Die Behauptung:
Nachdem die Verkörperlicher damit gescheitert sind uns bezüglich der Bedeutungen der Ayāt, des Hadīth und der Glaubenslehre der Salaf zu täuschen, sind sie aus lauter Verzweiflung dazu übergegangen, nach zwielichtigen Aussagen von Gelehrten zu suchen, welche nicht zu den Salaf gehören, um dieses dann als scheinbar unwiderlegbaren Beweis für ihre Irreleitung zu präsentieren.
Einer dieser im Zweifel versunkenen Verkörperlicher heißt Pierre Vogel, er versucht uns auf stümperhafteweise mit unglaubhaften Behauptungen und theatralischem Gebaren, eine solche zwielichtige Aussage als ultimativen Beweis präsentieren. Konkret behauptet er, dass al-Qurtubī gesagt habe, dass die Salaf niemals die Richtung in Bezug auf Allāh negiert sondern bestätigt hätten und die augenscheinliche Bedeutung des Istiwa, von ihnen nicht abgelehnt worden sei.
Die Antwort:
Diese erfundene Behauptung als entscheidenden Beweis zu präsentieren, ist eine Bankrotterklärung, wie wir im Nachfolgenden zeigen werden. Außerdem werden wir uns nicht in vage Deuteleien und zweifelhafte Erklärungen begeben, so wie es die Verkörperlicher getan haben. Hätten sie echte Gewissheit darüber, würden sie nicht solch zwielichtigen Behauptungen, als ihrer Meinung nach stärksten Beweis, anführen.
Aus diesem Grund werden wir auf folgendes nicht näher eingehen:
1. Wir werden nicht näher darauf eingehen, welche Konsequenz es hat, dass al-Qurtubī zu der vierten Stufe „an-Naqalah“ gehörte.
2. Außerdem werden wir nicht näher darauf eingehen, wie widersprüchlich diese Aussage in sich selbst ist, da in derselben Aussage steht, dass sie Allāh nie die Richtung zugeschrieben haben: ولا ينطقون بذلك „Und sie haben es auch nie ausgesprochen“.
3. Des Weiteren werden wir auch nicht näher darauf eingehen, dass al-Ghazālī in „Ihyā ʿUlūm ad-Dīn“ (1/128) auf die Bedeutung des Wortes Richtung einging und schließlich darauf hinwies, dass wenn jemand dieses Wort verwendet und eine andere Bedeutung als diese meinte:
وإن أريد بالجهة غير هذين المعنيين كان غلطًا في الاسم
„Und wenn mit Richtung eine andere als diese Bedeutungen gemeint wurde, so stellt dieses einen Fehler in der Wortwahl dar.“
Ob al-Qurtubī all dieses wirklich sagte oder diese Stelle nachträglich verändert wurde, ob es versehentlich eine falsche Wortwahl war, auf all dieses werden wir nicht näher eingehen. Wir werden all dieses beiseitelegen, auf die Behauptung selbst eingehen und ganz einfach ihren Inhalt überprüfen!
1. Erste Lüge:
Die Behauptung, dass die Salaf niemals die Richtung negiert hätten, ist eine offensichtliche Lüge!
Der Imām Abū Djaʿfar at-Tahāwī (geb. 227 n.H.), der zu den großen Gelehrten der Salaf Epoche gehört, überlieferte die Glaubenslehre der Salaf in „al-ʿAqīdah at-Tahāwiyyah“, er sagte, Zitat: „Dies ist die Darlegung der Glaubenslehre der Ahlu s-Sunnah wa l-Djamāʿah.“ Dann sagte er:
تعالى (أيِ اللهُ) عنِ الحدود والغايات والأركان والأعضاءِ والأدوا ت، لا تحوِيه الجهات السِّت كسائرِ المبتدعات
„Allāh ist erhaben über Grenzen, Enden, Seiten, Körperteile und Organe. Die sechs Richtungen (Djihāt) beinhalten Ihn nicht, jedoch umgeben sie die Geschöpfe.“
Dieses Zitat ist der unwiderlegbare Beweis dafür, dass die Richtung (Djihah) von den Salaf negiert wurde, WORTWÖRTLICH! Damit ist unmissverständlich und in aller Deutlichkeit belegt, dass wer auch immer die Behauptung aufgestellt hatte, dass die Salaf niemals die Richtung negiert hätten, ein dreister Lügner ist. Hinzu kommt, dass Pierre Vogel selbst sagte: „Was die früheren und späteren Gelehrten gesagt haben, interessiert uns nicht, uns interessiert was die Salaf gesagt haben.“ Was für ein gewaltiger Widerspruch ist es dann, wenn wir sehen, wie er die Aussage der Salaf missachtet und sich auf die Aussagen derjenigen beruft, die er zuvor als unbedeutend abgetan hat!
