Die Antwort auf die Stellungnahme von Abdellatif zu Sharh as-Sunnah.
Erste Behauptung von Abdellatif:
Ibn Taymiyyah, Adh-Dhahabi, Ibn Muflih, As-Safadi, Al-‚Asqalani, Ibn Al-Imad, Ibn Rajab, Ibn An-Najjar, Abu Al-Yaman Al-Alimi, Ibn ‚Abd Al-Haadi, Ibn Al-Ghazzi, Majd Ad-Din Ibn Tamiyyah und andere haben das Buch „Sharh As-Sunnah“ Al-Barbari zugeschrieben. Wussten sie etwa nicht, dass das Buch unauthentisch ist und nicht Al-Barbahari zugeschrieben werden kann?
Die Antwort der Ahlu As-Sunna wa al-Jama’a:
Erste Sache: Wenn wir sagen sollten „sie haben sich geirrt“, dann ist es lächerlich, dass die Wahhabiyya mit einem haltlosen Argument daherkommen, wie bereits in ihrer Behauptung erwähnt wurde. Denn:
Sollte etwa Abu Hanifa und Imam Abu Yusuf nicht gewusst haben, dass der Prophet sagte:
مَا أَسْكَرَ كَثِيرُهُ فَقَلِيلُهُ حَرَامٌ
»Verboten ist auch das Geringfügige von dem, dessen Übermaß zur Trunkenheit führt!«
Und doch, trafen sie den Ijtihad, dass ein geringfügiges Trinken eines Getränks erlaubt sei, welches aus bestimmten oder an und für sich erlaubten Substanzen hergestellt werde, jedoch kann man dadurch trotz allem berauscht werden. Aber ohne zu zögern würden die Wahhabiyya behaupten: „Sie haben sich geirrt“.
Warum sollten wir nicht, ohne zu zögern, sagen „Sie haben sich bei der Zuschreibung des Sharh an Al-Barbahari geirrt“? Zumal uns klar ist, dass hier von uns ein Vergleich gemacht wird, die nicht einmal nötig wäre, da ALLE diese – von den Wahhabiyya – aufgezählten Gelehrten keinen Isnaad [Überlieferungskette] nachgewiesen haben. Abdullah Ibn Mubarak aber macht uns klar:
الاسناد عندي من الدين, لو لا الاسناد لقال من شاء ما شاء
»Der Isnad ist ein Teil der Religion. Wäre nicht der Isnad, so könnte jeder beliebige sagen, was er wollte.’« [Al-Khatib al-Baghdadi in Sharafu ashab ul-hadith S.40]
Zweite Sache: Ist ihre „Zuschreibung“ dieses Buches an Al-Barbahari, etwa ein Beweis dafür, dass dieses Buch eine Authentizität erhält? Und wenn ihre „Zuschreibung“ eine solche Authentizität hervorbränge, warum konnten diese „Zuschreibungen“ anderer Bücher vor deren Verfälschung nicht schützen, wie z.B. der „Al-Ghunya“ von Al-Jilani? Ibn Hajar Al-Haythami Al-Makki erklärte:
وإياك أن تغتر أيضاً بما وقع في [ الغُنْية ] لإمام العارفين وقطب الإسلام والمسلمين الأستاذ عبد القادر الجيلاني، فإنه دسَّه عليه فيها مَنْ سينتقم اللَّهُ منه وإلا فهو برىء من ذلك. وكيف تُروَّج عليه هذه المسألة الواهية مع تضَّلُعه من الكتاب والسنة وفقه الشافعية والحنابلة حتى كان يفتي على المذهبين، هذا مع ما انضْم لذلك من أن الله منّ عليه من المعارف والخوارق الظاهرة والباطنة وما أنبأ عنه ما ظهر عليه وتواتر من أحواله، ومنه ما حكاه اليافعي رحمه الله وقال : مما علمناه بالسند الصحيح المتصل أن الشيخ عبد القادر الجيلاني أكل دجاجة ثم لما لم يبق غير العظم توجه إلى الله في إحيائها فأحياها الله إليه وقامت تجري بين يديه كما كانت قبل ذبحها وطبخها، فمن امتَّن الله عليه بمثل هذه الكرامات الباهرة يتصور أو يتوهم أنه قائل بتلك القبائح التي لا يصدر مثلها إلا عن اليهود وأمثالهم ممن استحكم فيه الجهل بالله وصفاته وما يجب له وما يجوز وما يستحيل : } سُبْحَانَكَ هَاذَا بُهْتَانٌ عَظِيمٌ] { النور : 17 ، 18 . [
