Thema: Der Kalām und die Salaf
Die Behauptung:
Die Verkörperlicher behaupten, dass die Salaf niemals das Urteil des Verstandes genutzt hätten, um die Erhabenheit Gottes zu bestätigen. Sie behaupten, dass die rationalen Beweise zur Bestätigung der Glaubenslehre der Muslime, griechischen Philosophie wäre und die Salaf dieses als „Kalām“ geschmäht hätten. Des Weiteren behaupten sie, dass die Salaf niemals die Richtung (Djihā) und den Ort (Makān) für Allāh negiert hätten. Sie behaupten ebenfalls, dass die Salaf niemals Wörter wie Körper (Djism), Körperteile (Aʿdā’), Teilchen (Djauhar), Eigenschaft der Körper (ʿArad), Grenzen (Hudūd), Verbindung (Ittisāl), Trennung (Infisāl), Bewegung (Harakah), Transport (Intiqāl), Distanz (Masāfah), Niederlassung (Istiqrār) oder Sitzen (Djulūs) verwendet hätten.
Wir werden anhand der nachfolgenden Belege zeigen, dass diese Behauptungen nicht nur falsch, sondern erlogen sind. Anschließend werden wir zeigen, dass sie selbst die Verbrechen begangen haben, die sie anderen vorwerfen.
Die Antwort:
1. Die Salaf haben den Kalām der Sekten geschmäht und den Kalām der Ahlu s-Sunnah nicht nur gelobt, sondern selbst praktiziert.
Die rationalen Beweise mittels des Verstandes, in Bestätigung der Religion (auf arabisch: Kalām), sind nicht etwas Verschmähtes. Es wurde zwar in einigen Aussagen der Salaf, die Schmähung des Kalām erwähnt. Was sie damit meinten, war jedoch nicht der Kalām der Ahlu s-Sunnah, womit die islamischen Glaubenslehre bestätigt wurde. Im Gegenteil, dies ist etwas, was sie selbst gelernt, gelehrt und praktizierten haben.
Der Kalām den die Salaf schmähten, ist der Kalām womit die irregeleiteten Gruppen ihre Irreleitungen bestätigen wollten.
Zu diesen Aussagen der Salaf gehört eine Aussage, welche von dem Imām asch-Schāfiʿī überliefert worden ist, sie lautet: „Mit jeder Sünde außer dem Unglauben zu sterben, wäre besser für die Person, als mit etwas von diesem Kalām zu sterben“.
Einige Leuten haben gedacht, dass er den Kalām der Ahlu s-Sunnah gemeint hätte, mit dem die islamische Glaubenslehre bestätigt wird. Das stimmt aber nicht. Die Anhänger der Irreleitung sagen „Was ihr in der Bestätigung eurer Glaubenslehre sagt, das ist al-Kalām und asch-Schāfiʿī hat es geschmäht, also sagt es nicht“.
Die Antwort darauf lautet: Imām asch-Schāfiʿī hat nicht diesen Kalām geschmäht. Al-Kalām ist ein Begriff, der im Arabischen mehr als eine Bedeutung hat. In der sprachlichen Definition kann es das Sprechen bedeuten. In der angewandten Definition kann es das Wissen über die Glaubenslehre der Ahlu s-Sunnah mit den rationalen Beweisen bedeuten und es kann auch manchmal gemeint sein, was die Anhänger der Irreleitung sagen.
Somit hat das Wort mehrere Bedeutungen, sowohl sprachlich als auch angewandt. Die Anhänger der Irreleitung mögen jedoch keine Experten in diesem Gebiet, so wie der Geldfälscher keinen Experten mag, der gefälschtes von echtem Geld unterscheiden kann. Sie versuchen deshalb die Bedeutung der Worte der Salaf zu verfälschen, damit sie die Leute von diesem Wissen fernhaften und dann mit ihnen machen können was sie wollen.
Deshalb siehst du sie, wenn jemand die rationalen Beweise zur Bestätigung der Glaubenslehre der Ahlu s-Sunnah erwähnt, dass sie sagen: „Das ist nicht gut, der Imām asch-Schafiʿī sagte, dass es schlecht ist“.
Die Antwort darauf lautet: „Dies ist nicht was asch-Schāfiʿī schmähte. Der Imām asch-Schafiʿī hatte das Wissen des Kalām selbst gelernt und gemeistert“.
Einmal war er sehr scharfsinnig mit einer Person gewesen, die dann zu ihm sagte: „Dies ist die Art und Weise der Leuten des Kalām, nicht der Leute des Halāl und Harām (d. h. der Rechtswissenschaft)“.
Der Imām asch-Schafiʿī antwortete darauf:
أحكمنا هذا قبل ذاك
„Wir meisterten dieses (d.h. das Wissen des Kalām) vor dem (d. h. das Wissen der Rechtswissenschaft)“.
Er pflegte dieses Wissen zu benutzen um die Anhänger der Irreleitung zu widerlegen, so wie es von dem Hāfidh al-Bayhaqī in den Manāqib asch-Schāfiʿī (1/457) und anderen überliefert wurde.
Ar-Rabīʿ Ibn Sulaymān sagte (al-Asmā’ wa s-Sifāt S.252, Tabyīn Kadhib al-Muftarī S.339-340):
حضرت الشافعي وحدَّثني أبو شعيب إلا أني أعلم أنه حضر عبد الله بن عبد الحكم ويوسف بن عمرو بن يزيد وحفص الفرد وكان الشافعي يسميه المنفرد، فسأل حفص عبد الله بن عبد الحكم فقال: ما تقول في القرءان، فأبى أن يجيبه فسأل يوسف بن عمرو،فلم يجبه وكلاهما أشار إلى
الشافعي، فسأل الشافعي فاحتجَّ عليه الشافعي، فطالت فيه المناظرة فقام الشافعي بالحجة عليه، وكفَّر حفصاً الفرد، قال الربيع: فلقيت حفصاً الفرد في المسجد بعدُ فقال: أراد الشافعي قتلي
Ich war anwesend bei asch-Schāfiʿī und Abū Schuʿayb sprach mit mir, bis ʿAbdullāh Ibn ʿAbdu l-Hakam, Yūsuf Ibn ʿAmr Ibn Yazīd und Hafs al-Fard kamen. Asch-Schāfiʿī pflegte Hafs al-Fard als „al-Munfarid“ (der Abgesonderte) zu bezeichnen. Hafs fragte dann ʿAbdullāh Ibn ʿAbdu l-Hakam und sagte: Was sagst du bezüglich des Qur’ān? Er weigerte sich ihm darauf zu antworten. Dann fragte er Yūsuf Ibn ʿAmr und er weigerte sich ebenfalls. Beide wiesen auf asch-Schāfiʿī hin. Er fragte dann asch-Schāfiʿī und asch-Schāfiʿī widerlegte ihn. Die Debatte zog sich in die Länge bis asch-Schāfiʿī ihn widerlegte. Er erklärte daraufhin Hafs al-Fard zum Ungläubigen. Ar-Rabīʿ sagte: Später sah ich Hafs al-Fard in der Moschee, woraufhin er sagte: Asch-Schāfiʿī wollte mich umbringen.
Und zu den Aussagen des Imām asch-Schāfiʿī diesbezüglich gehört:
من انتهض لمعرفة مدبره فانتهى إلى موجود ينتهي إليه فكره فهو مشبه وإن اطمأن إلى العدم الصرف فهو معطل وإن اطمأن لموجود واعترف بالعجز عن إدراكه فهو موحد الله تعالى
„Wer sich dazu aufmacht die Kenntnis über seinen Schöpfer zu erlangen und schließlich bei etwas vom Verstand vorstellbarem ankommt, der ist ein Verähnlicher. Und wer bei der Nichtexistenz ankommt, der ist ein Gottesleugner. Und wer zur Erkenntnis über die Existenz des Schöpfers gelangt, mit dem Eingeständnis, dass Er unvorstellbar ist, der ist ein Gläubiger.“
Und er sagte:
آمنت بلا تشبيه وصدقت بلا تمثيل
„Ich glaube an Allāh, ohne Vergleich und ohne Verähnlichung.“
Und vor ihm meisterte der Imām Abū Hanīfah dieses Wissen, er verfasste 5 Bücher darüber und nannte dieses Wissen „al-Fiqh al-Akbar“ der größte Fiqh, d. h. dieses Wissen hat einen höheren Rang und ist wichtiger als das Wissen der Zweiggebiete. D. h. das Wissen über die Glaubenslehre ist wichtiger als z.B. das Wissen über die Teilwaschung. Beide sind wichtig, keine Frage, jedoch ist das Wissen über die Glaubenslehre wichtiger.
Yazīd ibn Hārūn sagte: Ich habe keinen Gottesfürchtigeren und intelligenteren Menschen als Abū Hanīfah gesehen.
Imām Abū Hanīfah reiste ca. 20 Mal nach Basrah und besiegte die Muʿtazilah und die Dahriyyūn (die Gottesleugner) in Debatten. Mit rationalen Beweisen stellte er sie vor den Menschen bloß, so dass er zu den Größten seiner Zeit gehörte, die die falschen Gruppen mit rationalen Beweisen zerschmetterten.
Abū Hanīfah sagte beispielsweise in der Widerlegung der Qadariyyah (den Leugnern der Vorherbestimmung), Zitat:
بيننا وبين القدرية الكلام في حرفين: أن نسألهم هل علِمَ اللهُ ما يكون أبداً على ما يكون؟ فإن قالوا لا، كفروا لأنهم جهّلوا ربَهم. وإن قالوا نعم، قيل: شاء أن يَنفَذَ علمه كما علِمَ أولاً؟ فإن قالوا لا، قالوا بأن الله شاء أن يكون جاهلاً ومن شاء ذلك فليس بحكيم.
وإن قالوا نعم، أقروا بأنه شاء أن يكون كل شيء كما علم أن يكون
„Die Debatte zwischen uns und den Qadariyyah wird mit zwei Argumenten entschieden:
– Wir fragen sie: Hat Allāh in der Anfangslosigkeit gewusst, was passieren wird? Wenn sie Nein sagen, haben sie Unglauben begangen, weil sie ihrem Schöpfer Unwissenheit zugeschrieben haben.
– Wenn sie Ja sagen, könnte gesagt werden: Hat Er denn nicht gewollt, dass dieses wovon Er weiß, dass es geschehen wird, so geschieht? Wenn sie Nein sagen würden, hätten sie gesagt, dass Allāh für sich gewollt hätte unwissend zu sein.
Und wenn sie Ja sagen würden, hätten sie zugegeben, dass alles gemäß Seines Wissens geschehen wird.“
So waren ebenfalls die anderen Imame, es ist was der Imām Malik praktizierte und was der Imām Ahmad tat, wie es der Imām az-Zarkaschī in „Taschnīf al-Masāmiʿ“, der Hāfidh Ibn ʿAsākir in „Tabyīn Kadhib al-Muftarī“, der Imām Abū Mansūr al-Baghdādī in „Usūl ad-Dīn“ und andere überlieferten.
Ibn Hurmuz gehörte ebenfalls zu denjenigen, die das Wissen des Kalām meisterten, der Hāfidh al-Bayhaqī überlieferte in „Schuʿab al-Imān“ (1/96), Zitat:
ثنا مالك أنه دخل يوماً على عبد لله بن يزيد بن هرمز فذكر قصة، ثم قال: وكان – يعني ابن هرمز- بصيراً بالكلام، وكان يردُّ على أهل الأهواء، وكان من أعلم الناس بما اختلفوا فيه من هذه الأهو
„(Es berichtete uns Abū ʿAbdullāh al-Hāfidh, es berichtete uns Ahmad Ibn Sahl, es berichtete uns Ibrāhīm Ibn Maʿqal, es berichtete uns Harmalah, es berichtete uns Ibn Wahb;) Es berichtete uns Imām Malik, dass er eines Tages zu ʿUbaydullāh Ibn Yazīd Ibn Hurmuz ging, daraufhin erzählte er dann eine Geschichte. Dann sagte er (Imām Mālik): Er (d. h. Ibn Hurmuz) war gewandt im Kalām und pflegte die Leute der Irreleitung zu widerlegen. Und er gehörte zu den wissendsten Leuten bezüglich der Widersprüchlichkeiten dieser Irreleitungen.“
Ibn Hurmuz verstarb im Jahr 148 n.H. und adh-Dhahabī sagte über ihn in „Siyar Aʿlām an-Nubala’“ (6/379-380):
فقيه المدينة، عداده في التابعين وقلَّما روى، كان يتعبد ويتزهد، وجالسه مالك كثيراً وأخذ عنه. قال مالك: كنت أحب أن أقتدي به ، وكان بصيراً بالكلام يرد على أهل الأهواء، كان من أعلم الناس بذلك، بيَّن مسئلة لابن عجلان فلما فهمها قام إليه ابن عجلان فقبَّل رأسه „، ثم قال الذهبي: „قال مالك: جلست إلى ابن هرمز ثلاث عشرة سنة
Der Faqīh von Madīnah, er zählt zu den Tābiʿīn, er war asketisch und gottesfürchtig. Imām Mālik war oft in seinen Sitzungen und lernte von ihm. Imām Mālik sagte: Ich liebte es hinter ihm zu beten. Er war gewandt im Kalām und pflegte die Leute der Irreleitung zu widerlegen. Er gehörte zu den wissendsten Leuten in diesem Gebiet. Er erklärte einst Ibn ʿAdjlān eine Fragestellung, als Ibn ʿAdjlān sie dann begriff, stand er auf und küsste seinen Kopf.
Dann sagte adh-Dhahabī: Imām Mālik sagte: Ich lernte von Ibn Hurmuz 13 Jahre lang.
Ebenfalls widerlegte der Qādy von Basrah Iyās Ibn Muʿāwiyah (geb. 46 n.H.) die Anhänger der Irreleitung, er galt als ein Maß für Intelligenz, Scharfsinn, Begriffsvermögen und Verstandeskraft.
