Die glaubenslehre der Ahlu Sunnah

Die Asha'irah und Maturidiyyah


Die Definition von Iman gemäß der Ahlu Sunnah

Behauptung: Die Maturidiyya sind in Irja‘ gefallen, da sie fehlerhafte Ansichten haben bezüglich „Iman“.

Die Antwort der Ahlu As-Sunna wa Al-Jama’a:

Diese Lüge ist als Wahhabi-Propaganda zu etikettieren und wird von daher gerechter Weise abgelehnt. Die Gottesverkörperlicher namens Wahhabiyya möchten auf die Thematik hinweisen, dass der Iman durch die Bestätigung mit der Zunge, der Zustimmung des Herzens sowie durch Taten besteht. Was ist die Definition diesbezüglich der Ahnaf und somit die der Maturidiyya?

Abu Hanifa sagt in „Fiqh Al-Akbar“: »Der Iman besteht aus der Bestätigung (mit der Zunge) und der Bekräftigung (des Herzens)«

Die Verwirklichung des Imans hängt voll und ganz vom Herzen ab. Allah sagt über die Heuchler:

يَا أَيُّهَا الرَّسُولُ لَا يَحْزُنكَ الَّذِينَ يُسَارِعُونَ فِي الْكُفْرِ مِنَ الَّذِينَ قَالُوا آمَنَّا بِأَفْوَاهِهِمْ وَلَمْ تُؤْمِن قُلُوبُهُمْ

»O du Gesandter. Sei nicht traurig wegen jenen, die im Unglauben wetteifern. Sie sind jene, die mit ihren Mündern sagen: „Wir glauben“, jedoch glauben sie nicht im Herzen« (5:41)

Und in einem weiteren Vers weist Allah daraufhin:

قَالَتِ الْأَعْرَابُ آمَنَّا قُل لَّمْ تُؤْمِنُوا وَلَـٰكِن قُولُوا أَسْلَمْنَا وَلَمَّا يَدْخُلِ الْإِيمَانُ فِي قُلُوبِكُمْ

»Die Wüstenaraber sagen: „Wir glauben.“ Sprich: „lhr glaubt nicht“, sagt vielmehr: „Wir haben den Islam angenommen“ und der Glaube ist noch nicht in eure Herzen eingedrungen.“« (49:13)

Aus diesen Versen wird verständlich: Wenn ihre Herzen den Iman nicht verinnerlicht haben, dann bringt es ihnen gar nichts, wenn sie nur mit dem Mund bekennen: „Wir haben den Iman verinnerlicht“. In einem anderen Vers bekundet Allah:

وَيَحْلِفُونَ بِاللَّـهِ إِنَّهُمْ لَمِنكُمْ وَمَا هُم مِّنكُمْ

»Sie schwören bei ALLAH, dass sie zu euch gehören, dabei gehören sie nicht zu euch« (9:56)

Allah deckt hier auf, dass die Heuchler zu den Lügnern gehören, da sie nicht im Herzen glauben, sondern den Glauben nur mit der Zunge aussprechen. Allah offenbart:

وَمِنَ النَّاسِ مَن يَقُولُ آمَنَّا بِاللَّـهِ وَبِالْيَوْمِ الْآخِرِ وَمَا هُم بِمُؤْمِنِينَ

»Und manche Menschen sagen: „Wir glauben an Allah und an den Jüngsten Tag“, doch sie gehören nicht zu den Gläubigen.« (2:8)

Allah lässt uns wissen, dass der Iman Realität ist, welcher Er am Besten kennt. So heisst es im Koran:

إِذَا جَاءَكُمُ الْمُؤْمِنَاتُ مُهَاجِرَاتٍ فَامْتَحِنُوهُنَّ اللَّـهُ أَعْلَمُ بِإِيمَانِهِنَّ

»Wenn gläubige Frauen als Flüchtlinge zu euch kommen, so prüft sie. Allah weiß am Besten, wie ihr Glaube in Wirklichkeit aussieht.« (60:10)

Allah warnt vor den Heuchlern:

إِنَّ الْمُنَافِقِينَ فِي الدَّرْكِ الْأَسْفَلِ مِنَ النَّارِ

»Wahrlich, die Heuchler befinden sich auf dem untersten Grund des Höllenfeuers« (4:145)

Wäre die Bestätigung mit dem Herzen nicht gegeben und man spreche den Glauben nur mit der Zunge aus, so wie die Heuchler, dann dürfte Allah sie nicht in die unterste Tiefe der Hölle werfen, sondern sie müssten das Paradies betreten.

