Die glaubenslehre der Ahlu Sunnah

Die Asha'irah und Maturidiyyah


Die endgültige Antwort auf den Hadith der Magd

Thema: Die endgültige Antwort auf den Hadīth der Magd

Vorwort zur authentischen Glaubenslehre der Muslime:

Allāh, der Erhabene, ist unabhängig von Ort und Zeit, denn Er existierte vor Ort und Zeit, ohne Ort und Zeit.
Erhaben ist Allāh darüber, sich in einer Richtung aufzuhalten, von einem Ort beinhaltet zu sein oder sich in den Orten aufzulösen. Was auch immer du dir vorstellst, Allāh ähnelt dem nicht, da Er, der Erhabene, nichts und niemandem ähnelt. Und wer Allāh eine Bedeutung von den Eigenschaften der Geschöpfe zuschreibt, der ist ungläubig.

Scheinargument der Verkörperlicher:

Die Anhänger der Verkörperlichung behaupten, dass der Prophet eine Magd gefragt habe „Ayna l-Lāh“ (was einige übersetzen mit „Wo ist Allāh“) und sie geantwortet hätte mit „Fi s-Samā“ (was einige übersetzen mit „Im Himmel“). Dann behaupten sie, dass diese Geschichte der Beweis dafür wäre, dass Allāh an einem Ort existieren würde.
Ihre Behauptung ist aus folgenden Gründen ungültig.

Zusammenfassung der Widerlegung:
(1) Dieser Hadīth ist ein Ahād (Einzelbericht) und ist damit ungenügend als Beweis in der Glaubenslehre.
(2) Dieser Hadīth ist widersprüchlich und damit schwach, wenn die verschieden Versionen gleich stark wären.
(3) Nicht jeder Hadīth in Muslim ist richtig. Es gibt stärkere Hadīthgelehrte als Muslim, welche den Hadīth nicht als Sahīh betrachtet haben.
(4) Der Hadīth ist verworfen, wenn die verschiedenen Versionen unterschiedlich stark wären und dies ist hier der Fall. Die richtige Version der Begebenheit, ist die Version des Imām Mālik.
(5) Diese Version widerspricht den definitiven Grundregeln des Islam und ist damit ungültig.
(6) Unter der Voraussetzung einer gültigen Erklärung, haben ihn einigen Gelehrte als Sahīh gelten lassen. Sie sagten: Die Frage „Ayn“ ist nach dem Status und die Antwort mit „Fi s-Samā“, weist auf die Hoheit des Status hin.
(7) Die Frage nach dem Ort ergibt hier keinen Sinn, denn die Besonderheit liegt in der Höhe des Status, nicht in der Höhe des Ortes.
(8) Die Verkörperlicher interpretieren diese Version vom Hadīth nach ihrem eigenem Gutdünken und ignorieren dabei andere stärkere Ahadīth. Ihr Zustand ist damit wie der Zustand derjenigen, über die gesagt wurde: „Sie glauben an einiges von dem Offenbarten und sind gegenüber anderem davon ungläubig“.
(9) Dieser Hadīth widerspricht in Wirklichkeit ihrem eigenen Glauben.
(10) Der Qur’ān widerlegt die Behauptung der Verkörperlicher und zeigt, dass es Unglaube ist, so etwas zu glauben.
(11) Den stümperhaften Aussagen einiger Verkörperlicher ist keine Beachtung zu schenken.

1. Dieser Hadīth ist ungenügend als Beweis in der Glaubenslehre.
Diese Version ist ein „Ahād“ (Einzelbericht), er ist weder Maschhūr (Level der Berühmtheit) noch Mutawātir (Level der Gewissheit). Es ist der Bericht einer einzelnen Person. Und bei der Mehrheit der Gelehrten, wie z.B. Abū Hanīfah, steht fest, dass man sich auf solch einen Bericht, nicht verlassen kann in den Angelegenheiten der Glaubenslehre. Von daher wird diesem Bericht von vornherein keine Beachtung geschenkt bei ihnen und er stellt keinen Beweis in den Angelegenheiten des Glaubens dar.

2. Der Hadīth ist schwach.
Wenn die verschiedenen Versionen des Hadīth gleich stark wären, dann wäre diese Version Mudtarib (Level der Widersprüchlichichkeit). Es gibt mehrere Hadīthgelehrte, wie z.B. Ibn Djamāʿah, welche darüber mit Mudtarib (Widersprüchlich) geurteilt haben und der Mudtarib verpflichtet zur Schwäche.

3. Nicht jeder Hadīth in Muslim ist richtig. Stärkere Hadīthgelehrte als Muslim, haben den Hadīth nicht als Sahīh betrachtet. Nicht absolut jeder Hadīth den Muslim überliefert, ist automatisch Sahīh. Es gibt im Sahīh Muslim z.B. einen anderen Hadīth, in dem erwähnt wird, dass es für jeden Muslim, der verdient im Höllenfeuer bestraft zu werden, einen Ungläubigen gäbe, der an seiner Stelle bestraft werden würde. Und dieses ist nicht richtig, es widerspricht dem Qur’ān und den Aussagen des Propheten.

Der Imām al-Bukhārī nahm ihn nicht in sein Werk Sahih al-Bukhārī auf, weil er nicht seinen Voraussetzungen entsprach.

4. Der Hadīth ist verworfen.
Wenn die verschiedenen Versionen unterschiedlich stark wären (dies ist hier der Fall) und diese Version mit der Zuschreibung eines Ortes erklärt werden würde, dann würde diese Version einer anderen stärkeren Version widersprechen und dies führt automatisch dazu, gemäß den Regeln der Hadīthwissenschaft, dass die stärkere Version angenommen und die schwächere Version verworfen wird.

Die richtige Version der Begebenheit, ist die Version des Imām Mālik.

Die Version von Imām Mālik ist die richtige Version, da sie mit den Grundregeln des Islams übereinstimmt. Denn der Eintritt in den Islam geschieht durch das Glaubensbekenntnis; „Ich bezeuge, dass es keinen Gott außer Allāh gibt und ich bezeuge, dass Muhammad der Gesandte von Allāh ist“ oder einem anderen Wortlaut, der diese Bedeutung wiedergibt.

In der Muwatta’ des Imām Mālik steht auf Seite 405:

Imam Mālik berichtet von Ibni Schihāb (az-Zuhrī), über ʿUbaydullāh Ibn ʿAbdullāh Ibn ʿUtbah, dass ein Mann von den Ansār mit seiner schwarzen Magd zum Propheten Muhammad, Salla l-Lāhu ʿAlāyhi Wa Sallam, kam. Er sagte zum Propheten: „O Gesandter Gottes, ich habe einem gläubigen Sklaven die Freiheit zu schenken, soll ich dieser Sklavin die Freiheit schenken“. Daraufhin sagte der Gesandte Gottes zu dieser Magd: „Bezeugst du, dass es keinen Gott außer Allāh gibt?“. Sie sagte: „Ja“. Er sagte: „Bezeugst du, dass Muhammad der Gesandte von Allāh ist?“. Sie sagte: „Ja“. Dann sagte er: „Glaubst du an die Auferstehung nach dem Tod?“. Sie sagte: „Ja“. Dann sagte er: „Schenke ihr die Freiheit“.

5. Der Hadīth ist ungültig.
Diese Version vom Hadīth der Magd widerspricht den feststehenden Grundregeln des Islam und was den definitiven Grundregeln des Islam, worüber absolute Gewissheit herrscht, widerspricht, ist verworfen. Denn beim Mutawātir Hadīth ist es wie mit dem Qur’ān, wenn ein Hadīth dem Mutawātir widerspricht, so ist dieser Hadīth ungültig.

6. Unter der Voraussetzung einer korrekten Erklärung, haben ihn einigen Gelehrte als Sahīh gelten lassen. Sie sagten: Die Frage „Ayn“ ist nach dem Status und die Antwort mit „fi s-Samā“, weist auf die Hoheit des Status hin. Gelehrte, wie der Imām Ibn Fūrak und der Imām an-Nawawī, erklärten diese Version mit einer gültigen Bedeutung, denn in der arabischen Sprache bedeutet das Wort „Ayn“, nicht ausschließlich „Wo“ und „Samā“ nicht ausschließlich „Himmel“. Im Arabischen wird mit „Ayn“ nach dem Wert und Rang gefragt, sowie mit „Samā“ der hohe Status ausgedrückt, wie es gemeinhin in folgender Dichtung bekannt ist:

أين الثريا من الثرى

„Wo ist ath-Thurayyā (eine Sternenformation) von ath-Tharā (der Erde)“.

Der Gefährten an-Nābighah al-Djaʿdī sagte vor dem Propheten:

„بَلَغْنَا السَّمَاءَ“

„Wir haben den Himmel erreicht“, d. h. einen hohen Status.

7. Die Frage nach dem Ort ergibt hier keinen Sinn, denn die Besonderheit liegt in der Höhe des Status, nicht in der Höhe des Ortes.
Die Engel sind in oberen Richtung die Bewohner des Himmels und die Propheten befinden sich darunter, auf der Erde. Trotzdem sind die Propheten, bei Allāh, besser als die Engel.

8. Die Verkörperlicher interpretieren diese Version vom Hadīth nach ihrem eigenem Gutdünken und ignorieren dabei andere stärkere Ahadīth. Ihr Zustand ist damit wie der Zustand derjenigen, über die gesagt wurde: „Sie glauben an einiges von dem Offenbarten und sind gegenüber anderem davon ungläubig“.

Es gibt andere Ahadīth, welche stärkere Überlieferungsketten haben als dieser Hadīth, jedoch interpretiert werden von den Verkörperlichern, da ihre außenscheinliche Bedeutung dem Glauben der Verkörperlicher widerspricht. Es gibt sogar Āyāt aus dem Qur’ān, welche von den Anhängern der Verkörperlichung interpretiert werden, nur um es bei einem Hadīth, der solch einem Zustand hat, nicht zu tun. Dies ist handeln nach eigenem Gutdünken.

9. Dieser Hadīth widerspricht in Wirklichkeit ihrem eigenen Glauben.

Dieser Hadīth widerspricht dem Glauben der Verkörperlicher, da im Hadīth das Wort „fi s-Samā’“ erwähnt wird und die außenscheinliche Bedeutung des Wortes lautet; „im Himmel“, nicht „über dem Himmel“. Damit konfrontiert, sagen die Verkörperlicher, dass es eine Erklärung wäre, wie sie im Qur’ân erwähnt wurde in der Āyah 71 der Sūrah Taha, als Bericht über den Pharao, dass er sagte:

وَلأُصَلِّبَنَّكُمْ فِـي جُذُوعِ النَّـخْـلِ

Die Bedeutung lautet: Ich werde euch auf den Palmenstämmen kreuzigen.

Wenn sie nun sagen, dass das Wort „fi s-Samā“ hier die Bedeutung von „über dem Himmel“ habe und sie damit bewiesen hätten, dass Allāh an einem Ort wäre.
So antworten wir: Wenn sie die Aussage des Pharao als Erklärung nehmen wollen, dann haben sie auch die andere Aussage des Pharaos zu nehmen und damit müssen sie zugeben, dass mit „über dem Himmel“ die Bezwingung, Herrschaft und Macht gemeint ist, nicht der Ort oder die Richtung. Denn es kam über den Pharao in der Āyah 127 der Sūrah al-Aʿrāf, als Bericht über ihn, dass er sagte:

{وإنا فوقهم قاهرون}

„Wir sind die Bezwinger ÜBER IHNEN“. At-Tabarī sagte dazu, Zitat:

يقول: وإنا عالون عليهم بالقهر، يعني بقهر الملك والسلطان. وقد بينا أن كل شىء عال بقهر وغلبة على شيء، فإن العرب تقول: هو فوقه

„Der Pharao sagte: Wir sind über ihnen, mit der Bezwingung. Gemeint ist die Bezwingung durch die Herrschaft und Macht. Und wir haben schon gezeigt, dass alles, was mit der Bezwingung über etwas anderem ist, die Araber darüber sagen: ER IST ÜBER IHM“.

Und in der Āyah 4 der Sūrah al-Qasas kam:

{ إِنَّ فِرعَونَ عَلا فِى الأَرضِ}

Es könnte sein, dass jemand die Bedeutung des Verses folgendermaßen übersetzt: “Der Pharao hat sich auf der Erde (fi l-Ard) erhoben“.

Wenn mit „fi-Samā“ gemeint wäre „über dem Himmel“, dann wäre mit „fi l-Ard“ gemeint „über der Erde“. Und da mit „ʿalā fi l-Ard“ keine örtliche Erhebung des Pharaos gemeint ist, sondern die „Herrschaft auf der Erde“, wäre mit „fi-Samā“ gemeint „die Herrschaft über den Himmel“. So gibt es keinen Weg für die Verkörperlicher, wenn sie den Hadīth der Magd mit ihrer Interpretation interpretieren, außer in Widersprüche zu fallen.

Wenn sie die Bedeutung einer bestimmten Stelle nehmen, um es dann so zu interpretieren wie sie es gerne hätten, es jedoch an einer anderen Stelle ablehnen, so wäre das handeln nach eigenem Gutdünken.

Wollen sie wie diejenigen sein, die an einiges vom Qur’ān glauben und gegenüber anderem davon ungläubig sind!?

10. Der Qur’ān widerlegt die Behauptung der Verkörperlicher und zeigt, dass es Unglaube ist, so etwas zu glauben.

In der Āyah 68 der Sūrah az-Zumar wird erwähnt:

وَنُفِخَ فِي الصُّورِ فَصَعِقَ مَن فِي السَّمَاوَاتِ وَمَن فِي الْأَرْضِ

Die Bedeutung lautet: „Es wird in das Horn geblasen und es stirbt WER IN DEN HIMMELN IST“.

Damit ist durch den Qur’ān eindeutig belegt, dass es Unglaube ist, den Hadīth der Magd entsprechend des Verständnisses der Verkörperlicher zu verstehen.

Der Imām at-Tabarī überliefert das Verständnis der Salaf diesbezüglich, Zitat:

فَكَيْفَ يَكُون الْمَسِيح اِبْنًا لِلَّهِ وَهُوَ فِي الْأَرْض أَوْ فِي السَّمَوَات غَيْر خَارِج مِنْ أَنْ يَكُون فِي بَعْض هَذِهِ لْأَمَاكِن

„Wie kann nur behauptet werden, dass Jesus Gottes Sohn wäre, obwohl er auf der Erde oder in den Himmeln, nicht frei davon ist, in einigen dieser Orte zu sein?!“.
Für die Salaf steht fest, wer in den Himmeln ist, der kann kein Gott sein.

Und deshalb sagte der Imām Abū Hanīfah in „al-Fiqh al-Akbar“:

„Wer sagt: ‚Ich weiß nicht, ob Allāh im Himmel oder auf der Erde ist‘, der ist ungläubig“. Weil seine Aussage suggeriert, dass Allāh einen Ort hätte. Und wer geglaubt hat, dass Allāh einen Ort hätte, der ist ungläubig.

11. Den stümperhaften Aussagen einiger Verkörperlicher ist keine Beachtung zu schenken. Die verzweifelten Versuche der Verkörperlicher, diese Argumente zu widerlegen, basieren auf Unwissenheit, falschen Behauptungen und offensichtlichen Unwahrheiten.