ومما يقطع به كل عاقل أن الشيخ عبد القادر لم يكن غافلاً عما في ( رسالة القشيري ) التي سارت بها الركبان واشتهرت بين سائر المسلمين سيما أهل التحقيق والعِرْفان، وإذا لم يجهل ذلك فكيف يتوَّهم فيه هذه القبيحة الشنيعة، وفيها عن بعض رجالها أئمة القوم السالمين عن كل محذور ولوم أنه قال : كان في نفسي شيء من حديث الجهة فلما زال ذلك عني كتبتُ إلى أصحابنا إني قد أسلمت الآن، فتأمل ذلك واعتن به لعلك توفق للحق إن شاء الله تعالى وتجري على سنن الاستقامة، ولم نعلم أحداً من فقهاء الشافعية ابتلى بهذا الإعتقاد الفاسد القبيح الذي ربما أدى إلى الكفر والعياذ بالله إلا ما نقل على العمراني صاحب البيان ولعله كُذِب عليه، أو أنه تاب منه قبل موته بدليل أن الله تعالى نفع بكتبه شرقاً وغرباً، ومَنْ على ذلك الإعتقاد لا ينفع الله بشيء من آثاره غالباً .
“Seid achtsam! Damit Ihr nicht abschweift und Irre geleitet werdet durch solche (zweifelhaften) Dinge, welche präsent gemacht worden sind (das heißt verfälscht worden sind) in der al-Ghunya von dem Imam der Gotteskenner, der spirituelle Pol des Islams und der Muslime, der ehrwürdige Lehrer Abd al-Qadir al-Jilani, was einige, in seinen Texten hinzugefügt haben – Allah wird sie dafür bestrafen (bezüglich der Verfälschungen). Was auch immer der Fall sein mag, der Shaykh ist selbst unschuldig bezüglich solch übler Nachrede. Wie kann es sein, dass er solch unachtsame Worte von sich gegeben hat, wo er doch völlig vertraut mit dem Qur’an und der Sunnah, sowie der beiden Rechtsschulen Shafi‘i und Hanbali war, so dass er pflegte nach beiden (Rechtsschulen) Rechtsgutachten zu geben.“ […]
“Für jede vernünftige Person ist offensichtlich, dass Shaykh ‘Abd al-Qadir al-Jilani vollkommen bewusst über al-Qushayri’s Risala war, sodass er unter den Muslimen bekannt für sein Wissen diesbezüglich (d.h. was in dem Buch von Imam al-Qushayri geschrieben steht) war – speziell unter den Elite Gotteskennern und den spirituellen anspruchsvollen Gelehrten (der Wissenschaften). Wenn er das Buch kannte, wie konnte er dann solch eine basislose und verabscheuungswürdige Ansicht vertreten haben?“ […] [Al-Haythami, al-Fatawa al-Hadithiyya, Band.1, S.144-145]
Wenn also ihre „Zuschreibung“ keine Authentizität bei dem Inhalt eines Buches garantieren kann, so gibt es auch keine Garantie dafür, dass ihre Zuschreibung betreffend den „Sharh As-Sunna“, völlig richtig sei. Wie bereits von anderen erwähnt: Es mag ein Argument sein, aber noch lange kein Beweis.
Zweite Behauptung von Abdellatif:
Wie Adh-Dhahabi erwähnte, starb Ghulam Khalil im Jahre 275. Al-Barbahari hingegen trat im 3. oder 4. Jahrhundert auf. Er kann also kaum ein Buch Al-Barbahari geschrieben haben, wenn er bereits das Zeitliche gesegnet hat.
Die Antwort der Ahlu As-Sunna wa al-Jama’a:
Die Aussage „im 3. oder 4. Jahrhundert“ ist eine Aufrundung. Tatsächlich aber starb, wie Adh-Dhahabi ebenso erwähnt hat, Imam Al-Barbahari 329 n.H. Zwischen seinem Todesjahr und dem von Ahmad Ibn Muhammad Ibn Ghaalib, bekannt als Ghulam Khalil, sind trotz allem 54 Jahre.
