Die glaubenslehre der Ahlu Sunnah

Die Asha'irah und Maturidiyyah


Thema: Wer sagt „Ich weiß nicht ob mein Schöpfer im Himmel oder auf der Erde ist“ der ist ein Ungläubiger.

Thema: Wer sagt „Ich weiß nicht ob mein Schöpfer im Himmel oder auf der Erde ist“ der ist ein Ungläubiger.

Behauptung:

Der Imām Abū Hanīfah erklärt diejenigen zu Ungläubigen, die Allāh eine Richtung und einen Ort zuschreiben, er sagte in „al-Fiqh al-Absat“ (S.12 in den Rasā’il des Imām Abū Hanīfah mit dem Tahqīq von al-Kautharī), Zitat:

من قال لا أعرف ربي في السماء أو في الأرض فقد كفر، وكذا من قال إنه على العرش، ولا أدري العرش أفي السماء أو في الأرض

„Wer sagt: ‚Ich weiß nicht, ob Allāh im Himmel ist oder auf der Erde‘ der begeht Unglaube. Ebenso derjenige der sagt: ‚Er ist auf dem Thron, und ich weiß nicht, ob der Thron im Himmel oder auf der Erde ist.‘“

Dieses Zitat ist aus der Überlieferung des Fiqh al-Akbar von Abū Mutīʿ al-Balkhī und wird zur Unterscheidung der Überlieferung des Fiqh al-Akbar von Hammād Ibn Abū Hanīfah, als Fiqh al-Absat bezeichnet.

Pierre Vogel behauptet, dass der Imām Abū Hanīfah nach dieser Aussage anschließend gesagt habe: „Weil Allāh sagt الرحمن على العرش استوى“ (Die Bedeutung lautet: Der Thron ist der Allmacht Gottes unterworfen).

Er schreibt diese Begründung dem Imām Abū Hanīfah fälschlicherweise zu und versucht mit der Erwähnung dieses mehrdeutigen Verses in diesem Zusammenhang den Eindruck zu vermitteln, dass der Imām Abū Hanīfah Allāh die obere Richtung und einen Ort auf dem Thron zugeschrieben habe.

Antwort:

1. Der Imām Abū Hanīfah glaubt daran, dass Allāh ohne Richtung und Ort existiert. Deshalb erklärt er diejenigen, die Allāh eine Richtung oder einen Ort zuschreiben, zu Ungläubigen.

– Der Schaykh Mullā ʿAlī al-Qārī al-Hanafī sagte in der Erläuterung des Fiqh al-Akbar „Minah Rawd al-Azhar“ (S.198), Zitat:

والجواب أنه ذكر الشيخ الإمام ابن عبد السلام في كتاب حل الرموز: أنه قال الإمام أبو حنيفة رحمه الله: من قال لا أعرف الله تعالى في السماء هو أم في الأرض كفر، لأن هذا القول يوهم أن للحق مكانًا، ومن توهم أن للحق مكانًا فهو مُشَبِّه، انتهى
ولا شك أن ابن عبد السلام من أجلّ العلماء وأوثقهم، فيجب الاعتماد على نقله

„Die Antwort darauf (d. h. auf diese angebliche Begründung welche Pierre Vogel und Seinesgleichen dem Imām Abū Hanīfah zuschreiben) lautet, dass der Schaykh al-Imām Ibn ʿAbdis-Salām in seinem Werk „Hallur-Rumūz“ erwähnte, dass der Imām Abū Hanīfah, Rahimahullāh, sagte: Wer sagt ‚Ich weiß nicht ob Allāh, der Erhabene, im Himmel ist oder auf der Erde‘ der ist ein Ungläubiger. Denn diese Aussage vermittelt den Eindruck, dass Allāh einen Ort hätte. Und wer sich einbildet, dass Allāh einen Ort hätte, der ist ein Muschabbih. Ende seines Zitates (des Imām Abū Hanīfah). Es besteht kein Zweifel daran, dass Ibn ʿAbdis-Salām zu den geachtetsten und vertrauenswürdigsten Gelehrten zählt, deshalb muss sich auf seine Überlieferung (bezüglich der Begründung des Imām Abū Hanīfah) verlassen werden.“