Ausführliche Antwort:

Im Sahīh Muslim wird erwähnt, dass ein Mann zum Propheten, Salla l-Lāhu ʿAlayhi wa Sallam, kam und ihn bezüglich des Islams seiner Magd fragte. Dieser Mann hatte eine Magd, welche seine Schafe hütete und der Wolf fraß eines davon. Als sie zurück kam, erzählte sie ihm davon, er wurde wütend und gab ihr eine Ohrfeige. Danach bereute er dieses und ging zum Gesandten Gottes, er erzählte dem Propheten was geschehen war und der Prophet sagte ihm, dass er sie zum ihm bringen solle. Er brachte sie zum Propheten und der Prophet fragte (laut einer Version): „Ayna l-Lāh“. Eine Frage, welche einige Leute übersetzen könnten mit „Wo ist Allāh“. Sie antwortete: „Fi s-Samā’“. Eine Antwort, welche einige Leute übersetzen könnten mit „Im Himmel“. Der Prophet sagte dann, dass sie eine Gläubige ist und er ihr die Freiheit schenken solle. Diese Überlieferung ist unverlässlich, einige Menschen berufen sich jedoch auf diese Aussage um zu behaupten, dass Allāh im Himmel wäre. Es sind die Anhänger der Verkörperlichung, sie erwähnen diese Überlieferung sehr oft.

1. Grundsätzliches zur Beweislehre in den Angelegenheiten des Glaubens: Dieser Hadīth ist ein Einzelbericht und damit ungenügend als Beweis in der Glaubenslehre. Was auch immer über den Hadīth an Sahīh oder Schwäche gesagt wird, er ist und bleibt ein Ahād (Einzelbericht), d. h. es gibt eine gewisse Unsicherheit über seine Wirklichkeit, es herrscht keine absolute Gewissheit darüber. Und dieses worüber es eine gewisse Unsicherheit gibt, kann nicht angenommen werden und es kann sich nicht mit absoluter Sicherheit darauf verlassen werden, wenn hinzukommt, dass dem feststehenden, worüber absolute Gewissheit herrscht, widerspricht. So wie es klargestellt wurde von al-Khatīb in „al-Faqîh wa l-Mutafaqqih“ und an-Nawawī in „at-Taqrīb“ und der Imām al-Haramayn in „al-Waraqāt“ und andere.

Diese Überlieferung ist somit weder im Level des Maschhūr (Level der Berühmtheit) noch im Level des Mutawātīr (Level der Gewissheit) kategorisiert, vielmehr ist es eine Ahād Überlieferung, d. h. es wurde nur über eine einzige Route überliefert. Und wenn der Hadīth über solch einen Weg überliefert wird, also Ahād, dann wird er von den meisten der früheren Gelehrten, nicht als Beweismittel in der Glaubenslehre akzeptiert. Da man durch solch einen Hadīth, keine absolute Gewissheit erlangen kann. Denn bei einem einzelnen Überlieferer besteht die Möglichkeit, dass er sich geirrt hat und ihm beim überliefern ein Fehler unterlaufen ist. Der einzelne Überlieferer könnte sich falsch an die Worte des Schaykhs erinnern, von dem er überliefert. Oder er könnte einen Fehler begehen beim überliefern des genauen Wortlautes und aus Versehen ein anderes Wort verwenden, anstatt des ursprünglichen, ohne dieses zu bemerken. Und es könnte sein, dass er lügt. Denn wir wissen nicht das Verborgene. Dieser Überlieferer ist augenscheinlich genau und vertrauenswürdig, in Wirklichkeit kann es aber sein, dass er es nicht ist. In den Angelegenheiten der Gesetzesregelungen wird die Überlieferung eines einzelnen, augenscheinlich genauen und vertrauenswürdigen, als Beweismittel angenommen. Genauso wie es der Richter mit den Zeugen macht, wenn zwei vertrauenswürdige Zeugen über eine Angelegenheit vor ihm aussagen, akzeptiert er diese Zeugenaussage in vielen Angelegenheiten und richtet dementsprechend. Jedoch ist es verstandesgemäß möglich, dass diese beiden gelogen haben oder sich geirrt haben oder es falsch verstanden haben. Trotzdem fällt der Richter sein Urteil, beruhend auf ihrer Zeugenaussage. Und uns ist aufgetragen, dieser Methodik in den Angelegenheiten der Gesetzesregelungen zu folgen. Wenn der Hadīth uns über den Weg eines einzigen, genauen und vertrauenswürdigen Überlieferers erreicht, handeln wir entsprechend dieses Hadīth, obwohl die verstandesgemäße Möglichkeit des Fehlers oder der Lüge vorhanden ist. Jedoch sagten sie, dass es in den Angelegenheiten des Glaubens nicht so ist, da der Glaube nur auf absoluter und unzweifelhafter Gewissheit gebaut wird. Deshalb haben sie den Hadīth, welcher nur über den Weg einer einzelnen Person überliefert wurde, nicht in den Angelegenheiten des Glaubens akzeptiert. Dieser Methodik folgte der Imām Abu Hanifāh und seine Anhänger, deshalb nahm er in seinen Büchern und Schriften, in den Angelegenheiten des Glaubens, keinen Hadīth, der nicht den Level der „Berühmtheit“ erreichte oder darüber.

Bei diesen Gelehrten wird bei solch einem Hadīth, in den Angelegenheiten des Glaubens, gar nicht erst darauf geschaut, ob er technisch gesehen eine korrekte Überlieferungskette hat. Solch ein Hadīth, stellt in den Angelegenheiten des Glaubens, keinen Beweis für sie dar und damit ist das Thema beendet.

2. Grundsätzliches zur Hadīthlehre: Dieser Hadīth ist widersprüchlich und damit schwach, wenn die verschieden Versionen gleich stark wären:

Ein anderer Teil der Ahlu s-Sunnah Gelehrten sagte, dass sie sich nicht auf einen Hadīth in den Angelegenheiten des Glaubens verlassen, außer wenn er authentisch ist, ohne irgendeine Meinungsverschiedenheit diesbezüglich und ohne irgendeinen Defekt. Diese Gelehrten sagen jedoch ebenfalls, dass diese Überlieferung unverlässlich ist. Sie sagten dies, weil der Hadīth in verschiedenen Versionen und verschiedenen Wortlauten überliefert worden ist, obwohl dieses Ereignis nur eins ist. Deshalb muss, was geschehen und gesagt worden ist, auch nur eins gewesen sein. Sie sagen: Wenn man verschiedenen Überlieferungen, mit verschiedenen Wortlauten, von einem einzigen Ereignis hat, man diese nicht in Einklang miteinander bringen kann und die Überlieferungen von gleicher Stärke sind, dieses zu bedeutet hat, dass der Hadīth ungenau berichtet wurde. In solch einem Fall, bezeichnen sie den Hadīth als Mudtarib (Widersprüchlich) und solch einer wird zu dem Daʿīf (Schwachen) gezählt.

Wenn die Überlieferungen jedoch unterschiedlich stark wären, eine Überlieferung stärker als die anderen wäre und sie könnten nicht in Einklang miteinander gebracht werden, so wäre die stärkere Überlieferung, die verlässliche Überlieferung und die anderen wären die unverlässlichen Überlieferung. Dies ist die Regel. Nun wenden wir diese Regel bei dem Hadīth der Magd an.

Der Hadīth ist schwach:

Einige Hadīthgelehrte haben diesen Hadīth als Mudtarib (Widersprüchlich) eingestuft und deshalb kann er nicht als Beweis genommen werden in den Angelegenheiten des Glaubens. Zu diesen Gelehrten gehört unter anderem, Ibn Djamāʿah. Und die Aussage des Hāfidh al-Bayhaqī diesbezüglich, weist ebenfalls auf die Widersprüchlichkeit hin.
Wenn jemand diesen Hadīth nun erwähnt, um ihn als Beweis für seine Behauptungen zu benutzen, antworten wir ihm mit aller Leichtigkeit: „Die Hadīthgelehrten haben ihn als Daʿīf (Schwach) eingestuft“.

Da die Schwäche dieses Hadīth, nicht so offenkundig ist wie bei anderen Ahadīth, klammern sich die Anhänger der Verkörperlichung sehr daran und erwähnen ihn oft. Da die Probleme in diesem Hadīth, nicht für jeden so einfach zu erkennen sind.

Hier nun einige Zitate der Gelehrten diesbezüglich:

– Der Hāfidh al-Bayhaqī, möge Allāh ihm gnädig sein, sagte in „al-Asmā’ wa s-Sifāt“, Zitat:

وهذا صحيح قد أخرجه مسلم مقطعا من حديث الاوزاعي وحجاج الصواف عن يحيى بن أبي كثير دون قصة الجارية ؟ وأظنه إنما تركها من الحديث لاختلاف الرواة في لفظه ، وقد ذكرت في كتاب الظهار من السنن مخالفة من خالف معاوية بن الحكم في لفظ الحديث “ (انظر السنن الكبرى 7 / 388)

„Und dies ist korrekt, Muslim überlieferte den Ausschnitt von dem Hadīth des Awzāʿī und Hadjādj as-Sawwāf von Yahyā Ibn Abī Kathīr, ohne die Geschichte der Magd. Ich denke, er ließ diese Geschichte in dem Hadīth weg, aufgrund der widersprüchlichen Wortlaute in ihrer Überlieferung. Ich habe im Buch „adh-Dhihār“ (von den „Sunan“), den Widerspruch derjenigen erwähnt, die Muʿāwiyah Ibn al-Hakam im Wortlaut des Hadīth widersprachen“. (Siehe As-Sunan al-Kubrā 7/388).

– Der Hāfidh al-Bazzār sagte, nachdem er den Hadīth über einen der Überlieferungswege überlieferte, in „Kaschf al-Astār“ (1/14), Zitat:

وهذا قد روي نحوه بألفاظ مختلفة

„Ähnliches von diesem, wurde mit widersprüchlichen Wortlauten überliefert“.

– Der Imām as-Sarakhsī al-Hanafī (verst. 483 n. H.) sagte in seinem Werk „al-Mabsūt“ (Band 4, Teil 7), Buch der Scheidung, Kapitel „Die Freilassung beim Dhihār“, Zitat:

فأما الحديث فقد ذكر في بعض الروايات: أن الرجل قال عليّ عتق رقبة مؤمنة، أو عرف رسول الله صلى الله عليه وسلم بطريق الوحي أن عليه رقبة مؤمنة، فلهذا امتحنها بالإيمان، مع أن في صحة ذلك الحديث كلامًا

„Was den Hadīth betrifft, so wurde in einigen Versionen davon erwähnt: Ein Mann sagte: ‚Ich habe eine gläubige Sklavin zu befreien‘ oder der Prophet, Salla l-Lāhu ʿAlayhi wa Sallam, hat durch die Offenbarung davon erfahren, dass er eine gläubige Sklavin zu befreien hat. Deshalb hat er sie gefragt. Obwohl es Kritik an der Richtigkeit dieser Überlieferung gibt“.

– Der Imām und Hāfidh Taqiyuddīn as-Subkī, möge Allāh ihm gnädig sein, sagte in seinem Werk „as-Sayf as-Saqīl fi r-Raddi ʿala Ibn Zafīl“ (S.94), Zitat:

“ أقول : أما القول : فقوله للجارية “ أين الله ؟ قالت : في السماء “ وقد تكلم الناس عليه قديما وحديثا والكلام عليه معروف ولا يقبله ذهن هذا الرجل لأنه مشَّاء على بدعة لا يقبل غيرها

„Was die Aussage betrifft: Er sagte zur Magd ‚Ayna l-Lāh‘. Sie sagte: ‚Fi s-Samā’. Dazu sage ich: Die Leute haben schon vor langer Zeit Kritik daran geübt und auch vor kurzem. Die Kritik darüber ist gemeinhin bekannt, aber das Begriffsvermögen dieses Mannes will es nicht annehmen, da er seiner abscheulichen Neuerung nachgeht, er akzeptiert nichts anderes“.

– Der Hāfidh Ibn Hadjar al-ʿAsqalānī sagte in „Talkhīs al-Habīr“ (3/223), Zitat:

وفي اللفظ مخالفة كثيرة

„Und im Wortlaut gibt es viele Widersprüche“.

Wenn der Hāfidh Ibn Hadjar aus der Version von Muslim entnommen hätte, dass es erlaubt wäre Allāh das „Wo“ im Sinne von Örtlichkeit zuzuschreiben, dann hätte er nicht in der Erläuterung des Sahīh al-Bukhārī „Fathu l-Bārī“ (2/221) folgende Worte erwähnt, Zitat:

فإن إدراك العقول لاسرار الربوبية قاصر فلا يتوجه على حكمه لم ولا كيف ؟ كما لا يتوجه عليه في وجوده أين وحيث . . .

„Es wird bezüglich Allāh nicht gefragt ‚Wo existiert Er‘…“.

Schau dir an, wie die Hadīthgelehrten das „Wo“ (als Frage nach einem Aufenthaltsort) in Bezug auf Allāh ablehnen.

– Der Hadīthgelehrte al-Kawtharī urteilte über den Hadīth mit „Mudtarib“ (Widersprüchlich), in seinem Notenanhang zu „al-Asmā’ wa s-Sifāt“ S.422, Zitat:

وقصة الجارية مذكورة فيما بأيدينا من نسخ مسلم لعلها زيدت فيما بعد إتماما للحديث ، أو كانت نسخة المصنف ناقصة ؟ وقد أشار المصنف – أي البيهقي – إلى اضطراب الحديث بقوله (وقد ذكرت في كتاب الظهار – من السنن – مخالفة من خالف معاوية بن الحكم في لفظ الحديث) . . .

„Die Geschichte der Magd, welche uns in dem Manuskript, von den Manuskripten Muslims, vorliegt, ist womöglich eine spätere Hinzufügung um den Hadīth zu vervollständigen. Oder war das Manuskript des Verfassers unvollständig? Der Verfasser (al-Bayhaqī) wies auf die Widersprüchlichkeit des Hadīth hin, mit seiner Aussage: ‚Ich habe im Buch „adh-Dhihār“ (von den „Sunan“), den Widerspruch derjenigen erwähnt, die Muʿāwiyah Ibn al-Hakam im Wortlaut des Hadīth widersprachen‘“.

Und in seinem Notenanhang, möge Allāh ihm gnädig sein, zu dem Werk des Hāfidh as-Subkī „as-Sayf as-Saqīl fi r-Raddi ʿala Ibn Zafīl“ (S.94), ging er noch ausführlicher in die Darlegung bezüglich der Widersprüchlichkeit des Hadīth ein.

– Der Hadīthgelehrte ʿAbdullāh Ibn Siddīq erwähnte in seinem Notenanhang zu dem Buch „at-Tamhīd“ (135/7), bezüglich des Wortlautes „Ayna l-Lāh“, Zitat:

وقد تصرف الرواة في ألفاظه ، فروي بهذا اللفظ كما هنا وبلفظ “ من ربك ؟ “ قالت : الله ربي . وبلفظ “ أتشهدين أن لا إله إلا الله ؟ “ قالت : نعم . وقد أستوعب تلك الألفاظ بأسانيدها الحافظ البيهقي في السنن الكبرى بحيث يجزم الواقف عليها أن اللفظ المذكور هنا مروي بالمعنى حسب فهم الراوي . . .

„Die Überlieferer haben die Wortlaute umformuliert. So wurde er mit dem hier schon erwähnten Wortlaut überliefert und dem Wortlaut: ‚Wer ist dein Herr?‘. Sie sagte: ‚Allāh‘. Und mit dem Wortlaut: ‚„Bezeugst du, dass es keinen Gott außer Allāh gibt?‘. Sie sagte: ‚Ja‘. Diese Wortlaute, mit ihren Überlieferungsketten, zitierte der Hāfidh al-Bayhaqī in den „Sunan al-Kubrā“ auf solch eine Weise, dass sich der Leser gewiss wird, die hier erwähnten Wortlaute wurden sinngemäß (nicht wörtlich) überliefert, entsprechend des Verständnisses des Überlieferers“.