Der Hāfidh Abu Nuʿaym überliefert in „al-Hilyah“ (3/124):
عن حبيب بن الشهيد قال:
سمعت إياس بن معاوية يقول: ما كلمت أحداً من أصحاب الأهواء بعقلي كله إلا القدرية
Von Habīb Ibn asch-Schāhīd, er sagte: Ich hörte Iyās Ibn Muʿāwiyah sagen: Ich habe niemanden von den Leuten der Irreleitung mit meinem gesamten Verstand debattiert, außer die Qadariyyah.“
Und zu denjenigen, die den Kalām praktizierten um die Leute der Irreleitung zu widerlegen, gehörte der Schaykh al-Hārith Ibn Asad al-Muhāsibī, der Schaykh des Djunayd al-Baghdādī, möge Allāh ihnen gnädig sein.
Imām asch-Schāfiʿī verfasste ein Buch in diesem Wissen, mit dem Titel „al-Qiyās“, und andere Bücher.
Wie wir bereits sagten, schmähte asch-Schāfiʿī den Kalām der Anhänger der Irreleitung, den sie benutzten um ihre falschen Glaubensweisen zu bestätigen, obwohl ihre Aussagen keinen Beweis darstellen.
Diese Aussage, welche über asch-Schāfiʿī überliefert wurde „Mit jeder Sünde außer dem Unglauben zu sterben, wäre besser für die Person, als mit etwas von diesem Kalām zu sterben“ wurde in anderen klarstellenderen Wortlauten überliefert und mit stärkeren Überlieferungsketten.
Der Imām und Mudjtahid Ibn al-Mundhir, der Hāfidh al-Bayhaqī und Ibn ʿAsākir überlieferten, dass asch-Schāfiʿī eines Tages hörte wie Leute über das Thema der Vorherbestimmung in einer falsche Weise sprachen.
Er sagte daraufhin:
„لأن يلقى اللهَ عز وجل العبدُ بكل ذنب ما خلا الشرك خير له من أن يلقاه بشىء من هذه الأهواء“
„Mit jeder Sünde außer dem Unglauben zu sterben, wäre besser für die Person, als mit etwas von diesen Irreleitungen (Ahwā’) zu sterben“.
Diese Überlieferung stellt klar, dass mit dem Wort „Kalām“ in der anderen Überlieferung, al-Ahwā gemeint war, die Aussagen der Leute der Irreleitung, nicht der Kalām der Ahlu s-Sunnah.
Es gibt somit keine Möglichkeit das Wissen des Kalām zu schmähen.
Und wir denken nicht im Geringsten von den Salaf, dass sie das Wissen über die Grundlagen der Glaubenslehre vernachlässigt hätten. Wenn wir all dieses beiseitelegen würden, was asch-Schāfiʿī verfasste, lehrte und praktizierte, was Abu Hanīfah verfasste, lehrte und praktizierte, was Mālik lehrte und praktizierte, was Ahmad lehrte und praktizierte, und was andere von den Salaf praktizierten und lehrten. Wäre es akzeptabel über die Imame der Salaf zu denken, dass einer von ihnen im Stande war bezüglich einer Frage in den Zweiggebieten der Rechtswissenschaft, z.B. an-Nadjāsah die Unreinheit, für sich und seinen Kontrahenten 20 und mehr Argumente vorzubringen, was diesbezüglich im Hadīth erwähnt wurde und dem Qur’ān oder der Poesie der Araber etc., aber wenn es um den Schöpfer geht, derjenige, der uns die Einhaltung der Pflichten befohlen hat, genau das Themengebiet worüber sie gerade sprechen, sind sie unwissend über Ihn? Ist es akzeptabel zu glauben, dass sie keine Beweise für den richtigen Glauben an Allāh vorbringen konnten, aber für den Istindjā’ nach dem Toilletengang schon? Niemand sagt so etwas, außer wer unwissend über ihr Level ist, oder jemand der schlecht über sie denkt, oder ein Täuscher, der nicht will, dass die Menschen von diesem Wissen erfahren, weil sie dadurch seine falschen Glaubensweisen und Aussagen erkennen würden.
Was der Imām asch-Schāfiʿī und andere Imame schmähten, waren die Aussagen der Anhänger der Irreleitung, mit denen sie ihre Glaubensweisen bestätigen wollten, wie die Muschabbihah (die Verähnlicher), die Khawāridj, die Qadariyyah (die Leugner der Vorherbestimmung), die Muʿtazilah und die restlichen Gruppierungen, die von der Glaubenslehre der Ahlu s-Sunnah abgewichen sind. Ihre Anzahl beträgt 72, so wie es im Hadīth erwähnt wurde.
Und wenn man die Geschichte betrachtet, über die Jahrhunderte hinweg, erkennt man, dass die überwältigende Mehrheit derjenigen, die sich dem Islam zuschreiben, auf dem Glauben der Ahlu s-Sunnah sind. Sie sind sich allesamt in den Grundlagen der Glaubenslehre einig.
Sie sind diejenigen, die als Aschāʿirah und Māturidiyyah bezeichnet werden, da sie die selbe Glaubenslehre in den Grundlagen des Glaubens haben. Sie sind alle auf dem, worauf der Gesandte Gottes, Salla l-Lāhu ʿAlayhi wa Sallam, und seine Gefährten waren. Sie sind die überwältigende Mehrheit und somit diejenigen, die im Hadīth des Propheten als errettete Gruppe gemeint waren. Wer ihnen widerspricht, der gehört zu den 72 abgewichenen Gruppen.
Darüber hinaus, wurde das Wissen des Kalām, welches die Ahlu s-Sunnah lehrten, schon vor al-Aschʿarī und al-Māturidī, möge Allāh ihre Ränge erhöhen, gelehrt. Der Gesandte Gottes, Salla l-Lāhu ʿAlayhi wa Sallam, brachte die Grundlagen dieses Wissens seinen Gefährten bei, sie brachten es den Tābiʿīn bei und diese den Atbāʿ at-Tābiʿīn. Die 4 Imame und andere Salaf lehrten und praktizierten es, wie wir bereits gezeigt haben. Die Schüler und Schüler der Schüler dieser Imame, lernten und lehrten dieses Wissen weiter bis zum 3. Jahrhundert nach der Auswanderung. Im 3. Jahrhundert nach der Auswanderung gewannen einige Anhänger der Irreleitung an Stärke. Einige Herrscher unterstützten sie in einigen ihrer schlechten Neuerungen, so dass sie mächtige Positionen einnehmen konnten. Daraufhin tauchten zwei Imame auf, sie stellten sich ihnen in den Weg und legten die Beweis der Ahlu s-Sunnah dar. Sie widmeten den Großteil ihrer Zeit und ihrer Bemühungen diesem Gebiet. Sie lehrten und verfassten Bücher, zur Verteidigung der Glaubenslehre. Sie benutzten die rationalen und textlichen Beweise zur Erklärung, Klarstellung, Bestätigung und Verteidigung der Glaubenslehre der Ahlu s-Sunnah. Einer dieser beiden Imame, kam aus den Ländern „von hinter dem Fluss“, d. h. im Gebiet des heutige Bukhara, Samarkand etc., er war hanafī der Rechtschule und ist als Abu Mansūr al-Māturidī berühmt. Der andere war aus Baghdad, er war schāfiʿī der Rechtschule und berühmt als Abu l-Hasan al-Aschʿārī. Diese beiden Imame stellten sich den Anhängern der Irreleitung entgegen. Sie debattierten die Anhänger immer wieder, das eine mal nach dem anderen. Sie verbreiteten die Themen der Glaubenslehre und verfassten Bücher, worin sie die Bücher der Anhänger der Irreleitung widerlegten.
Ibn al-ʿArabī sagte diesbezüglich (Taschnīf al-Masāmiʿ S.395 Manuskript): „Die Muʿtazilah (eine irregeleitete Sekte) hatten ihre Köpfe erhoben, bis al-Aschʿarī erschien, er drängte sie in die winzigste Ecke.“
Und sie lehrten großen Gelehrten die Grundlagen der Glaubenslehre mit ihren Beweisen. Ihre Schüler verbreiteten sich dann in alle Himmelsrichtungen um die Glaubenslehre der Muslime zu verteidigen. Zu den berühmtesten ihrer Schüler gehören: Abu l-Hasan al-Bahilī und Abū ʿAbdullāh Ibn Mudjāhid, sie sind Lehrer der großen Gelehrten wie Abū Bakr al-Bāqillānī, Abū Bakr Ibn Fūrak und Abū Ishāq al-Isfarāyinī. Allāh schützte die Glaubenslehre durch diese beiden Imame und ihre Schüler.
Sie hatten einen so großen Einfluss, bis hin zu einem Punkt, dass wenn zu jemandem Sunnī gesagt wurde, es so war, als Aschʿarī oder Māturidī zu ihm gesagt wurde. Denn das Wissen in der Glaubenslehre aller Gelehrten die nach ihnen kamen, von den Ahlu s-Sunnah, geht auf diese beiden Imame zurück. Deshalb ist es so, dass wenn du über jemanden „Sunnī“ sagst, es so ist, als ob du zu ihm Aschʿarī oder Māturidī sagst. Und wenn über jemanden gesagt wird Aschʿarī, so ist es als ob man gesagt hätte Māturidī. Und wenn zu jemanden Māturidī gesagt wird, so ist es, als ob man Aschʿarī gesagt hätte. D. h., er ist Sunnī, er befolgt die Glaubenslehre der Ahlu s-Sunnah.
Denn es gibt keinen Unterschied in den Grundlagen der Glaubenslehre unter ihnen. Vielmehr betrifft der Unterschied zwischen ihnen, einige Zweiggebiete der Glaubenslehre, so wie es bei den Gefährten einige Unterschiede in den Zweiggebieten der Glaubenslehre gab, jedoch betraf dieses, wie schon gesagt, nicht die Grundlagen des Glaubens. Möge Allāh ihnen gnädig sein.
2. Weshalb sollte jemand etwas schmähen, was die Glaubenslehre der Ahlu s-Sunnah bestätigt?
Wie kann die rationale Beweisführung geschmäht werden, obwohl im Qur’ān rationale als auch textliche Beweise sind. Im Folgenden gehen wir auf die rationale Beweisführung für die Existenz Gottes und Seiner Erhabenheit ein. Wir werden zeigen, dass es eine Grundlage für die rationalen Beweise im Qur’ān gibt und widerlegen damit die Behauptung der Verkörperlicher, dass es griechische Philosophie wäre.
Ein Beispiel für die rationale Beweisführungen in Bestätigung der Glaubenslehre; Der Beweis für die Existenz Gottes:
Die Existenz Gottes ist gemäß des Verstandes notwendig. D. h. gemäß des Verstandes muss es so sein, dass Gott existiert. Diesbezüglich kann gesagt werden:
1. Das Universum ist etwas Entstandenes, mit anderen Worten: es ist etwas Begonnenes.
2. Das Begonnene benötigt jemanden, der es beginnen lassen hat, da es sich nicht selbst in die Existenz gebracht haben konnte. Denn was nicht existiert, kann nichts tun. Demzufolge konnte es sich nicht selbst entstehen lassen.
3. Da das Universum existiert und sich nicht selbst erschaffen haben konnte, braucht es jemanden, der es erschaffen hat.
4. Derjenige, der das Universum erschaffen hat, ist nicht wie das Universum. Denn wenn er wie das Universum wäre, hätte er einen Anfang wie das Universum und könnte somit nicht das Universum ins Dasein gebracht haben. Er wäre selbst davon abhängig, von jemanden ins Dasein gebracht worden zu sein. Wenn es so wäre, dass er jemanden brauchen würde, der ihn entstehen ließ, und dieser würde ebenfalls jemanden brauchen, der ihn entstehen ließ usw., würde dieses bedeuten, dass es keinen anfangslosen Schöpfer gäbe, der das Universum entstehen ließ. Wenn es so wäre, dann würde es kein Universum geben.
5. Das Universum existiert und somit muss es einen anfangslosen Schöpfer geben, der das Universum in die Existenz eintreten ließ, nachdem es vorher nicht existierte.
6. Gemäß des Verstandes ist es somit notwendig, dass dieses Universum einen Schöpfer hat, der nichts und niemandem ähnelt.
Durch diese einfache Überlegung gelangt man zum rationalen Beweis, dass dieses Universum einen Schöpfer haben muss. Wie kann solch eine Beweisführung zur Bestätigung der Existenz Gottes verschmäht oder als griechische Philosophie bezeichnet werden? Solch eine Schmähung kann nur von einem Feind Gottes kommen! Wie würde jemand, der dem Urteil des Verstandes keinerlei Gewicht anerkennt, einen Menschen von der Existenz Gottes überzeugen, der nicht an den Qur’ān glaubt? Wenn solch eine Person sagen würde „im Qur’ān steht, dass Gott existiert!“. Und der Nichtmuslim dazu sagen würde: „Ich glaube nicht an dein Buch, gib mir einen logischen Beweis, den ich mit meinem Verstand nachvollziehen kann“. Was würde eine solche Person darauf antworten können, außer mit einem logisch rationalen Beweis?!
Zu all dem kommt hinzu, dass die rationalen Beweise im Qur’ān an vielen Stellen erwähnt sind, so wie beispielsweise in der Āyah 22 der Surah al-Anbiyā’:
{ لَوْ كَانَ فِيهِمَآ آلِهَةٌ إِلاَّ ٱللَّهُ لَفَسَدَتَا فَسُبْحَانَ ٱللَّهِ رَبِّ ٱلْعَرْشِ عَمَّا يَصِفُونَ }
Die Erklärung diesbezüglich:
Es ist gemäß des Verstandes unmöglich, dass es einen anderen Schöpfer außer Allāh gäbe.