Allah erklärt in zahlreichen Stellen:

سَوَاءٌ عَلَيْهِمْ أَسْتَغْفَرْتَ لَهُمْ أَمْ لَمْ تَسْتَغْفِرْ لَهُمْ

»Es ist ihnen gleich, ob du für sie um Verzeihung bittest oder nicht um Verzeihung bittest.« (63:6)

In einer anderen Stelle:

اسْتَغْفِرْ لَهُمْ أَوْ لَا تَسْتَغْفِرْ لَهُمْ

»Ob du für sie um Verzeihung bittest oder nicht um Verzeihung für sie bittest« (9:80)

In einer anderen Stelle:

وَمَا مَنَعَهُمْ أَن تُقْبَلَ مِنْهُمْ نَفَقَاتُهُمْ إِلَّا أَنَّهُمْ كَفَرُوا بِاللَّـهِ وَبِرَسُولِهِ

»Ihre Spenden werden nur deshalb nicht angenommen, weil sie nicht an Allah und an Seinen Gesandten glauben« (9:54)

Durch all diesen Versen verdeutlicht Allah, dass die Heuchler Kuffar sind! Und Kufr ist das Gegenteil von Iman. Wir müssen uns vor dem Kufr fernhalten, was voraussetzt den Iman zu machen.

Die Rolle über die Zunge bezüglich den Iman

Der Iman wird mündlich bestätigt, sprich mit der Zunge, damit das weltliche Urteil darauf bezogen werden kann. Diese Erklärung machte Abu Hanifa in sein „Al-Alim wal-Mutaallim“, wie auch Abu Mansur Al-Maturidi und Hussain Ibn Fadl Al-Bajali. Imam Nuraddin As-Sabuni erklärt, dass von Imam Al-Ash’ari diesbezüglich zwei Ansichten überliefert wurden. Diese Ansicht sehen genauso aus, wie jene die oben bereits genannt wurden.

Sprachlich gesehen, heisst „Iman“ „Bestätigung“. So erzählt Allah, wie die Brüder von Yusuf zu ihren Vater sagten:

وَمَا أَنتَ بِمُؤْمِنٍ لَّنَا وَلَوْ كُنَّا صَادِقِينَ

»Du wirst uns sowieso keinen Glauben schenken, egal wie wahrhaftig wir sind« (12:17)

Mit anderen Worten, „du wirst unsere Erklärung nicht bestätigen!“ Aus solchen Gründen ist die Bestätigung mit der Zunge wichtig, um ein Urteil darauf erlassen zu können. Der Prophet mahnt:

أُمِرْتُ أَنْ أُقَاتِلَ النَّاسَ حَتَّى يَقُولُوا : لا إِلَهَ إِلا اللَّهُ فَإِذَا قَالُوهَا عَصَمُوا مِنِّي دِمَاءَهُمْ وَأَمْوَالَهُمْ إِلا بِحَقِّهَا وَحِسَابُهُمْ عَلَى اللَّهِ

»Mir wurde befohlen, so lange gegen die Menschen zu kämpfen, bis sie „la ilaha illallah“ sagen, sobald sie dies ausgesprochen haben, ist ihr Leben und ihr Besitz vor mir sicher. Davon sind ihre rechtlichen Angelegenheiten ausgenommen und ihre inneren Angelegenheiten Allah überlassen« [Sahih Al-Bukhari]

Imam Al-Maturidi schreibt bezüglich dieser Überlieferung in sein »Kitab At-Tawhid«, dass das Bekenntnis in diesem Hadith eine Einführung und eine Übermittlung für den Iman im Herzen ist. Deshalb bestätigte der Prophet:

إِنَّمَا يُعَبِّرُ عَمَّا فِي قَلْبِهِ لِسَانُهُ

»Es ist die Zunge einer Person, der das erzählt was in seinem Herzen ist« [Kitab At-Tawhid]

Diesen Wortlaut berichtet Imam Al-Maturidi. Ein ähnlicher Wortlaut kommt auch im Sahih von Imam Al-Muslim, in Musand Ahmad Ibn Hanbal und im Sunnan von Abu Dawud vor.

Als Usama b. Zayd einen Gegner der gegen Allah und seinen Gesandten kämpfte, getötet hatte, seufzte dieser Gegner noch bevor er starb: „la ilaha illallah“. Der Prophet fragte ihn (Usama):

فَهَلَّا شَقَقْتَ عَنْ قَلْبِهِ فَنَظَرْتَ أَصَادِقٌ هُوَ أَمْ كَاذِبٌ؟

»Hast du denn sein Herz geöffnet, um zu nachzusehen, ob er die Wahrheit sprach?« [Sahih Al-Muslim]

Diese Überlieferung kann als klarer Beweis herangezogen werden, dass die Urteile gelten, von dem was die Zunge ausspricht.