2. Zweite Lüge:
Die Behauptung, dass alle Salaf das Wort „Richtung“ ausgesprochen und Allāh zugeschrieben hätten, ist eine weitere offensichtliche Lüge!
Wenn wirklich alle Salaf so etwas ausgesprochen hätten, dann müsste dieses doch massenhaft überliefert worden sein und es wäre ein Leichtes dieses mit mindestens einem einzigen Zitat zu belegen?!
Dem aufmerksamen Leser wird nicht entgangen sein, dass wenn es auch nur ein einziges Zitat gegeben hätte, die Verkörperlicher nicht einen einzigen Augenblick gezögert hätten, es vorzuzeigen.
Deshalb fragen wir die Verkörperlicher: Wo ist jemals das Wort „Richtung“ (Djihah) von den Salaf ausgesprochen und Allāh zugeschrieben worden?! Sie werden dir auf diese Frage nicht antworten können, selbst wenn du ihnen Zeit bis zum Tag des Jüngsten Gerichts geben würdest!
3. Dritte Lüge:
Die Behauptung, dass die augenscheinliche Bedeutung des Istiwa nicht abgelehnt worden sei von den Salaf, ist eine weitere offensichtliche Lüge. Denn im selben Buch stellt al-Qurtubī in aller Deutlichkeit fest, dass es die Methodologie der Salaf war, die augenscheinliche Bedeutung für unmöglich zu halten!
In der Erläuterung der Āyah 7 der Sūrah āl ʿImrān erwähnte al-Qurtubī diesbezüglich:
وقد عرف أن مذهب السلف ترك التعرض لتأويلها مع قطعهم باستحالة ظواهرها، فيقولون أمروها كما جاءت. وذهب بعضهم إلى إبداء تأويلاتها وحملها على ما يصح حمله في اللسان عليها
„Es ist eine bekannte Sache, dass es die Methodologie der Salaf war, es zu unterlassen sich mit der detaillierten Erläuterung zu beschäftigen, während sie der festen Überzeugung waren, dass die augenscheinliche Bedeutung unmöglich ist. Sie sagten: Überliefert es weiter, so wie es euch überliefert wurde (ohne Allāh Verähnlichung zuzuschreiben „Bila Kayf“). Einige von ihnen haben sich jedoch der detaillierten Erläuterung zugewendet und sie mit dem erläutert, womit es gemäß der arabischen Sprache korrekterweise erklärbar ist.“
– Zu all dem kommt hinzu, dass al-Qurtubī ein paar Zeilen vorher erwähnte, dass wer diese Ayāt dem Anschein nach nimmt, ein Verähnlicher ist und die Verähnlicher Ungläubige sind, er sagte, Zitat:
قال شيخنا أبو العباس رحمة الله عليه: متبعو المتشابه لا يخلو أن يتبعوه ويجمعوه طلبا لاعتقاد ظواهر المتشابه، كما فعلته المجسمة الذين جمعوا ما في الكتاب والسنة مما ظاهره الجسمية حتى اعتقدوا أن البارئ تعالى جسم مجسم وصورة مصورة
الصحيح القول بتكفيرهم، إذ لا فرق بينهم وبين عباد الاصنام والصور، ويستتابون فإن تابوا وإلا قتلوا كما يفعل بمن ارتد
„Unser Schaykh Abu l-ʿAbbās, möge Allāh ihm gnädig sein, sagte: Diejenigen, die es auf die mehrdeutigen Ayāt abgesehen haben, sind erpicht darauf und sammeln sie, um an den Anschein der mehrdeutigen āyat zu glauben. So wie es die Verkörperlicher getan haben, sie haben aus dem Qur’ān und dem Hadīth gesammelt, was nach Verkörperlichung schien, bis sie geglaubt haben, dass der Schöpfer eine verkörperlichte Verkörperung und verbildlichtes Bild ist. Es ist richtig sie zu Ungläubigen zu erklären, denn es gibt keinen Unterschied zwischen ihnen und den Götzen- und Bilderanbetern. Sie müssen bekehrt werden, ansonsten werden sie zum Tode verurteilt.“
Dies soll keine Handlungsaufforderung unsererseits darstellen, sondern wir erwähnen lediglich was sonst noch in diesem Buch steht, um verdeutlichen was für ein krasser Widerspruch zu der Behauptung der Verkörperlicher über al-Qurtubī besteht.