1. Denn wenn es so wäre, dass es einen anderen Gott außer Allāh gäbe, und einer würde wollen, dass etwas in die Existenz eintritt und der andere würde es nicht wollen, so würde letztendlich diese Sache in die Existenz eintreten oder nicht.
2. Wenn es in die Existenz eingetreten wäre, dann hätte sich einer durchgesetzt und der andere nicht. Wenn es nicht in die Existenz eingetreten wäre, hätte dieses die selbe Konsequenz, einer hätte sich durchgesetzt und der andere nicht.
3. Derjenige, der sich nicht durchgesetzt hätte, wäre schwach. Und wer schwach ist, kann nicht Gott sein.
4. Somit ist es eine verstandesgemäße Unmöglichkeit, dass es einen anderen Schöpfer außer Allāh gäbe.
5. In anderen Worten; es ist gemäß des Verstandes unmöglich, dass es jemanden gäbe, der Gott gleich ist.
6. Somit wäre es die Beigesellung eines Partners, wenn jemand Allāh absolute Ähnlichkeit mit einem Geschöpf zuschreibt und Beigesellung eines Ebenbürtigen, wenn jemand Allāh eine teilweise Ähnlichkeit mit den Geschöpfen zuschreibt, auch wenn es nur mit einer einzigen Eigenschaft wäre.
6. Das heißt wiederum, dass jegliche Verähnlichung Gottes mit der Schöpfung, auch wenn es nur mit einer einzigen Eigenschaft wäre, zum Unglauben führt.
– Ein weiteres Beispiel für die rationale Beweisführungen in Bestätigung der Glaubenslehre, ist die Geschichte des Propheten Ibrāhīm, ʿAlayhi s-Salām.
Prophet Ibrāhīm hat die Veränderung der Geschöpfe als Bewies dafür genommen, dass sie nicht Gott und damit auch nicht anbetungswürdig sind, da Allāh über jegliche Ähnlichkeit und damit jegliche Eigenschaften der Geschöpfe, erhaben ist, wie z.B. Veränderung, Bewegung, Stillstand, Transport und Untergang.
Abu l-Hasan al-Aschʿarī sagte diesbezüglich in seinem Werk „Istihsān al-Khawd fi ʿIlm al-Kalām“ (S.40):
فأما الحركة والسكون والكلام فيهما فأصلهما موجودٌ في القرءان وهما يدلان على التوحيد، وكذلك الاجتماع والافتراق، قال الله تعالى مخبرًا عن خليله إبراهيم صلواتُ الله عليه وسلامُه ـ {فلمَّا أفلَ قال لا أحبّ الآفلين} [سورة الأنعام/76] ـ في قِصّةِ أفولِ الكوكب والشمس والقمر وتحريكها من مكان إلى مكان ما دَلَّ على أن ربَّه عز وجل لا يجوز عليه شىء من
ذلك، وأن من جاز عليه الأفولُ والانتقال من مكان إلى مكان فليس بإله
„Was die Bewegung (Harakah) und den Stillstand (Sukūn) betrifft, und den Diskurs darüber, so gibt es eine Grundlage dafür im Qur’ān, sie (die Bewegung und der Stillstand) weisen auf die Einzigkeit Gottes hin. Ebenso verhält es sich mit der Verbindung (Idjtimāʿ) und Trennung (Iftirāq). Allāh, der Erhabene, erwähnt bezüglich Ibrāhīm, Salla l-Lāhu ʿAlayhi wa s-Salām: {فلمَّا أفلَ قال لا أحبّ الآفلين} Sūrah al-Anʿām 76. Die Geschichte des Untergangs der Himmelskörper, der Sonne, des Mondes und ihrer Bewegungen (Harakah) von Ort (Makān) zu Ort, belegt, dass nichts von diesem, bezüglich des Schöpfers möglich ist. Und derjenige, bei dem der Untergang und der Transport (Intiqāl) von Ort (Makān) zu Ort möglich ist, nicht Gott sein kann.“
Auch im Hadīth gibt es Belege dafür, deshalb fragen wir die Verkörperlicher: Betrachtet ihr etwa den Propheten Muhammad, Salla l-Lāhu ʿAlayhi wa Sallam, als griechischen Philosophen?
Denn im authentischen Sahīh Hadīth des Gesandten Gottes, Salla l-Lāhu ʿAlayhi Wa Sallam, den der Imām al-Bukhārī mit seiner Sahīh Überlieferungskette vom Propheten überlieferte, kam, dass der Gesandten Gottes, Salla l-Lāhu ʿAlayhi Wa Sallam, sagte:
كان اللهُ ولم يكن شىء غيرُه
„Allāh existierte und es existierte nichts außer Allāh.“
Das heißt, Allāh existierte vor dem Universum ohne Universum, vor dem Ort ohne Ort, vor der Zeit ohne Zeit, vor dem Himmel ohne Himmel und vor dem Thron ohne Thron. Somit ist die Aussage „Allāh existiert ohne Ort und ohne Zeit“ keine griechische Philosophie, wie die Verkörperlicher verleumderisch behauptet haben. Es ist, was uns der Prophet, Salla l-Lāhu ʿAlayhi wa Sallam, beibrachte und im Qur’ān gelehrt wird.
Allāh erwähnt im Qur’ān, dass das Urteil des Verstandes von Bedeutung ist. Und wer dieses für ungültig erklärt, der hat eine Regel aus dem Qur’ān abgelehnt. Außerdem passiert etwas anderes, etwas sehr gefährliches, wenn dem Urteil des Verstandes keinerlei Bedeutung anerkannt wird. Die Frage lautet: Womit haben wir die Wahrhaftigkeit des Islam erkannt?
Wenn zu einem Nichtmuslim gesagt werden würde, dass die Richtigkeit des Qur’ān dadurch festgestellt wird, dass im Qur’ān steht, dass der Qur’ān richtig ist, könnte es sein, dass er sagt: „Die Richtigkeit des Qur’ān kann nicht dadurch festgelegt werden, dass im Qur’ān steht, dass der Qur’ān richtig ist. Um die Richtigkeit festzustellen, benötigst du das Urteil des Verstandes“.
Wenn das Urteil des Verstandes keinerlei Bedeutung hätte, könnten wir nicht die Richtigkeit dieser Angelegenheit feststellen und auch nicht die Richtigkeit des Islam. Durch die Aussagen dieser bösartigen Leute, gelangst du auf solch einen Weg.
Dies ist ein Punkt, der andere ist, dass sie in Wirklichkeit wollen, dass wir ohne Verstand sind, damit wir ihnen folgen wie sie es wollen, wie Schafe die zur Schlachtbank gebracht werden. Dies ist was sie wirklich wollen, dass ihnen die Leute blind folgen, in allem was ihnen gesagt wird, wie widersprüchlich und schwachsinnig es auch ist.
3. Die Verkörperlicher begehen Unglauben indem sie Allāh Eigenschaften der Geschöpfe zuschreiben und versuchen dieses mit der Behauptung zu begründen, dass jedes „wenn dann“ hinfällig wäre in Bezug auf Allāh.
– Die Verkörperlicher denken, dass sie damit eine Begründung vorgebracht hätten, mit der sie Allāh alles zuschreiben könnten, was ihren kranken Neigungen entspricht. Wie wir jedoch gezeigt haben, werden sie in ihrer Behauptung vom Qur’ān widerlegt, denn es kam in der zuvor erwähnten Āyah 22 der Surah al-Anbiyā’ ein „wenn dann“ vor:
لَفَسَدَتَا (dann) لَوْ (wenn)
Dies ist eine klare Widerlegung ihrer Behauptung.
– Des Weiteren sagen wir:
Wer es in Bezug auf Allāh für möglich hält, Eigenschäften der Geschöpfe zu haben, der hält es mit anderen Worten für möglich, dass Allāh schwach, krank und unwissend sein könnte. Wenn der Verähnlicher hier sagt, dass Schwäche, Krankheit und Unwissenheit in Bezug auf Allāh möglich wären, dann hätte er Unglauben begangen. Würde er es für unmöglich halten, hätte er zugegeben, dass man Allāh doch nicht jede Eigenschaft zuschreiben darf. Und genau in dem Moment wird er bemerken, dass er seiner vorherigen Behauptung, in der er alle Eigenschaften in Bezug auf Allāh für möglich erachtete, widersprochen hat. Wer es für möglich hält, dass sein Schöpfer Eigenschaften wie Ähnlichkeit oder Schwäche hätte, der hat nicht an den Schöpfer geglaubt, sondern an etwas anderes. Denn die Geschöpfe und ihre Eigenschaften sind etwas Entstandenes und somit nicht der Schöpfer. Und wer nicht an den Schöpfer geglaubt hat, sondern an etwas anderes, der ist per Definition ungläubig.
– Dies bedeutet zusammengefasst, dass jegliche Beigesellung eines Partners durch Vergleich oder Beigesellung eines Ebenbürtigen durch Verähnlichung Gottes mit der Schöpfung, selbst wenn es auch nur mit einer einzigen Eigenschaft wäre, Unglaube ist. Denn die Geschöpfe und ihre Eigenschaften sind etwas Entstandenes und das Entstandene ist etwas Begonnenes. Und wer behauptet, dass Allāh etwas Begonnenes wäre, der leugnet die Existenz Gottes, denn der Beginn ist per Definition unmöglich in Bezug auf den Schöpfer.
Mit anderen Worten: Wer glaubt, dass Allāh etwas Entstandenes wäre, der leugnet die Existenz Gottes. Somit ist jeder ungläubig, der Allāh Ähnlichkeit mit der Schöpfung oder eine Eigenschaften der Geschöpfe zuschreibt.
Es gibt somit bestimmte Dinge, die gemäß des Verstandes, zu den Unmöglichkeiten gehören in Bezug auf Allāh, wie z.B.
– nicht zu existieren
– einen Anfang zu haben
– einen Partner zu haben der gleich ist
– einen Ebenbürtigen zu haben der ähnlich ist
– Ähnlichkeit mit der Schöpfung zu haben, selbst wenn es nur eine einzige Eigenschaft wäre
Wer dieses trotzdem für möglich erachtet, der begeht Gottesleugnung.
Diesen fatalen Fehler begehen unter anderem einige Verhähnlicher, in ihrem verzweifelten versuch ein Scheinargument für ihre absurden Behauptungen zu finden. Sie formulieren in diesem Zusammenhang bestimmte Fragen auf solch eine Art und Weise, dass die Akzeptanz einer verstandesgemäßen Unmöglichkeit vorausgesetzt wird, für die Beantwortung der Frage.
Durch diesen Trick versuchen sie das Argument dadurch zu gewinnen, dass der Kontrahent, ohne es zu merken, an der entscheidenden Stelle, die Behauptung der Verkörperlicher akzeptiert. Wenn er darauf hereinfällt und die Frage mit der vorausgesetzten Akzeptanz der verstandesgemäße Unmöglichkeit akzeptiert, hat er bereits verloren.
Dies bedeutet, dass die Frage von vornherein nicht akzeptiert werden darf, da sie falsch ist und konsequenterweise auch die geforderten Antworten, oft werden Ja oder Nein Antworten gefordert.
In solch einem Fall wird die falsche Frage nicht mit Ja und auch nicht mit Nein beantwortet, sondern es wird die falsche Voraussetzung in der Frage geantwortet und gezeigt, dass es sich um eine Unmöglichkeit handelt. Und dies ist es, worum es in Wirklichkeit geht bei diesen Fragestellungen.
Warnung: Die nachfolgend erwähnte Frage zu stellen ist Unglaube, denn wer solch eine Frage stellt, der hält es für möglich, dass Gott schwach wäre oder nicht existieren würde.
Wer die Frage mit Ja beantworten würde, der würde Unglaube begehen, da er es für möglich halten würde, dass es keinen Gott gäbe. Und wer die Frage mit Nein beantworten würde, der würde Unglauben begehen, weil er die Allmacht Gottes bestreiten würde.
Beispiel für eine solche blasphemische Frage, wer sie stellt, der begeht Unglaube. Wer sie mit Ja beantwortet, der begeht Unglaube. Und wer sie mit Nein beantwortet, der begeht Unglaube: Wenn jemand fragen würde, ob Allāh mächtig dazu wäre, Seine Existenz zu beenden, so würde die Antwort darauf lauten, dass die Allmacht Gottes nichts mit dem verstandesgemäß Unmöglichen zu tun hat.
Denn die Frage setzt die Akzeptanz einer verstandesgemäßen Unmöglichkeit voraus, daraus folgt als Konsequenz, dass die Frage und damit auch die geforderten Antworten mit Ja oder Nein, allesamt falsch sind.
Denn wir haben schon gezeigt:
1. Das Universum ist etwas Entstandenes, mit anderen Worten: es ist etwas Begonnenes.
2. Das Begonnene benötigt jemanden, der es beginnen lassen hat, da es sich nicht selbst in die Existenz gebracht haben konnte. Denn was nicht existiert, kann nichts tun. Demzufolge konnte es sich nicht selbst entstehen lassen.
3. Da das Universum existiert und sich nicht selbst erschaffen haben konnte, braucht es jemanden, der es erschaffen hat.
4. Gemäß des Verstandes ist es somit notwendig, dass dieses Universum einen Schöpfer hat.
Auf diese Weise werden solche Fragen beantwortet, deren Ziel es ist, das Argument dadurch zu gewinnen, eine verstandesmäßige Unmöglichkeit als Voraussetzung in eine Frage einzubauen, damit sie unbemerkt akzeptiert wird. Wenn man gefragt werden würde, ob der Stein blind oder sehend ist, würde man auch nicht mit blind oder sehend antworten, nur weil einem solch eine Frage gestellt wurde und diese beiden Antworten gefordert wurden.
Ein weiteres Beispiel für solch eine Frage:
Warnung: Die nachfolgend erwähnte Frage zu stellen ist Unglaube, denn wer solch eine Frage stellt, der hält es für möglich, dass es einen anderen Schöpfer außer Allāh geben könnte.