3. Muslim kann Fehler begehen und stärkere Hadīthgelehrte haben ihn nicht als Sahīh betrachtet:
Nachdem du auf diese Defekte hingewiesen hast, kann es sein, dass ein Anhänger der Verkörperlichung zu dir sagt: „Dieser Hadīth ist in Sahīh Muslim, wie kannst du sagen, dass er schwach ist?“.

Die Antwort darauf lautet: Auch wenn er im Sahīh Muslim ist, es gibt Ahadīth im Sahīh Muslim, worüber die Gelehrten des Hadīth mit „schwach“ geurteilt haben.
Die 4 Imame der Rechtschulen, haben sowohl Ahadīth aus Sahīh Muslim, als auch Ahadīth aus al-Bukhārī, als schwach eingestuft.

Al-Bukhārī hat es selbest nicht akzeptiert, diesen Hadīth in seinen Sahīh aufzunehmen. Weshalb hat er das wohl getan?

Da er ihn nicht als einen Hadīth betrachtet hat, der den Level des Sahīh verdient, entsprechend seiner Bedingungen.

Dem Imām al-Bukhārī war der Hadīth wohl bekannt, in „Khalq Afʿāl al-ʿIbād“ überliefert er den Hadīth über den Imām al-Awzāʿī folgendermaßen, ohne die Geschichte mit der Magd.

Seine Überlieferung in „Khalq Afʿāl al-ʿIbād“ auf S.58 lautet:

حدثنا عبد الله بن محمد الجعفي، حدثنا أبو حفص التنسي، حدثنا الأوزاعي، حدثنا يحيى بن أبي كثير، حدثني هلال بن أبي ميمونة، حدثني عطاء بن يسار حدثني معاوية بن الحكم، رضي الله عنه قال: قلت يا رسول الله، إنا كنا حديث عهد بجاهلية فجاء الله بالإسلام، وبينا أنا مع :النبي –صلى الله عليه وسلم- دعاني وقال
“صلاتنا هذه لا يصلح فيها شئ من كلام الناس، وإنما هي التسبيح والتكبير وقراءة القرءان

„ʿAbdullāh Ibn Muhammad al-Juʿafī berichtete uns, dass Abū Hafs at-Tunsī ihm berichtete, dass al-Awzāʿī ihm berichtete, dass Yahyā Ibn Abī Kathīr ihm berichtete, dass Hilāl Ibn Abī Maymūnah ihm berichtete, dass ʿAtā’ Ibn Yasār ihm berichtete, dass Muʿāwiyah Ibn al-Hakam, RaDiya l-Lāhu ʿAnhu, ihm berichtete, dass er sagte: ‚O Gesandter Gottes, wir waren vor kurzem noch in Unwissenheit und Allāh gab uns dann den Islam‘. Und während ich beim Propheten, Salla l-Lāhu ʿAlayhi wa Sallam, war, rief er mich zu sich und sagte (sinngemäß): ‚Nichts von dem Sprechen der Leute ist angebracht in unserem Gebet. Sondern darin wird Tasbīh und Takbīr ausgesprochen und der Qur’ān rezitiert‘“.

Wie wir sehen, hat der Imām al-Bukhārī die Geschichte der Magd einfach ausgelassen, die Frage „Wo“ und die Aussage „im Himmel“ kommen darin überhaupt nicht vor. Es ist bekannt, dass Muslim ein Schüler des Imām al-Bukhārī war und mit Vehemenz für al-Bukhārī Partei ergriff, wenn ihm andere Hadīthgelehrte ohne Recht widersprachen.

Ebenfalls befindet sich im Sahīh Muslim ein Hadīth, in dem erwähnt wird, dass der Vater des Propheten in der Hölle bestraft werden würde, obwohl die Eltern des Propheten zu den Leuten gehören, welche den Aufruf des Islam nicht hörten. Und dies bedeutet, dass sie nicht bestraft werden. Deshalb verfasste der Hāfidh as-Suyutī, mehrere Schriften um klarzustellen, dass dieser Hadīth, welcher von Muslim überliefert wurde, ein schwacher ist, wie z.B. in „Maslak al-Hunafā fi Nadjāt Abaway al-Mustafā“, Salla l-Lāhu ʿAlayhi wa Sallam.

Außerdem gibt es im Sahīh Muslim einen anderen Hadīth, in dem erwähnt wird, dass es für jeden Muslim, der verdient im Höllenfeuer bestraft zu werden, einen Ungläubigen gäbe, der an seiner Stelle bestraft werden würde. Und dies ist ebenfalls nicht richtig, es widerspricht dem Qur’ān und den Aussagen des Propheten. Was würde man nun über solch einen Hadīth sagen? Man würde sagen, dass dieser Hadīth nicht Sahīh ist, obwohl Muslim ihn überliefert hat.

Der Imām al-Bukhārī hat diesen Hadīth abgelehnt, so wie es in „Fathu l-Bārī“ von dem Hāfidh Ibn Hadjar erwähnt wurde, er sagte, Zitat:

„Al-Bayhaqī sagte: ‚Trotz dessen hat al-Bukhārī ihn als schwach eingestuft und sagte, dass der Hadīth mit der Fürbitte der richtige ist‘“.

Und es gibt einen weiteren Hadīth, der von Muslim überliefert wurde, in dem gesagt wird, dass Anas hinter dem Propheten, Abū Bakr und ʿUmar gebetet habe und sie nicht „Bismillāhi r-Rahmāni r-Rahīm“ gesagt hätten. Obwohl die meisten Imāme der Rechtschulen das rezitieren der Basmalah im Gebet erwähnten. Und ein Teil von ihnen sagte, dass es ein Vers von der Fātihah ist, sie wird an Stellen wo sie laut gesagt wird, laut gesagt und an Stellen wo sie leise gesagt wird, leise gesagt. Die Imame sagten dieses mit dem Wissen über diesen Hadīth, da sie ihn nicht bestätigt haben. Der Imām asch-Schāfiʿī und eine Anzahl anderer Huffīadh stuften diesen Hadīth als schwach ein, wie es in den detaillierten Büchern des Hadīth erwähnt wurde, z.B. in der Erläuterung der „Alfiyah“ in der Hadīthwissenschaft, dem Werk „Fath al-Mughīth“ von al-ʿIrāqī.

Der Imām asch-Schāfiʿī hat einen Hadīth als schwach eingestuft, den Muslim dann später überlieferte.

Der Imām Malik hat ebenfalls einen Hadīth als schwach eingestuft, den Muslim dann später überlieferte.

Der Imām Abu Hanifah hat ebenfalls einen Hadīth als schwach eingestuft, den Muslim dann später überlieferte.

Der Imām Ahmad hat ebenfalls einen Hadīth als schwach eingestuft, den Muslim dann später überlieferte.

Wenn also gesagt wird, dass Muslim einen Hadīth überliefert hat, dann heißt es nicht automatisch, dass niemand von den Gelehrten jemals über irgendeinen Hadīth von Muslim mit „schwach“ geurteilt hätte. Es bedeutet, dass die meisten Ahadīth, welche Muslim überliefert, Sahih sind. Aber einige davon sind es nicht, und dieser Hadīth gehört dazu, so wie es die Gelehrten des Hadīth erwähnt haben.

Der Hāfidh ad-Dāraqutnī hat ein Buch Namens „al-Ilzamātu t-Tatabbuʿ“ verfasst, in dem er einige Ahadīth aus dem Sahih Muslīm und al-Bukhārī kritisierte. Dieses Buch ist gedruckt und im Handel frei verfügbar, d. h. es ist für jeden der sich davon überzeugen will, sehr leicht nachprüfbar.

Muslim und al-Bukhārī gehören zu den wissendsten in diesem Fachgebiet, jedoch sind sie keine Propheten, sie begehen Fehler, wie andere auch. Wenn ʿUmar einen Fehler begangen hat, dann kann Muslim einen Fehler begehen, sie sind keine Propheten.

Der Imām asch-Schāfiʿī sagte einst, nachdem er ein Buch verfasste: „Ich habe mir größte Mühe gegeben, Fehler aus meinem Buch heraus zu halten, jedoch sind sie da. Ich weiß zwar nicht wo sie sind, dennoch sind sie mit Gewissheit vorhanden“.

4. Der Hadīth ist verworfen, wenn die verschiedenen Versionen unterschiedlich stark wären und dies ist hier der Fall. Die richtige Version der Begebenheit, ist die Version des Imām Mālik:

Tatsächlich gibt es unterschiedliche Versionen dieser Überlieferungen. In einer Version dieser Überlieferung wird gesagt, dass er fragte: „Bezeugst du, dass es keinen Gott außer Allāh gibt und ich der Gesandte Gottes bin“ und sie sagte „Ja“.

In einer anderen Version dieses Hadīth wird gesagt, dass er fragte: „Wer ist dein Herr“ und sie antwortete „Allāh“. Er sagte: „Wer bin ich“, sie sagte: „Du bist der Gesandte von Allāh“. Dann sagte er zu diesem Mann: „Lass sie frei, sie ist eine Gläubige“.

Es gibt somit unterschiedliche Versionen von diesem Hadīth, wenn du nun diese Versionen überprüfst und eine dieser Versionen die Bedeutung hätte, wie es die Anhänger der Verkörperlichung behaupten, d. h. wenn eine Version bedeuten würde, dass der Prophet sie nach dem Ort gefragt hätte und sie geantwortet hätte „Im Himmel“ und er gesagt hätte „Lass sie frei, sie ist eine Gläubige“, dann würde es keine Möglichkeit geben, diese verschiedenen Versionen miteinander in Einklang zu bringen. Denn diese Version würde dann die Bedeutung beinhalten, dass der Mensch, wenn er sagen würde „Allāh ist im Himmel“ in den Islam eingetreten wäre dadurch.

Die anderen Versionen von dem Hadīth, ergeben jedoch eine andere Bedeutung als diese. Und so gibt es keine Möglichkeit diese Versionen miteinander in Einklang zu bringen. In solch einem Fall überprüfen wir, wie schon zuvor gezeigt, ob es eine Version unter den verschiedenen Versionen gibt, welche stärker ist als die anderen. In diesem Fall ist es klar ersichtlich, dass die Version, in welcher der Prophet sagt „Bezeugst du, dass es keinen Gott außer Allāh gibt und ich der Gesandte von Allāh bin“, viel stärker ist als die anderen Versionen. Denn diese Version widerspricht nicht dem Mutawātir Hadīth: „Mir wurde befohlen dafür zu kämpfen, bis die Leute bezeugen, dass es keinen Gott außer Allāh gibt und Muhammad der Gesandte von Allāh ist“, welcher von 15 Gefährten überliefert wurde, unter anderem von Ibn ʿUmar. Somit ist belegt, dass der Eintritt in den Islam, nur durch das Glaubensbekenntnis geschieht und nicht durch die Aussage „Allāh ist im Himmel“. Damit wäre dieses die verlässliche Version und die anderen, die dem widersprechen, sind unverlässlich.

Hier nun einige Versionen des Hadīth:

– Die Version des Imām Mālik:

Der Imām Mālik berichtet von Ibni Schihāb (az-Zuhrī), über ʿUbaydullāh Ibn ʿAbdullāh Ibn ʿUtbah, dass ein Mann von den Ansār mit seiner schwarzen Magd zum Propheten Muhammad, Salla l-Lāhu Alāyhi Wa Sallam, kam. Er sagte zum Propheten: „O Gesandter Gottes, ich habe einem gläubigen Sklaven die Freiheit zu schenken, soll ich dieser Sklavin die Freiheit schenken“. Daraufhin sagte der Gesandte Gottes zu dieser Magd: „Bezeugst du, dass es keinen Gott außer Allāh gibt?“. Sie sagte: „Ja“. Er sagte: „Bezeugst du, dass Muhammad der Gesandte von Allāh ist?“. Sie sagte: „Ja“. Dann sagte er: „Glaubst du an die Auferstehung nach dem Tod?“. Sie sagte: „Ja“. Dann sagte er: „Schenke ihr die Freiheit“.

Dieser Hadīth ist von den beiden Imamen der Ahlu s-Sunnah, Ahmad Ibn Hanbal und Mālik Ibn Anas, überliefert worden, RaDiya l-Lāhu ʿAnhumā.

– Die Version des Imām Ahmād:

Der Imām Ahmād überliefert von einem Gefährten, der zu den Ansār gehört, dass er mit einer schwarzen Magd kam und sagte, Zitat:

يا رسول الله إن عليَّ رقبه مؤمنة فإن كنت ترى هذه مؤمنة فأعتقها“ فقال لها الرسول صلى الله عليه وسلم: „أتشهدين أن لا إله الا الله“ قالت: „نعم“، قال: „أتشهدين أني رسول الله قالت: „نعم“، قال: „أتؤمنين بالبعث بعد الموت“ قالت: „نعم“، قال: „أعتقها“، ورجاله رجال الصحيح

„O Gesandter Gottes, ich habe einen gläubigen Sklaven zu befreien. Könntest du feststellen ob sie eine Muslimah ist, damit ich ihr die Freiheit schenke“. Daraufhin sagte der Gesandte Gottes, Salla l-Lāhu ʿAlayhi wa Sallam, zu ihr: ‚Bezeugst du, dass es keinen Gott außer Allāh gibt?‘. Sie sagte: ‚Ja‘. Er sagte: ‚Bezeugst du, dass ich der Gesandte Gottes bin?‘. Sie sagte: ‚Ja‘. Er sagte: ‚Glaubst du an die Auferstehung nach dem Tod?‘. Sie sagte: ‚Ja‘. Er sagte: ‚Schenke ihr die Freiheit‘“. Die Männer dieser Überlieferung, sind die Männer des Sahīh.

– Die Version von Ibn al-Djārūd:

Ibn al-Djārūd überliefert den Hadīth in einer anderen Version, mit folgendem Wortlaut, Zitat:

أتشهدين أن لا إله إلا الله؟ قالت: نعم، قال: أتشهدين أني رسول الله؟ قالت: نعم، قال: أتوقنين بالبعث بعد الموت؟ قالت نعم، قال: اعتقها فإنها مؤمنة. وهي رواية صحيحة

„Bezeugst du, dass es keinen Gott außer Allāh gibt?“. Sie sagte: „Ja“. Er sagte: „Bezeugst du, dass ich der Gesandte Gottes bin?“. Sie sagte: „Ja“. Er sagte: „Glaubst du ohne Zweifel an die Auferstehung nach dem Tod?“. Sie sagte: „Ja“. Er sagte: „Schenke ihr die Freiheit, sie ist eine Gläubige“.

Und dies ist eine Sahīh Überlieferung.

– Der Imām Ibn Hibbān überliefert über Scharīd Ibn Suwayd ath-Thaqafī, in seinem Sahīh, dass er sagte, Zitat:

قلت: يا رسول الله إن أمي أوصت أن نعتق عنها رقبة وعندي جارية سوداء قال: ادع بها، فجاءت فقال: من ربك؟ قالت: الله، قال: من أنا؟ قالت: أنت رسول الله، قال: أعتقها فإنها مؤمنة

Ich sagte: „O Gesandter Gottes, meine Mutter hat angewiesen, dass wir einen Sklaven für sie befreien sollen und ich habe eine schwarze Magd“. Er sagte: „Ruf sie her“. Sie kam und er sagte dann: „Wer ist dein Herr?“. Sie sagte: „Allāh“. Er sagte: „Wer bin ich?“. Sie sagte: „Du bist der Gesandte von Allāh“. Er sagte: „Schenke ihr die Freiheit, sie ist eine Gläubige“.