Die Rolle der Taten für den Iman

Und genau hier geht es um den Anspruch, das aus dem 17. Jahrhundert abstammende Übel, namens Wahhabiyya.

Die Taten sind nicht elementar für den Iman. So sagt Allah der Erhabene:

إِنَّ الَّذِينَ آمَنُوا وَعَمِلُوا الصَّالِحَاتِ

»Diejenigen die den Iman verinnerlichen und gute Taten gemacht haben« (31:8)

In diesem Vers wird zwischen „Iman“ und „Amall“ unterschieden. Denn wenn ich sage: „Ich sah Hassan und Hussain“, dann meine ich damit nicht, dass Hassan, Hussain ist oder dass Hussain, Hassan ist. Sie sind unterschiedlich und genau das entspricht auch bei dem Fall. In einem anderen Vers sagt Allah:

وَمَن يَعْمَلْ مِنَ الصَّالِحَاتِ وَهُوَ مُؤْمِنٌ

»Und der aber, der gute Werke tut und dabei gläubig ist« (20:112)

In diesem Vers wurde der Iman für die Akzeptanz der Taten, als Bedingung gestellt. Und eine Bedingung ist ganz klar anders, als das, worauf man eine Bedingung aufstellt. In einem anderen Vers prophezeit Allah:

وَمَن يَعْمَلْ مِنَ الصَّالِحَاتِ مِن ذَكَرٍ أَوْ أُنثَىٰ وَهُوَ مُؤْمِنٌ فَأُولَـٰئِكَ يَدْخُلُونَ الْجَنَّةَ

»Diejenigen aber, die handeln, wie es recht ist, sei es Mann oder Frau und dabei gläubig sind, werden ins Paradies eingehen« (4:124)

Dieser Vers spricht die rechtschaffenen Taten an, welche nur dann akzeptiert werden, wenn man die Bedingung als Gläubigen erfüllt. Mit anderen Worten: Die rechtschaffenen Taten, werden nur dann anerkannt, wenn man sie als Gläubiger verrichtet, um in das Paradies eintreten zu können.

Demnach ist der Iman die Bedingung und die Handlungen sind das, wofür diese Bedingung auferlegt wurde. Würden die Taten zum Iman gehören, dann müsste die Bedingung, sich selbst bedingen und das ist totaler Quatsch.

Jemand der einige Handlungen nicht verrichtet, gilt laut Koran und der Sunna immer noch als jemand, der Iman hat. So sagt Allah:

وَإِن طَائِفَتَانِ مِنَ الْمُؤْمِنِينَ اقْتَتَلُوا فَأَصْلِحُوا بَيْنَهُمَا

»Und sollten zwei Gruppen von Gläubigen sich bekämpfen, dann versöhnt sie miteinander!« (49:9)

In diesem Vers wird geschildert, dass beide Gruppen die gegeneinander kämpfen, immer noch Gläubige sind. Und wären die Taten, elementare Bestandteile des Imans gewesen, dann wäre für denjenigen der einige Taten nicht verrichtet, die Bestätigung des Imans nicht bindend.

Die Taten dienen dazu, den Iman zu perfektionieren.

Das zu-und Abnehmen des Iman

Abu Hanifa sagt: »Das, woran die Bewohner der Himmel und der Erde Iman haben müssen, nimmt weder zu, noch ab. Jedoch nimmt er in Bezug auf Yaqin und Bestätigung zu und ab«

Der Iman nimmt bei das Geglaubte, weder zu noch ab. Denn entweder man glaubt oder man glaubt nicht. Wenn die Bestätigung des Imans nicht verwirklicht ist, dann beruht sie auf einer Spekulationen. Und etwas, was sich auf eine Spekulation beruht, kann somit im Glauben überhaupt nichts übermitteln. Deshalb bekundet Allah:

إِنَّ الظَّنَّ لَا يُغْنِي مِنَ الْحَقِّ شَيْئًا

»Und das Spekulieren ersetzt die Wahrheit ins Nichts.« (53:28)

Die beste Erklärung ist die von Ar-Razi: Die Zu- und Abnahme ist nur bei der Bestätigung unakzeptabel. Was aber die Gewissheit betrifft, so kann die Zu- und Abnahme doch geltend sein. Denn die Gewissheit verdeutlicht die Stärke oder die Schwäche. Man ist entweder stark oder schwach. Deshalb gibt es nicht ohne Grund unter den Muslimen, unterschiedliche Ränge.