Wer die Frage mit Ja beantworten würde, der würde Unglaube begehen, da er es für möglich halten würde, dass es einen anderen Schöpfer außer Allāh geben könnte. Und wer die Frage mit Nein beantworten würde, der würde Unglauben begehen, weil er die Allmacht Gottes bestreiten würde.
Auf die Frage des Nichtmuslims, der fragt „Kann Gott einen anderen Gott erschaffen“ (diese Frage ist Unglaube), würde man antworten: Die Allmacht Gottes hat nichts mit dem verstandesgemäß Unmöglichen zu tun. Die Frage basiert auf einer Voraussetzung, welche verstandesgemäß unmöglich ist, und daraus folgt als Konsequenz, dass die Frage und die geforderten Antworten mit Ja oder Nein, allesamt falsch sind.
Es ist gemäß des Verstandes unmöglich, dass es einen anderen Schöpfer außer Allāh gäbe.
1. Denn wenn es so wäre, dass es einen anderen Gott außer Allāh gäbe, und einer würde wollen, dass etwas in die Existenz eintritt und der andere würde es nicht wollen, so würde letztendlich diese Sache in die Existenz eintreten oder nicht.
2. Wenn es in die Existenz eingetreten wäre, dann hätte sich einer durchgesetzt und der andere nicht. Wenn es nicht in die Existenz eingetreten wäre, hätte dieses die selbe Konsequenz, einer hätte sich durchgesetzt und der andere nicht.
3. Derjenige, der sich nicht durchgesetzt hätte, wäre schwach. Und wer schwach ist, kann nicht Gott sein.
4. Somit ist es eine verstandesgemäße Unmöglichkeit, dass es einen anderen Schöpfer außer Allāh gäbe.
Es zeigt sich in Anbetracht des zuvor Erwähnten, dass man sehr vorsichtig sein sollte in diesem Gebiet und nicht voreilig auf jede Frage antworten sollte, vor allem bei Verähnlichern, die die Ähnlichkeit in Bezug auf Allāh für möglich halten und daraufhin ihre Fragen stellen. Da es bei ihren Fragen im Prinzip darum geht, dass sie die Verähnlichung des Schöpfers mit der Schöpfung erlauben wollen, werden all ihre Fragen nach dem selben Prinzip beantwortet.
Wir sagen zu ihnen: Die Frage setzt die Akzeptanz einer verstandesgemäßen Unmöglichkeit voraus, nämlich der Schöpfung ähnlich zu sein, daraus folgt als Konsequenz, dass die Frage und damit auch die geforderten Antworten mit Ja oder Nein, allesamt falsch sind.
Denn wir haben schon gezeigt, dass:
1. Derjenige, der das Universum erschaffen hat, ist nicht wie das Universum. Denn wenn er wie das Universum wäre, hätte er einen Anfang wie das Universum und könnte somit nicht das Universum ins Dasein gebracht haben. Er wäre selbst davon abhängig, von jemanden ins Dasein gebracht worden zu sein. Wenn es so wäre, dass er jemanden brauchen würde, der ihn entstehen ließ, und dieser würde ebenfalls jemanden brauchen, der ihn entstehen ließ usw., würde dieses bedeuten, dass es keinen anfangslosen Schöpfer gäbe, der das Universum entstehen ließ. Wenn es so wäre, dann würde kein Universum geben.
2. Es ist eine verstandesgemäße Unmöglichkeit, dass es einen anderen Schöpfer außer Allāh gäbe. In anderen Worten; es ist gemäß des Verstandes unmöglich, dass es jemanden gäbe, der Gott gleich ist.
Es wäre eine Beigesellung eines Partners, wenn jemand Allāh absolute Ähnlichkeit mit einem Geschöpf zuschreibt und Beigesellung eines Ebenbürtigen, wenn jemand Allāh eine teilweise Ähnlichkeit mit den Geschöpfen zuschreibt, auch wenn es nur mit einer einzigen Eigenschaft wäre.
Zusammenfassend lässt sich sagen: Alle Eigenschaften der Geschöpfe sind gemäß des Verstandes unmöglich in Bezug auf Allāh. Und das ist die Antwort auf all die blasphemischen Fragen der Verkörperlicher, mit denen sie versuchen die Eigenschaften der Geschöpfe, wie Ortsaufenthalt im Himmel und Ortsaufenthalt auf dem Thron, Körperteile wie Hand und Fuß oder Bewegung und Stillstand zu erlauben.
Falls ein Verähnlicher nun beispielsweise fragen würde, ob Allāh sich nicht im Himmel aufhalten oder herabkommen könne. Wird ihm geantwortet:
1. Ortsaufenthalt, ob im Himmel oder auf der Erde, herabkommen, hochkommen, hin- und hergehen sind Eigenschaften der Geschöpfe.
2. Eigenschaften der Geschöpfe sind in Bezug auf den Schöpfer unmöglich (wie wir bereits zuvor gezeigt haben).
3. Die Frage setzt eine verstandesgemäße Unmöglichkeit in Bezug auf Allāh voraus und die Allmacht Gottes hat nichts mit dem verstandesgemäß Unmöglichen zu tun.
4. Die die Frage Unglaube, da derjenige der sie stellt, diese Unmöglichkeit als möglich erachtet.
5. Die Beantwortung dieser Frage mit „Ja“ wäre Unglaube, da dadurch diese Unmöglichkeit als möglich akzeptiert werden würde.
6. Die Beantwortung mit „Nein“ wäre ebenfalls Unglaube, da die Allmacht Gottes damit bestritten werden würde.
Diese Begründung, dass Ortsaufenthalt im Himmel und das hin- und hergehen Eigenschaften der Geschöpfe sind und damit unmöglich sind in Bezug auf Allāh, gehört zur rationalen Beweisführung der Salaf.
Denn der Imām at-Tabarī (geb. 224 n.H.) sagte in der Erklärung der Āyah 171 der Sūrah an-Nisā’:
فَكَيْفَ يَكُون الْمَسِيح اِبْنًا لِلَّهِ وَهُوَ فِي الْأَرْض أَوْ فِي السَّمَوَات غَيْر خَارِج مِنْ أَنْ يَكُون فِي بَعْض هَذِهِ لْأَمَاكِن
„Wie kann jemand behaupten, dass Jesus Gottes Sohn wäre, obwohl er (Jesus) auf der Erde oder in den Himmeln, nicht frei davon ist in einigen dieser Orte zu sein?!“.
Wie wir sehen, benutzten die Salaf das Urteil des Verstandes um zu zeigen, dass der Aufenthalt im Himmel, unmöglich ist in Bezug auf Allāh, da dieses eine Eigenschaft der Geschöpfen ist.
Und wer mit Ortsaufenthalt beschrieben ist, ob im Himmel oder auf der Erde, der kann nicht Gott sein.
Und der Imām at-Tabarī sagte ebenfalls in seinem Tafsīr, Zitat:
وكان بعضهم يقول فـي ذلك: لـيس معنى الكلام: اذهب أنت ولـيذهب معك ربك فقاتلا، ولكن معناه: اذهب أنت يا موسى، ولـيُعِنْك ربك، وذلك أن الله لا يجوز علـيه الذهاب. وهذا إنـما كان يحتاج إلـى طلب الـمخرج له لو كان الـخبر عن قوم مؤمنـين، فأما قوم أهل خلاف علـى الله عزّ ذكره ورسوله، فلا وجه لطلب الـمخرج لكلامهم فـيـما قالوا فـي الله عزّ وجلّ وافترَوا علـيه إلا بـما يشبه كفرهم وضلالتهم.
„Einige von ihnen sagten diesbezüglich: Die Āyah bedeuten NICHT ‚Geh du und mit dir soll dein Schöpfer gehen, kämpft ihr beide‘. Sondern die Bedeutung lautet: ‚Geh du, O Mūsā. Und möge dein Schöpfer dir helfen‘. Und dieses deshalb, weil das Hingehen (adh-Dhahāb) (und damit auch das Herkommen und das Herabkommen) bezüglich Allāh UNMÖGLICH (lā yadjūz) ist. Diese Angelegenheit würde die Suche nach einer passenden Erklärung benötigt, falls diese Aussage von einer Gruppe Muslimen berichtet wurde. Wenn es jedoch die Aussage von Ungläubigen war, so braucht man keinen Ausweg zu suchen, für dieses was sie über Allāh behaupteten und erlogen. Es würde nichts weiter als ihrem Unglauben und ihrer Irreleitung entsprechen“.
Also muss es gemäß der Salaf so sein, dass Gott über jegliche Ähnlichkeit und Eigenschaft der Geschöpfe erhaben ist.
Und wer Allāh auch nur eine einzige Eigenschaft der Geschöpfe zuschreibt, der ist ungläubig, so wie der Imām Abū Djaʿfar at-Tahāwī (geb. 227 n.H.) sagte:
و من وصف الله بمعنى من معاني البشر فقد كف
„Wer Allāh mit einer Bedeutung von den Eigenschaft der Geschöpfe beschreibt, der ist ungläubig.“
Und deshalb sagte er:
تعالى (أيِ اللهُ) عنِ الحدود والغايات والأركان والأعضاءِ والأدوا ت، لا تحوِيه الجهات السِّت كسائرِ المبتدعات
„Allāh ist erhaben über Grenzen, Enden, Seiten, Körperteile und Organe. Die sechs Richtungen beinhalten Ihn nicht, jedoch umgeben sie die Geschöpfe.“
Deshalb ist es keine Überraschung für uns, aber ein Schock für die Verähnlicher, folgendes aus dem Mund der Salaf zu hören, der Imām Ibn Djarīr at-Tabarī (geb. 224 n.H.) sagte in seinem „Tārīkh al-Umam wa l-Mulūk“ (1/25), Zitat:
„القول في الدلالة على أن الله عز وجل القديم الأول قبل كل شىء، وأنه هو المُحدِث كل شىء بقدرته تعالى ذِكره فمن الدلالة على ذلك أنه لا شىء في العالم مشاهَد إلا جسم أو قائم بجسم، وأنه لا جسم إلا مفترِق أو مجتمع، وأنه لا مفترِق منه إلا وهو موهوم فيه الائتلاف إلى غيره من أشكاله، ولا مجتمع منه إلا وهو موهوم فيه الافتراق ، وأنه إذا اجتمع الجزءان منه بعد الافتراق، فمعلوم أن اجتماعهما حادث فيهما بعد أن لم يكن، وأن الافتراق إذا حدث فيهما بعد الاجتماع فمعلوم أن الافتراق فيهما حادث بعد أن لم يكن. ما لم يخلُ من الحدث لا شك أنه محدَث بتأليف مؤلِّف له إن كان مجتمعًا، وتفريق مفرِّق له إن كان مفترِقًا؛ وكان معلومًا بذلك أن جامع ذلك إن كان مجتمعًا، ومفرّقه إن كان مفترقًا مَن لا يشبهه ومن لا يجوز عليه الاجتماع والافتراق، وهو الواحد القادر الجامع بين المختلفات الذي لا يشبهه شىء، وهو على كل شىء قدير. فبيِّنٌ بما وصفنا أن بارىء الأشياء ومحدِثها كان قبل كل شىء (أي وقبل الزمان والمكان وغيرهما من المخلوقات)، وأن الليل والنهار والزمان والساعات محدثات، (ومن ضرورة العقل أن يكون خالق الزمان والمكان والجهة لا يجري عليه زمان ولا ينحل في الأماكن بعد خلقه الزمان والمكان والجهة، لأنّ التغير من صفات المخلوقات فتنبّه)، إذ كان من المحال أن يكون شىء يُحدث شيئًا إلا ومحدثه قبله، وأن في قوله تعالى ذِكره:{أفلاَ ينظرون إلى الإبِل كيف خُلقت* وإلى السماء كيف رفعت* وإلى الجبال كيف نصبت* وإلى الأرض كيف سُطحت} [سورة الغاشية/17،18،19،20] لأبلغ الحجج وأدلَّ الدلائل لمن فكر بعقل واعتبر بفهم على قِدَم بارئها، وحدوث كل ما جانسها، وأن لها خالقًا لا يشبهها“ اهـ.
„Im Universum ist man Zeuge von Körpern (Djism) oder Eigenschaften der Körper. Und es gibt keinen Körper, außer dass er getrennt oder verbunden ist. Und es gibt keine Trennung dieses Körpers, außer dass es verstandesgemäß möglich ist für ihn, in eine andere Gestalt zu zerfallen. Und es gibt keine Verbindung dessen, außer dass die Trennung dessen verstandesgemäß möglich ist. Und wenn sich die beiden Teile des Körpers nach der Trennung verbinden, so folgt daraus, dass ihre Verbindung das Auftreten eines Ereignisses (Hādith) in ihnen darstellt, welches vorher nicht existierte. Und die Trennung, wenn es sich in ihnen nach der Verbindung ereignete (Hadath), das Auftreten eines Ereignisses (Hādith) in ihnen darstellt, nachdem es vorher nicht existierte. Und es besteht kein Zweifel darüber, dass dieses was nicht frei von einer Entstehung ist, entstehen gelassen wurde von jemandem, der es zusammengesetzt sein ließ, wenn es verbunden war und es getrennt sein ließ, wenn es getrennt war. Daraus ist ersichtlich, dass derjenige, der dieses verbunden sein ließ, wenn es verbunden war, und derjenige, der dieses getrennt sein ließ, wenn es getrennt war, diesem nicht ähnelt und die Verbindung (Idjtimāʿ) und Trennung (Iftirāq) in Bezug auf Ihn, unmöglich ist (lā yadjūz). Und Er ist der Einzige, der Allmächtige, der nichts und niemandem ähnelt. (Dann erwähnt er die āyāt 17-20 der Sūrah al-Ghāschiyah und sagt) Darin liegt der eindeutige Beweis für denjenigen, der mit seinem Verstand nachdenkt und mit seinem Verständnis begreift, dass der Schöpfers anfangslos ist, alles was Er entstehen ließ, begonnen ist und sie (die Geschöpfe) einen Schöpfer haben, der ihnen nicht ähnelt“.
