicht von dem was wir in dieser Welt wahrnehmen können, verstanden werden.“

Ibn Aqil (verst. 513 n.H.) sagte: “Und der Konsens, der (islamischen) Nation [lautet], dass Er (d.h. Allah der Erhabene) verschieden von seiner Schöpfung ist (ba‘in mi khalqih) und [dass] Er über die Verschiedenheit zu seinen Geschöpfen verfügt, in seinen Wesen sowie in seinen Eigenschaften.‘‘ und er deklarierte denjenigen der Allah mit den Geschöpfen vergleicht, als Ungläubigen.“

Abu Nasr al-Sijzi (verst. 444 n.H.) sagte: “In der Aussage, dass Allah über dem Thron ist, gibt es keine Begrenzung [für Ihm], vielmehr ist es eine Begrenzung des Thrones und alles was sich unter dem Thron befindet. Und Allah ist über [allem erhaben] so wie Er nicht an einem Ort (makan) ist und keine Grenzen (Hadd) hat, denn Er existierte und es existierte kein Ort, danach erschuf Er den Ort und er ist so wie Er war bevor Er den Ort erschuf.“

Ibn Hamid (verst. 403 n.H.) sagte: “Er ist über dem Thron mit seinem Wesen, den Thron berührend und Er steigt von dem Ort herab indem Er ist und Er wechselst seinen Ort.‘‘ Ibn Aqil und andere wiesen seine (Aussage) ab und erklärten dies für falsch und sie tadelten ihn und sie hatten Recht [in ihrem Tadel].“

Ibn ‘Aqil (verst. 513 n.H.) sagte: “Er ist über dem Thron, nicht wie jemand der auf einen Bett sitzt oder ein Tier reitet.“

Al-Qadhi sagte: “Ohne dass er Sesshaft (Qa‘id) ist und ohne Berührung (Mumasa).“

Ibn Batta (verst. 387 n.H.) sagte in al-Ibana al-Sughra und Abu al-Faraj al-Shirazi (verst. 486 n.H.): “Allah ist über dem Thron verschieden von Seiner Schöpfung (ba‘in min khaliq).“

Al-Qadhi sagte: “Der Nuzul ist eine Eigenschaft der göttlichen Essenz und deswegen sagen wir nicht, dass sein Nuzul Verlagerung (von Ort zu Ort) bedeutet.“ und die letztere der zwei Aussagen von Al-Qadhi ist die Bestätigung der Richtung.

Gemäß (Imam) Ahmad ist der istiwa eine Eigenschaft der Handlungen Gottes und es wurde ebenso über ihn überliefert, dass er es als Eigenschaft des Wesens betrachtete und dass es Hoheit (Uluww) und Erhabenheit (Irtifa‘a) bedeutet.

Er (Imam Ahmad) sagte: “Allah war immer in Hoheit und Erhaben bevor er den Thron erschuf, so ist Er über allem und Er ist der Allerhabene. Istiwa ‘ala al-Arsh bedeutet: Hoheit (‘Ala) ohne Berührung (Mumasa)“ und es ist besser fern von beiden Aussagen zu bleiben.

Ibn al-Jawzi (verst. 597 n.H.) lehnte die Richtung ab und überlieferte von Ahmad durch den Kanal von Hanbal und Ibn ‘Aqil neigte auch dazu und Al-Qadhi am Anfang. Jedoch gibt es Schwäche in der Überlieferung von Ahmad, denn er sagte: “Allah ist über seinem Thron und sein Wissen ist überall.“ Imam Ahmad kritisierte denjenigen, der sagte Allah ist an jedem Ort.

Abu Muhammad Rizqallah bin ‘Abd al-Wahhab al-Tamimi (verst. 388 n.H.) sagte: “Wir sagen nicht dass der Thron sein Ort ist, denn die Orte wurden allesamt von Allah erschaffen und sie sind nach Ihm und wir sagen nicht dass Er mit seinem Wesen sitzend, stehend, liegend, schlafend oder berührend ist, vielmehr sagen wir, dass es eine Eigenschaft ist, welche im Qur‘an erwähnt wurde und wir verzichten darauf uns darin zu vertiefen, dessen Wahrheit wir mit der Sprache nicht erreichen können.“

[Imam] Ahmad (verst. 241 n.H.) sagte: “Die Ahadith bezüglich der Eigenschaften, sollten so weitergegeben werden wie sie gekommen sind ohne nach ihren Bedeutungen zu suchen und wir widersprechen dem was in den Verstand kommt wenn man sie [d.h. die Ahadith bezüglich der Eigenschaften] hört; und wir negieren die Verähnlichung (Tashbih) in Bezug auf Allah ta‘ala wenn sie erwähnt werden während wir (die Worte von) dem Propheten Sallallahu alayhi wa Sallam bestätigen und bezeugen. Und alles was man sich vorstellen oder einbilden kann gehört zu der Modalität und Verähnlichung und dass ist unmöglich (in Bezug auf Allah ta‘ala).“

[Imam] Ahmad (verst. 241 n.H.) sagte (auch): “Er ist über seinen Thron und Sein Wissen ist überall.“ dies wurde von Abu Nasr al-Sijzi erwähnt.

Al-Qadhi Abu Ya‘la sagte: “Er ist mustawin ‘ala al-‘Arsh ohne Modalität (bila kayf), ohne Analogie (Mutabaqa), ohne Berührung (Mumasa), ohne Taqdir und ohne eine Entfernung/ Raum (Masaha) [zu seinem Wesen].“

Ibn ‚Aqil (verst. 513 n.H.) sagte in al-Ishara: “Der Thron und die Engel, die ihn tragen: Allah der Erhabene ist derjenige der allesamt (durch seine Macht) aufrecht hält.“ – Zitat Ende –

Nun müssen wir klarstellen, was die Hanabilah meinen, wenn sie sagen Allah ist über dem Thron verschieden von seiner Schöpfung (Ba‘in min khalqi).