– Dieses wird ebenfalls von den frühen hanafitischen Erläuterern des „Fiqh al-Akbar“ bestätigt, Abul-Layth as-Samarqandī al-Hanafī (geb. 333 n.H.) sagte diesbezüglich:

لأنه بهذا القول يوهم أن يكون له تعالى مكان فكان مشركا

„Denn mit dieser Aussage vermittelt er den Eindruck, dass der Erhabene (Allāh) einen Ort hätte und damit wäre er ein Ungläubiger (Muschrik).“

– Der definitive Beweis für hierfür geht aus dem hervor, was später im Text des Fiqh al-Akbar (Absat) kommt. Der Imām Abū Hanīfah wird nämlich später im Text gefragt:

أَرَأَيْت لَو قيل أَيْن الله تَعَالَى ؟ يُقَال لَهُ: كَانَ الله تَعَالَى وَلَا مَكَان قبل أن يخلق الْخلق، وَكَانَ الله تَعَالَى وَلم يكن أَيْن وَلَا خلق ولا شَىء، وَهُوَ خَالق كل شَىء

„Was sollte geantwortet werden wenn gesagt werden würde: Wo ist Allah, der Erhabene? Zu ihm sollte gesagt werden: Bevor Allāh, der Erhabene, die Schöpfung erschuf, existierte Er ohne Ort. Allāh existierte und es gab weder ein Wo noch eine Schöpfung noch irgendetwas (außer Ihm). Und Er ist der Schöpfer aller Dinge.“

Abū Hanīfah stellt damit definitiv klar, dass er an die Erhabenheit Gottes über Richtung und Ort glaubt.

– Ein weiterer definitiver Beweis hierfür geht aus dem Werk „Al-Wasiyyah“ des Imām Abū Hanīfah hervor, er sagte, Zitat:

ونقر بأن الله سبحانه وتعالى على العرش استوى من غير أن يكون له حاجة إليه واستقرار عليه، وهو حافظ العرش وغير العرش من غير احتياج، فلو كان محتاجًا لَمَا قدر على إيجاد العالم وتدبيره كالمخلوقين، ولو كان محتاجًا إلى الجلوس والقرار فقبل خلق العرش أين كان الله، تعالى الله عن ذلك علوًّا كبيرًا

„Wir bestätigen den Istiwā’ Gottes bezüglich des Thrones, jedoch ohne in Abhängigkeit von ihm zu sein und ohne darauf niedergelassen zu sein. Er bewahrt den Thron und anderes als den Thron, ohne Abhängigkeit davon. Denn wenn Er abhängig wäre, hätte Er nicht die Macht das Universum zu erschaffen. Und wenn Er das Sitzen und das Niederlassen benötigen würde, was wäre dann vor der Schöpfung des Thrones?! Erhaben ist Allāh über dieses!“

– Ein weiterer definitiver Beweis hierfür geht ebenfalls aus dem Werk „Al-Wasiyyah“ des Imām Abū Hanīfah hervor, er sagte nämlich in Bezug auf Allāh, Zitat:

بلا كيف ولا تشبيه ولا جهةٍ

„Ohne Beschaffenheit, ohne Ähnlichkeit und ohne Richtung.“

– Ein weiterer definitiver Beweis ist die Überlieferung der Glaubenslehre des Imām Abū Hanīfah durch den Imām at-Tahawī (geb. 227 n.H.). Diese Überlieferung ist auf der ganzen Welt verbreitet und als authentische Sahīh Überlieferung der Glaubenslehre des Imām Abū Hanīfah akzeptiert. Den Imām at-Tahawī sagte, Zitat:

هذا ذكر بيان عقيدة أهل السنة والجماعة ، على مذهب فقهاء الملة أبي حنيفة النعمان بن ثابت الكوفي ، وأبي يوسف يعقوب بن إبراهيم الأنصاري ، وأبي عبدالله محمد بن الحسن الشيباني رضوان الله عليهم أجمعين ؛ وما يعتقدون من أصول الدين

„Dies ist die Darlegung der Glaubenslehre der Ahlus-Sunnah wal-Djamāʿah, nach der Rechtschule der Gelehrten der Millah, dem Faqīh Abū Hanīfah an-Nuʿmān Ibn Thābit al-Kūfī und seiner beiden Gefährten Abū Yūsuf Yaʿqūb Ibn Ibrāhīm al-Ansārī (al-Qādī) und Abū ʿAbdullāh Muhammad Ibn al-Hasan asch-Schaybānī, Ridwānullāh ʿalayhim adjmaʿīn. UND WORAN SIE AN GRUNDLAGEN DER RELIGION GLAUBEN.“ 