Der Imām Ibn Djarīr at-Tabarī sagte ebenfalls in seinem „Tārīkh al-Umam wa l-Mulūk“ (1/26):
„فتبيَّن إذًا أن القديم بارىء الأشياء وصانعها هو الواحد الذي كان قبل كل شىء ، وأنه كان ولا وقت ولا زمان ولا ليل ولا نهار، ولا ظلمة ولا نور ولا سماء ولا أرض ولا شمس ولا قمر ولا نجوم، وأن كل شىء سواه محدَث“ اهـ
„Somit zeigt sich, dass der Anfangslose Schöpfer der Dinge, der Einzige ist, der vor allen Dingen existierte. Er existierte und es gab keine Zeit, keine Nacht, keinen Tag, keine Dunkelheit, kein Licht, keinen Himmel, keine Erde, keine Sonne, keinen Mond und keine Sterne. Und alles außer Ihm, hat begonnen zu existieren“.
4. Die Eigenschaften Gottes ähneln nicht den Eigenschaften der Geschöpfe
– Falls ein Verähnlicher dem Schöpfer Eigenschaften zuschreibt, die weder im Qur’ān noch im Hadīth erwähnt wurden, wie z.B. Niederlassung (Istiqrār), Sitzen (Djulūs), Ortsaufenthalt (Makān) oder Körper (Djism), so antwortest du:
Es ist uns nicht erlaubt Allāh einen Namen oder eine Eigenschaft zuzuschreiben, wenn dieses nicht in den religiösen Texten erwähnt wurde. Was erwähnt würde, das sagen wir, und was nicht erwähnt wurde, das sagen wir nicht. Weder im Qur’ān noch im Hadīth wurden solche Wörter wie Niederlassung (Istiqrār), Sitzen (Djulūs), Ortsaufenthalt (Makān) und Körper (Djism) in Bezug auf Allāh verwendet, und in der sprachlichen Definition haben sie eine Bedeutung, die zu den Eigenschaften der Geschöpfe gehört und damit ist es verboten Allāh mit diesen Wörtern zu beschreiben.
– Falls der Verähnlicher sagt, dass er mit diesen Wörtern nicht die Bedeutung der Eigenschaften der Geschöpfe meine, sondern etwas anderes, seiner Meinung nach passendes, so antwortest du ihm:
Du bist wie jemand, der versucht dem Wort „falsch“ die Bedeutung von „richtig“ zu geben. Solch eine Person ist wie jemand der sagt, dass Allāh nicht existiert und damit meinen würde, dass Allāh existiert. Solche eine Person ist wie jemand der sagt, dass Gott einen Teilhaber hätte und damit meinen würde, dass Gott keinen Teilhaber hat. Dies sind Worte eines Wahnsinnigen. Solch eine Person leugnet die in der Sprache festgelegten Definitionen für die Wörter, genau die Sprache, die er selbst zum sprechen benutzt! Warum versucht er gerade an dieser Stelle die Bedeutung der Sprache zu pervertieren und lehnt es wie an den zuvor genannten Stellen ab? Die Antwort ist klar, der Verähnlicher spricht das aus, was sich in seinem Herzen an Vergleich, Verähnlichung und Verkörperlichung befindet und leugnet anschließend die Bedeutung der Wörter mit einer schwachhsinnigen Begründung, ohne jeden Sinn und Verstand, die niemand mit gesundem Verstand akzeptiert. Jedoch rettet die Behauptung des Verähnlichers, er würde etwas passendes damit meinen, nicht vor der Konsequenz der Aussage, nämlich dem Unglauben.
– Falls ein Verähnlicher sagt, dass er sich von solchen Wörtern wie Niederlassung (Istiqrār), Sitzen (Djulūs), Ortsaufenthalt (Makān) und Körper (Djism), die keine Grundlage in den religiösen Texten haben, fernhalten würde und nur die Wörter erwähnen würde, welche im Qur’an und Hadīth vorkommen, und diese Wörter angeblich Verähnlichung mit der Schöpfung beinhalten würden, so lautet die Antwort darauf:
Das ist eine unverschämte Lüge! An keiner einzigen Stelle findet sich im Qur’ān oder dem Hadīth eine Verähnlichung Gottes mit der Schöpfung! Das Gegenteil ist der Fall, im Qur’ān wird an vielen Stellen unmissverständlich klargemacht, dass Allāh nichts und niemandem ähnelt, wie beispielsweise in der Sūrah asch-Schūra Āyah 11 und an vielen anderen Stellen. Allāh, der Erhabene, sagt im edlen Qur´ān in der Sūrah sch-Schūrā (42), Āyah 11:لَيْسَ كَمِثْلِهِ شَيْءٌ Die Bedeutung lautet: „Allāh ähnelt nichts und niemandem. Und Allāh, der Erhabene, sagt im edlen Qur´ān in Sūrah an-Nahl (16), Āyah 74:فَلاَ تَضْرِبُواْ لِلّهِ الأَمْثَالَ Die Bedeutung lautet: „Schreibt Allāh keine Ähnlichkeiten zu!“
Der Schaykh des Imām al-Bukhārī, Nuʿaym Ibn Hammād sagte:“Wer Allāh mit etwas von Seiner Schöpfung verähnlicht, der ist ungläubig. Wer die Eigenschaften Gottes mit denen Er sich beschreibt, leugnet, der ist ungläubig. Und nichts womit Allāh sich beschreibt und womit der Prophet Ihn beschreibt, beinhaltet Verähnlichung“. Überliefert von al-Lalkā’ī in „Scharh Usūl al-Iʿtiqād“.
Dies ist ein deutliche Widerlegung ihrer Behauptung, dass es angeblich Verähnlichung in den religiösen Texten gäbe.
– Was die Wörter betrifft, womit Allāh im Qur’ān und Hadīth beschrieben wird, wie z.B. das Hören oder das Sehen, so haben diese Wörter in Bezug auf Allāh, nicht die Bedeutungen, die zu den Eigenschaften der Geschöpfe gehören. Es liegt in diesem Fall somit eine Übereinstimmung der Wörter vor, die man in Bezug auf den Schöpfer und die Geschöpfe verwendet ,jedoch keine Übereinstimmung der Bedeutung, denn die Eigenschaften Gottes ähneln nicht den Eigenschaften der Geschöpfe. In Bezug auf Allah haben diese Wörter somit eine andere Bedeutung als in Bezug auf die Geschöpfe.
Wenn man also sagt, dass Allāh hört, so bedeutet dies nicht, dass die Geschöpfe eine Eigenschaft Gottes oder eine Eigenschaft ähnlich der Eigenschaft Gottes hätten.
Ein Beispiel dazu: Wenn wir über Allāh sagen, dass Er die Eigenschaft das Wissen hat, dann ist folgende Bedeutung gemeint: Das Wissen Gottes ist ohne Anfang und ohne Ende. Allāh weiß alles, Er weiß alles was geschah, alles was geschieht, alles was geschehen wird und was nicht geschehen ist, wenn es geschehen wäre, wie es geschehen wäre. Wenn wir aber über ein Geschöpf sprechen und sagen, dass es weiß, dann ist nicht diese Bedeutung gemeint.
Deshalb sagte der Imām Abū Djaʿfar at-Tahāwī (geb. 227 n.H.), Zitat:
و من وصف الله بمعنى من معاني البشر فقد كف
„Wer Allāh mit einer Bedeutung von den Bedeutungen der Geschöpfe beschreibt, der ist ungläubig.“
D. h. wenn wir Allāh mit einer Eigenschaft beschreiben, dürfen wir Ihm keine Bedeutung zuschreiben, die zu den Bedeutungen der Geschöpfe gehört.
Und deswegen sagte Ishāq Ibn Rāhawayh, einer der großen Imāmen der Salaf, Zitat: „Wer Allāh Eigenschaften zuschreibt und Seine Eigenschaften mit den Eigenschaften irgendeines Geschöpfes verähnlicht, der ist ein Ungläubiger“. Überliefert von al-Lalkā’ī in „Scharh Usūl al-Iʿtiqād“.
5. Die Salaf haben den Ort und die Richtung in Bezug auf Allāh negiert, den Kalām benutzt und Wörter wie Körper (Djism), Körperteile (Aʿdā’), Teilchen (Djauhar), Eigenschaft der Körper (ʿArad), Grenzen (Hudūd), Verbindung (Ittisāl), Trennung (Infisāl), Bewegung (Harakah), Transport (Intiqāl), Distanz (Masāfah), Niederlassung (Istiqrār) und Sitzen (Djulūs) darin verwendet.
Die Verkörperlicher behaupten, dass die Salaf niemals den Ort und die Richtung in Bezug auf Allāh negiert hätten. Des weiteren behaupten sie, dass die Salaf niemals die rationale Beweisführung praktiziert hätten und die Wörter, welche beim Kalām verwendet werden, nie benutzt hätten. Mit den folgenden Zitaten der Salaf, wird diese Behauptung eindrucksvoll widerlegt.
1. Abū Hanīfah, einer der 4 großen und berühmten Imāme der Salaf Epoche (geb. 80 n.H.), sagte in „al-Fiqh al-Akbar“: „Wir bestätigen die Existenz Gottes ohne Körper (Djism), ohne Teilchen (Djauhar), ohne Eigenschaften der Körper (ʿArad), ohne Grenze (Hadd), ohne Similarität und ohne Ähnlichkeit (Mithl).
– Der große Imām und Mudjtahid der Salafgeneration, Abū Hanīfah, sagte ebenfalls in „al-Fiqh al-Absat“: „Allāh, der Erhabene, darf nicht mit den Eigenschaften der Geschöpfe beschrieben werden“.
– Und er sagte ebenfalls in „al-Fiqh al-Absat“: „Allāh, der Erhabene, existierte und es gab keinen Ort (Makān) bevor Er die Schöpfung erschuf. Allāh, der Erhabene, existierte und es gab kein „Wo“ (Ayn) und keine Schöpfung und nichts (außer Ihm). Und Er ist der Schöpfer aller Dinge“.
– Und er sagte ebenfalls in seinem Werk „al-Fiqh al-Akbar“: „Die Nähe und Ferne zu Allāh, ist nicht im Sinne einer physischen Distanz (Masāfah), weder eine lange noch eine kurze“.
Es ist also die Nähe und Ferne im übertragenen Sinne gemeint.
– Imām Abū Hanīfah sagte ebenfalls in seinem Werk „Al-Wasiyyah“: „Wir bestätigen, dass Allāh, der Erhabene, {ʿAla l-ʿarschi stawā}, jedoch ohne Abhängigkeit von dem Thron und ohne Niederlassung (Istiqrār) darauf. Er bewahrt den Thron, so wie auch andere Geschöpfe und Er braucht sie nicht. Denn wäre Er abhängig, könnte Er nicht die Geschöpfe erschaffen und sie vorherbestimmen. Und würde Er das Sitzen (Djulūs) oder das Niederlassen (Istiqrār) benötigen, was wäre dann mit Ihm bevor der Thron da war?! Erhabenheit ist Allāh über all dieses.“
– Und Imām Abū Hanīfah sagte ebenfalls in seinem Werk „Al-Wasiyyah“ sinngemäß: „Allāh existiert ohne Beschaffenheit (Kayf), ohne Ähnlichkeit und ohne Richtung (Djihā)“.
– Imām Abū Hanīfah sagte auch in „al-Fiqh al-Akbar“: „Derjenige, der sagt: ‚Ich weiß nicht, ob Allāh im Himmel ist oder auf der Erde‘ der ist ungläubig. Ebenso derjenige, der sagt: ‚Er ist auf dem Thron, und ich weiß nicht, ob der Thron im Himmel oder auf der Erde ist‘“.
Al-ʿIzz Ibn ʿAbdi s-Salām sagte in seinem Buch „Hallu r-Rumūz“ dazu: „Weil diese Aussage den Eindruck vermittelt, dass Allāh an einem Ort (Makān) wäre; und wer sich einbildet, dass Allāh an einem Ort wäre, der ist ein Verähnlicher (Muschabbih).“ (Ebenfalls überliefert in „Al-Burhānu l-Mu’ayyad“ von dem Imām Ahmad ar-Rifāʿī.)
2. Mālik Ibn Anas, einer der 4 großen und berühmten Imāme der Salaf Epoche (geb. 93 n.H.), sagte, so wie es der Hāfidh al-Bayhaqī in „al-Asmā’ wa s-Sifāt“ mit der authentischen Überlieferungskette über Ibn Wahb überlieferte und der Hāfidh Ibn Hadjar in „al-Fath“ als solche einstufte, als er bezüglich des Istiwā’ gefragt wurde:
لا يقال كيف والكيف عنه مرفوع
„Es darf nicht gesagt werden „Wie“ (Kayf) und Er ist über das „Wie“ (die Beschaffenheit) erhaben“.
– Der Qādī ʿAbdu l-Wahhāb Ibn ʿAlī Ibn Nasr al-Baghdādī al-Malikī (geb. 362 n.H.) sagte diesbezüglich in seiner Erläuterung der „ʿAqīdah Mālikin as-Saghīr“ S.28, Zitat:
قال القاضي عبد الوهاب بن علي بن نصر البغدادي المالكي (في شرحه على عقيدة مالك الصغير ص: 28): „ولا يجوز أن يثبت له كيفية لأن الشرع لم يرد بذلك، ولا أخبر النبي عليه السلام فيه بشىء، ولا سألته الصحابة عنه، ولأن ذلك يرجع إلى التنقل والتحول وإشغال الحيّز والافتقار إلى الأماكن وذلك يؤول إلى التجسيم وإلى قِدم الأجسام وهذا كفر عند كافة أهل الإسلام
„Es ist nicht erlaubt Ihm (Allāh) eine Beschaffenheit (Kayfiyyah) zuzuschreiben, denn in der Religion wurde so etwas nie erwähnt. Und auch der Prophet, ʿAlayhi s-Salām, hat nicht das Geringste davon gesagt. Und seine Gefährten haben Ihn nicht danach gefragt. Und weil dieses (die Zuschreibung einer Beschaffenheit) den Transport (Intiqāl), Verlagerung, füllen eines Ortes (Ischghāl al-Hayyiz) und Abhängigkeit von Plätzen (Makān) nach sich zieht und dieses führt zur Verkörperlichung (Tadjsīm) und der Behauptung, dass die Körper anfangslos wären. Und dies ist bei allen Muslimen, in all ihrer Gesamtheit, Unglaube“.