Der Hadīth wurde ebenfalls mit dem selben Wortlaut von an-Nasā’ī in „As-Sughrā“ und „al-Kubrā“ und dem Imām Ahmad in seinem „Musnad“ und at-Tabarānī und al-Bayhaqī überliefert. Ebenfalls wurde der Hadīth, mit dem selben Wortlaut, von Ibn Khuzaymah in seinem Buch, welches er als at-Tawhīd bezeichnet, über die Route von Ziyād Ibn Rabīʿ von Ibn ʿAmr von Abū Salamah von Abū Hurayrah von Scharīd, überliefert.

– In den „Sunan“ (Teil 2) des Hadīthgelehrten Imām ad-Dārimī (verst. 255 n.H.) steht im Kapitel „Wenn dem Mann die Freilassung eines gläubigen Sklaven auferlegt ist“, auf S.37, Zitat:

أخبرنا أبو الوليد الطيالسي ثنا حماد بن سلمة عن محمد بن عمرو عن أبي سلمة عن الشريد قال أتيت النبي صلى الله عليه وسلم فقلت إن على أمي رقبة وإن عندي جارية سوداء نويبية أفتجزئ عنها قال ادع بها فقال أتشهدين أن لا إله إلا الله قالت نعم قال أعتقها فإنها مؤمنة

Es berichtete uns Abū l-Walīd at-Tayālisī, es berichtete uns Hammād Ibn Salamah von Muhammad Ibn ʿAmr, von Abū Salamah von Scharīd, er sagte:

„Ich kam zum Propheten, Salla l-Lāhu ʿAlayhi wa Sallam, und sagte: ‚Meiner Mutter ist die Freilassung einer Sklavin auferlegt und ich habe eine schwarze nubische Magd, ist sie ausreichend dafür?‘ Er sagte: ‚Ruf sie her‘. Er sagte dann: ‚Bezeugst du, dass es keinen Gott außer Allāh gibt?‘. Sie sagte: ‚Ja‘. Er sagte: ‚Schenke ihr die Freiheit, sie ist eine Gläubige‘.

5. Diese Version widerspricht den definitiven Grundregeln des Islam und ist damit ungültig:

Besonders widerspricht diese Version, welche die Anhänger der Verkörperlichung mit der Zuschreibung eines Ortes im Himmel interpretieren, den definitiv feststehenden Grundregeln des Islam.

Im Mutawātir Hadīth, den 15 Gefährte überlieferten, sagte der Propheten, Salla l-Lāhu ʿAlayhi wa Sallam:

{أمرت أن أقاتل الناس حتى يشهدوا أن لا إله إلا الله وأني رسول الله}

„Mir wurde befohlen dafür zu kämpfen, bis die Menschen bezeugen, dass es keinen Gott außer Allāh gibt und ich der Gesandte Gottes bin“. As-Suyūtī und andere erwähnten das dieser Hadīth Mutawātir ist.

Mit dem Mutawātir Hadīth ist es wie beim Qur’ān, jeder Hadīth der dem Mutawātir widerspricht, ist falsch.

In den Grundregeln des Islam steht es definitiv fest, dass die Person nicht zum Muslim wird durch die Aussage „Allāh ist im Himmel“ und über ihn wird dadurch nicht mit dem Islam geurteilt. Diese Aussage wird von den Juden und den Christen gesagt, sogar der Pharao sagte so etwas. Deshalb wird über niemanden mit dem Islam geurteilt, wenn er solch eine Aussage von sich gibt. Und diese Tatsache ist ein klarer Beleg dafür, dass diese Version ungültig sein muss. Die verlässliche Version ist diejenige, welche im Einklang mit den Grundregeln des Islams ist.

Gemäß der Erklärung der Verkörperlicher (nämlich mit Örtlichkeit), muss diese Version demnach ungültig sein, da sie gemäß dieser Erklärung, den Grundregeln des Islams widerspricht. Damit muss die Version, welche von dem Imām Malik und anderen überliefert wurde, mit dem Wortlaut „Bezeugst du, dass es keinen Gott außer Allāh gibt“, die verlässliche Version sein.

6. Unter der Voraussetzung einer gültigen Erklärung, haben ihn einigen andere Gelehrte als Sahīh gelten lassen. Sie sagten: Die Frage „Ayn“ ist nach dem Status und die Antwort „Fi s-Samā“ weist auf die Hoheit des Status hin:

Die Gelehrten sagten, dass die Araber mit dem Wort „Ayn“ nicht immer nach dem Ort fragen, vielmehr fragen sie mit dem Wort „Ayn“, sowohl nach dem Ort, als auch nach dem Status. So wie der Dichter sagt:

أين الثريا وأين الثرى … وأين معاوى وأين علي

Im letzten Teil des Gedichtes sagt der Dichter „Ayna Muʿāwī“, d. h. „Was für einen Status hat Muʿāwī“ und „Ayna ʿAlī“ bedeutet „Was für einen Status hat ʿAlī“. Es bedeutet nicht „Wo ist Muʿāwiyah, wo befindet sich Muʿāwiyah, wo sitzt Muʿāwiyah, ist er auf dem Dach?“. Er fragte nach dem Status und er verwendete den Wortlaut „Ayn“. Das Wort „Ayn“ wird somit im Arabischen sowohl für die Frage nach dem Ort, als auch für die Frage nach dem Status verwendet.

Die Gelehrten sagten: Diese Magd antwortete mit „Fi s-Samā“, d. h. „Der höchste Status über allen Dingen“. So wie der Dichter sagte:

بَلَغْنَا السَّمَاءَ مَجْدُنَا وَسَنَاؤُنَا … وَإِنَّا لَنَرْجُو فَوْقَ ذَلِكَ مَظْهَرا

Es bedeutet nicht „Wir haben den Himmel erreicht und wir sind nun dort“, es bedeutet „Wir haben hohe Ränge erreicht“.

Sie sagten: Somit fragte der Prophet sie mit „Ayna l-Lāh“: „Was ist dein Glaube bezüglich des Status von Allāh“ und sie sagte mit „Fi s-Samā“: „Sein Status ist der höchste, über allen Dingen“. Mit dieser Erklärung, wäre diese Version in Übereinstimmung mit der Version: „Wer ist dein Herr“ und sie sagte: „Allāh“.

Damit gäbe es keine Widersprüchlichkeit mehr in diesem Hadīth, es könnte über diese Version mit „Sahīh“ geurteilt werden und diese Version wäre sinngemäß überliefert worden, sie wäre durch die anderen Versionen erklärt und würde den Verkörperlichern nicht die geringste Greifbarkeit bieten.

Tatsächlich hat eine Anzahl von Gelehrten, den Hadīth auf diese Weise erklärt, wie z.B. der Imām Ibn Fūrak, der Imām an-Nawawī und andere.

Hier nun einige Zitate der Gelehrten bezüglich „Ayn“:

– Im Werk „Muschkal al-Hadīth wa Bayānihi“ sagt der Imām und Hāfidh Abū Bakr Ibn Fūrak (verst. 406 n. H.) auf S.158-160, Zitat:

فأما الكلام فيما يتضمن قوله صلى الله عليه وسلم: „أين الله؟“ فإن ظاهر اللغة تدل من لفظ أين أنها موضوعة للسؤال عن المكان، ويستخبر بها عن مكان المسؤول عنه، بأين، إذا قيل أين هو، وذلك أن أهل اللغة قالوا :لما ثقل على أهل اللسان في الاستفهام عن المكان أن يقولوا: أهو في البيت؟ أم في المسجد؟ أم في السوق؟ أم في بقعة كذا وكذا؟ وضعوا لفظة تجمع لجمع الأمكنة، يستفهمون بها عن مكان المسؤول عنه بأين، وهذا هو أصل هذه الكلمة، غير أنهم قد استعملواها عن مكان المسئول عنه في غير هذا المعنى توسعا أيضا تشبيها بما وضع له، وذلك أنهم يقولون: عند استعلام منزلة المستعلم عند من يستعلمه، أين منزلة فلان منك، وأين فلان من الأمير، واستعملوه في استعلام الفرق بين الرتبتين، بأن يقولوا: أين فلان من فلان، وليس يريدون المكان والمحل من طريق التجاوز في البقاع، بل يريدون الاستفهام عن التربة والمنزلة، وكذلك يقولون: لفلان عند فلان مكانة ومنزلة، ومكان فلان في قلب فلان حسن، ويريدون بذلك المرتبة والدرجة في التقريب والتبعيد والإكرام والإهانة فإذا كان ذلك مشهورا في اللغة احتمل أن يقال :إن معنى قوله صلى الله عليه وسلم :أين الله“ استعلام لمنزلته وقدره عندها وفي قلبها، وأشارت إلى السماء ودلت بإشارتها على أنه في السماء عندها على قول القائل „إذا أراد أن يخبر عن رفعة وعلو منزلة فلان في السماء.“ أي رفيع الشأن عظيم المقدار. كذلك قولها في السماء على طريق الإشارة إليها، تنبيها عن محله في قلبها ومعرفتها به. وإنما أشارت إلى السماء لأنها كانت خرساء، فدلت بإشارتها على مثل دلالة العبارة، على نحو هذا المعنى، وإذا كان كذلك لم يجز أن يحمل على غيره مما يقتضي الحد والتشبيه والتمكين في المكان والتكييف.

„Was die Diskussion um den Inhalt seiner Aussage, Salla l-Lāhu ʿAlayhi wa Sallam, betrifft: ‚Ayna l-Lāh‘. So weist der sprachliche Außenschein des Ausdrucks ‚Ayn‘, auf die Frage nach dem Ort hin. Mit ‚Ayn‘ wird sich auch nach dem Ort des Erfragten erkundigt, wie wenn gesagt wird ‚Ayna Huwa‘. Die Sprachgelehrten sagten: ‚Als es für die Leute der Sprache beschwerlich wurde bei der Erfragung des Ortes zu sagen: ‚Ist er im Haus? Oder in der Moschee? Oder im Markt? Oder an der Stelle so und so?‘. Haben sie einen Ausdruck etabliert, der alle Orte miteinschließt. Mit ‚Ayn‘ haben sie sich dann nach dem Ort des Erfragten erkundigt. Und dies ist der Ursprung dieses Wortes. Außer ihrer Verwendung zur Erkundigung nach dem Ort des Erfragten, haben sie es mit einer anderen Bedeutung als dieser benutzt, erweiternd und als Übertragung (Metaphorik) von dem dafür Etablierten. Dieses, da sie bei der Erkundigung über den Status des Erkundeten, durch den Erkunder, sagen: ‚Wo ist der Status von Fulan von dir?‘ und ‚Wo ist Fulan vom König‘. Und sie verwendeten ihn ebenfalls bei der Erkundigung über den Unterschied von zwei Rängen, wie wenn sie sagen: ‚Wo ist Fulan von Fulan‘. Und sie beabsichtigen damit nicht den Ort oder die Lokalität, im Sinne von Transport in den Plätzen. Sondern sie beabsichtigen damit die Erkundigung nach der Höhe des Status. Und sie sagen ebenfalls: ‚Fulan hat bei Fulan einen besonderen Platz und Status‘. Und ‚Fulan hat im Herzen von Fulan einen besonderen Platz‚. Sie beabsichtigen damit den Rang und die Stellung, in der Annäherung und Entfernung zu sich (im übertragenen Sinne), der Verherrlichung und Herabsetzung. Da dieses in der Sprache weitverbreitet ist, ist es somit sehr wohl möglich zu sagen, dass seine Aussage, Salla l-Lāhu ʿAlayhi wa Sallam: ‚Ayna l-Lāh‘. Die Erkundigung nach Seinem Status, bei ihr im Herzen ist. Sie wies dann mit ‚Fi s-Samā‘ auf die Hoheit hin. Mit ihrem Hinweis auf die Hoheit, zeigte sie, dass Er einen hohen Status bei ihr hat, entsprechend der Aussage desjenigen, der über die Hoheit eines Status von jemanden berichten will und sagt: ‚Fulan ist (vom Status her) „fi s-Samā“ (im Himmel)‘. Das heißt, er hat einen hohen Status, einen hohen Wert. Ebenfalls war ihre Aussage ‚Fi s-Samā‘ (im Himmel) im Zuge dessen, dass auf sie gezeigt wurde, um darauf aufmerksam zu machen, welchen Status Er bei ihr im Herzen hat. Darüber hinaus zeigte sie zum Himmel, weil sie stumm war und deutete damit auf eine ähnliche Bedeutung hin, wie der Ausdruck. Somit ist es nicht erlaubt, es auf eine andere Weise aufzufassen, welche Grenzen, Vergleich und Aufenthalt an einem Ort oder Verähnlichung bedingt“.

– Im Werk „Asās at-Taqdīs“ sagte al-Fakhr ar-Rāzī (verst. 606 n. H.) auf S.126, Zitat:

وأما الخبر الثالث: فجوابه أن لفظ أين كما يجعل سؤالاً عن المكان فقد يجعل سؤالاً عن المنزلة والدرجة، يقال أين فلان من فلان فلعل السؤال كان عن المنزلة وأشار بها إلى السماء: أي هو رفيع القدر جدا

„Was den dritten Bericht betrifft, so lautet die Antwort darauf, dass der Wortlaut ‚Ayn‘, genauso wie er für die Frage nach dem Ort, ebenso auch für die Frage nach dem Status benutzt wird. Es wird gesagt: ‚Wo ist Fulan von Fulan‘. Sicherlich war die Frage nach dem Status. Und ihr Hinweis auf die Hoheit mit ‚Fi s-Samā‘ bedeutet: Er hat den höchsten Status“.

– In dem Werk „al-Qabas“ (Teil 3) sagt Abū Bakr Ibn al-ʿArabī (verst. 543) auf S.967, Zitat:

فإن قيل: فقد قال لها أين الله؟ وأنتم لا تقولون بالأينية والمكان. قلنا: أما المكان فلا نقول به وأما السؤال عن الله بأين فنقول بها لأنها سؤال عن المكان وعن المكانة والنبي صلى الله عليه وسلم (قد) أطلق اللفظ وقصد به الواجب لله وهو شرف المكانة الذي يسأل عنها بأين ولم يجز أن يريد المكان لأنه محال عليه

„Wenn gesagt werden würde: ‚Er hat doch zu ihr gesagt ‚Ayna l-Lāh‘ und ihr schreibt Allah kein ‚Wo‘ und keinen Ort zu‘.

So Antworten wir: Was den Ort betrifft, so schreiben wir Allāh nicht so etwas zu. Was die Frage mit ‚Ayn‘ bezüglich Allāh betrifft, so sagen wir dieses, da dieses sowohl eine Frage nach dem Ort, als auch nach dem Status sein kann. Und der Prophet, Salla l-Lāhu ʿAlayhi wa Sallam, sprach diesen Wortlaut aus und meinte damit das Notwendige in Bezug auf Allāh, nämlich den Status, über den sich mit der Frage ‚Ayn‘ erkundigt wird. Es ist nicht möglich, dass er den Ort gemeint hätte, da dieses unmöglich in Bezug auf Allāh ist“.