Aufgrund dessen forderte Ibrahim Allah dazu auf:

رَبِّ أَرِنِي كَيْفَ تُحْيِي الْمَوْتَ

Mein HERR! Zeige mir, wie DU die Toten belebst«

Allah erwiderte:

أَوَلَمْ تُؤْمِن

»Hast du den Iman etwa nicht verinnerlicht?«

Ibrahim antwortete:

بَلَىٰ وَلَـٰكِن لِّيَطْمَئِنَّ قَلْبِ

»Doch, mit Sicherheit! Aber damit mein Herz Ruhe findet« (2:260)

Denn ‚ayn al-yaqin (d.h die Gewissheit durch das Sehen zu erlangen) ist noch höher als ‚ilm al-yaqin (die Gewissheit durch Wissen). Daraus verstehen wir, dass die Zu-und Abnahme im Iman, die Stärke und Schwäche anspricht.

Der Iman des Propheten und unser Iman

Des Weiteren wissen wir mit Gewissheit, dass keiner aus dieser Umma, den gleichen Iman hat wie unser Prophet. Haben wir dem hingegen nicht gesagt, jeder Iman sei gleich? Das muss definiert werden. Wenn jemand denkt:

»Ich habe den selben Iman wie der Prophet«

Ist damit nicht gemeint, man hätte den selben Rang wie unser Prophet, das wäre falsch! Denn der Rang und der Iman sind nicht gleichzustellen.

„Den selben Iman, im Sinne, dass wir wie der Prophet an Allah, die Engel, Bücher, Propheten, am Tag der Auferstehung und den Qadar“ glauben, das ist richtig!

Der Iman des Propheten ist stärker als unserer. Deshalb sagte der Prophet:

لَوْ وُزِنَ إِيمَانُ أَبِي بَكْرٍ مَعَ إِيمَانِ جَمِيعِ الْخَلْقِ لَرَجَحَ إِيمَانُ أَبِي بَكْرٍ

»Hätte man den Glauben von Abu Bakr auf eine Waagschale gelegt und den Glauben aller Geschöpfe auf eine andere, so würde der Glaube von Abu Bakr noch viel schwerer wiegen« [‚Aliyyu Al-Qari in sein Sharh zu Fiqh Al-Akbar]

Imam Muhammad und Al-Qadi Abu Yusuf finden es abwertend zu sagen: „Ich habe den gleichen Iman wie der Prophet“! Weshalb? Weil die Menschen dies falsch verstehen könnten. So wie: Der Kalam von Allah oder der Koran!

‚Ali b. Abu Talib meinte:

حَدِّثُوا النَّاسَ بِمَا يَعْرِفُونَ

»Spricht mit den Menschen so, dass sie es verstehen!« [Sahih Al-Bukhari]

Oder wie z.B. die Überlieferung bei dem sich der Prophet zu Mu’adh Ibn Jabal wandte: »Wer mit aufrichtigem Herzen bezeugt, dass es nur einen anbetungswürdigen Gott gibt und dass Muhammed sein Gesandter ist, dem wird die Hölle verwehrt«

Mu’adh rief auf: »Lass mich das den Menschen erzählen, damit sie sich freuen können!« Der Prophet aber entgegnete:

لَا إِنِّي أَخَافُ أَنْ يَتَّكِلُوا

»Nein! Ich befürchte, dass sie dem soweit trauen, dass die dann die Taten verlassen!« [Sahih Al-Bukhari]

Obwohl das was Mu’adh hätte verbreiten können, nicht falsch gewesen wäre. Wurde er angewiesen, dass nicht zu tun, da die Leute es hätten falsch verstehen können.

Genauso sollte man demütig bleiben, gegenüber folgender Aussage: „Mein Iman ist wie der Iman des Propheten“. Denn einige könnten dies falsch dies aufgefassen.

Die Salaf as-Salihin

Zweite Behauptung der wahhabitischen Gotteslästerer:

Solche Salaf-Gelehrten wie Ash-Shafi’i, Al-Baghdadi, Ath-Thawri, Al-Ajuri, Al-Awza’i, Ibn Al-Mubarak, Ibn ‚Uyayna, Imam Mālik und unzählige andere haben gesagt: »Iman ist die Bestätigung mit der Zunge und die Bekräftigung des Herzen und die Erfüllung der Taten« Das zeigt, dass die Maturidiyya doch Murjia sind!

Die Antwort der Ahlu As-Sunna wa al-Jamā’a:

Diese weit verbreitete Wahhabi-Lüge und Propaganda entstand aus der Quelle der Unwissenheit, so dass diese Aussagen missbraucht und folglich gegen die Muslime angewendet wird. Daher ist ihre Behauptung mit voller Härte abzulehnen.