Dann sagte er, Zitat:

تعالى (أيِ اللهُ) عنِ الحدود والغايات والأركان والأعضاءِ والأدوا ت، لا تحوِيه الجهات السِّت كسائرِ المبتدعات

„Allāh ist erhaben über Grenzen, Körperteile, Seiten, Glieder, Organe und Hilfsmittel. Die sechs Richtungen beinhalten Ihn (Allāh) nicht, jedoch umgeben sie die Geschöpfe.“

Dies stellt somit den definitiven Beweis für die Glaubenslehre des Imām Abū Hanīfah, nämlich: Allāh existiert nicht in einer Richtung, weder oben über dem Thron noch unten unter der Erde, weder links noch rechts wie die Luft uns umgibt, weder vorne noch hinten in der Leere des Raumes.

2. Diese angebliche Begründung welche Pierre Vogel als Scheinbeweis vorbrachte, existiert nicht in den Überlieferungen des Buches „al-Fiqh al-Akbar“ bei den hanafitischen Gelehrten!

Der hanafitische Gelehrte Muhammad Zāhid al-Kautharī sagt bezüglich dieser Begründung, welche Pierre Vogel dem Imām Abū Hanīfah verleumderisch zuschreibt:.

ولا وجود لهذين التعليلين فى رواية ابى الليث وغيرهما من أصحابنا كما سبق. على أنه ليس فيهما اثبات مكان له

„Was diese Begründungen betrifft, so existieren diese nicht in der Überlieferung von Abul-Layth und auch nicht bei den anderen von unseren Gefährten (den Gelehrten der hanafitischen Rechtschule). Hinzu kommt, dass davon keinerlei Zuschreibung eines Ortes ableitbar ist.“

Somit handelt es sich bei dieser Begründung offensichtlich um eine Fälschung die dem Imām Abū Hanīfah zugeschrieben wird.

3. Pierre Vogel entnimmt diese erlogene Begründung aus dem Buch eines sogenannten Ibn Abil-ʿIzz, den er als hanafitischen Gelehrten darstellt.

Der Schaykh Mullā ʿAlī al-Qārī sagte bezüglich dieser Person und seines Buches:

إن مؤلفه يُغرِب في استدلاله ويخالف العقيدة الحقة ويتبع المبتدعة القائلين بالجهة في حق البارئ سبحانه

„Dieser Verfasser (dieser Ibn Abil-ʿIzz) benutzt abwegige Beweisführungen und widerspricht der wahrhaftigen Glaubenslehre. Er folgt den Mubtadiʿah (den schlechten Neuerern), die dem erhabenen Schöpfer eine Richtung zuschreiben.“

Der Hāfidh Murtadā az-Zabidī, der ebenfalls ein großer hanafitischer Gelehrter war und als Siegel der Linguisten bezeichnet wird, sagte bezüglich des Buches dieser Person:

فيه مجازفة وتجاوز للحدود وهو كالرد على أئمة أهل السنة

„Es ist fahrlässig und es werden Grenzen überschritten. Es ist wie eine Widerrede gegen die Imame der Ahlus-Sunnah.“

Der Schaykh Muhammad Zāhid al-Kautharī al-Hanafī sagte bezüglich dieser Person und seines Buches, Zitat:

طبع شرح لمجهول ينسب إلى المذهب الحنفي زورا ينادي صنع يده بأنه جاهل بهذا الفن وأنه حشوي مختل العيار

„Es wurde (in unserer heutigen Zeit) eine Erläuterung (des Fiqh al-Akbar) von einem Unbekannten (Madjhūl) gedruckt. Er wird verleumderisch der hanafitischen Rechtschule zugeschrieben. Was er verfasste, zeigt klar und deutlich, dass er ein Unwissender (Djāhil) bezüglich der Angelegenheiten des Glaubens ist. Und es zeigt, dass er ein Verähnlicher Gottes ist (Haschwī) mit einer verdorbenen Einstellung.“

Quelle: https://www.facebook.com/dieWaechter.desGlaubens/posts/1308963555820542



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