Wenn es stimmen würde, dass er den Salaf zugeschrieben hätte an das Augenscheinliche des Istiwa zu glauben, so wie es Pierre Vogel behauptet, dann hätte al-Qurtubī sie im nächsten Atemzug zu Ungläubigen Verkörperlichern erklärt, welche die Todesstrafe verdienen würden. Was für ein Wahnsinn!
– Und in der Erläuterung der Āyah 4 der Sūrah al-Hadīd, sagte al-Qurtubī bezüglich der beiden Ayāt { ٱسْتَوَىٰ عَلَى ٱلْعَرْشِ } und { وَهُوَ مَعَكُمْ }, Zitat:
والأخذ بالظاهرين تناقض فدل على أنه لا بدّ من التأويل، والإعراضُ عن التأويل ٱعتراف بالتناقض
„Den Anschein beider Ayāt zu nehmen, wäre eine Widersprüchlichkeit, somit ist bewiesen, dass eine detaillierte Erläuterung (Ta’wīl) vorgenommen werden muss. Die Ablehnung des Ta’wīl, wäre das Eingeständnis widersprüchlich zu sein.“
Wenn es stimmen würde, was Pierre Vogel al-Qurtubī zugeschrieben hat, dann hätte er die Salaf hier als widersprüchlich bezeichnet.
– Und in der Erläuterung der Ayah 29 der Sūrah al-Baqarah sagte al-Qurtubī bezüglich der Āyah { ثُمَّ ٱسْتَوَىٰ }:
قال بعضهم: نقرؤها ونفسّرها على ما يحتمله ظاهر اللغة. وهذا قول المشبّهة.
„Einige haben gesagt: ‚Wir bestätigen und erklären es nach dem Augenschein.‘ Und dies ist die Aussage der Verähnlicher (Muschabbihah).“
Dann sagte al-Qurtubī:
والقاعدة في هذه الآية ونحوها منع الحركة والنقلة
„Die Grundregel bei dieser und ähnlicher Ayāt lautet: Die Bewegung (Harakah) und der Transport (Nuqlah) sind unmöglich.“
Hier hätte er die Salaf, gemäß Pierre Vogel, ein weiteres mal als Verähnlicher bezeichnet.
– Es sollte nicht unerwähnt bleiben, was der Schaykh Muhammad ʿArabī at-Tabbān in „Barā’at al-Aschʿariyyīn“ (1/64) bezüglich all dieser offensichtlichen Widersprüchlichkeit sagte, er sagt, Zitat:
ودس المبتدعة في كتب الأشعري وغيره من علماء الإسلام شيئاً كثيراً فمن ذلك دسهم التشبيه أيضاً في تفسير القرطبي فمن طالعه يجده متضارباً
„Die Anhänger der Irreleitung haben in den Büchern des Imām al-Aschʿarī und anderen Gelehrten des Islam, viele Dinge verfälscht. Zu diesen Verfälschungen gehört, das Einfügen von Verähnlichung (Taschbīh) in den Tafsir von al-Qurtubī. Wer ihn eingehend betrachtet, der wird feststellen, dass er sich selbst widerspricht.“
4. Vierte Lüge:
Die Behauptung, dass al-Qurtubī daran geglaubt hätte, dass es richtig wäre Allāh eine Richtung zuzuschreiben, ist ebenfalls erlogen. Denn wie kann er den Salaf zugeschrieben haben, dass sie Allāh eine Richtung zuschreiben würden, obwohl er an einer anderen Stelle sagt, dass der Prophet uns beibrachte, dass Allāh ohne Richtung existiert?!
