Die Erläuterung von Imam Ghaznawi bezüglich der Aussage von Imam Tahawi:
“Der Qu’ran ist die Rede Allahs, das von ihm, ohne Modalität, als Wort ausgeht. Er hat ihn als Offenbarung auf Seinen Gesandten Sallallahu alayhi wa Sallam herabgesandt. Die Gläubigen bestätigen, es als solches in Wahrheit, in der Gewissheit, dass er wirklich Allah’s Rede ist und nicht erschaffen, wie die Rede von Geschöpfen. Wer ihn hört und behauptet, er sei Menschenwort, ist ein Ungläubiger. Allah tadelt ihn, weist ihn zurecht und verheißt ihm seine Strafe, indem Er sagt: “Ich werde ihn im Höllenfeuer verbrennen“ (al-Qu’ran 74:26). Wenn Allah denjenigen das Feuer verheißt, die sagen “Dies sind nichts anderes als Menschenworte“ (al-Qur’an 74:25), wissen wir mit Sicherheit, dass es das Wort des Schöpfers ist und gänzlich anders als jedes Menschenwort. Wer Allah mit einer Bedeutung von den Bedeutungen die auf Geschöpfe anwendbar ist beschreibt, wird damit zum Ungläubigen. Wer dies verstanden hat, wird sich davor hüten und davon absehen derartige Dinge auszusprechen wie sie die Ungläubigen sagen und er wird wissen, dass Allah in Seinen Eigenschaften nicht wie die Menschen ist.“
Imam Abu Hafs Siraj ad-Din Umar ibn Ishaq al-Ghaznawi al-Hindi (verst. 773 n.H.) sagte in Sharh Aqidah al-Imam al-Tahawi:
(Der Qur‘an ist die Rede Allahs)
“Der Qur‘an ist die Rede Allahs, denn Allah sagte:
‘‘…bis er die Rede Allahs hört…‘‘ (Sure Tauba Vers 6)
‘‘…Sie wollen Allahs Rede ändern…‘‘ (Sure al-Fath Vers 15)
Ohne Modalität/Beschaffenheit
Mit der Ablehnung der Modalität, wollte er die Ewigkeit der Rede Allahs bestätigen, und demnach die Mu‘tazilah und Karamiyyah widerlegen; außerdem negierte er damit, dass diese Rede aus der Gattung von Buchstaben und Tönen besteht und seine Absicht war damit die Hanabilah zu widerlegen.
Die Rede ist eine Eigenschaft, die beständig in seinem Dhat ist. Deswegen ist die Eigenschaft Kalam genau so wie die anderen Eigenschaften Allahs und zwar Ewig ohne Ende. Wenn (die Rede) später entstanden wäre, so wäre die Rede
1. Entweder – So wie die Karamiyyah behaupten- im Dhat Allahs zustanden gekommen, jedoch wenn dem so wäre würde Allah selbst Platz für erschaffene Dinge sein. Und dies ist nicht möglich
2. Oder (müsste die Rede die später enstanden ist) ohne Ort existieren und dies ist auch nicht möglich, denn die Rede (die später entstanden ist) ist eine Akzidenz und eine Akzidenz kann nicht ohne den Ort existieren.
3. Oder es müsste in einem anderen Ort erschaffen worden sein und in diesem Fall wäre der ‘‘Redende‘‘ dieser Ort und nicht der, der es erschuf.
Die Worte der Hanabilah, dass die Rede beständig in seinem Dhat ist mit unerschaffenen Buchstaben, so ist dies ebenso ungültig. Denn die Buchstaben erfolgen hintereinander, entweder erfolgen sie vor oder einer nach dem anderen. Und alles was vor etwas erfolgt muss neu zustanden gekommen sein (und demnach erschaffen sein). Denn die Buchstaben kommen aus dem Hals, Lippen und ähnlichen Hilfsmitteln hervor. Dieser Zustand bedingt jedoch einen Körper und Allah ist hoch erhaben darüber.
Allah sandte es auf Seinen Gesandten herab als Offenbarung
Imam Tahawi sagte dies aufgrund der Worte Allahs:‘‘…Und dieser Qurʾān ist mir offenbart worden, damit ich euch und (jeden), den er erreicht, mit ihm warne…‘‘ (Sure al-Anam Vers 19) ‘‘…Allah ist es der dir das Buch herabgesandt hat…‘‘ (Sure al-Imran Vers 7)
Und die Gläubigen bestätigen es als solches in Wahrheit
Die Gefährten des Gesandten Gottes waren zeuge von der Offenbarung des Qur‘an und sie waren fest davon überzeugt, dass der Qur‘an ein Wunder Allahs ist und sie bestätigten es als Rede Allahs. Danach hat eine große Anzahl von Personen es von unserem Propheten erhalten, genauso haben sie es als eine große Anzahl von Personen zu denen die nach ihnen kamen tradiert (und dieses geschah bis zu unserer Zeit). Zusätzlich riefen sie die ganze Menschheit dazu auf die Glaubensfundamente und Pflichten die im Buch enthalten sind in die tat umzusetzen.