– Im Werk „Die Erläuterung des Sahīh at-Tirmidhī“ (Teil 11) sagte Ibn al-ʿArābi al-Mālikī (verst. 543) auf S.273, Zitat:

فقال لها أين الله والمراد بالسؤال بها عنه تعالى المكانة فإن المكان يستحيل عليه وهي أين مستعملة فيه وقيل إن استعمالها في المكان حقيقة وفي المكانة مجاز وقيل هما حقيقتان وكل خارج على أصل التحقيق مستعمل على كل لسان وعند كل فريق

„Er sagte zu ihr ‚Ayna l-Lāh‘ und gemeint war mit der Frage; der Status. Denn der Ort ist unmöglich in Bezug auf Allāh. Die Frage ‚Ayn‘ wird in solch einem Fall verwendet (als Frage nach dem Status). Und es wurde gesagt, dass die Verwendung beim Ort, wirklich ist und beim Status, im übertragenen Sinne. Und es wurde gesagt, dass beides (Frage nach Status und Frage nach Ort) die wirkliche Bedeutung wiedergibt. All dies geht aus der erwähnten Erörterung hervor, es wird in jeder Sprache (mit dieser Bedeutung) benutzt und bei jeder Gruppe“.

– Im Werk „an-Nihāyah fi Gharīb al-Hadīth wa l-Athar“ (Teil 1) sagt Ibn al-Athīr (verst. 606) auf S.87, Zitat:

الأين: الإعياء والتعب. وفي حديث خطبة العيد „قال أبو سعيد: فقلت أين الابتداء بالصلاة“ أي أين تذهب؟ ثم قال: „الابتداء بالصلاة قبل الخطبة“. وفي رواية „أين الابتداء بالصلاة“ أي أين تذهب „ألا تبدأ بالصلاة“ والأول أقوى

„Al-Ayn: Al-Iʿyâ’ und at-Taʿab. Und im Hadīth kam über die Festtagsansprache {Abu Saʿīd sagte: „Ich sagte ‚Wo ist der Beginn mit dem Gebet?‘“. D. h. „wohin gehst du?“. Dann sagte er: „Der Beginn mit dem Gebet ist vor der Ansprache“.} und in einer anderen Version {„Wo ist der Beginn mit dem Gebet?“. D. h. „wohin gehst du?“. „Beginnst du etwa nicht mit dem Gebet?“.} und die das erste ist stärker“.

– In dem Buch „Das große Wörterbuch“ (al-Muʿdjam al-Kabīr Teil 1), Erscheinungsjahr 1970, steht auf S.663:

أين :ظرف مكان يأتي

للاستفهام 1
2 وبمعنى حيث
3 وللدلالة على البعد، مثل: أين ُيذهب بك. أو للفرق بين الشيئين مثل: أين هذا من ذاك

Ayn: Es ist ein Lokaladverb und kommt:

1. Zur Erkundigung
2. Und mit der Bedeutung von „Hayth“
3. Und zum Hinweis auf die Entfernung, wie z.B. „Wohin wirst du gebracht“. Oder zur Unterscheidung von zwei Dingen, wie z.B. „Wo ist dieser von dem“.

– Im Buch „Das Arabische Standardwörterbuch (Muʿdjam al-ʿArabī al-Asāsī)“ steht auf S.124 und S.1062:
Auf S.124:

أين: ظرف مكان
1 „يكون استفهاما „أين أكملت دراستك؟
2 „لبيان بعد المكان أو المكانة „أين هو منك؟“ „أين الثرى من الثريا؟

Ayn: Lokaladverb

1. Es kann eine Erkundigung sein „Wo hast du deine Hausaufgaben erledigt?“
2. Als Hinweis auf die Entfernung des Ortes oder des Status „Wo ist er von dir?“ „Wo ist die Erde (ath-Tharā) von den Plejaden (Sternenformation ath-Thurayyā)“ (Ein Ausdruck um auf den großen Unterschied von zwei Dingen im Status und Wert hinzuweisen).

Auf S.1062:

مكانة
2 منزلة „هو رفيع المكان“،“يحتل مكاًنا مرموًقا في الدولة
Status; Er hat eine hohe Stellung.

– Im Werk „at-Tabsīr fi d-Dīn“ sagt Abu l-Mudhaffar al-Isfarāyīnī (verst. 471) auf S.144, Zitat

…وإن تعلم أنه لا يجوز عليه الكيفية، والكمية، والأينية
ومن لا مكان له لا يقال فيه أين كان. وقد ذكرنا من كتاب الله تعالى ما يدل على التوحيد ونفي التشبيه ونفي المكان والجهة ونفي الابتداء والأولية. وقد جاء فيه عن أمير المؤمنين علي رضي الله عنه أشفى البيان حين قيل له أين الله؟ فقال: إن الذي أ ّين الأين لا يقال له أين فقيل له: كيف الله؟ فقال: إن الذي كيف الكيف لا يقال له كيف

„Du solltest wissen, dass die Ähnlichkeit, Körperlichkeit und Örtlichkeit in Bezug auf Allāh, unmöglich sind. Denn es kann nicht über Denjenigen, der ohne Ort existiert, gesagt werden ‚Wo war Er‘. Wir haben bereits etwas aus dem Qur’ān erwähnt, was auf die Einzigkeit Gottes hinweist und der Negierung jeglicher Ähnlichkeit mit der Schöpfung, sowie der Negierung von Örtlichkeit und Richtung. Diesbezüglich kam von dem Amīr al-Mu’minīn ʿAlī, RaDiya l-Lāhu ʿAnhu, eine sehr befriedigende Beweisführung, als zu ihm gesagt wurde: ‚Wo ist Allāh?‘. Er sagte: Es kann nicht über Denjenigen, der das ‚Wo‘ erschaffen hat, gesagt werden ‚Wo ist Er‘. Es wurde ihm dann gesagt: ‚Wie ist Allāh?‘. Er sagte: Es kann nicht über Denjenigen, der das ‚Wie‘ erschaffen hat, gesagt werden ‚Wie ist Er’“.

– In dem Werk „Rasā’il fi Bayān ʿAqā’id Ahlu s-Sunnah“ sagte Muhammad Ibn Darwīsch al-Hūt al-Bayrūtī:

ولا يتصف بمكان ولا زمان ولا هيئة ولا حركة ولا سكون ولا قيام ولا قعود ولا جهة… ولا يقال كيف هو ولا أين هو

„Allāh wird weder mit einem Ort beschrieben, noch mit Zeit, Bild, Bewegung, Stillstand, stehen, sitzen oder einer Richtung. Es wird weder gesagt ‚Wie ist Er‘ noch ‚Wo ist Er‘“.

– Der Hāfidh Abu l-ʿAbbās Ahmad Ibn ʿUmar Ibn Ibrāhīm al-Qurtubī sagte in seinem Werk „al-Mufhim limā Aschkala min Talkhīs Kitāb Muslim“, Zitat:

وقيل في تأويل هذا الحديث: إن النبي صلى الله عليه وسلم سألها بأين عن الرتبة المعنوية التي هي راجعة إلى جلاله تعالى وعظمته التي بها باين كلَّ مَن نُسبت إليه الإلهية وهذا كما يقال: أين الثريا من الثرى؟! والبصر من العمى؟! أي بعُدَ ما بينهما واختصت الثريا والبصر بالشرف والرفعة على هذا يكون قولها في السماء أي في غاية العلو والرفعة وهذا كما يقال: فلان في السماء ومناط الثريا

„Es wurde in der Erläuterung dieses Hadīth gesagt: Der Prophet, Salla l-Lāhu ʿAlayhi wa Sallam, fragte sie mit ‚Ayn‘ nach der Stellung im übertragenen Sinne (dem Status), welche dem Erhabenen gebührt und womit Er nicht mit anderen, denen die Gottheit zugeschrieben wurde, übereinstimmt. Und dieses ist, wie wenn gesagt wird: ‚Wo sind die Plejaden (Sternenformation ath-Thurayyā) von der Erde (ath-Tharā)!?‘ (Ein Ausdruck um auf den großen Unterschied von zwei Dingen im Status und Wert hinzuweisen). Oder „Wo ist das Augenlicht von der Blindheit“, d. h. die Differenz zwischen beiden. Das Augenlicht und ath-Thurayyā wurden mit einem Status beschrieben. Dies ist die Bedeutung ihrer Aussage ‚Fi s-Samā‘, d. h. Allāh hat den höchsten Status. Und dieses ist, wie wenn gesagt wird: ‚Fulan ist im Himmel (Fi s-Samā), in Stellung der Sterne (ath-Thurayyā)‘“.

– In dem Werk „Fath al-Bārī Erläuterung des Sahīh al-Bukhārī“ (Teil 3) sagte Ibn Hadjar al-ʿAsqalānī (verst. 852 n. H.) auf S.150, Zitat:

وقد بين الزبير بن بكار في الأنساب صفة ما دعا به العباس في هذه الواقعة والوقت الذي وقع فيه ذلك، فأخرج بإسناد له أن العباس لما استسقى به عمر قال: قد توجه القوم بي إليك لمكاني من نبيك

„Zubayr Ibn Bakkār beschrieb in seinen „al-Ansāb“, die Art und Weise wie al-ʿAbbās in dieser Lage und dem Moment, als dieses stattfand, das Bittgebet machte. So überlieferte er mit einer Überlieferungskette von ihm, dass als ʿUmar mittels ihm um Regen bat, al-ʿAbbās sagte: ‚Die Leute haben Dich mittels mir gebeten, aufgrund meiner Stellung (Makān) zu Deinem Propheten‘“.

– Im Werk „Usd al-Ghāba fi Maʿrifat as-Sahābah“ (Teil 3) sagte Ibn al-Athīr al-Djazarī auf S.11, Zitat:

واستسقى عمر بن الخطاب بالعباس رضي الله عنهما عام الرمادة لما اشتد القحط فسقاهم الله تعالى به وأخصبت الأرض فقال عمر هذا والله الوسيلة إلى الله والمكان منه

„ʿUmar Ibn al-Khattāb bat im Jahr der Dürre, als die Trockenheit hart wurde, mittels al-ʿAbbās, Radiya l-Lāhu ʿAnhu, um Regen. Das Land wurde fruchtbar und ʿUmar sagte: ‚Bei Allah, dieses ist wegen der Bitte mittels ihm (al-ʿAbbās) und seiner Stellung (Makān zum Propheten)‘“.

Bezüglich der Bedeutung des Wortes „Samā“:

Betrachten wir nun das Wort „Samā“. Anders als im Deutschen, kommt das Wort Himmel und das Wort Hoheit, im Arabischen vom selben Wortstamm. Das Wort „Sumū“ bedeutet; Hoheit. Somit kann das Wort „Samā“, sowohl Hoheit, als auch Himmel bedeuten.

Wem das unbekannt war und des Arabischen nicht mächtig ist, der sollte dies in den Wörterbüchern der arabischen Sprache nachlesen, wie z.B. in „Mukhtār as-Sahāh“ unter (س م ا- (السماء, bevor er aufgrund seiner Kenntnislosigkeit dieser Tatsachen, falsche Schlussfolgerungen zieht.

Diese Tatsache wurde ebenfalls in den beiden bekannten Wörterbüchern, „Tādj al-ʿArūs“ von dem Hāfidh az-Zabidī und „Lisān al-ʿArab“ von Ibn Mandhūr, erwähnt.

Hier ein Auszug aus „Lisān al-ʿArab“ von Ibn Mandhūr:

السُّمُوُّ الارْتِفاعُ والعُلُوُّ تقول منه سَمَوتُ وسَمَيْتُ مثل عَلَوْت وعَلَيْت

„As-Sumū bedeutet: Die Erhabenheit und Hoheit. Von daher sagst du ‚Samautu‘ und ‚Samaytu’ wie ‚Ich habe mich erhöht‘“.

Az-Zadjādj, der Sprachgelehrte der Salafgeneration, sagte:

وقال الزجاج السماءُ في اللغة يقال لكلّ ما ارتَفع وعَلا قَدْ سَما يَسْمُو

„Samā: In der Sprache kann zu allem gesagt werden, was sich erhöht und Hoheit hat ‚Samā‘ ‚Yasmū‘“.

Damit zeigt sich, dass die Bedeutung von Hoheit des Status für „Samā“, in der arabischen Sprache fest verankert ist, sowohl in den Salafgenerationen, als auch danach.

Er sagte ebenfalls in seinem Werk „Tafsîr Asmâ’ Allâh al-Husnâ“ auf S.60:

والله تعالى عالٍ على كل شىء، وليس المراد بالعلو: ارتفاع المحلِّ، لأن الله تعالى يجلُّ عن المحلِّ والمكان، وإنما العُلو علوُّ الشأن وارتفاعُ السلطان

Die Bedeutung lautet:

„Allâh, der Erhabene, hat die Hoheit über alle Dinge. Und mit der Hoheit ist nicht die Hoheit des Ortes gemeint. Denn Allâh, der Erhabene, ist erhaben über Platz und Ort. Es bedeutet die Hoheit des Status und der Herrschaft“.

Die Verwendung des Wortes mit dieser Bedeutung; Hoheit des Status, ist auch nicht weit hergeholt, wie einige Verkörperlicher arglistig behaupten. Denn ʿĀ’ischah, RaDiya l-Lāhu ʿAnha, die Ehefrau des Propheten, Salla l-Lāhu ʿAlayhi wa Sallam, sagte über Zaynab:

هي التي كانت تساميني

„Sie pflegte mich zu erhöhen (d. h. im Status hoch einzustufen)“.

Der Imām an-Nawawī sagte bezüglich der Bedeutung ihrer Aussage, d. h. ihrer Beschreibung mit einem hohen Status, in seiner Erläuterung des Sahīh Muslim:

مأخوذ من السمو

„Es kommt von as-Sumū; die Hoheit“.

Wollen die Verkörperlicher etwa sagen, dass ʿĀ’ischah eine unwissende Person sei, keine Ahnung von der arabischen Sprache hätte und ihr Verwendung diese Wörter, mit solch einer Bedeutung, falsch wäre? Wenn sie das machen, dann haben sie ihrer Behauptung widersprochen; nur dem Verständnis der Salaf zu folgen.

Wenn sie zugeben, dass ʿĀ’ischah, RaDiya l-Lāhu ʿAnha, Recht hatte mit der Verwendung des Wortes mit dieser Bedeutung, dann haben sie sich selbst widerlegt. Denn damit haben sie ihrer eigenen Behauptung, dass die Verwendung des Wortes mit dieser Bedeutung weit hergeholt wäre, widersprochen.

Wenn einer der Verkörperlicher sagen würde: „Wir geben es zu, das Wort hat mehrere Bedeutungen und ʿĀ’ischah meinte die Hoheit des Status in Bezug auf Zaynab, damit war nicht ein Ort im Himmel gemeint“. So sagen wir: Wie kannst du dann behaupten, dass es in Bezug auf Allāh Örtlichkeit bedeuten würde, während du gleichzeitig Seine Geschöpfe, welche tatsächlich an einem Ort existieren, von dieser Bedeutung freisprichst?!

Ein weiteres Beispiel für die weit verbreitete Verwendung des Wortes mit dieser Bedeutung, unter den Gefährten, ist das Gedicht des Gefährten an-Nābighah al-Djaʿdī, welches er vor dem Propheten, Salla l-Lāhu ʿAlayhi wa Sallam, aufsagte:

بَلَغْنَا السَّمَاءَ مَجْدُنَا وَسَنَاؤُنَا … وَإِنَّا لَنَرْجُو فَوْقَ ذَلِكَ مَظْهَرا

„Wir haben den Himmel erreicht …“.