In der Erläuterung der Sūrah al-Anbiyā’ Āyah 87, sagte al-Qurtubī in seinem „al-Djāmiʿ li Ahkām al-Qur’ān“ (11/333-334), Zitat:
وقال أبو المعالي: قوله صلى الله عليه وسلم: لا تفضلوني على يونس بن متّى“ المعنى فإني لم أكن وأنا في سدرة المنتهى بأقرب إلى الله منه وهو في قعر البحر في بطن الحوت. وهذا يدلّ على أن البارىء سبحانه وتعالى ليس في جهة
„Abu l-Maʿālī sagte, die Bedeutung der Aussage des Gesandten Gottes, Salla l-Lāhu ʿAlayhi wa Sallam, {Lā tufaddilūnī ʿala Yūnus Ibnu Mattā} lautet: Als ich (also der Prophet Muhammad) bei as-Sidratu l-Muntahā (in den Himmeln) war, war ich nicht näher zu Allāh als er, während er am Meeresgrund im Wal war. Und dieses beweist, dass der erhabene Schöpfer ohne Richtung (Djihah) existiert.“
– Und in der Erläuterung der Sūrah al-Mulk Āyah 16, sagte al-Qurtubī in seinem „al-Djāmiʿ li Ahkām al-Qur’ān“ (18/216), Zitat:
ووصفه بالعلوِّ والعظمة لا بالأماكن والجهات والحدود لأنها صفات الأجسام. ترفع الأيدي بالدعاء إلى السماء… كما جعل الله الكعبة قِبلةً للدعاء والصلاة، ولأنه خلق الأمكنة وهو غير محتاج إليها، وكان في أزله قبل خلق المكان والزمان ولا مكان له ولا زمان، وهو الآن على ما عليه كان
„Allāh wird mit Hoheit (des Status) beschrieben, nicht mit Ort, Richtung oder Beschränkung, denn dieses sind die Eigenschaften der Körper. Die Hände werden beim Bittgebet zum Himmel gewendet, so wie man sich beim Gebet zur Kaʿbah wendet (beides bedeutet nicht, dass Allāh sich dort aufhalten würde). Da Er der Schöpfer der Orte ist und nicht in Abhängigkeit von ihnen ist, existierte Er vor dem Ort und der Zeit, ohne Ort und ohne Zeit. Und Er existiert auch jetzt, ohne Ort und ohne Zeit.“
– Und in der Erläuterung der Sūrah al-Baqarah Āyah 255, sagte al-Qurtubī in seinem „al-Djāmiʿ li Ahkām al-Qur’ān“ (3/278), Zitat:
و“العليّ“ يراد به علو القدر والمنزلة لا علو المكان، لأنَّ الله منزه عن التحيز. وحكى الطبري عن قوم أنهم قالوا: هو العلي عن خلقه بارتفاع مكانه عن أماكن خلقه. قال ابن عطية: وهذا قول جهلة مجسمين
„Mit ‚al-ʿAlī‘ ist die Hoheit des Status gemeint, nicht die Hoheit des Ortes, denn Allāh ist erhaben über den Ortsaufenthalt. Al-Tabarī berichtete über eine Gruppe, dass sie sagten: ‚Es ist die Hoheit durch die Erhebung seines Ortes über die Orte seiner Geschöpfe‘. Ibnu ʿAtiyyah sagte: ‚Und dies ist die Aussage der unwissenden Verkörperlicher.‘“
– Und in der Erläuterung der Sūrah al-Anʿām Āyah 18, sagte al-Qurtubī in seinem „al-Djāmiʿ li Ahkām al-Qur’ān“ (6/399), Zitat:
ومعنى:{فوق عباده} [سورة الأنعام/18] فوقية الاستعلاء بالقهر والغلبة عليهم، أي هم تحت تسخيره لا فوقية مكان
„Die Bedeutung von {فوق عباده} (Fawqa ʿIbādih) lautet: Über ihnen zu sein mit der Bezwingung, d. h. sie sind Ihm unterworfen, damit ist nicht gemeint örtlich über ihnen zu sein.“
– Und in der Erläuterung der Sūrah al-Anʿām Āyah 3, sagte al-Qurtubī in seinem „al-Djāmiʿ li Ahkām al-Qur’ān“ (6/390), Zitat:
والقاعدة تنزيهه ـ سبحانه وتعالى ـ عن الحركة والانتقال وشغل الأمكنة