dass er in Wirklichkeit Allah’s Wort ist und nicht erschaffen, wie das Wort von Geschöpfen
D.h. sie wussten mit Gewissheit dass der Qur‘an in Wirklichkeit Allahs Rede ist, sowie die Eigenschaften Wissen, Leben und andere seiner Eigenschaften…
Hier gibt es eine Widerlegung gegen die Mu‘tazilah. Denn sie (die Mu’tazilah) sagen: ‘‘Der Qur‘an (d.h. die Rede Allahs) wurde auf metaphorischem Wege als Allahs Rede betitelt, denn Allah ist der Erschaffer des Qur‘an (d.h. Erschaffer seiner eigenen Rede)‘‘ Wir sagen: Diese Ansicht ist falsch und ungültig. Denn der Redende (wird Redender gennant) weil er die Rede innehat und er wird nicht (Redender genannt) aufgrund, des erschaffens der Rede. Der Wissende (wird nicht Wissender gennant) weil Er das Wissen erschafft, sondern (Er wird Wissender gennant) weil er das Wissen innehat. Wenn derjenige der mit der Eigenschaft Rede beschrieben wird nicht aufgrund des innehabens der Eigenschaft Rede sondern weil er es erschaffen hat so beschrieben wird, so müsste er auch mit der Farbe Schwarz und anderen Farben beschrieben werden, denn Allah ist der Erschaffer der Farben.
Wer ihn hört und behauptet, er sei Menschenwort, ist ein Ungläubiger
Dies ist eine Antwort auf die Heuchler die behauptet haben, dass der Qur‘an eine Erfindung von Muhammad Sallallahu alayhi wa Sallam wäre ohne dass es ihm von Allah offenbart wurde. Allah hat den der den Qur‘an als Menschenwort bezeichnet verurteilt und ihm die Strafe in der Hölle verheißt. ‘‘(Derjenige der sagt:) Das sind nur die Worte von Menschenwesen, werde Ich ihn der Hölle aussetzen.‘‘ (Sure Mudattir Vers 25-26)
Wenn Allah denjenigen das Feuer verheißt, die sagen „Dies sind nichts anderes als Menschenworte“ (al-Qur’an 74:25), wissen wir mit Sicherheit, dass es das Wort des Schöpfers ist und gänzlich anders als jedes Menschenwort. Wer Allah mit einer Bedeutung von den Bedeutungen die auf Geschöpfe anwendbar ist beschreibt, wird zum Ungläubigen. Wer dies nun verstanden hat, wird sich davor hüten und davon absehen derartige Dinge auszusprechen wie sie die Ungläubigen sagen
All dieses ist um zu betonen, dass Allahs Rede nicht später entstanden ist und dass es nicht von der Gattung aus Buchstaben und Tönen besteht. Denn wenn dem so wäre so hätte die Rede Allahs Ähnlichkeit mit der Rede von Geschöpfen. Denn wer sagt, dass der Qur‘an erschaffen ist und später entstanden wäre; sowie der Ansicht ist, dass die Rede von der Gattung aus Buchstaben und Tönen besteht, so hat diese Person dem Schöpfer mit den Eigenschaften der Geschöpfe beschrieben. Dies wäre ähnlich zu der Aussage der Ungläubigen, die sagen, dass der Qur‘an Menschenwort sei. In dieser Behauptung gibt es Verähnlichung Allahs. Und wer über diese Behauptungen genau nachsinnt und genau versteht (welch fataler fehler dies doch ist, zu behaupten dass es Menschenwort sei), wird bei ihm ein Zustand zustandekommen; der ihn davon abhält die Aussagen der Ungläubigen anzunehmen.
(Und Qadi Isma’il ibn Ibrahim al-Shaybani al-Hanafi (gest. 629 n.H.) sagte in seiner Erläuterung zu Aqidah Tahawiyyah: “Die Buchstaben und Laute sind erschaffen… Und seine Rede ist unabhängig von diesem d.h. von den Buchstaben und Lauten. Und dies ist die Bedeutung der Aussage (Imam Tahawis): ’’Wer Allah mit einer Bedeutung von den Bedeutungen die auch auf Geschöpfe anwendbar ist beschreibt wird Ungläubig.“)
und er wird wissen, dass Allah in Seinen Eigenschaften nicht wie die Geschöpfe ist
Die Eigenschaften von Allah dem Erhabenen sind Ewig, beständig mit seinem Dhat, dass seine Eigenschaften vergehen ist nicht möglich. Jedoch sind die Eigenschaften der Geschöpfe genau wie sie selbst, später entstanden; bei den Geschöpfen wird akzeptiert, dass sie vergehen, ein Ende finden, eine Modalität und Menge besitzen. Jedoch ist Allah über all dieses Erhaben. Es gibt nicht dass Ihm jemals ähnlich wäre.“
Wer mehr details möchte kann sich die Erläuterung von Said Foudah diesbezüglich durchlesen, ab der S. 546-599 wird das Thema Kalamullah behandelt mit all seinen Details.
Er geht auf jedes einzelne Detail ein hinsichtlich der Aussage von Imam Tahawi.
https://archive.org/details/SharhAlKabirCommentaryOnAqidaTahawiyyaFouda/page/n545