Die glaubenslehre der Ahlu Sunnah

Die Asha'irah und Maturidiyyah


Darf man die Mehrdeutigen Ahadith unter den Laien verbreiten?

Imam Qadi Iyad al-Maliki (476-544 n.H.) sagt folgendes:

ورحِم اللهُ مالكاً فلقَد كرِه التحدُّثَ بمثلِ ذلك مِن الأحاديث المُوهِمةِ للتشبيه والمُشكِلةِ المعنى وقال : ما يدعُو الناسَ إلى التحدُّثِ بمثلِ هذا فقيل له إنَّ ابنَ عجْلانَ يحدِّث بها فقال لم يكنْ مِن الفقهاء

‘‘Möge Allah mit Imam Malik gnädig sein! Er verpöhnte das Überliefern dieser (mehrdeutigen) Ahadith die Ähnlichkeit in den Sinn hervorrufen und Problematisch sind und sagte: Was bringt die Menschen dazu solche Sachen zu überliefern? Ihm wurde gesagt: Ibn Ajlan überliefert solche Ahadith. Malik antwortete: Er ist keiner von den Fuqaha!‘‘

Quelle: Qadi Iyad: Ash-Shifa bi Tarifi Huquqil Mustafa: 2/251: Darul Firk: 1409/1988

Shamsuddin adh-Dhahabi (673-748 n.H.) überlieferte diese Ansicht von Imam Malik detaillierter:

قال ابن القاسم : سألتُ مالكاً عمَّن حدَّث بالحديث : الذين قالوا : إن اللهَ خلَق آدمَ على صورته ، والحديث الذي جاء : إنَّ اللهَ يكشِف عن ساقِه ، وأنه يُدخِل يدَه في جهنم حتى يُخرِج مَن أرادَ

فأنكرَ مالكٌ ذلك إنكاراً شديداً ، ونهى أن يُحدِّثَ بها أحدٌ

‘‘Ibnul Qasim sagte: Als ich Malik nach einer Person fragte, die Ahadith wie ‘‘Allah erschuf Adam nach seinem Bild‘‘ oder ‘‘Allah wird sein Saq am Tag des Jüngsten Gerichtes zeigen‘‘ oder ‘‘Allah wird seine Yad in die Hölle tun und erretten wen er will‘‘ überliefert, verachtete er dies deutlich und verbot es solche Überlieferungen weiter zu tradieren.

Quelle: Shamsuddin adh-Dhahabi: Siyar Alam an-Nubala: 8/104, Beirut: Muassasatur Risala: 1405/1985

Imam Malik verbot es nicht gegenüber jedem, dass was er verpönte war, das man solche Überlieferungen gegenüber den Laien erwähnt.

Hier ein weiterer Beweis für die Einstellung von Imam Malik, überliefert von Imam ibn Ruschd:

وسألت مالكا عن الحديث الذي يذكره الناس عن النبي عليه السلام في سعد بن معاذ . فأنكره وقال : إني أنهاك أن تقوله ، وما يدعو أمراً أن يتكلم بهذا ولا يدري ما فيه من التغرير.

‘‘Als ich (Ibn al-Qasim) Imam Malik nach dem adith: Der Thron bebte als Sad bin Muadh starb fragte, wurde er wütend und sagte: ‘‘Ich verbiete es dir, dass du darüber sprichst. Es gibt keinen Grund dies zu erwähnen, man weiß nicht welches Verderben sich daraus ergeben kann!‘‘

Imam Ibn Ruschd sagt zu dieser Überlieferung:

قال محمد بن رشد : إنما نهى مالك أن يتحدث بهذا الحديث وهو ما روي أن العرش اهتز لسعد بن معاذ ويتكلم به ، مخافة أن يشيع في الناس فيسمعها الجهال الذين لا يعرفون  تأويلها فيسبق إلى ظنونهم التشبيه بها ، لظنهم أن العرش إذا اهتز أي تحرك ، تحرك لله بتحركه ، كالجالس منا على كرسيه إذا تحرك الكرسي تحرك هو بتحركه . وليس عرش الرحمن بموضع استقرار له ، إذ ليس في مكان ، ولا مستقر بمكان ، تعالى عن ذلك ذو الجلال وإلاكرام .

