Hafiẓ Ibn al-Aṯīr (gest. 630) schrieb in seinem Wek al-Kāmil fīʾl-Taʾrīkh über die Ereignisse des Jahres 310 folgendes:
In diesem Jahr verstarb Muhammad ibn Jarir at-Tabari, der Autor des Werkes Taʾrīkh, in Bagdad. Er wurde im Jahr 224 geboren. Er wurde Nachts in seinem eigenen Haus begraben, denn nach seinem Tod versammelte sich das Volk vor seinem Haus und behaupteten zu erst, dass er ein Rafidhi sei und später dass er ein Mulhid (Apostat/Abtrünniger) sei, und verhinderten Tagsüber sein Begräbnis auf dem Friedhof.
In al-Qism al-akhīr min Kitāb tajārub al-umam überlieferte Muhammad Ibn Miskawayh (gest.421) von ‚Ali Ibn ‚Isa, dass er sagte: „Ich schwöre bei Allah, diese Gruppe die gegen Ibn Jarir protestierte, weiß gar nicht was ein Rafidhi oder ein Mulhid ist.
Abu Hamid Ibn Marzuq (gest.1390) schrieb zu diesem Vorfall folgendes: „Es stimmt nicht, dass das Volk wie Ibn al-Athir erwähnt gegen at-Tabari protestierte. Vielmehr waren es einige Hanbalis die üble Nachrede verbreiteten und die Menschen aufstachelten. Der Grund dafür war folgender: Ibn Jarir erwähnte nicht Ahmad Ibn Hanbal in seinem Werk, wo er die Meinungsunterschiede der Juristen (Fuqaha) aufzählte. Als man ihm fragte, wieso er Ahmad Ibn Hanbal nicht in seinem Werk erwähnte, antwortete er: „Ahmad Ibn Hanbal war kein Jurist sonder ein Hadith-Gelehrter (Muhaddith).“ Die Hanbalis fühlten sich sehr beleidigt aufgrund dieser Aussage und erfanden deshalb viele Dinge über Ibn Jarir.
Über ihn (Ibn Jarir) sagte Imam Abu Bakr al-Khatib (al-Bagdadi): At-Tabari gehörte zu den Imamen in der Religion. Seine Tugendhaftigkeit und sein Geschick (in den islamischen Wissenschaften) waren der Grund, weshalb nach seinen Meinungen geurteilt und auf seine Ansichten wert gelegt wurde. Keiner seiner Zeitgenossen erreichte solche ein Niveau was die (islamischen-)Wissenschaften anging. Er lernte den Qur’an al-Karim auswendig und vertiefte sich in der Qiraat- und Tafsirwissenschaft. Er war ein Faqih des Qur’an ahkams. In der Haditüberlieferung war er ein Gelehrter, der wusste, ob ein Hadith authentisch, schwach, nasikh oder mansukh (Abrogierend oder Abrogiert) war…
Abu Ahmad al-Husain ibn ‚Ali ibn Muhammad ar-Razi sagte: „Die erste Frage die mir Imam Abu Bakr ibn Khuzayma stellte war, ob ich von Ibn Jarir at-Tabari etwas aufgeschreiben hätte.“ Ich sagte, nein! Er fragte mich darauf nach dem Grund und ich antwortete: „Er kam nicht raus. Und die Hanbalis erlaubten mir nicht, ihn zu besuchen. Ibn Khuzayma sagte : „Das war nicht gut von dir. Hättest du doch von Ibn Jarirs Wissen genommen, anstatt von den gelehrten die du besucht hast.“
Nachdem Ibn Khuzayma Ibn Jarirs Tafsir studierte, sagte er: „Ich kenne auf der Erde niemanden, der mehr Wissen (über die Religion) hat als Ibn Jarir. Zweifelslos haben ihn die Hanbalis unterdrückt.
Abu Muhammad ‚Abdullah ibn Ahmad al-Farghani sagte, nachdem er über at-Tabaris Werke sprach: „Abu Ja’far (at-Tabari) gehörte nicht zu denen, die sich vom Weg Allahs durch die Kritik der Kritiker ablenken lies. Er sagte stets dies, was er über Allah und die Muslime sagen müsste und kam nicht von wahren Weg ab…
Ich (Ibn Marzuq) sage: Ibn Jarir befand sich auf der Stufe der Mujtahidun. Der oben erwähnte Ibn Khuzayma war im Fiqh Schafi’i, jedoch war er in der ‚Aqida ein großer Mujassim. Er ist der Autor des Buches Kitab at-Tauhid. Imam ar-Razi sagte in seinem Tafsir, in der Surat asch-Schura über dieses Buch, dass es ein Schirk-Buch ist.“ Er (ar-Razi) sagte: „Er gehörte zu den Laien und wusste nicht was Tauhid bedeutet.“
(Abu Hamid Ibn Marzuq, Bara’at-ul-‚Ashariyyin)
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