3. Ahmad Ibn Hanbal, einer der 4 großen und berühmten Imāme der Salaf Epoche (geb. 164 n.H.), sagte als er bezüglich des Nuzūl gefragt wurde:
أمض الحديث على ما روي بلا كيف ولا حد , إنما جاءت به الأثار وبما جاء به الكتاب قال الله عز وجل: {فلا تضربوا لله الأمثال} [النحل: ٧٤] ينزل بعلمه وقدرته
„Überliefere den Hadīth wie er berichtet wurde, jedoch ohne Beschaffenheit (Kayf) oder Grenzen (Hadd) zuzuschreiben. Denn im Qur’ān kam in der Sūrah an-Nahl Āyah 74: {فلا تضربوا لله الأمثال} Die Bedeutung lautet: „Schreibt Allāh keine Ähnlichkeiten zu“. Es ist der Nuzūl (das Herabkommen) des Zeichens Seiner Allmacht“. Überliefert in Scharh Usūl al-Iʿtiqād von al-Lālkā’ī.
4. Der Imām Hāfidh und Faqīh Abū Djaʿfar at-Tahāwī (geb. 227 n.H.), der zu den großen Gelehrten der Salaf Epoche gehört, überlieferte die Glaubenslehre der Salaf in „al-ʿAqīdah at-Tahāwiyyah“, er sagte, Zitat: „Dies ist die Darlegung der Glaubenslehre der Ahlu s-Sunnah wa l-Djamāʿah, gemäß des Gelehrten der islamischen Gemeinschaft, Abū Hanīfah und seiner beiden Gefährten.“
Dann sagte er:
تعالى (أيِ اللهُ) عنِ الحدود والغايات والأركان والأعضاءِ والأدوا ت، لا تحوِيه الجهات السِّت كسائرِ المبتدعات
„Allāh ist erhaben über Grenzen (Hudūd), Enden (Ghāyat), Seiten (Arkān), Körperteile (Aʿdā’) und Organe (Adawāt). Die sechs Richtungen (Djihāt) beinhalten Ihn nicht, jedoch umgeben sie die Geschöpfe.“
Der Imām Abu Djaʿfar At-Tahāwī sagte ebenfalls:
و من وصف الله بمعنى من معاني البشر فقد كف
„Wer Allāh mit einer Bedeutung von den Bedeutungen der Geschöpfe beschreibt, der ist ungläubig.“
5. Der berühmte Tafsīrgelehrte der Salaf Epoche, Imām Ibn Djarīr at-Tabarī (geb. 224 n.H.), sagte in seinem „Tārīkh al-Umam wa l-Mulūk“ (1/25), Zitat:
:“القول في الدلالة على أن الله عز وجل القديم الأول قبل كل شىء، وأنه هو المُحدِث كل شىء بقدرته تعالى ذِكره فمن الدلالة على ذلك أنه لا شىء في العالم مشاهَد إلا جسم أو قائم بجسم، وأنه لا جسم إلا مفترِق أو مجتمع، وأنه لا مفترِق منه إلا وهو موهوم فيه الائتلاف إلى غيره من أشكاله، ولا مجتمع منه إلا وهو موهوم فيه الافتراق ، وأنه إذا اجتمع الجزءان منه بعد الافتراق، فمعلوم أن اجتماعهما حادث فيهما بعد أن لم يكن، وأن الافتراق إذا حدث فيهما بعد الاجتماع فمعلوم أن الافتراق فيهما حادث بعد أن لم يكن. ما لم يخلُ من الحدث لا شك أنه محدَث بتأليف مؤلِّف له إن كان مجتمعًا، وتفريق مفرِّق له إن كان مفترِقًا؛ وكان معلومًا بذلك أن جامع ذلك إن كان مجتمعًا، ومفرّقه إن كان مفترقًا مَن لا يشبهه ومن لا يجوز عليه الاجتماع والافتراق، وهو الواحد القادر الجامع بين المختلفات الذي لا يشبهه شىء، وهو على كل شىء قدير. فبيِّنٌ بما وصفنا أن بارىء الأشياء ومحدِثها كان قبل كل شىء (أي وقبل الزمان والمكان وغيرهما من المخلوقات)، وأن الليل والنهار والزمان والساعات محدثات، (ومن ضرورة العقل أن يكون خالق الزمان والمكان والجهة لا يجري عليه زمان ولا ينحل في الأماكن بعد خلقه الزمان والمكان والجهة، لأنّ التغير من صفات المخلوقات فتنبّه)، إذ كان من المحال أن يكون شىء يُحدث شيئًا إلا ومحدثه قبله، وأن في قوله تعالى ذِكره:{أفلاَ ينظرون إلى الإبِل كيف خُلقت* وإلى السماء كيف رفعت* وإلى الجبال كيف نصبت* وإلى الأرض كيف سُطحت} [سورة الغاشية/17،18،19،20] لأبلغ الحجج وأدلَّ الدلائل لمن فكر بعقل واعتبر بفهم على قِدَم بارئها، وحدوث كل ما جانسها، وأن لها خالقًا لا يشبهها“ اهـ.
Die Bedeutung lautet: „Im Universum ist man Zeuge von Körpern (Djism) oder Eigenschaften der Körper. Und es gibt keinen Körper, außer dass er getrennt oder verbunden ist. Und es gibt keine Trennung dieses Körpers, außer dass es verstandesgemäß möglich ist für ihn, in eine andere Gestalt zu zerfallen. Und es gibt keine Verbindung dessen, außer dass die Trennung dessen verstandesgemäß möglich ist. Und wenn sich die beiden Teile des Körpers nach der Trennung verbinden, so folgt daraus, dass ihre Verbindung das Auftreten eines Ereignisses (Hādith) in ihnen darstellt, welches vorher nicht existierte. Und die Trennung, wenn es sich in ihnen nach der Verbindung ereignete (Hadath), das Auftreten eines Ereignisses (Hādith) in ihnen darstellt, nachdem es vorher nicht existierte. Und es besteht kein Zweifel darüber, dass dieses was nicht frei von einer Entstehung ist, entstehen gelassen wurde von jemandem, der es zusammengesetzt sein ließ, wenn es verbunden war und es getrennt sein ließ, wenn es getrennt war. Daraus ist ersichtlich, dass derjenige, der dieses verbunden sein ließ, wenn es verbunden war, und derjenige, der dieses getrennt sein ließ, wenn es getrennt war, diesem nicht ähnelt und die Verbindung (Idjtimāʿ) und Trennung (Iftirāq) in Bezug auf Ihn, unmöglich ist. Und es ist der Einzige, der Allmächtige, der nichts und niemandem ähnelt. (Dann erwähnt er die āyāt 17-20 der Sūrah al-Ghāschiyah und sagt) Darin liegt der eindeutige Beweis für denjenigen, der mit seinem Verstand nachdenkt und mit seinem Verständnis begreift, dass der Schöpfers anfangslos ist, alles was Er entstehen ließ begonnen ist und die Geschöpfe einen Schöpfer haben, der ihnen nicht ähnelt“.
Dies ist der klare Beleg für den Kalām der Salaf in Bestätigung der Erhabenheit Gottes über den Ortsaufenthalt und Verähnlichung mit der Schöpfung.
Der Imām at-Tabarī sagte ebenfalls in der Erklärung der Āyah 171 der Sūrah an-Nisā’:
فَكَيْفَ يَكُون الْمَسِيح اِبْنًا لِلَّهِ وَهُوَ فِي الْأَرْض أَوْ فِي السَّمَوَات غَيْر خَارِج مِنْ أَنْ يَكُون فِي بَعْض هَذِهِ لْأَمَاكِن
„Wie kann jemand behaupten, dass Jesus Gottes Sohn wäre, obwohl er (Jesus), ob auf der Erde oder in den Himmeln, nicht frei davon ist, in einigen dieser Orte (Amākin) zu sein?!“.
Dies bedeutet, wer an einem Ort ist, der kann nicht Gott sein, gemäß der Glaubenslehre der Salaf!
Und der Imām at-Tabarī sagte ebenfalls in seinem „Tārīkh al-Umam wa l-Mulūk“ (1/3):
لا تحيط به الأوهام، ولا تحويه الأقطار
„Allāh ist nicht vorstellbar in den Gedanken und wird nicht von den Räumen (Aqtār) beinhaltet“.
– Der Imām und Mudjtahid Ibn Djarīr at-Tabarī sagte ebenfalls in seinem Tafsīr bezüglich der Āyah 29 der Sūrah al-Baqarah:
علا عليها علو ملك وسلطان، لا علو انتقال وزوال
„Es ist Seine Hoheit (ʿUlū) über den Thron, mit Seiner Herrschaft und Macht, nicht die Hoheit des Transportes (Intiqāl) oder Transition (Zawāl)“.
– Der Imām at-Tabarī sagte ebenfalls in seinem Tafsīr, Zitat:
وكان بعضهم يقول فـي ذلك: لـيس معنى الكلام: اذهب أنت ولـيذهب معك ربك فقاتلا، ولكن معناه: اذهب أنت يا موسى، ولـيُعِنْك ربك، وذلك أن الله لا يجوز علـيه الذهاب. وهذا إنـما كان يحتاج إلـى طلب الـمخرج له لو كان الـخبر عن قوم مؤمنـين، فأما قوم أهل خلاف علـى الله عزّ ذكره ورسوله، فلا وجه لطلب الـمخرج لكلامهم فـيـما قالوا فـي الله عزّ وجلّ وافترَوا علـيه إلا بـما يشبه كفرهم وضلالتهم.
„Einige von ihnen sagten diesbezüglich: Die Āyah bedeuten NICHT ‚Geh du und mit dir soll dein Schöpfer gehen, kämpft ihr beide‘. Sondern die Bedeutung lautet: ‚Geh du, O Mūsā. Und möge dein Schöpfer dir helfen‘. Und dieses deshalb, weil das Hingehen (adh-Dhahāb) (und damit auch das Herkommen und das Herabkommen) bezüglich Allāh UNMÖGLICH (lā yadjūz) ist. Diese Angelegenheit würde die Suche nach einer passenden Erklärung benötigt, falls diese Aussage von einer Gruppe Muslimen berichtet wurde. Wenn es jedoch die Aussage von Ungläubigen war, so braucht man keinen Ausweg zu suchen, für dieses was sie über Allāh behaupteten und erlogen. Es würde nichts weiter als ihrem Unglauben und ihrer Irreleitung entsprechen“.
6. Der Imām Abū Mansūr al-Māturidī (geb. ca. 258 n.H.) sagte in seinem Werk „at-Tawhīd“ (S.85), Zitat:
“فإن قيل: كيف يُرى؟ قيل: بلا كيف، إذ الكيفية تكون لذي صورة، بل يُرى بلا وصف قيامٍ وقعودٍ واتكاءٍ وتعلق، واتصال وانفصال، ومقابلة ومدابرة، وقصير وطويل، ونور وظلمة، وساكن ومتحرك، ومماس ومباين، وخارج وداخل، ولا معنى يأخذه الوهم أو يقدره العقل لتعاليه عن ذلك“
„Es würde gesagt werden ‚Ohne Wie‘, wenn gefragt werden würde: ‚Wie wird Allāh gesehen (von den Muslimen im Paradies)?‘. Denn die Beschaffenheit gehört zu etwas mit einem Bild (und Allāh ist erhaben darüber ein Bild zu sein oder in einer Richtung zu existieren). Jedoch wird Allāh gesehen (von den Muslimen im Paradies) ohne mit Stehen (Qiyām), Sitzen (Quʿūd), Angelehntsein (Ittikā), Angehängtsein (Taʿlīq) Verbundensein (Ittisāl), Getrenntsein (Infisāl), Gegenübersein (Muqābalah), Dahintersein (Mudābarah), Kürze (Qasīr), Länge (Tawīl), Helligkeit (Nūr), Dunkelheit (Dhalām), Bewegung (Harakah), Stillstand (Sukūn), Berührung (Mumāssah), Entfernung, Innerhalb (Khāridj) oder Außerhalb (Dākhil) beschrieben zu sein. Und ohne mit etwas beschrieben zu sein, was in den Vorstellungen einfällt oder im Verstand Gestalt annimmt, da Allāh über all dieses erhaben ist“.