‘‘Imam Malik verbot es, den adith aus dem hervorgeht das der Thron wegen des Todes von Sad bin Muadh bebte, zu überliefern, aus Angst, dass sich diese Überlieferung unter den Menschen (Laien) verbreitet. Er fürchtete dass die Unwissenden unter ihnen, jene die die Erklärung dieser Texte nicht verstehen, diesen adīth hören und dann denken könnten, dass es Allah wäre, der sich bewegt wenn der Thron bebt, genauso wie ein Sitzender der auf seinem Stuhl sitzt. Der Thron ist aber kein Ort der Niederlassung von Allah, da Allah auf keinen Ort beschränkt ist. Erhaben ist er darüber.‘‘

Quelle: Imam Ibn Ruschd, al-Bayan wa-Tahsil, Beirut: Dar al-Gharb: 1988

Imam Malik war sehr vorsichtig im Umgang mit mehrdeutigen Texten. Wir wissen nun, dass er es als verpönt betrachtete, Aadith, die Allah mehrdeutige Begriffe zuschreiben, unter den einfachen Menschen zu propagieren und kritisierte jene scharf die es dennoch taten.

Der bekannte Hadith Gelehrte Khatib al-Baghdadi (392-463 n.H.) sagte:

وَيَتَجَنَّبُ الْمُحَدِّثُ فِي أَمَالِيهِ رِوَايَةِ مَا لَا تَحْتَمِلُهُ عُقُولُ الْعَوَامِّ لِمَا لَا يُؤْمَنُ عَلَيْهِمْ فِيهِ مِنْ دُخُولِ الْخَطَأِ وَالْأَوْهَامِ وَأَنْ يُشَبِّهُوا اللَّهَ تَعَالَى بِخَلْقِهِ وَيُلْحِقُوا بِهِ مَا يَسْتَحِيلُ فِي وَصْفِهِ وَذَلِكَ نَحْوُ أَحَادِيثِ الصِّفَاتِ الَّتِي ظَاهِرُهَا يَقْتَضِي التَّشْبِيهَ وَالتَّجْسِيمَ وَإِثْبَاتَ الْجَوَارحِ وَالْأَعْضَاءِ لِلْأَزَلِيِّ الْقَدِيمِ

“Der Muhaddith sollte in seinen Lesungen davon Abstand nehmen, Sachen zu überliefern die der Laie nicht verstehen kann – insofern er nicht gewährleisten kann, dass sie nicht in Irrtum oder Wahnvorstellungen verfallen oder Allah den Erhabenen mit seiner Schöpfung vergleichen oder Allah mit Sachen beschreiben die in Bezug auf Ihn unmöglich sind. Auf diese Weise nähern wir uns den Hadithen bezüglich der Eigenschaften deren Dhahir (wörtliche Bedeutung) tashbih und tajsim und die Bestätigung der Gliedmaßen und Körperteile bezüglich den Ewigen implizieren kann.“

Quelle: Khatib al-Baghdadi: Al-Jami li Akhlaqir Ravi: 2/107, Riad: Maktabatul Maarif

Abul Faraj Ibnul Jawzi (508-597 n.H.) sagte:

أن قومًا قد رسَخ في قلوبِهم التشبيه ، وأنَّ ذاتَ الخالق سبحانه ملاصقةٌ للعرش ! وهي بقدرِ العرش ، ويفضُل مِن العرش أربع أصابعَ ! وسمِعوا مثلَ هذا مِن أشياخهم

فإذا دُعِي أحدُهم إلى التنزيه، وقيل له : ليس كما خطَر لك ؛ إنما ينبغي أن تُمرَّ الأحاديثَ كما جاءت ، مِن غيرِ مساكنة ما توهمته ، صعُب هذا عليه لوجهينِ

أحدهما : لغلَبةِ الحس عليه ، والحس على العوام أغْلبُ

والثاني : لما قد سمِعه مِن ذلك مِن الأشياخ ، الذين كانوا أجهلَ منه . فالمخاطِب بهذا مُخاطِرٌ بنفسه