Man bedenke, dass der Thron das Ende der Schöpfung darstellt und das über ihn heraus weder Richtung, noch Ort, noch Zeit, noch irgendein Geschöpf gibt. Das heisst also, wenn man sagt, dass Allah über dem Thron ist, dann hat man hierdurch bestätigt, dass Allah subhanahu wa ta’ala verschieden (ba‘in) ist von seiner Schöpfung und dementsprechend unabhängig von Raum und Zeit existiert. Und genauso ist die Aussage einige der Salaf al-salih zu verstehen, die da sagten, dass Allah über dem Thron ist und dies als Widerlegung auf die Aussage der Jahmiyyah, die da glaubten, dass der Schöper an jedem Ort sei. Was sie also hiermit beabsichtigten ist, dass Allah verschieden ist von seiner Schöpfung und unabhängig von ihr existiert und nicht etwa, dass Allah in der oberen Richtung des Thrones sei. Diese Aussage kann auch missverstanden werden und zwar so wie es die Muschabbihah getan haben (nämlich, dass sie eine Richtung von der anderen Seite aus bestätigt haben). So sagen sie auch, dass Allah ba‘in ist von seiner Schöpfung, allerdings meinen sie damit diejenige Trennung wie die von zwei physikalischen Objekten (sprich: Körpern), so dass sie in einer örtlichen Beziehung zueinander stehen müssen. Damit haben sie aber so getan als ob der Raum nach dem Thron einfach weitergeht (und keine Ende für den Raum bestätigt!) und dass Allah entweder in einem gewissen Abstand oder per Berührung auf ihm sei und somit sehr klar Allahs Existenz mit der von Geschöpfen verglichen! Und genau aus diesem Grund haben einige der Gelehrten (insbesondere nach dem Auftauchen der Muschabbihah wie die Karramiyyah oder so einige der Hanabilah!) den Ausdruck „ba‘in“ eher gemieden und auch aus diesem Grund sagten Gelehrte wie Imam al-Ghazali (gest. 505 nach der Hijrah), Imam Fakhr al-Din al-Razi (gest. 606 nach der Hijrah) und Imam Ibn al-Jawzi (gest. 597 nach der Hijrah) die Aussage, dass Allah weder innerhalb noch außerhalb der Welt ist. Innerhalb sollte klar sein (da dies entweder den Madhab der Jahmiyyah darstellt oder aber von Leuten wie den Christen, die Isa – Friede und Segen seien auf ihm – als göttlich ansehen), was nun außerhalb angeht: Wenn man meint, dass der Thron aufhört und dann der Schöpfer beginnt, so hat man genau damit Allah subhanahu wa ta’ala einem spezifischen Ort und auch bereits mindestens eine Grenze zugeschrieben und somit Taschbih begangen!

Was die Gelehrten der Hanabilah über das Buch Nihayat al-Mubtadi’in von Imam Ibn Hamdan (verst. 695 n.H.) sagten:

– Es ist genug zu wissen dass die Hanbali Gelehrten die über die Glaubenslehre Bücher geschrieben haben so wie der Autor von al-‚Ayn wal Athar und der Autor von Qala`id al-‚Iqyan und der Autor von Najat al-Khalaf sich auf die selbe Wortwahl von Nihayat al-Mubtadi`in stützten. Der ‚Allama Ibn Balban (verst. 1083 n.H.) erwähnte sogar, dass Nihayat al-Mubtadi`in einer der besten Bücher bezüglich der Glaubenslehre ist und dass es von den Hanabilah akzeptiert wurde und aus diesem Grund ist sein Qala`id al-‚Iqyan ein Ikhtisar zu der ‚Aqidah von Ibn Hamdan!

– Als der ‚Allama al-Saffarini (verst. 1188 n.H) kurze und verlässliche Bücher über die Glaubenslehre erwähnte die auch er selbst lehrte, erwähnte er folgende Bücher: Lum’at al-I’tiqad von Imam Ibn Qudama (verst. 620 n.H.), der Mukhtasar von Nihayat al-Mubtadi`in (d.h. Qala`id al-‚Iqyan!) von ‚Allama Ibn Balban (verst. 1083 n.H.) und al-‚Ayn wal Athar von ‚Allama ‚Abd al-Baqi al-Mawahibi (verst. 1071 n.H.).

– Top Hanbali Gelehrte wie Imam Ibn Muflih (verst. 763 n.H.) – der Autor von al-Furu‘ – und Imam al-Mawardi (verst. 885 n.H.) – der Autor von al-Insaf – und Imam Ibn al-Najjar al-Futuhi (verst. 972 n.H.) – der Autor von Muntaha al-Iradat – und Imam al-Buhuti (verst. 1051 n.H.) – der Autor von Kashaf al-Qina‘ – und viele andere haben das Buch Nihayat al-Mubtadi`in als verlässlich bezüglich der Glaubenslehre betrachtet.

– Am Ende des Buches sagte Imam Ibn Hamdan, dass alles was in dem Buch Nihayat al-Mubtadi`in ist von den Büchern der Ashab genommen wurde (er meint damit die Hanbali Gelehrten vor ihm) und das dass meiste was in dem Buch erwähnt wurde explizit von Imam Ahmad überliefert wurde und die restlichen Aussagen in dem Buch auf die Aussagen von Imam Ahmad hindeuten.

Nun wenn ein Buch solch große Akzeptanz unter den Top Gelehrten der Hanbali Madhab hat, dann bedeutet dies, dass sie es repräsentativ für die Glaubenslehre von Imam Ahmad betrachteten!



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