Hier ist ein weiteres Beispiel dafür, dass mit „Samā“ (was einige mit Himmel übersetzen könnten), nicht der Ort gemeint ist, sondern die Hoheit des Status. Der Prophet hat zu an-Nābighah nicht gesagt, dass es sprachlich falsch wäre. Und er hat auch nicht von diesen Worten verstanden, dass an-Nābighah den Ort und die Richtung gemeint hätte. Dies Aussage von an-Nābighah vor dem Propheten, wurde unter anderem von Ibn ʿAbdu l-Barr überliefert und kann in den Standardwerken der arabischen Sprache nachgeschlagen werden, wie zum Beispiel „Tādj al-ʿArūs“ von dem Hāfidh az-Zabidī (Band 12, S.492), Lisān al-ʿArab (Band 8, S.281) von Ibn Mandhūr (verst. 630 n. H.) oder ʿUmdat al-Huffādh von as-Sāmin al-Halabī (Band 3, S.23).

Wie kann nun der Verkörperlicher behaupten, dass „Samā“ in Bezug auf Allāh Örtlichkeit bedeuten würde, während er gleichzeitig die Geschöpfe, wie an-Nābighah, welcher tatsächlich an einem Ort existiert, von dieser Bedeutung freispricht?!

– Der Hāfidh as-Suyūtī (verst. 911 n. H.) sagte in „ʿUqūd az-Zabardjadj ʿala Musnad al-Imām Ahmad“ (Band 2, S.115) bezüglich des Ausdrucks „Fi s-Samā“ (welchen einige mit „im Himmel“ übersetzen) in Bezug auf Allāh: „Dies ist eine Lobpreisung und ein Ausdruck für die Hoheit des Status, nicht die des Ortes“.

Die Beweise sprechen für sich, die Ehefrauen des Propheten, die Gefährten des Propheten, die Sprachgelehrten der Salafgeneration und die späteren Gelehrten haben diese Bedeutung bestätigt und angewandt. Wer all dieses ignoriert und stur auf seiner Aussage beharrt, dass das Wort „Samā“ im Arabischen nur Himmel bedeuten könne und nichts anderes, der versucht eine neue Sprache zu erfinden, um den Texten eine neue Bedeutung zuzuschreiben, entsprechend seiner Neigung zu den abscheulichen Neuerung in der Religion.

Einige Erläuterungen der Gelehrten:

– Der Imām an-Nawawī (verst. 651 n. H.) sagte in der Erläuterung des „Sahīh Muslim“ (Teil 5), Buch der Moscheen, Themen des Gebetes, Kapitel über das Verbot im Gebet zu sprechen, auf S.27, Zitat:

هذا الحديث من أحاديث الصّفات، وفيها مذهبان تقدَّم ذكرهما مرَّات في كتاب الإيمان: أحدهما: الإيمان به من غير خوض في معناه، مع اعتقاد أنَّ الله ليس كمثله شىء، وتنـزيهه عن سمات المخلوقات. والثَّاني: تأويله بما يليق به .فمن قال بهذا قال: كان المراد امتحانها هل هي موحِّدة تقرُّ بأنَّ الخالق المدبِّر الفعَّال هو الله وحده، وهو الَّذي إذا دعاه الدَّاعي استقبل السَّماء، كما إذا صلَّى المصلِّي استقبل الكعبة، وليس ذلك لأنَّه منحصر في السَّماء، كما أنَّه ليس منحصراً في جهة الكعبة، بل ذلك لأنَّ السَّماء قبلة الدَّاعين، كما أنَّ الكعبة قبلة المصلِّين، أو هي من عبدة الأوثان العابدين للأوثان الَّتي بين أيديهم، فلمَّا قالت: في السَّماء علم أنَّها موحِّدة وليست عابدة للأوثان. قال القاضي عياض: لا خلاف بين المسلمين قاطبة فقيههم ومحدِّثهم ومتكلِّمهم ونظَّارهم ومقلِّدهم أنَّ الظَّواهر الواردة بذكر الله في السَّماء كقوله تعالى: {أَأَمِنْتُمْ مَنْ فِي السَّمَاءِ أَنْ يَخْسِفَ بِكُمُ الأَرْضَ} [الملك: 16] ونحوه ليست على ظاهرها بل متأوّلة عند جميعهم

„Bei diesem Hadīth gibt es zwei Herangehensweisen, ihre Erwähnung hat bereits im Buch des Glaubens stattgefunden.
Eine dieser Herangehensweisen ist: Daran zu Glauben, ohne sich in die Deutelei zu begeben, mit dem festen Glauben daran, dass Allāh nichts und niemandem ähnelt und die Erhabenheit Gottes über die Eigenschaften der Geschöpfe zu bestätigen.

Die zweite Herangehensweise ist: Es mit einer dafür passenden Erläuterung zu erklären. Wer dieser Herangehensweise gefolgt ist, sagte: Es wurde beabsichtigt in Erfahrung zu bringen, ob sie eine Muslimah ist, welche bestätigt, dass einzig Allāh der allmächtige vorherbestimmende Schöpfer ist. Er ist Derjenige, wenn Ihn der Bittende bittet, so wendet er sich dem Himmel zu, wie wenn der Betende betet, sich zur Kaʿbah wendet. Und dieses bedeutet nicht, dass Er im Himmel beschränkt wäre, so wie es auch nicht bedeutet, dass Er in Richtung der Kaʿbah beschränkt wäre. Sondern dieses ist so, weil der Himmel die Gebetsrichtung für die Bittenden ist, wie auch die Kaʿbah die Gebetsrichtung für die Betenden ist. Oder ist sie eine von den Götzenanbetern, welche die Götzen anbetet, die vor ihnen sind.

Als sie dann sagte: ‚Fi s-Samā‘ wusste er, dass sie eine Muslimah ist und keine Anbeterin der Götzen. Der Qādī ʿIyād sagte: ‚Es gibt keine Meinungsverschiedenheit unter den Muslimen, allesamt, ihre Rechtsgelehrten, ihre Hadīthgelehrten, ihre Kalāmgelehrten, ihre Prediger und Anhänger, dass die Außenscheinlichkeiten der Texte, in denen die Erwähnung Gottes „fi s-Samā“ vorkommt, wie in der Āyah 16 der Sūrah al-Mulk: {أَأَمِنْتُمْ مَنْ فِي السَّمَاءِ أَنْ يَخْسِفَ بِكُمُ الأَرْضَ} und Ähnlichem (wie dem Hadīth der Magd), nicht die außenscheinliche Bedeutung hat, sondern anders erläutert wird, bei ihnen allen‘“.

– Der Hāfidh Abu l-ʿAbbās Ahmad Ibn ʿUmar Ibn Ibrāhīm al-Qurtubī sagte in seinem Werk „al-Mufhim limā Aschkala min Talkhīs Kitāb Muslim“, Zitat:

وقيل في تأويل هذا الحديث: إن النبي صلى الله عليه وسلم سألها بأين عن الرتبة المعنوية التي هي راجعة إلى جلاله تعالى وعظمته التي بها باين كلَّ مَن نُسبت إليه الإلهية وهذا كما يقال: أين الثريا من الثرى؟! والبصر من العمى؟! أي بعُدَ ما بينهما واختصت الثريا والبصر بالشرف والرفعة على هذا يكون قولها في السماء أي في غاية العلو والرفعة وهذا كما يقال: فلان في السماء ومناط الثريا

„Es wurde in der Erläuterung dieses Hadīth gesagt: Der Prophet, Salla l-Lāhu ʿAlayhi wa Sallam, fragte sie mit ‚Ayn‘ nach der Stellung im übertragenen Sinne (d. h. nach dem Status), welche dem Erhabenen gebührt und womit Er nicht mit anderen übereinstimmt, denen die Gottheit zugeschrieben wurde. Und dieses ist, wie wenn gesagt wird: ‚Wo sind die Plejaden (Sternenformation ath-Thurayyā) von der Erde (ath-Tharā)!?‘ (Ein Ausdruck um auf den großen Unterschied von zwei Dingen im Status und Wert hinzuweisen). Oder ‚Wo ist das Augenlicht von der Blindheit‘, d. h. die Differenz zwischen beiden. Das Augenlicht und ath-Thurayyā wurden mit einem Status beschrieben. Dies ist die Bedeutung ihrer Aussage ‚Fi s-Samā‘, d. h. Allāh hat den höchsten Status. Und dieses ist, wie wenn gesagt wird: ‚Fulan ist im Himmel, in Stellung der Sterne (ath-Thurayyā)‘“.

– Al-Qurtubī Muhammad Ibn Ahmad Ibn Abū Bakr al-Ansārī al-Khazradjī al-Andalusī (verst. 671 n. H.) sagte in „at-Tadhkār“ auf S.22-23, Zitat:

لأن كل من في السموات والأرض وما فيهما خلق الله تعالى وملك له وإذا كان كذلك يستحيل على الله أن يكون في السماء أو في الأرض إذ لو كان في شىء لكان محصورا أو محدودا ولو كان كذلك لكان محدثا وهذا مذهب أهل الحق والتحقيق وعلى هذه القاعدة قوله تعالى: {ءأمنتم من في السماء} وقوله عليه السلام للجارية: أين الله؟ قالت في السماء، ولم يُنكر عليها وما كان مثله ليس على ظاهره بل هو مؤول تأويلات صحيحة قد أبداها كثير من أهل العلم في كتبهم

„Alles in den Himmeln, auf der Erde und was sich darin befindet, ist ein Geschöpf Gottes und gehört Ihm. Weil dem so ist, ist es unmöglich, dass Allāh im Himmel oder auf der Erde wäre. Denn wenn Er in etwas wäre, so wäre Er beschränkt bzw. begrenzt, und wenn dem so wäre, dann wäre Er etwas Entstandenes. Dies ist die Herangehensweise der Anhänger der Wahrheit und entsprechend dieser Grundregel wird die Āyah: {ءأمنتم من في السماء} erläutert, seine Aussage, ʿAlayhi s-Salām, zur Magd: ‚Ayna l-Lāh‘ und sie sagte: ‚Fi s-Samā‘ und was dem ähnlich ist. Es hat nicht die außenscheinliche Bedeutung, sondern wird mit einer gültigen Erläuterung erläutert. Viele Gelehrte haben diese Erläuterungen bereits in ihren Büchern angeführt“.

– Der Imām at-Tabarī sagte in der Erklärung der Āyah 171 der Sūrah an-Nisā’:

فَكَيْفَ يَكُون الْمَسِيح اِبْنًا لِلَّهِ وَهُوَ فِي الْأَرْض أَوْ فِي السَّمَوَات غَيْر خَارِج مِنْ أَنْ يَكُون فِي بَعْض هَذِهِ لْأَمَاكِن

Die Bedeutung lautet sinngemäß:
„Wie kann dann behauptet werden, dass Jesus Gottes Sohn wäre, obwohl er auf der Erde oder in den Himmeln, nicht frei davon ist, in einigen dieser Orte zu sein?!“.

Das heißt, für die Salaf kann derjenige, der an einem Ort existiert, ob im Himmel oder auf der Erde, nicht Gott sein, da Allāh ohne Ort existiert.

– In der Erläuterung der „Sunan an-Nasā’ī“ (Teil 3) mit der Erläuterung von as-Suyūtī (verst. 911 n. H.) und dem Anhang von as-Sindī (verst. 1138 n. H.) kam auf S. 20-22, Zitat:

فقال لها رسول الله صلى الله عليه وسلم أين الله؟ قالت: في السماء[ قال النووي: هذا الحديث من أحاديث الصّفات، وفيها مذهبان تقدَّم ذكرهما مرَّات في كتاب الإيمان: أحدهما: الإيمان به من غير خوض في معناه، مع اعتقاد أنَّ الله ليس كمثله شىء، وتنـزيهه عن سمات المخلوقات. والثَّاني: تأويله بما يليق به .فمن قال بهذا قال: كان المراد امتحانها هل هي موحِّدة تقرُّ بأنَّ الخالق المدبِّر الفعَّال هو الله وحده، وهو الَّذي إذا دعاه الدَّاعي استقبل السَّماء، كما إذا صلَّى المصلِّي استقبل الكعبة، وليس ذلك لأنَّه منحصر في السَّماء، كما أنَّه ليس منحصراً في جهة الكعبة، بل ذلك لأنَّ السَّماء قبلة الدَّاعين، كما أنَّ الكعبة قبلة المصلِّين، أو هي من عبدة الأوثان العابدين للأوثان الَّتي بين أيديهم، فلمَّا قالت: في السَّماء علم أنَّها موحِّدة وليست عابدة للأوثان. قال القاضي عياض: لا خلاف بين المسلمين قاطبة فقيههم ومحدِّثهم ومتكلِّمهم ونظَّارهم ومقلِّدهم أنَّ الظَّواهر الواردة بذكر الله في السَّماء كقوله تعالى: {أَأَمِنْتُمْ مَنْ فِي السَّمَاءِ أَنْ يَخْسِفَ بِكُمُ الأَرْضَ} [الملك: 16] ونحوه ليست على ظاهرها بل متأوّلة عند جميعهم
[أين الله] قيل معناه في أي جهة يتوجه المتوجهون إلى الله تعالى وقولها [في السماء] أي في جهة السماء يتوجهون والمطلوب معرفة أن تعترف بوجوده تعالى لا إثبات الجهة وقيل التفويض أسلم

„Der Gesandte Gottes, Salla l-Lāhu ʿAlayhi wa Sallam, sagte zu ihr: ‚Ayna l-Lāh‘. Sie sagte: ‚Fi s-Samā‘. An-Nawawī sagte: ‚Bei diesem Hadīth gibt es zwei Herangehensweisen, ihre Erwähnung hat bereits im Buch des Glaubens stattgefunden. Eine dieser Herangehensweisen ist: Daran zu Glauben, ohne sich in die Deutelei zu begeben, mit dem festen Glauben daran, dass Allāh nichts und niemandem ähnelt und die Erhabenheit Gottes über die Eigenschaften der Geschöpfe zu bestätigen. Die zweite Herangehensweise ist: Es mit einer dafür passenden Erläuterung zu erklären. Wer dieser Herangehensweise gefolgt ist, sagte: Es wurde beabsichtigt in Erfahrung zu bringen, ob sie eine Muslimah ist, welche bestätigt, dass einzig Allāh der allmächtige vorherbestimmende Schöpfer ist. Er ist Derjenige, wenn Ihn der Bittende bittet, so wendet er sich dem Himmel zu, wie wenn der Betende betet, sich zur Kaʿbah wendet. Und dieses bedeutet nicht, dass Er im Himmel beschränkt wäre, so wie es auch nicht bedeutet, dass Er in Richtung der Kaʿbah beschränkt wäre. Sondern dieses ist so, weil der Himmel die Gebetsrichtung für die Bittenden ist, wie auch die Kaʿbah die Gebetsrichtung für die Betenden ist. Oder ist sie eine von den Götzenanbetern, welche die Götzen anbetet, die vor ihnen sind. Als sie dann sagte: ‚Fi s-Samā‘ wusste er, dass sie eine Muslimah ist und keine Anbeterin der Götzen. Der Qādī ʿIyād sagte: ‚Es gibt keine Meinungsverschiedenheit unter den Muslimen, allesamt, ihre Rechtsgelehrten, ihre Hadīthgelehrten, ihre Kalāmgelehrten, ihre Prediger und Anhänger, dass die Außenscheinlichkeiten der Texte, in denen die Erwähnung Gottes „fi s-Samā“ vorkommt, wie in der Āyah 16 der Sūrah al-Mulk: {أَأَمِنْتُمْ مَنْ فِي السَّمَاءِ أَنْ يَخْسِفَ بِكُمُ الأَرْضَ} und Ähnlichem (wie dem Hadīth der Magd), nicht die außenscheinliche Bedeutung hat, sondern anders erläutert wird, bei ihnen allen“. Bezüglich ‚Ayna l-Lāh‘ wurde gesagt, dass es bedeutet: ‚Zu welcher Richtung wendet sich der Bittende hin, wenn er Allāh um etwas bittet?‘. Und ihre Aussage ‚Fi s-Samā‘ bedeutet: ‚Sie wenden sich in Richtung des Himmels‘. Das Gesuchte ist die Erkenntnis darüber, ob sie die Existenz des Erhabenen bekennt, nicht die Zuschreiben einer Richtung. Und es wurde gesagt, dass die erste Herangehensweise sicherer ist: ‚Daran zu Glauben, ohne sich in die Deutelei zu begeben, mit dem festen Glauben daran, dass Allāh nichts und niemandem ähnelt und die Erhabenheit Gottes über die Eigenschaften der Geschöpfe zu bestätigen‘“.