„Die Grundregel lautet, dass Allāh erhaben ist über Bewegung, Transport und Besetzung eines Ortes.“
– Und in der Erläuterung der Sūrah al-Anʿām Āyah 158, sagte al-Qurtubī in seinem „al-Djāmiʿ li Ahkām al-Qur’ān“ (7/145), Zitat:
وليس مجيئه تعالى حركةً ولا انتقالاً ولا زوالاً لأن ذلك إنما يكون إذا كان الجائي جسمًا أو جوهرًا
„Der Madjī’ in Bezug auf Allah, ist keine Bewegung, kein Transport und keine Transition, denn dieses ist bei Körpern und Teilchen der Fall.“
– Und in der Erläuterung der Sūrah al-Fadjr Āyah 22, sagte al-Qurtubī in seinem „al-Djāmiʿ li Ahkām al-Qur’ān“ (20/55), Zitat:
والله جل ثناؤه لا يوصف بالتحول من مكان إلى مكان، وأنَّى له التحول والانتقال ولا مكان له ولا أوان، ولا يجري عليه وقت ولا زمان،
„Allāh, der Erhabene, wird nicht mit Verlagerung von Ort zu Ort beschrieben. Erhaben ist er über Verlagerung und Transport, Er existiert Ort und ohne Zeit.
5. Fazit: Nachdem wir nachgewiesen haben, dass die gesamte Aussage, welche al-Qurtubī zugeschrieben wird, nichts als Lügen beinhaltet, fragen wir uns: Was will uns Pierre Vogel nun damit sagen? Etwa dass wir die erlogene Aussage eines Wahnsinnigen akzeptieren müssen, der sich selbst widerspricht, lügt und dann die Salaf zu Ungläubigen Verähnlichern erklärt, die die Todesstrafe verdienen?
Falls es das ist, was er uns sagen will, dann weisen wir ihn darauf hin, dass wir die Aussage eines solchen Wahnsinnigen weder akzeptieren noch glauben dürfen. Denn der Hadīthgelehrte an-Nawawī, möge Allāh ihm gnädig sein, sagte: „Ein islamisches Rechtsgutachten darf man sich nur bei einem Vertrauenswürdigen, der Wissen über die Religion hat, einholen“.
– Des Weiteren fragen wir die Verkörperlicher: Folgt ihr dem Beweis oder al-Qurtubī?
Falls sie sagen, dass sie nicht dem Beweis, sondern al-Qurtubī folgen, weisen wir sie auf den Hadīth des Propheten hin. Der Gesandte Gottes, Salla l-Lāhu ʿAlayhi wa Sallam, sagte in einem Hadīth (wovon die Bedeutung lautet): „Von jeder Aussage kann genommen und abgelassen werden, außer von der Aussage des Propheten“.
Falls sie sagen, dass sie nicht al-Qurtubī, sondern dem Beweis folgen, so weisen wir sie darauf hin, dass Imām Abū Djaʿfar at-Tahāwī (geb. 227 n.H.), der zu den großen Gelehrten der Salaf gehörte, die Glaubenslehre der Salaf in „al-ʿAqīdah at-Tahāwiyyah“ überlieferte und sagte, Zitat: „Dies ist die Darlegung der Glaubenslehre der Ahlu s-Sunnah wa l-Djamāʿah.“ Dann sagte er: „Die sechs Richtungen (Djihāt) beinhalten Ihn nicht, jedoch umgeben sie die Geschöpfe.“
– Weiterhin weisen wir sie darauf hin, dass die Eigenschaften Gottes weder von irgendeinem Gelehrten noch von irgendeinem Salaf festgelegt werden. Wir weisen sie auf folgende wichtige Grundregel hin, die der Hadīthgelehrte Ibn Hadjar al-ʿAsqalānī von Ibn Battāl überliefert: „Die Eigenschaften Gottes werden weder durch die Aussage eines Gefährten noch durch die eines Tābiʿī festgelegt“.