– Und er sagte ebenfalls in seinem Werk „at-Tawhīd“ (S.132), Zitat:
إن الله سبحانه كان ولا مكان، وجائز ارتفاع الأمكنة وبقاؤه على ما كان، فهو على ما كان، وكان على ما عليه الآن، جلَّ عن التغيّر والزوال
„Allāh, der Erhabene, existierte und es gab keinen Ort (Makān). Verstandesgemäß wäre die Aufhebung der Existenz der Orte möglich, aber die Existenz Gottes ist immerwährend. Somit existiert Er jetzt immerwährend ohne Ort, so wie auch vor dem Erschaffen der Orte, ohne Ort. Erhaben ist Er über die Veränderbarkeit (Taghayyur) und Vergänglichkeit (Zawāl).“
– Und er sagte ebenfalls in seinem Werk „at-Tawhīd“ (S.75-76), Zitat:
ولله أن يتعبَّد عبادَهُ بما شاء، ويوجههم إلى حيث شاء، وإن ظَنّ من يَظنّ أنّ رَفْع الأبصار إلى السماء لأن الله من ذلك الوجه إنما هو كظن من يزعم أنه إلى جهة أسفل الأرض بما يضع عليها وجهه متوجهًا في الصلاة ونحوها، وكظن من يزعم أنه في شرق الأرض وغربها بما يتوجه إلى ذلك في الصلاة، أو نحو مكة لخروجه إلى الحج، جلّ الله عن ذلك
„Allāh lässt sich von Seinen Dienern anbeten wie Er es will. Er lässt sie sich dort hinwenden, wohin Er es will. Wenn nun jemand dem Trugschluss erlag, dass das Schauen zum Himmel bedeuten würde, dass Allāh in dieser Richtung wäre, so ist er wie derjenige, der behauptet, dass Allāh sich in unterer Richtung von der Erde befinden würde, weil er sein Gesicht während des Gebetes zu ihr wendet. Und er wäre wie derjenige, der behauptet, dass Er sich im Osten der Erde oder in ihrem Westen befinden würde, weil er sich während des Gebetes dahinwendet. Oder in Makkah, weil er sich dorthin aufmacht zur Pilgerfahrt. Erhaben ist Allāh über all dieses.“
7. Der Gelehrte aus der Salaf Epoche Abū Muhammad al-Muzānī as-Salafī (geb. um 270 n.H.) sagte, so wie es der Imām al-Bayhaqī in „as-Sunan al-Kubrā“ überlieferte: „Es berichtete uns Abū ʿAbdullāh al-Hāfidh, er sagte: Ich hörte Abū Muhmmad Ahmad Ibn ʿAbdullāh al-Muzanī sagen: Der Nuzūl (das Herabkommen) und der Madjī’ (das Herkommen) sind, mit der Bedeutung von Bewegung (Harakah) und Transport von Ort zu Ort (Intiqāl), abgelehnt in Bezug auf Allāh“.
8. Der Sprachgelehrte der Salaf Epoche, az-Zadjdjādj (geb. 241 n.H.), sagte in seinem Werk „Tafsīr Asmā’ Allāh al-Husnā“ (S.48), Zitat:
فالله تعالى عالٍ على خَلْقِه وهو عليٌّ عليهم بقدرته، ولا يجب أن يُذهَب بالعلو ارتفاع مكانٍ، إذ قد بيَّنَّا أن ذلك لا يجوز في صفاته تقدست، ولا يجوز أن يكون على أن يُتصور بذهن، تعالى الله عن ذلك عُلوًّا كبيرًا
„Allāh, der Erhabene, hat die Hoheit über seine Geschöpfe. Und dies bedeutet, dass Er über sie ist mit Seiner Macht. Bei der Hoheit ist jedoch nicht notwendigerweise von der Hoheit des Ortes (Makān) auszugehen. Denn wir haben schon gezeigt, dass dieses unmöglich (lā yadjūz) ist in Bezug auf Ihn, Erhaben ist Er. Und es ist unmöglich (lā yadjūz), dass Er vorstellbar wäre. Erhaben ist Allāh über all dieses“.
– Und az-Zadjdjādj sagte ebenfalls in seinem Werk „Tafsīr Asmā’ Allāh al-Husnā“ (S.60):
والله تعالى عالٍ على كل شىء، وليس المراد بالعلو: ارتفاع المحلِّ، لأن الله تعالى يجلُّ عن المحلِّ والمكان، وإنما العُلو علوُّ الشأن وارتفاعُ السلطان
„Allāh, der Erhabene, hat die Hoheit über alle Dinge. Und mit der Hoheit ist nicht die Hoheit des Platzes (Mahall) gemeint. Denn Allāh ist erhaben über Platz (Mahall) und Ort (Makān). Es ist die Hoheit der Herrschaft und des Status“.
9. Der Imām Abu l-Hassan Al-Aschʿarī (geb. 260 n.H.) sagte in „Istihsān al-Khawd fi ʿIlm al-Kalām“ (S.40), Zitat:
فأما الحركة والسكون والكلام فيهما فأصلهما موجودٌ في القرءان وهما يدلان على التوحيد، وكذلك الاجتماع والافتراق، قال الله تعالى مخبرًا عن خليله إبراهيم صلواتُ الله عليه وسلامُه ـ {فلمَّا أفلَ قال لا أحبّ الآفلين} [سورة الأنعام/76] ـ في قِصّةِ أفولِ الكوكب والشمس والقمر وتحريكها من مكان إلى مكان ما دَلَّ على أن ربَّه عز وجل لا يجوز عليه شىء من
ذلك، وأن من جاز عليه الأفولُ والانتقال من مكان إلى مكان فليس بإله
„Was die Bewegung (Harakah) und den Stillstand (Sukūn) betrifft, und den Diskurs darüber, so gibt es eine Grundlage dafür im Qur’ān, sie (die Bewegung und der Stillstand) weisen auf die Einzigkeit Gottes hin. Ebenso verhält es sich mit der Verbindung (Idjtimāʿ) und Trennung (Iftirāq). Allāh, der Erhabene, erwähnt über Ibrāhīm, Salla l-Lāhu ʿAlayhi wa s-Salām: {فلمَّا أفلَ قال لا أحبّ الآفلين} Sūrah al-Anʿām 76. Die Geschichte des Untergangs der Himmelskörper, der Sonne, des Mondes und ihrer Bewegungen (Harakah) von Ort (Makān) zu Ort, belegt, dass nichts von dem, bezüglich des Schöpfers möglich ist (lā yadjūz). Und sie belegt, dass derjenige, bei dem der Untergang und der Transport (Intiqāl) von Ort (Makān) zu Ort möglich ist, nicht Gott sein kann.
– Und der Imām Abu l-Hassan Al-Aschʿarī sagte ebenfalls, Zitat:
كان الله ولا مكان فخلق العرش والكرسي ولم يحتجْ إلى مكان، وهو بعد خلق المكان كما كان قبل خلقه
„Allāh existierte und es gab keinen Ort (Makān), als dann erschuf Er den Thron und Kursī, und Er ist nicht in Abhängigkeit vom Ort (Makān). Er existiert nach dem Erschaffen des Ortes (Makān) unverändert, ohne Ort.“ Überliefert von dem Hāfidh Ibn ʿAsākir in „Tabyīn Kadhib al-Muftarī“ (S.150) von dem Qādī Abu l-Maʿālī al-Djuwaynī.
– Der Imām Abu l-Hassan Al-Aschʿarī sagte in seinem Werk „An-Nawādir“:
„منِ اعتقد أنَّ اللهَ جِسم فهو غير عارف ِبربِّه وإنه كافر به“
„Derjenige der glaubt, dass Allāh ein Körper (Djism) wäre, der hat keine Kenntnis über seinen Schöpfer und ist ein Ungläubiger“.
10. Der Hāfidh Ibn Hibbān (geb. 270 n.H.), der Hadīthgelehrte der Salaf Epoche, sagte in „ath-Thiqāt“ (1/1), Zitat:
الحمد لله الذي ليس له حد محدود فيحتوى، ولا له أجل معدود فيفنى، ولا يحيط به جوامع المكان، ولا يشتمل عليه تواتر الزمان
Dank gebührt Allāh, Derjenige, der keine Grenze (Hadd) hat, nicht begrenzt (Mahdūd) ist und somit auch nicht beinhaltet (Yuhtawā) wird. Er unterliegt keiner zeitlichen Limitation, somit vergeht Er nicht. Von keinem der Orte (Makān) wird Er beinhaltet (Yuhīt) und über Ihn vergeht keine Zeit (Zamān).
– Und er sagte ebenfalls in „Sahīh Ibn Hibbān“, Zitat:
كان ـ الله ـ ولا زمان ولا مكان
„Allāh existierte und es gab weder Zeit (Zamān) noch Ort (Makān).“ Siehe „al-Ihsān bi Tartīb Sahīh Ibn Hibbān“ (8/4).
Und er sagte ebenfalls, Zitat:
كذلك ينزل ـ يعني الله ـ بلا ءالة ولا تحرك ولا انتقال من مكان إلى مكان
„Sein Nuzūl ist ohne Hilfsmittel (ālatin), ohne Bewegung (Taharruk) und ohne Transport (Intiqāl) von Ort (Makān) zu Ort (Makān).“ Siehe „al-Ihsān bi Tartīb Sahīh Ibn Hibbān“ (2/136).
Mit diesen Zitaten ist unzweifelhaft bewiesen, dass eklatant über die Salaf gelogen wurde durch die Verähnlicher.
Wir haben all dieses demonstrieren können, wobei wir nicht einmal auf folgende Zitate zurückgegriffen haben:
1. Von dem Cousin des Propheten, ʿAlī Ibn Abī Tālib (geb. 23 v.H.), wurde in „al-Hilyah“ von dem Hāfidh Abū Nuʿaym überliefert, dass er sagte:
من زعم أن إلهنا محدود فقد جهل الخالق المعبو
„Wer behauptet, dass unser Schöpfer begrenzt (Mahdūd) wäre (das Begrenzte ist etwas mit Maßen, ob groß oder klein), der kennt den Schöpfer nicht (und ist damit ungläubig)“.
2. Von dem Enkelsohn des Propheten, Zaynu l-ʿAbidīn (geb. 38 n.H.), wurde in „Ithāf as-Sādah al-Muttaqīn“ von dem Hāfidh az-Zabīdī mit einer ununterbrochenen Überlieferungskette überliefert, dass er sagte:
أنت الله الذي لا يَحويك مكان
„Du bist Allāh, Der von keinem Ort (Makān) beinhaltet wird.“ (Ithāf As-Sādah Al-Muttaqīn 4/480)
Und Zaynu l-ʿĀbidīn sagte ebenfalls (Ithāf As-Sādah Al-Muttaqīn 4/480):
أنت الله الذي لا تُحَدُّ فتكونَ محدودًا
„Du bist Allāh, Derjenige, der nicht begrenzt (Mahdūd) ist“.
3. Imām Ahmad Ibn Hanbal (geb. 164 n.H.)
– Abu l-Fadl at-Tamīmī, der Führer und Sohn des Führers der Hanābilah in Baghdad, sagte in seinem Werk „Iʿtiqād al-Imām Ahmad“ (S.38-39), dass der Imām Ahmad (geb. 164 n.H.) sagte:
ولا يجوز أن يقال استوى بمماسة ولا بملاقاة. تعالى الله عن ذلك علوا كبيرا. والله تعالى لا يلحقه تغير ولا تبدل ولا تلحقه الحدود قبل خلق العرش ولا بعد خلق العرش ، وكان ينكر- الإمام أحمد – على من يقول إن الله في كل مكان بذاته لأن الأمكنة كلها محدودة
„Es ist nicht erlaubt zu sagen, dass der Istiwa mit Berührung (Mumāssah) oder Gegenüberstellung (Mulāqah) wäre, erhaben ist Allāh darüber. Allāh, der Erhabene, ist weder einer Veränderung (Taghayyur) noch Grenzen (Hudūd) unterworfen, weder vor dem Erschaffen des Throns noch danach.“ Und der Imām Ahmad verurteilte diejenigen, die behaupteten, dass Allāh an jedem Ort wäre, denn die Orte sind begrenzt.
Und er überlieferte ebenfalls von Imām Ahmad (S.45):
وأنكر أحمد على من يقول بالجسم وقال: إن الأسماء مأخوذة من الشريعة واللغة، وأهل اللغة وضعوا هذا الاسم على ذي طولٍ وعرضٍ وسمكٍ وتركيبٍ وصورةٍ وتأليف والله تعالى خارج عن ذلك كله، فلم يجز أن يسمى جسمًا لخروجه عن معنى الجسمية، ولم يجىء في الشريعة ذلك فبطل
„Ahmad verurteilte diejenigen, die Allāh einen Körper zuschrieben“. Er sagte: „Die Sprachgelehrten definierten das Wort Körper (Djism) mit etwas, was eine Länge (Tūl), Breite (ʿArd), Tiefe (Samk), Aufbau (Tarkīb), ein Bild und Zusammensetzung (Ta’līf) hat. Und Allāh ist über all dieses erhaben. Deshalb ist es nicht erlaubt, Ihn als Körper (Djism) zu bezeichnen, da Er erhaben ist über die Bedeutungen der Verkörperung. Es ist ungültig, in der Religion gibt es so etwas nicht“.
– Der Sāhib al-Khisāl von den Hanābilah überlieferte von Imām Ahmad ebenfalls, dass er diejenigen zu Ungläubigen erklärte, die sagten: „Allāh ist ein Körper, nicht wie die anderen Körper“.
– Und Abu l-Fadl at-Tamīmī, der Führer und Sohn des Führers der Hanābilah in Baghdad, sagte ebenfalls in seinem Werk „Iʿtiqād al-Imām Ahmad“, dass Imām Ahmad sagte: „Was auch immer du dir vorstellst, Allah ähnelt dem nicht“.