ولقد بلَغني عن بعضِ مَن كان يتدين ممن قد رسَخ في قلْبه التشبيهُ أنه سمِع مِن بعض العلماء شيئًا من التنزيه، فقال : واللهِ ، لو قدَرتُ عليه ، لقتَلتُه

فاللهَ اللهَ أن تحدّث مخلوقًا مِن العوام بما لا يحتمِله دون احتيالٍ وتلطفٍ ؛ فإنها لا يزول ما في نفسه ، ويخاطِر المحدّث له بنفسه ، فكذلك كلُّ ما يتعلَّق بالأصول

Zum Beispiel: Eine Gruppen von Menschen in denen der Tashbih verwurzelt ist. Sie denken, dass Allah der Erhabene den Thron berühren würde, dass Er in gleicher Größe mit dem Thron wäre, (nach dem Er sich hinsetzte) ein Platz von vier Fingerbreite frei wäre… Solche (Irrelehren) haben sie von ihren Lehrern gehört.

Wenn man zu dieser Person sagt “Es ist nicht so wie du denkst! Du musst die Ahadtih so lassen wie sie sind und ohne Vorstellung“ und sie zum Tanzih von Allah aufruft, so fällt ihnen dass Schwer, wegen zwei Gründen:

1. da das Verlangen alles mit der physischen Wahrnehmung verstehen zu wollen sie überkommt.
2. da sie solche (Irrelehren) von ihren Lehrern gehört haben. Wo doch ihre Lehrer unwissender als sie sind.

Mich erreichte eine Nachricht über eine Person, in dessen Herzen der Tashbih tief verwurzelt war und als er die Gelehrten hörte, dass sie über den Tanzih sprachen, sagte er: “Ich schwöre bei Allah, wenn ich die Macht dazu hätte sie zu Töten so würde ich dies tun“.‘

Bei Allah rede nicht über Sachen, die Schwer verständlich für die Laien sind und diese nicht verstehen! Denn auch ohne dies wird er nicht von dem was er weiß zurückweichen. Jedoch derjenige der darüber redet bringt sich selbst in Gefahr. Bei jeder Angelgenheit die mit der Aqidah zu tun hat, ist dies so.“

Quelle: Ibnul Jawzi: Saydul Kasir: 433, Damaskus: Darul Qalam: 1425/2004

Der bekannte Shafi’i Faqih Izzuddin bin Abdis Salam (577-660 n.H.) sagte:

لا يجوز إيرادُ الإشكالاتِ القويَّةِ بمحْضَرٍ مِن العامة ؛ لأنه تسبُّبٌ إلى إضلالِهم وتشكيكِهم

‘‘Es ist nicht erlaubt neben den Laien über komplexe Themen zu reden. Da dieses Verhalten bewirken könnte, dass sie (die Laien) in die Irre gehen oder Zweifel bekommen könnten.‘‘

Quelle: Izzuddin bin Abdis Salam: Qavaidul Ahkam fi Islahil Anam 2/406, Darul Qalam: 1421/2000

Abu Ishaq ash-Shatibi (gest. 790 n.H.) sagte:

ومِن ذلك : التحدُّث مع العوامِّ بما لا تفهَمه ولا تعقِل مَغزاه ، فإنه مِن باب وضْعِ الحكمة غيرَ موضعِها ، فسامِعُها إما أن يفهَمها على غيرِ وجْهِها ، وهو الغالب ، وذلك فتنةٌ تؤدي إلى التكذيب بالحق ، أو إلى العمل بالباطل . وإما أن لا يفهَم منها شيئا ، وهو أسلمُ

‘‘Und einer dieser (Erneuerungen): Dass man über Sachen redet welche die Laien nicht begreifen können. Dies ist ohne Hikmah! Der Laie der dies hört könnte unter zwei Dinge verfallen: Er wird sie falsch verstehen. In den meisten Fällen ist dies so. Und dies könnte dazu führen dass er die Wahrheit ablehnt oder dass Fitna entstehen könnte. Oder er wird nichts davon verstehen. Dies ist sicherer.‘‘

Quelle: Abu Ishaq ash-Shatibi: al-Itisam: 2/295, Maktabatut Tawhid



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