Somit liegt in der Aussage einer Person, die kein Prophet ist, kein Beweis in dieser Angelegenheit. Denn der Gesandte Gottes, Salla l-Lāhu ʿAlayhi wa Sallam, sagte wovon die Bedeutung lautet: „Von jeder Aussage kann genommen und abgelassen werden, außer von der Aussage des Propheten“. Denn die Aussage einer Person, welche kein Prophet ist, ist keine Offenbarung und kann somit potenziell falsch sein.
So sagte der Imām Ibnu l-Djawzī in „Dafʿ Schubah at-Taschbīh“ (S.111): „Der Imām Ahmad wurde etwas gefragt und er gab eine Fatwā diesbezüglich. Es wurde dann zu ihm gesagt: ‚Aber Ibn al-Mubārak sagt etwas anderes‘. Er sagte dann: ‚Ibn al-Mubārak ist nicht vom Himmel herabgekommen‘.“
Und um es noch deutlicher auszudrücken: Unter den 12 Schülern des Propheten ʿĪsā (zu dt. Jesus), ʿAlayhi s-Salām, gab es einige, die nach seiner Hochhebung in den Himmel ungläubig wurden, indem sie später behaupteten, dass er Gottes Sohn wäre. Wer ihnen in dieser Aussage gefolgt ist, der ist verloren. So stellt die Aussage eines Menschen, der kein Prophet ist, wie in diesem Beispiel deutlich zu sehen, keinen Beweis für die Festlegung der Eigenschaften Gottes dar, abgesehen davon ob es ein Gefährte zu sein scheint oder ein Tābiʿī. Jedoch ziehen es die Verkörperlicher vor, entsprechend ihrer Neigung, erlogene Aussagen über die Salaf, als angebliche Beweismittel zu nehmen. Mit ihnen ist das geschehen, was mit anderen vor ihnen schon geschehen ist, die der Gottesverkörperlichung und dem Gottesvergleich anheim fielen.
Sie sind irgendwelchen unbestätigten und unauthentischen Erzählungen unbekanntem Ursprungs blind gefolgt, welche sie schließlich auf den Weg zur Hölle geleitet haben.
Der Glaube an Allāh ist im Qur’ān und dem bestätigten Hadīth festgelegt, der Glaube wird nicht von al-Qurtubī festgelegt.
– Falls die Verkörperlicher sagen, dass das alleinige Vorhandensein dieser Aussage ausreichend wäre, sagen wir: Wenn dieses ausreichend wäre, dann gäbe es jemanden, dessen Aussage alle anderen Aussagen, die Gegenteiliges beinhalten, für ungültig erklärt!
Der Imām ʿAlī Ibn Abū Tālib, der größte Gelehrte der Gemeinschaft des Gesandten Gottes ﷺ, sagte:
{ كان الله ولا مكان، وهو الآن على ما عليه كان }
„Allāh existierte und es gab keinen Ort. Und Er existiert auch jetzt, ohne Ort.“ (In „al-Farqu Bayna l-Firaq“ von Imām Abū Mansūr Al-Baghdādī)
Was bei dieser Aussage des Imām ʿAlī hinzukommt, ist dass sie mehr als nur durch eine einfache Überlieferungskette belegt ist, vielmehr ist sie durch den authentischen Sahīh Hadīth des Gesandten Gottes, Salla l-Lāhu ʿAlayhi Wa Sallam, bestätigt, den der Imām al-Bukhārī mit seiner Sahīh Überlieferungskette bis zum Propheten überlieferte.
Der Gesandten Gottes, Salla l-Lāhu ʿAlayhi Wa Sallam, sagte: „Allāh existierte und es existierte nichts außer Allāh.“ Das heißt, Allāh existierte ohne Ort, ohne Zeit, ohne Himmel und ohne Thron, ganz genau so wie es der Imām ʿAlī sagte.