4. Imām asch-Schāfiʿī (geb. 150 n.H.)
– Der Qādī Husayn, von den „Ashāb al-Wudjūh“ der Schāfiʿiyyah, überliefert vom Text des Imām asch-Schāfiʿī, dass er sagte: „Wer sagt oder glaubt, dass Allāh auf dem Thron sitzen (Djālis) würde, der ist ein Ungläubiger“. Überliefert von Ibnu l-Muʿallim al-Quraschī in „Nadjmu l-Muhtadī“ (S.551) und Ibnu r-Rifʿah in „Kifāyatu n-Nabīh Scharh at-Tanbīh“
– Und der Hadīthgelehrte Murtadā az-Zabīdī erwähnte ebenfalls über Imām asch-Schāfiʿī, dass er sagte:
إنه تعالى كانَ ولا مكان فخلَق المكانَ وهو على صفة الأزلية كما كانَ قبلَ خلقه المكان، لا يجوز عليه التغيير في ذاته ولا
التبديل في صفاته
„Allāh existierte und es gab keinen Ort (Makān), alsdann erschuf Allāh den Ort (Makān), Er ist auf Seiner ewigen Eigenschaft, die Er hatte, bevor Er den Ort (Makān) erschuf (d.h. auch nach dem Erschaffen des Ortes existiert Er ohne Ort). Veränderungen (Taghyīr) sind für Allāh Selbst und für Seine Eigenschaften unmöglich (lā yadjūz).“ (Überliefert in „Ithāf As-Sādah Al-Muttaqīn“ 2/24)
5. Abū Sulaymān al-Khattābī (geb. 319 n.H.) überliefert die Glaubenslehre der Salaf bezüglich des Istiwa und sagte, Zitat:
وليس معنى قول المسلمين: إن الله استوى على العرش هو أنه مماس له أو متمكِّن فيه أو متحيّز في جهة من جهاته، لكنه بائن من جميع خلقه، وإنما هو خبر جاء به التوقيف فقلنا به ونفينا عنه التكييف، إذ {ليس كمثله شىء وهو السميع البصير}
„Und die Aussage der Muslime „Allāh Istawā ʿala l-ʿArsh“ bedeutet nicht, dass Er in Berührung mit dem Thron ist (Mumās) oder darin lokalisiert wäre (Mutamakkin) oder sich in einer Richtung (Djihah) von den Richtungen aufhalten (Mutahayyiz) würde. Er ist unabhängig (Bā’in) von Seiner gesamten Schöpfung. So ist dieses ein Bericht, den wir überliefern, wobei wir jegliche Verähnlichung (Takyīf) ablehnen, denn Allāh ähnelt nichts und niemandem“. (Al-Asmā’ wa s-Sifāt S.396-397)
Zusammenfassung:
– Der große Gelehrte und Hadīthwissenschaftler Imām Abū Bakr Ahmad Al-Bayhaqī“, geboren im Jahr im Jahre 384 n.H., überliefert zusammenfassend die Glaubenslehre der Salaf bezüglich dieses Themas in seinem Werk “Der Glaube der Salaf – Ahlus-Sunnah wal Djamāʿah“ (S.57):
„Abschließend ist es erforderlich zu wissen, dass der „Istiwā“ von Allāh nicht zu verstehen ist mit „Stehen (Iʿtidāl) nach einem Sitzen (Iʿwidjādj)“, oder „Sich an einem Ort (Makān) niederzulassen“ (Istiqrār) oder „Etwas von Seinen Geschöpfen zu berühren“ (Mumāssah), denn Er (Allāh) ist über den Thron mächtig (Istiwā`), so wie es überbracht wurde, ohne Beschaffenheit (Kayf), ohne Ort (Ayn) und unabhängig (Bā’in) von Seiner gesamten Schöpfung. Sein Ityān ist kein Kommen von Ort (Makān) zu Ort (Makān), Sein Madjī’ ist keine Bewegung (Harakah), Sein Nuzūl ist kein Transport (Nuqlah), Er selbst ist kein Körper (Djism), Sein Wadjh ist kein Bild (Sūrah), Sein Yad ist kein Körperteil (Djārihah) und Sein ʿAyn ist kein Auge (Hadaqah). So sind dieses Berichte die wir überliefern, wobei wir jegliche Verähnlichung (Takyīf) ablehnen, denn im Qur´ān kam in der Sūrah asch-Schūrā Āyah 11, dass Allāh nichts und niemandem ähnelt und in der Sūrah al-´Ikhlās Āyah 4, dass Ihm nichts gleich ist.“
6. Die Verkörperlicher werfen anderen Philosophie vor, praktizieren es aber selbst: Einige Verkörperlicher, wie z.B. Pierre Vogel, philosophieren und behaupten, dass „der Aufenthalt über dem Thron, nicht der Zuschreibung eines Ortes gleichkomme“.
Die Antwort
1. Diese Behauptung ist absurd! Wer sagt, dass Allāh sich über dem Thron befinden würde und dann behauptet, dass dieses nicht Ortsaufenthalt, Begrenzung und Verkörperung bedeuten würde, der ist wie jemand, der versucht dem Wort „falsch“ die Bedeutung des Wortes „richtig“ zu geben. Dies sind Worte eines Wahnsinnigen. Solch eine Person leugnet die in der Sprache festgelegten Definitionen für die Wörter, genau die Sprache, die er selbst zum sprechen benutzt! Warum versucht er gerade an dieser Stelle die Bedeutung der Sprache zu pervertieren und lehnt es an anderen Stellen ab? Die Antwort ist klar, der Verähnlicher spricht das aus, was sich in seinem Herzen an Vergleich, Verähnlichung und Verkörperlichung befindet und leugnet dann die Bedeuetung der Wörter, mit einer Begründung ohne jeden Sinn und Verstand.
2. Hinzu kommt, dass es eine direkte Widerlegung dieser Behauptung durch den Prophet gibt!
Der Propheten, Salla l-Lāhu ʿAlayhi wa Sallam, widerlegt diese Behauptung mit folgendem Hadīth, der von al-Bukhārī und anderen überliefert wurde:
لمّا قضى اللهُ الخلق كتب في كتابه فهو عنده فوق العرش: إن رحمتي غلبت غضبي
Der Prophet sagt in diesem Hadīth, dass es ein Buch gibt, welches sich über dem Thron befindet.
Und in einer anderen Überlieferung von Ibn Hibbān, mit dem Wortlaut:
وهو مرفوع فوق العرش
Das heißt, dass das Buch über dem Thron erhoben ist.
Damit ist mit aller Deutlichkeit bewiesen, dass es sehr wohl einen Ort über dem Thron gibt, in dem sich dieses Buch befindet.
Somit kommt es sehr wohl der Zuschreibung eines Ortes gleich, wenn jemand sagt, dass Allāh sich über dem Thron befinden würde.
Falls der Verkörperlicher nun nach der Widerlegung seiner Behauptung zu flüchten beginnt, wie es seine Gewohnheit ist, und behauptet, dass im zuvor erwähnten Hadīth des Wort „Indahu“ vorkommt und dieses nur die Zuschreibung eines Ortes für Allāh bedeuten könne, so lautet die Antwort:
Wenn es so wäre, dass jede Verwendung des Wortes „ʿInda“, die Zuschreibung des Ortes bedeuten würde, was würde der Verkörperlicher dann zu der Āyah 11 der Sūrah at-Tahrīm, in der über āsiyah berichtet wird:
{قالت رب ابن لي عندك بيتا في الجنة}
{Dessen Bedeutung übersetzt werden könnte von einigen mit: „Allāh, baue mir BEI DIR (عندك) ein Haus (بيتا) im Paradies (في الجنة“)}
Sagen sie etwa, dass das Wort „ʿInda“ an dieser Stelle die Zuschreibung eines Ortes für Allāh bedeuten würde? Wenn sie Ja sagen würden, hätten sie behauptet, dass Allāh sich im Paradies befinden würde und ihre vorherige Aussage mit dem Ortsaufenthalt über dem Thron, hätten sie geleugnet. Damit hätten sie sich selbst der Lüge bezichtigt.
Wenn sie sagen würden, dass „ʿInda“ an dieser Stelle nicht auf die Zuschreibung eines Ortes im Paradies hinweist, sondern darauf hinweist, dass das Paradies ein besonderer Ort bei Allāh ist, dann hätten sie zugegeben, dass das Wort عنده („Bei Ihm“) eine andere Bedeutung als Ortszuschreibung hat. Damit hätten sie ihre Aussage widerlegt, in der sie behaupteten, dass das Wort „ʿInda“ nur Ortszuschreibung bedeuten könne.
Ein anderes Beispiele dafür aus dem Qur’ān, dass das Wort „ʿInda“ in Bezug auf Allāh keine Zuschreibung des Ortes bedeutet, ist die Āyah 12 der Sūrah al-Sadjdah:
وَلَوْ تَرَىٰ إِذِ ٱلْمُجْرِمُونَ نَاكِسُواْ رُءُوسِهِمْ عِندَ رَبِّهِمْ
Wer sagt, dass „ʿInda“ in Bezug auf Allāh die Zuschreibung eines Ortes bedeuten würde, der würde behaupten, dass Allāh am Tag des Jüngsten Gerichts, den Götzenanbeter im Versammlungsort auf der Erde beiwohnen würde. Und so etwas sagt weder ein Muslim noch ein Verkörperlicher. Wohin wollen sie nach all dem noch fliehen?
7. Der Anführer der Verkörperlicher, Ibn Taymiyah der Harrānī, ist selbst ein ungläubiger Philosoph.
Es ist Ibn Taymiya selbst gewesen, der Anführer der Verkörperlicher, der die Philosophie praktizierte, so wie es adh-Dhahabī (sein Schüler) in dem Buch „Bayānu Zaghal al-ʿIlm wa t-Talab“ offenlegte.
Er sagte, Zitat: „Bei Allāh! Wir haben uns der Lächerlichkeit preisgegeben! Bis wann gräbst du die abstrusen Blasphemien der Philosophen noch aus, damit wir mit unserem Verstand darauf antworten? Du hast die Gifte der Philosophie und ihrer Schriften zum wiederholten Male heruntergeschluckt. Und von der vermehrten Einnahme der Gifte zehrt der Körper, worin es sich dann verfestigt!“
Was die Authentizität des Buches betrifft, so besteht kein Zweifel daran, denn der Hadīth-Gelehrte as-Sakhāwī bestätigt, dass adh-Dhahabī es schrieb und zitierte daraus in seinem Werk „al-‚Iʿlān bi t-Tawbīkh“ S.77.
Eines der vielen Beispiele dafür, dass Ibn Taymiyah der Harrāni Philosophie praktizierte, und es gehört zu den abscheulichsten Dingen, die ihm vorgeworfen wurden, ist seine blasphemische Aussage, in der er behauptet, dass die Art des Universums gemeinsam mit Allāh anfangslos wäre. Diese Aussage, welche Ibn Taymiyah von den späten Philosophen übernahm, ist Unglaube. Denn wenn jemand behaupten, dass es etwas oder jemand anderen außer Allāh gäbe, der anfangslos wäre, der hat Allāh einen Teilhaber in den Eigenschaften beigesellt. Es gibt keinen Gott außer Allāh und damit auch keinen Anfangslosen außer Allāh. Jeder Muslim weiß, dass das Universum einen Anfang hat und von Allāh erschaffen ist, sowohl seine Art als auch seine Bestandteile. Allāh ist der Schöpfer aller Dinge.
Ibnu Taymiyah sagte diesen Unglauben in 7 seiner Bücher, unter anderem in seinen sogenannten Büchern „Muwāfaqat Sarīh al-Maʿqūl“ 1/75, „Minhādj as-Sunnah“ 1/24, „Naqd Marātib al-Idjmāʿ“ 168, „Scharh Hadīth ʿImrān Ibn al-Husayn“ 193 und „Scharh Hadīth an-Nuzūl“ 161.
Ibnu Taymiyah sagte beispielsweise in seinem Buch „al-Muwāfaqah“ 1/291, und diese Aussage ist Unglaube, Zitat:
فإن الأزلي اللازم هو نوع الحادث لا عينُ الحادث
„Die Anfangslosigkeit ist für die Art (Nauʿ) des Entstandenen (Hādith) notwendig, nicht für das Bestandteil (ʿAyn) des Entstandenen (Hādith).“
Dann sagte Ibn Taymiyah der Philosoph:
بل يكونُ الحادث اليومي مسبوقاً بحوادث لا أول لها
„Den täglichen Ereignissen (Hādith) sind Ereignisse (Hawādith) ohne Anfang vorangeeilt.“
Und die Unverschämtheit des Ibnu Taymiyah al-Harrānī ging sogar so weit, dass er in seinem Buch „al-Minhādj“ in aller Dreistigkeit sagte, Zitat: „Falls ihr zu uns sagt: ‚Ihr habt behauptet, dass es in Gott selbst Entstandenes (Hawādith) gäbe!‘ So sagen wir zu euch: ‚Ja, das haben wir gesagt‘.“
Dieses gehört zu den befremdlichsten Dingen von Ibn Taymiyah und es zeigt die Schwachsinnigkeit seines Verstandes.
Al-Kawtharī sagte diesbezüglich in seinen Noten zu dem Werk „as-Sayf as-Saqīl“, Zitat: „Wie kann er sagen, dass die Art (des Universums) anfangslos wäre, obwohl die Bestandteile der Art einen Anfang haben?! Solch eine Aussage kann nur von einem Besessenen kommen. Und Abū Yaʿlā (der Verkörperlicher) sagte in „al-Muʿtamad“: ‚Das Entstandene hat einen Anfang von dem es begonnen hat, Gegenteiliges haben die Gottesleugner behauptet.‘Und er (Abū Yaʿlā der Verkörperlicher) gehört zu den Imamen dieser Person. Damit gehört er (Ibn al-Qayyim) und sein Schaykh (also Ibnu Taymiyah) zu den Gottesleugnern, gemäß der Meinung dieses Abū Yaʿlā. Demnach haben sie einen schlimmeren Zustand in der Irreleitung, als er.“
Sogar der Albānī, ein Führer der Wahhabiten, gab zu, dass Ibnu Taymiya dieses sagte.
Und der Albānī bestätigte ebenfalls, dass Ibn Taymiyah den verschmähten “Kalām“ praktizierte, so wie es in dem Magazin „at-Tamaddun“, Muharram 1381 n.H. S.387, erwähnt ist.
Dies ist der Zustand der Verkörperlicher, sie werfen den anderen verleumderisch das Praktizieren der Philosophie vor, wobei sie es selbst praktizieren.
Quelle: https://www.facebook.com/dieWaechter.desGlaubens/posts/934439483272953