– In „al-Tafsīr al-Kabīr“ (Band 6), welcher als „al-Bahr al-Muhīt“ bekannt ist, sagt Abū Hayyān al-Andalusī (verst. 754 n. H.) auf S.302, Zitat:

„An dieser Stelle ist nicht das Lokaladverb gemeint, da Allāh erhaben ist über den Ort, sondern es hat die Bedeutung des hohen Status“.

– In der Erläuterung „Scharh at-Tībī“ (Band 6) sagt at-Tībī auf S.340-341, Zitat:

„Mit der Aussage ‚Ayna l-Lāh‘ hat er nicht die Frage nach dem Ort gemeint, denn Allāh ist erhaben darüber. Und der Prophet fragt so etwas nicht, er steht darüber. Erhaben ist Allāh über die Aussagen der Ungerechten“.

– In „Mirqāt al-Mafātīh“ (Band 6) sagt Mullā ʿAlī al-Qārī auf S.454-455, Zitat:

„Der Qādī sagte: ‚Er meinte damit nicht die Frage nach dem Ort, denn Allāh ist erhaben über den Ort und die Zeit‘“.

– In „al-Muntaqā“ (Band 6) sagte al-Bādjī (verst. 494 n. H.) auf S. 274, Zitat:

„Es wird gesagt: ‚Der und der ist im Himmel‘. Mit der Bedeutung von; der Hoheit des Status“.

– In „Tanwīr al-Hawālik Scharh ʿala Muwatta’ Mālik“ (Band 3) gab der Hāfidh as-Suyūtī asch-Schāfiʿī (verst. 911 n.H.) auf S.5-6 die selbe Erklärung von at-Tībī, Zitat:

„Es wird gesagt: ‚Der und der ist im Himmel‘. Mit der Bedeutung von; der Hoheit des Status“.

– In Asās at-Taqdīs sagt al-Fakhr ar-Rāzī (verst. 606 n. H.) auf S.126, Zitat:

وقال الرازي أيضا في كتابه أساس التقديس:“ إن لفظ أين كما يجعل سؤالا عن المكان فقد يجعل سؤالا عن المنـزلة والدرجة يقال أين فلان من فلان فلعل السؤال كان عن المنـزلة وأشار بها إلى السماء أي هو رفيع القدر جدا

„Genauso, wie der Wortlaut ‚Ayn‘ für die Frage nach dem Ort benutzt wird, so wird er ebenso für die Frage nach dem Status benutzt. Es wird gesagt: ‚Wo ist Fulan von Fulan‘. Sicherlich war die Frage (mit Ayn) nach dem Status, und ihr Hinweis mit „Fi s-Samā“ auf die Hoheit bedeutet: ‚Er hat den hohen Status‘“.

– Muhammah Ibn Khalīfah al-Ubbī sagte in seiner Erläuterung zu Sahīh Muslim „Ikmāl al-Muʿallim“, Zitat:

وقيل إنما سألها بأين عما تعتقده من عظمة الله تعالى، وإشارتها إلى السماء إخبار عن جلاله في نفسها، فقد قال القاضي عياض لم يختلف المسلمون في تأويل ما يوهم أنه تعالى في السماء .اهـ ومثله في كتاب مكمل إكمال الإكمال شرح صحيح مسلم للإمام محمدالسنوسي الحسني

„Es wurde gesagt, dass er sie mit ‚Ayn‘ nach ihrem Glauben bezüglich der Verehrung Gottes, des Erhabenen, befragte. Und ihr Hinweis zum Himmel, ist ein Bericht über ihre Verehrung. Der Qādī ʿIyād sagte, dass die Muslime keine Meinungsverschiedenheit über die Erläuterungsbedürftigkeit dessen haben, was den Eindruck vermitteln könnte, dass der Erhabene im Himmel wäre“.

Ähnliches befindet sich im Buch „Mukammil Ikmāl al-Ikmāl“ Erläuterung des Sahīh Muslim von as-Sanūsī.

– Der Qādī Abū Bakr Ibn al-ʿArabī sagte in der „Erläuterung der „Sunan at-Tirmidhī“, Zitat:

أين الله؟ والمراد بالسؤال بها عنه تعالى المكانة فإن المكان يستحيل عليه

„(Ayna l-Lāh) Damit ist die Frage nach dem Status Gottes bei ihr gemeint, denn der Ort ist unmöglich in Bezug auf Allāh“.

– Der Hafidh Ibnu l-Djawzī (verst. 597 n. H.) sagte in seinem Werk „Bāz al-Aschhab“ auf S.94, nach der Überlieferung von Muʿāwiyah Ibn al-Hakam, Zitat:

قلت “ قد ثبت عند العلماء أن الله تعالى لا يحويه السماء والأرض ولا تضمه الأقطار وإنما عرف بإشارتها تعظيم الخالق عندها

„Ich sage: Es steht bei den Gelehrten fest, dass Allāh, der Erhabene, weder vom Himmel beinhaltet wird, noch von der Erde, noch von Plätzen umgeben ist. Sondern durch ihren Hinweis (die Magd), wurde ihre Verehrung des Schöpfers erkannt“.

– Al-Bādjī sagte:

لعلها تريد وصفه بالعلو وبذلك يوصف كل من شأنه العلو فيقال فلان في السماء بمعنى علو حاله ورفعته وشرفه

„Womöglich beabsichtigte sie Ihm die Hoheit zuzuschreiben und damit wird jeder beschrieben, der die Hoheit des Status hat. So wird gesagt: ‚Fulān ist im Himmel‘. Mit der Bedeutung von; der Hoheit des Status’“.

– Al-Baydāwī sagte:

لم يرد به السؤال عن مكانه فإنه منـزه عنه والرسول أعلى من أن يسأل ذلك

„Er meinte damit nicht die Frage nach dem Ort, denn Allāh ist erhaben darüber. Und der Prophet fragt so etwas nicht, er steht darüber“.

7. Die Frage nach einem Ort ergibt hier keinen Sinn:

Die Frage nach dem Ort ergibt hier keinen Sinn, denn die Besonderheit liegt in der Höhe des Status, nicht in der Höhe des Ortes.
Die Engel sind in oberen Richtung die Bewohner des Himmels und die Propheten befinden sich darunter, auf der Erde. Trotzdem sind die Propheten, bei Allāh, besser als die Engel.

Für die Anhänger der Verkörperlichung ist es eine vollkommene Eigenschaft, in der oberen Richtung an einem hohen Ort zu sein. Gemäß ihrer Behauptung, hätte das Buch über dem Thron, ebenfalls diese Eigenschaft. Gemäß ihrer Behauptung, wären Allāh und dieses Buch gleich.

Ihre Behauptung führt noch zu einer anderen Abscheulichkeit, denn ihre Aussage beinhaltet die Behauptung, dass Allāh vor dem Erschaffen der Richtung, des Ortes und des Throns unvollkommen wäre und das ist Unglaube. Ihrer Aussage nach hätte Er den Thron, die Richtung und den Ort benötigt, um vollkommene Eigenschaften zu bekommen.
Allāh existierte vor dem Erschaffen der Orte und Richtungen, ohne Ort und Richtung, mit vollkommenen Eigenschaften. Und nach dem Erschaffen der Orte und Richtungen, ohne Ort und Richtung, mit vollkommenen Eigenschaften.

Allāh einen Ort und eine Richtung zuzuschreiben, welche erschaffene Geschöpfe sind, ist purer Vergleich mit der Schöpfung. Und wer Allāh mit der Schöpfung vergleicht, hat sowohl dem Qur’ān als auch dem gesunden Menschenverstand widersprochen.

Zusätzlich kommt zu all dem hinzu, dass wenn die Anhänger der Verkörperlichung sagen, dass sie nach dem Außenscheinlichen dieses Hadīth gehen, sie ihre eigene Glaubensweise für ungültig erklären würden. Denn sie glauben, dass Allāh über dem Thron wäre und nicht im Himmel. Die sieben Himmel sind aber unter dem Paradies und das Paradies unter dem Thron. Was machen sie nun?

Wenn sie den Hadīth mit einer anderen Bedeutung erklären, als mit der Außenscheinlichkeit, sagen wir zu ihnen: Weshalb verbietet ihr anderen etwas, was ihr euch selbst erlaubt? Darauf haben sie ebenfalls keine Antwort, denn dies ist Willkür, handeln nach eigenem Gutdünken. Dies ist der Zustand eines jeden Bidʿī, den Anhängern der abscheulichen Neuerungen, sie werden alle in Widersprüchlichkeiten fallen. Denn ihre Glaubensweise beinhaltet Widersprüchlichkeiten und dies ist ein Beispiel davon.

Wichtige Grundregeln der Hadīthlehre:

Nun erwähnen wir zwei sehr wichtige und nutzvolle Grundregeln:
Die Gelehrten des Hadīth sagten: Wenn ein Hadīth dem definitiven Urteil des Verstandes widerspricht und es keinen Weg gibt die beiden in Einklang zu bringen, so ist das ein Zeichen dafür, dass dieses ein erfundener Hadīth ist. Viele Gelehrten des Hadīth erwähnten diese Regel, einer von ihnen ist Ibnu s-Salāh. Er erwähnte dieses in seiner „Muqaddimah“ und dieses Buch gehört zu den berühmtesten Büchern der Hadīthwissenschaft.

Die zweite Grundregel lautet: Wenn der Hadīth den feststehenden, in der Religion definitiven, Grundregeln widerspricht, wie z.B. er widerspricht einem eindeutigen Vers aus dem Qur’ān oder einem Mutawātir Hadīth, in solch einer Weise, dass es keinen Weg gibt, sie durch Interpretation (Ta’wīl) miteinander in Einklang zu bringen, so ist es mit absoluter Gewissheit sicher, dass dieser Hadīth ungültig ist. Diese beiden Grundregeln haben in Betracht gezogen zu werden, sie haben einen sehr großen Nutzen.

Es könnte sein, dass einige bösartige Leute zu dir sagen: „Du gibst DEINEM Verstand Vorrang über die religiösen Texte“.

Die Antwort lautet: „Defintiv, nein! Die Grundlage ist die Offenbarung, jedoch widerspricht der gesunde Menschenverstand nicht der Religion. Wir geben dem Verstand keinen Vorrang über die religiösen Texte. Hier geht es darum, dass die Gelehrten der Hadīthwissenschaft Regeln festgelegt haben, wie man eine ungültige Überlieferung erkennt, so dass man dem Propheten nicht etwas falsches zuschreibt, was er nicht gesagt hat. Die Regeln der Hadīthwissenschaft werden angewandt, um dem Propheten nichts falsches zuzuschreiben. Und eine dieser Regeln lautet: Ein Hinweis darauf, dass der Bericht nicht Sahīh ist, ist wenn er dem verifizierten Urteil des Verstandes widerspricht. Denn Allāh erwähnt im Qur’ān, dass das Urteil des Verstandes eine Bedeutung hat. Und wer dieses für ungültig erklärt, der hat eine Regel aus dem Qur’ān abgelehnt. Dies dazu. Außerdem passiert etwas sehr gefährliches, wenn dem Urteil des Verstandes keinerlei Gewicht zugesprochen wird. Womit haben wir die Wahrhaftigkeit des Islam erkannt? Wenn zu einem Nichtmuslim gesagt werden würde, dass die Richtigkeit des Qur’ān dadurch festgestellt wird, weil im Qur’ān steht, dass der Qur’ān richtig ist, könnte es sein, dass er sagt: „Die Richtigkeit des Qur’ān kann nicht dadurch festgelegt werden, weil im Qur’ān steht, dass der Qur’ān richtig ist. Um die Richtigkeit festzustellen, benötigst du das Urteil des Verstandes“. Wenn das Urteil des Verstandes keinerlei Bedeutung hätte, könnten wir nicht die Richtigkeit dieser Angelegenheit feststellen und auch nicht die Richtigkeit des Islam. Durch die Aussagen dieser bösartigen Leute, gelangst du auf solch einen Weg. Dies ist ein Punkt, der andere ist, dass sie in Wirklichkeit wollen, dass wir ohne Verstand sind, damit wir allem folgen was sie wollen, wie Schafe die zur Schlachtbank gebracht werden.

8. Die Verkörperlicher interpretieren diese Version vom Hadīth nach ihrem eigenem Gutdünken und ignorieren dabei andere stärkere Ahadīth. Ihr Zustand ist damit wie der Zustand von denjenigen, über die gesagt wurde: „Sie glauben an einiges von dem Offenbarten und sind gegenüber anderem davon ungläubig“.

Der Imam al-Bukhārī überliefert in seinem „Sahīh“ den Hadīth, in dem der Prophet sagte:

إذا كان أحدكم في صلاته فإنه يناجي ربه فلا يبصقن في قبلته ولا عن يمينه فإن ربه بينه وبين قبلته

Idhā kana Ahadukum fi Salātihi fa Innahu yunādji Rabbah fa lā yabsuqanna fi Qiblatihi wa lā ʿan Yamīnihi fa inna Rabbahu Baynahu wa bayna Qiblatih.

Die Bedeutung lautet sinngemäß: Wenn jemand von euch betet, so macht er eine besondere Art der Anbetung. In solch einer Situation sollte er weder vor sich, noch zu seiner Rechten spucken.

Einige könnten denken, dass der Hadīth bedeuten würde: „Weil Allāh ist zwischen ihm und der Kaʿbah“. Und dies ist nicht die Bedeutung des Hadīth. Der Hadīth bedeutet, dass wenn der Mensch betet und seinen Herrn bittet, die Gnade zu ihm herab kommt. Die Gnade kommt in Richtung seines Gesichtes herab. Deshalb ist es unpassend nach vorne zu spucken, wenn er spuckt. Weil die Gnade seines Herrn kommt herab, zwischen ihm und seiner Gebetsrichtung. Dies ist die Bedeutung des Hadīth.

Es ist nicht erlaubt diesen Hadīth damit zu erklären, dass er bedeuten würde, dass Allāh sich zwischen der betenden Person und der Kaʿbah befinden würde.

Dieser Hadīth ist von der Überlieferungskette her, stärker als der Hadīth der Magd. Die Frage die sich nun stellt ist, was machen die Anhänger der Verkörperlichung? Wenn sie sagen, dass sie das Außenscheinliche dieses Hadīth nehmen, würde das ihrer Glaubensweise widersprechen, da sie glauben, dass Allāh über dem Thron wäre. Damit würden sie in einen offensichtlichen Widerspruch fallen. Wenn sie jedoch sagen, das sie diesen Hadīth interpretieren, dann stellt sich die Frage: Wieso interpretieren sie dann nicht den Hadīth der Magd? Obwohl dieser Hadīth eine stärkere Überlieferungskette hat, als der Hadīth der Magd!

Weil sie Leute sind, die nach ihrem eigenen Gutdünken handeln und nicht nach den Beweisen.