6. Abschließend sei gesagt:
Wie man mit den Fehlern in den Büchern umgehen soll:
– Der Imām asch-Schāfiʿī sagte einst, nachdem er ein Buch verfasste: „Ich habe mir größte Mühe gegeben, Fehler aus meinem Buch heraus zu halten, jedoch gibt es sie. Ich weiß zwar nicht wo sie sind, dennoch sind sie mit Gewissheit vorhanden“.
Wenn dies der Imām asch-Schāfiʿī höchstpersönlich über sein Buch sagte, wie verhält es sich dann mit jemanden, der weder seine Stufe hat noch zu den Salaf gehört?
Es ist sogar so, dass der Imām asch-Schāfiʿī uns beibrachte, wie wir mit solchen Aussagen verfahren sollen, die der Religion widersprechen, er sagte: „Wenn ihr seht wie meine Aussage dem widerspricht, was im authentischen Hadīth kam, so schmettert meine Aussage gegen die Wand“.
Der Imām asch-Schāfiʿī war sehr bescheiden, möge Allāh ihm gnädig sein, gemäß dieser Grundregel werden wir auch mit der Behauptung eines jeden verfahren, der lügt und behauptet, dass Allāh in einer Richtung wäre.
Wie Leute genannt werden, die sich auf das Schauen in die Bücher verlassen:
– Und wie Leute bezeichnet werden, die denken, dass sie sich Wissen durch das Anschauen der Bücher angeeignet hätten, das sagt uns der Hāfidh al-Khatīb al-Baghdādī.
Der Hāfidh Abū Bakr al-Khatīb al-Baghdādī überlieferte in seinem Werk „al-Faqīh wa l-Mutafaqqih“ von einigen Gelehrten der Salaf:
مَن طالَع الكُتُبَ لنفسهِ بدونِ مُعَلِّمٍ يُسمَّى صُحُفِيًّا ولا يُسمى مُحَدِّثَا ومَن قَرأ القُرءآن لِنَفْسه بِدُون مُعَلِّمٍ يُسَمَّى مُصْحَفِيًّا ولا يسمى قارئًا
„Al-Mushafiyyūn sind diejenigen, die den Qur´ān ohne Lehrer rezitieren. Sahafiyyūn sind diejenigen, die sich ihr Wissen durch Bücher angeeignet haben, ohne Lehrer“.
Was mit diesen Leuten geschieht, wenn sie auf fehlerhafte Bücher treffen:
– Abū Hayyān al-Andalusī, der Linguist, pflegte folgendes Gedicht oft aufzusagen:
يَظُنُّ الغَمْرُ أنَّ الكُتْبَ تَهْـدِي … أَخـَا فَـهْمٍ لِإدْراكِ العُلُـــومِ وَمـا يَدْرِي الجَـهُولُ بِأنَّ فِيـها … غَوامِضَ حَيَّرَتْ عَقْلَ الفَهِيمِ إِذا رُمْتَ العُلُومَ بِغَيْرِ شَيْــخٍ … ضَلَلْتَ عَنِ الصِّراطِ المُسْتَقِيمِ وتَلْتَبِسُ العُلُومُ عَلَيْكَ حَتَّـى … تَصِيرَ أَضَلَّ مِن تُومَا الحَــكِيمِ
„Der Törichte glaubt, dass Bücher rechtleiten … Er hat zur Erlangung des Wissens ein Verständnis beigesellt
Unwissend darüber, dass sich darin befinden … Ungewissheiten, die den Verstand des Klugen verwirrten.
Wenn du nach den Wissenschaften strebst, ohne Schaykh … Irrst du ab vom rechten Weg
Und du verkennst die Wissenschaften solange … Bis du irregeleiteter als Tūmā al-Hakīm wirst“.
Dieser Tūmā war ein Arzt, jedoch hat er durch Bücher sein Wissen erlangt. Einst gab es einen Fehler in einem seiner Bücher, es stand dort geschrieben: „In der schwarzen Schlange ist Heilung für viele Krankheiten“ anstatt „Im schwarzen Korn ist Heilung für viele Krankheiten“. Es sind viele wegen ihm gestorben.
Quelle: https://www.facebook.com/dieWaechter.desGlaubens/posts/936194316430803