Über das Geburtsjahr von Al-Barbahari wisse man nichts außer, dass er bei zwei Schülern von Ahmad Ibn Hanbal gelernt hatte, dessen Todesjahre beachtet werden müsse:
1. Ahmad Ibn Muhammad Ibn al-Hajjaj Ibn Abdil-Aziz Abu Bakr al-Marwazi: Der beispielhafte Imam, Gelehrte und Muhaddith (Hadithgelehrte), ein Student Imam Ahmad’s. Er starb am 6. Jumada al-Ulaa des Jahres 275 n.H.
2. Sahl Ibn Abdullah Ibn Yunus at-Tustari, Abu Muhammad: Der Imam, Anbeter und für seine Enthaltsamkeit von dieser Welt berühmt war. Viele weise Aussprüche sind von ihm überliefert worden sowie zahlreiche bemerkenswerte Ereignisse. Er starb im Monat Muharram des Jahres 283 n.H. im Alter von ungefähr 80 Jahren.
Wenn Al-Barbahaari vor dem Jahr 275 Wissen von einem dieser Gelehrten wie Abu Bakr Al-Marwazi erwerben konnte, was beweist, wenn er nicht unbedingt ein pubertierendes Kind gewesen sein müsste, sondern eher erwachsen, so kann Ghulam Khalil durchaus diese Zeit miterlebt haben. Und wenn das der Fall ist, dann ist das Buch „Sharh As-Sunna“ tatsächlich nicht das Buch von Al-Barbarhari, da Ghulam Khalil als Lügner verurteilt wurde. Und der Beweis für diese Tatsache ist, das einzige Manuskript von Sharh As-Sunna welches sich in Kairo befindet, mit einer tatsächlichen Überlieferungskette der auf Ahmad Ibn Muhammad Ibn Ghaalib zurückgeht, ferner sein Name wortwörtlich darin vorkommt. Über ihm sagte einst Al-Hakim An-Naysaburi:
روى عن جماعة من الثقات أحاديث موضوعة
»Er überliefert fabrizierte Hadithe von einer Gruppe mit vertrauenswürdigen Überlieferern!«
Hafiz Ibn Hajar erwähnt über ihn:
قال أبو داود أخشى أن يكون دجال بغداد
Hafidh Abu Dawud sagt über Ghulam Khalil: »Ich vermute dass er der Dajjal von Baghdad ist!«
وقال الدارقطني متروك
Ad-Daraqutni erklärt über diese Person: »Matruk!« (bedeutet seine Hadithe werden nicht akzeptiert)
قال أبو داود قد عرض علي من حديثه فنظرت في أربعمائة حديث أسانيدها ومتونها كذب كلها
Abu Dawud meint: »Seine Hadithe wurden mir gezeigt und ich sah von ihnen 400 an der Zahl und alle Ketten und Texte waren Lügen!«
Dritte Behauptung von Abdellatif:
Dass in diesem Buch im Allgemeinen Gelehrte, insbesondere Ahmad b. Hanbal genannt wird und manchmal lediglich Imam Ahmad, soll zeigen, dass eine solche Person welchem das Buch zugeschrieben wird, ein Hanbali gewesen sein muss. Das kannte man nur von Al-Barbahari, jedoch nicht von Ghulam Khalil.