Was all diese Gelehrten gesagt haben ist absolut richtig, doch die Wahhabiyya, da sie begrenzt im Verstand sind, haben sie missverstanden. Denn wie ist diese berüchtigte Aussage all dieser Gelehrten zu verstehen?

Es ist nicht auszuschliessen, dass Taten dem Iman nur deshalb zugeschrieben werden, damit eine Vollständigkeit hergestellt werden kann, bzw. um diese zu perfektionieren, so nach der Aussage:

التَّسْبِيحَاتِ وَالتَّكْبِيرَاتِ من الصلاة

»Das Preisen [tasbihaat] und Verherrlichen [takbiraat] ist vom Gebet!« [Ihya Ulum Ad-Din von Al-Ghazzali]

Dabei geht dein Gebet (laut der shafi’itische Rechtsschule) nicht verloren, wenn man die anderen takbiraat und tasbihaat nicht verrichtet. Sie dienen lediglich dazu, dein Gebet zu vervollständigen oder es zu perfektionieren. Der Prophet meinte:

لَا يَزْنِي الزَّانِي حِينَ يَزْنِي وَهُوَ مُؤْمِنٌ

»Der Unzuchttreibende begeht keine Unzucht, weil er den Iman hat« [Sahih Al-Bukhari]

Die Mu’tazila glaubten, dass man den Glauben verliert, sobald man Unzucht [zina] begeht, denn sie zählten die Taten zu einem Bestandteil des Imans. Mit dem Hadith ist jedoch gemeint: Derjenige der Unzucht begeht, besitzt keinen perfekten und vollständigen Iman. Man kann zu einem körperlich-behinderten Menschen, dem beispielsweise eine Hand und ein Fuß fehlt, durchaus sagen, dass „dieser ein Mensch ist“ auch mit dem Zweck, dass er nicht perfekt ist.

Die rechtschaffene Tat wird dem Iman hinzugefügt, sie verstärkt diesen. Wird dies unterlassen, schwächt sich der Iman. Etwas was vorhanden ist, kann verstärkt werden, aber auch geschwächt, jedoch das Vorhandene bleibt. Etwas von sich selber heraus kann weder verstärkt, noch geschwächt werden. Deshalb sind Taten so wichtig. Was aber dem Gegenüber nicht bedeutet, dass Taten zu einem Bestandteil des Imans gehören. Das meinten auch die Salaf.

Grund dafür, dass die Taten als „Iman“ bezeichnet wurden, um den Leuten zu verstehen zu geben, dass die Taten für die Perfektion des Imans stehen, nicht aber für etwas Elementares. So betonte der Prophet in einem Hadith:

الْإِيمَانُ بِضْعٌ وَسَبْعُونَ بَابًا فَأَعْلَاهَا قَوْلُ لَا إِلَهَ إِلَّا اللَّهُ

»Der Iman beträgt siebzig Teile. Das Höchste davon ist die Aussage „lailaha ilallah“.« [Sunnan At-Tirmidhi]

Der Prophet fuhr fort: »Und das Niedrigste ist das Beheben von schlechten Dingen, welches dir im Wege stehen«

In Sahih Al-Muslim können wir noch einen Ergänzungskommentar lesen:

وَالْحَيَاءُ شُعْبَةٌ مِنَ الْإِيمَانِ

»Auch die Scham ist ein Teil des Imans«

So wie der Prophet den Tawhid und die Scham als „Iman“ bezeichnete, ebenso nannten die Salaf die Taten „Iman“.

Alles Lob gebührt Allah, dass wir diese frechen und pubertären Argumente dieser unseriösen und barbarischen Wahhabi-Sekte mit Anstand und Seriosität widerlegen konnten und sie folglich belanglos gemacht haben.

Quellen des Inhaltes:

1. Kitab At-Tawhid von Imam al-Maturidi
2. Al-Bidaya fi Usul Ad-Dīn von Nur ad-Din As-Sabuni
3. Sharh Al-Fiqh Al-Akbar von Imam Al-Qari
4. Sharh von At-Taftazani zu dem ‚Aqida von Imam An-Nasafi
5. Ihya Ulum Ulum Ad-Din von Imam Al-Ghazzali
6. Al-Jami‘ li Ahkam Al-Qur’an von Imam Al-Qurtubi
7. Sahih von Imam Al-Bukhari, mit dem Sharh von Ibn Hajar

Entnommen: https://www.facebook.com/abubakr.baqillani/posts/1121650964687243



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