Die Antwort der Ahlu As-Sunna wa al-Jama’a:
Ibn Hajar überliefert die Aussage von Ghulam Khalil, woran wir erkennen in welchem Zusammenhang dies mit den heutigen wahhabitischen Gotteslästerer steht, nämlich:
قال ابن عدي سمعت أبا عبد الله النهاوندي يقول قلت لغلام خليل: ما هذه الرقائق التي تحدث بها؟ قال وضعناها لنرقق بها قلوب العامة
Ibn Uday betonte: Ich hörte Aba Abdallah An-Nahawandi sagen: Ich sprach zu Ghulam Khalil: »Was sind diese Ahadith welches das Herz erweichen lassen, die du überlieferst?« Er antwortete: »Wir haben sie fabriziert, um die Herzen der Laien zu erweichen!«
Siehst du nicht die Herzen der wahhabitischen Gotteslästerer aufgehen und erweichen, wenn sie seine erfundenen Überlieferungen, wie etwa den „Sharh As-Sunna“ und alles was darin vorkommt lesen und verinnerlichen wie Opium? Sie denken, da kommen die Aussagen von Ahmad Ibn Hanbal hervor, angeblich geschrieben von Al-Barbahari. Allerdings wurden sie von Ghulam Khalil getäuscht, da er ein Lügner war, so wie es Ibn Hajar berichtet:
سمعت الشيخ أبا بكر بن إسحاق يقول: أحمد بن محمد بن غالب ممن لا أشك في كذبه
»Ich hörte Abu Bakr bin Ishaq sagen: Ahmad bin Mohammed bin Ghalib (Ghulam Khalil) ist ein Lügner ohne Zweifel.«
Weshalb also sollte man von so einem guten Lügner nicht annehmen, sich als einen hanbalitischen Gelehrten zu kleiden, um eben solche Gotteslästerer wie euch anzulügen, damit euer verdorbenes Herz erweicht? Da wir das nie erfahren werden, doch tatsächlich aber wissen, dass er dieses Buch überliefert hat, Dank des Manuskripts und dabei überdies als Lügner verurteilt wurde, bleibt nur eine gerechte Methode übrig und das ist: Das Buch zu verwerfen und sicherlich nicht Al-Barbahari zuzuschreiben.
Vierte Behauptung von Abdellatif:
Alles was in „Sharh As-Sunna“ steht, selbst bei der Annahme es gehöre nicht Al-Barbahari, finden ihre Plätze sowohl im Koran als auch in der Sunna. Selbst die Kapitel dieses Buches kommen ebenso in den Sunnan und Sahih Werke anderer Gelehrten vor. Das zeigt, dass ihr ein Problem mit dem Inhalt habt und nicht mit der Frage, wem dieses Buch gehört.
Antwort der Ahlu As-Sunna wa Al-Jama’a:
Erstens: In dieser Debatte geht es um den Anspruch, wem dieses Buch gehört. Diesen Anspruch haben wir beantwortet: Es gehört Ghulam Khalil und er ist ein Lügner, unabhängig davon was er in dem Buch erwähnt hat. Al-Barbahari besaß so ein Buch nicht.
Zweitens: Die Aussage „alles was dort vorkomme, finde man im Koran und Sunna“ ist eine Ansichtssache und wir legen keinen Wert auf eure Ansichten, da sie wertlos sind und niemanden interessieren.
Drittens: Na, wenn die Kapitel alle das gleiche entsprechen, dann bitte: Verwirft dieses gefälschte Buch schreibt es Al-Barbahari nicht zu und wir diskutieren im Lichte der Kapitel von den authentischen Bücher. Denn damit haben wir keine Probleme.
Fünfte Behauptung von Abdellatif:
Der Khalq Af’al al-‚Ibad von Imam Al-Bukhari verwirft die Glaubenslehre der Asha’irah.
Antwort der Ahlu As-Sunna wa al-Jama’a:
So eine Aussage zeugt lediglich aus dem Denken mancher Steinzeit-Wahhabiyya, die bei ihrer Verkörperlichung und Vermenschlichung Allahs, immer mehr den Bezug zur Realität verloren haben und zu keinem vernünftigen Denken mehr fähig sind. Wir haben absolut kein Problem mit diesem Buch und nehmen es herzlichst an. Uns ist bekannt wie die Wahhabiyya die Inhalte dieses Buches für ihren Unglauben missbrauchen. Gleichwohl kennen wir auch die Antwort auf ihren Missbrauch. Wir werden auf alles relevante eingehen was uns vorgelegt wird, mit Allahs Erlaubnis!
Alles Lob gebührt Allah, dass wir diese frechen und pubertären Argumente dieser unseriösen und barbarischen Wahhabi-Sekte mit Anstand und Seriosität widerlegen konnten und sie folglich belanglos gemacht haben.
Quelle: https://www.facebook.com/abubakr.baqillani/posts/1117243528461320