Und wir sagen zu ihnen, dass al-Bukhārī ebenfalls einen Hadīth überlieferte über Abu Mūsā al-Aschʿarī, RaDiya l-Lāhu ʿAnhu, dass als der Gesandte Gottes, Salla l-Lāhu ʿalayhi wa Sallam, sah wie sich einige Gefährte anstrengten und ihre Stimmen erhoben beim Bittgebet, er zu ihnen sagte:

أربعوا على أنفسكم فإنكم لا تدعون أصم ولا غائبا إنما تدعون سميعا قريبا أقرب إلى أحدكم من عنق راحلته

Irbaʿū ʿala Anfusikum fa innakum lā tadʿūna Asamma wa lā Ghā’iban innama tadʿūna Samīʿan Qarīban aqrabu ila Ahadikum min ʿUniqi Rāhilatih.

Wenn sie diesen Hadīth nach dem Außenscheinlichen nehmen, würden sie glauben, dass Allāh beschränkt wäre zwischen dem Menschen und dem Hals des Reittiers, auf welchem er sitzt. Dieses würde ihre Behauptung bezüglich des Hadīth der Magd widerlegen. Wenn sie sagen: „Nein, nein, nein, wir interpretieren diesen Hadīth“. Antworten wir: Und weshalb interpretiert ihr nicht den Hadīth der Magd, obwohl dieser Hadīth von der Überlieferungskette her, stärker ist als der Hadīth der Magd?!

Die Bedeutung dieses Hadīth lautet: Der Prophet sagte ihnen, dass sie ihre Stimmen nicht so stark zu beanspruchen haben, damit sie sich nicht erschöpfen. Er sagte ihnen sinngemäß: „Derjenige, den ihr bittet, ist nicht Taub und nicht unwissend über euch“. Er sagte dann, dass sie Denjenigen fragen, der hört was sie sagen und über ihre Zustand weiß. Dann sagte er: „Aqrabu Ila Ahadikum min ʿUniqi Rāhilatih“, wenn jemand es nach dem Außenscheinlichen übersetzen würde, würde er sagen: „Er ist näher zu euch, als der Hals eures Reittieres“. So würde der Hadīth die Außenscheinliche Bedeutung ergeben, dass Allāh sich zwischen der Person und dem Hals des Reittieres befinden würde. Was der Prophet jedoch in Wirklichkeit meinte ist, dass Allāh wissend über sie ist, Er weiß Dinge über sie, die sie selbst nicht wissen.

Wenn die Anhänger der Verkörperlichung sagen, dass sie nach der Außenscheinlichen Bedeutung gehen wollen bei den Ahadīth des Propheten, dann ist es so als ob sie sagen, dass Allāh sich zwischen der Person und dem Hals des Reittieres befinden würde. Und dies widerspricht ihrer Behauptung, in der sie Allāh einen Ort über den Thron zuschreiben.

Wenn sie diesen Hadīth interpretieren, warum interpretieren sie dann nicht den Hadīth der Magd? Obwohl dieser Hadīth eine viele stärkere Überlieferungskette hat, als der Hadīth der Magd?!

Zu ihnen würde dann gesagt werden: Dies ist handeln nach eurem eigenen Gutdünken. Damit ist euer Zustand so geworden, wie der Zustand derjenigen, die Allāh im Qur’ān beschrieb in der Sūrah al-Baqarah Āyah 85:

( أَفَتُؤْمِنُونَ بِبَعْضِ الْكِتَابِ وَتَكْفُرُونَ بِبَعْضٍ )(البقرة: من الآية85)

Afatu’minūna bi BaʿDi l-Kitāb wa takfurūna bi baʿd.
Es bedeutet: Sie glaubten an einiges von dem Offenbarten und einem anderen Teil davon waren sie ungläubig gegenüber.

Das heißt, sie wählten nach eigenem Gutdünken einiges davon aus woran sie glaubten und ließen anderes davon weg, ohne darin den Beweisen zu folgen, sondern sie folgten ihrem eigenen Gutdünken. Und dies ist exakt das, was die Anhänger der Verkörperlichung tun. Wo sie es wollen, sagen sie, dass sie keine andere Bedeutung außer die außenscheinliche davon verstehen und ihr Glaube wäre, dass sie alle Ahadīth nehmen würden „wie sie sind“. Mit dem Wort „wie sie sind“ meinen sie, dass sie alle Ahadīth nur nach dem Außenscheinlichen nehmen. Und plötzlich, bei einigen Ahadīth, deren außenscheinliche Bedeutung nicht mit ihrer Glaubensweise übereinstimmt, sagen sie: „Nein, bei diesen Ahadīth verstehen wir eine andere Bedeutung als die augenscheinliche“. Was ist mit dieser Regel passiert, in der sie behauptet haben, dass sie bei den Ahadīth keine andere Bedeutung verstehen außer die außenscheinliche?! Dies ist so, weil sie nicht den Beweisen folgen, sie folgen ihrem eigenen Gutdünken, sie glauben an einiges davon und sind gegenüber anderem davon ungläubig.

Ebenfalls sagen wir zu diesen Personen:

„Was macht ihr bei der Āyah 115 der Sūrah al-Baqarah:

( فَأَيْنَمَا تُوَلُّوا فَثَمَّ وَجْهُ اللَّهِ)(البقرة: من الآية115))

Fa Ayna ma Tuwallū fa Thamma Wajdhu l-Lāh.

Wenn du es gemäß der außenscheinlichen Bedeutung erklären würdest, würdest du sagen: Wohin du dich auch wendest, Allāh existiert in dieser Richtung. Wenn du nach der außenscheinlichen Bedeutung gehen würdest, würdest du behaupten, dass Allāh die Welt von allen Richtungen umgibt. Und dieses widerspricht deiner Aussage, dass Allāh über dem Thron wäre. Wenn du sagst: ‚Nein, ich interpretiere diese Āyah mit einer anderen Bedeutung als der Außenscheinlichen‘“.

Dann würde zu ihm gesagt werden: „Nun, dies ist eine Āyah vom Qur’ān, nicht einfach ein Hadīth. Du interpretierst eine Āyah aus dem Qur’ān mit einer anderen als der außenscheinlichen Bedeutung. Nur um deine eigene Meinung zu behalten, die auf deinem eigenen Gutdünken basiert, weigerst du dich jedoch dieses bei einem Hadīth, wie dem Hadīth der Magd, mit solch einem Zustand den er hat, zu tun? Das ist absurd!“.

Was die Bedeutung der Āyah betrifft, so lautet sie; dass es dem Reisende, beim empfohlenen Gebet, auf dem Reittier gestattet ist in jede Richtung zu beten, wohin ihn sein Reittier wendet.

Wadjhu l-Lāh bedeutet hier an dieser Stelle somit:

قِبلَةُ الله

Qiblatu l-Lāh, d. h. die Gebetsrichtung.

Einige Anhänger der Verkörperlichung sagten aufgrund ihrer Sturheit etwas sehr befremdliches, als sie mit diesen Argumenten konfrontiert wurden. Sie sagten: „Ja, Allāh umgibt die Welt, wie die Hand etwas umgibt UND ER IST ÜBER DEM THRON!“.

Sie sagten: „Wir nehmen das nach dem Außenscheinlichen und dieses nach dem Außenscheinlichen“.

Jemand der so etwas sagt ist geistesgestört, wie willst du mit solch einer Person noch kommunizieren?

9. Dieser Hadīth widerspricht in Wirklichkeit ihrem eigenen Glauben:

Selbst wenn die Verkörperlicher sagen würden, dass damit gemeint wäre, dass Allāh sich im Himmel befinden würde, so würde es dazu führen, dass sie sich selbst widersprechen würden. Denn einerseits behaupten sie, dass Allāh auf dem Thron wäre und andererseits behaupten sie nun, dass Er im Himmel wäre. Zur Kenntnisnahme für die Verkörperlicher: Der Himmel ist unter dem Thron und der Thron ist über dem Himmel, ihr widersprecht euch!

Damit konfrontiert bringen einige Verkörperlicher folgendes, sie behaupten, dass mit „im Himmel“, nicht wirklich „im Himmel“ gemeint wäre, sondern „über dem Himmel“. Sie erwähnen dann folgende Āyah als Beispiel dafür, dass das Wort „fi“ nicht nur „im“, sondern auch „über“ bedeuten kann.

Sie sagen:

In der Āyah 71 der Sūrah Taha wird doch über den Pharao berichtet, dass er sagte:

وَلأُصَلِّبَنَّكُمْ فِـي جُذُوعِ النَّـخْـلِ

Die Bedeutung lautet: Ich werde euch auf (fi) den Palmenstämmen kreuzigen.

Die Antwort lautet: Sie haben sich selbst widerlegt, aus zweierlei Gründen:

1. Sie haben zugegeben, dass man diese Āyah nicht mit „im Himmel“, nach dem Außenschein verstehen darf.

2. Ihr Interpretationsversuch führt sie in Widersprüchlichkeit, denn wenn sie die Aussage des Pharao nehmen um zu behaupten, dass Allāh über dem Himmel wäre, haben sie auch folgendes über den Pharao zu nehmen:

In der Āyah 4 der Sūrah al-Qasas kam:

{ إِنَّ فِرعَونَ عَلا فِى الأَرضِ}

Es könnte sein, dass jemand die Bedeutung des Verses folgendermaßen übersetzt: “Der Pharao hat sich auf der Erde (fi l-Ard) erhoben“.

Wenn mit „fi-Samā“ gemeint wäre „über dem Himmel“, dann wäre mit „fi l-Ard“ gemeint „über der Erde“. Und da mit „ʿalā fi l-Ard“ keine örtliche Erhebung des Pharaos gemeint ist, sondern die „Herrschaft auf der Erde“, wäre mit „fi-Samā“ gemeint „die Herrschaft über den Himmel“ und nicht ein Ort. Wenn sie die Bedeutung einer bestimmten Stelle nehmen, um es dann so zu interpretieren wie sie es gerne hätten, es jedoch an einer anderen Stelle ablehnen, so wäre das handeln nach eigenem Gutdünken.

Und ebenfalls kam über den Pharao in Āyah 127 der Sūrah al-Aʿrāf, als Bericht über ihn, dass er sagte:

{وإنا فوقهم قاهرون}

„Wir sind die Bezwinger ÜBER ihnen“.

At-Tabarī sagte dazu:

يقول: وإنا عالون عليهم بالقهر، يعني بقهر الملك والسلطان. وقد بينا أن كل شىء عال بقهر وغلبة على شيء، فإن العرب تقول: هو فوقه

„Der Pharao sagte: Wir sind ÜBER ihnen mit der BEZWINGUNG. Gemeint ist die Bezwingung durch die Herrschaft und Macht. Und wir haben schon gezeigt, dass alles, was mit der Bezwingung über etwas anderem ist, die Araber darüber sagen: Er ist über ihm“.

Wenn die Verkörperlicher die Aussage des Pharao als Erklärung nehmen wollen, dann müssen sie auch die andere Aussage des Pharaos nehmen und zugeben, dass mit „ÜBER“ die Bezwingung, Herrschaft und Macht gemeint ist, nicht der Ort oder die Richtung. Oder wollen sie wie diejenigen sein, die an einiges vom Qur’ān glauben und anderen gegenüber ungläubig sind!?

So gibt es keinen Weg für die Verkörperlicher, wenn sie den Hadīth der Magd mit ihrer Interpretation interpretieren, außer in Widersprüche zu fallen.
Wollen sie wie diejenigen sein, die an einiges vom Qur’ān glauben und gegenüber anderem davon ungläubig sind!?

10. Der Qur’ān widerlegt die Behauptung der Verkörperlicher und zeigt, dass es Unglaube ist, so etwas zu glauben:

Zur Widerlegung der Verkörperlicher reichen diese beiden Verse vollkommen aus, um zu zeigen, dass nicht die Zuschreibung eines Ortes im Himmel gemeint ist:
Sūrah al-Anʿām Āyah 3:

وَهُوَ اللَّه فِي السَّمَوَات وَفِي الْأَرْض

Die Bedeutung könnte übersetzt werden mit: „Er ist Allāh, in den Himmeln und auf der Erde“.

Der Imām at-Tabarī sagte diesbezüglich:

يَقُول تَعَالَى ذِكْرهُ : إِنَّ الَّذِي لَهُ الْأُلُوهَة الَّتِي لَا تَنْبَغِي لِغَيْرِهِ , هُوَ اللَّه الَّذِي هُوَ فِي السَّمَوَات وَفِي الْأَرْض

„Derjenige, der die Gottheit hat (die Macht etwas von der Nichtexistenz in die Existenz hervorzubringen), welche niemand anderem gebührt außer Ihm. Er ist Allāh, Derjenige, der in den Himmeln und auf der Erde {die Gottheit hat}“.

Sūrah az-Zukhruf Āyah 84:

وَهُوَ الَّذِي فِي السَّمَاء إِلَه وَفِي الْأَرْض إِلَه

Der Imām at-Tabarī sagte diesbezüglich:

يَقُول تَعَالَى ذِكْره : وَاللَّه الَّذِي لَهُ الْأُلُوهَة فِي السَّمَاء

„Allāh hat die Gottheit (die Macht etwas von der Nichtexistenz in die Existenz hervorzubringen) im Himmel“.

Und nun schauen wir uns die abscheulichen Konsequenzen der Behauptung derjenigen an, die behaupten, dass Allāhim Himmel wäre:

1. Sūrah az-Zumar, Āyah 68:

وَنُفِخَ فِي الصُّورِ فَصَعِقَ مَن فِي السَّمَاوَاتِ وَمَن فِي الْأَرْضِ

Die Bedeutung lautet: Es wird in das Horn geblasen und es stirbt WER IN DEN HIMMELN IST.

Die erste Konsequenz lautet: Die Verkörperlicher behaupten, dass Allāh sterben würde und das ist Unglaube.

2. Sūrah Al-Anbiyā‘ Āyah 104:

يَوْمَ نَطْوِي السَّمَاء كَطَيِّ السِّجِلِّ لِلْكُتُبِ

Die Bedeutung lautet: An dem Tage, an dem Allāh den HIMMEL ZUSAMMENGEFALTET werden lässt, wie ein Buch.

Zweite Konsequenz: Die Verkörperlicher behaupten, dass Allāh zusammengefaltet werden würde und das ist Unglaube.

3. Sūrah Maryam Āyah 93:

إِن كُلُّ مَن فِي السَّمَاوَاتِ وَالْأَرْضِ إِلَّا آتِي الرَّحْمَٰنِ عَبْدًا

Sinngemäße Bedeutung lautet: „JEDER, DER IN DEN HIMMELN IST, ist ein Diener Gottes“.

Dritte Konsequenz: Die Verkörperlicher behaupten, dass Allāh ein Diener wäre und das ist Unglaube.

4. Sūrah ar-Raʿd Āyah 15:

وَلِلَّهِ يَسْجُد مَنْ فِي السَّمَوَات

Die sinngemäße Bedeutung lautet: „Für Allāh wirft sich nieder, WER IN DEN HIMMELN IST“.

Vierte Konsequenz: Die Verkörperlicher behaupten, dass Allāh sich niederwerfen würde und das ist Unglaube.

– Al-Fakhr ar-Rāzī sagte:

وأما عدم صحة الاحتجاج بحديث الجارية في إثبات المكان له تعالى فللبراهين القائمة في تنـزه الله سبحانه عن المكان والمكانيات والزمان والزمانيات، قال الله تعالى: {قل لمن ما في السموات والأرض قل لله} [الأنعام:12] وهذا مشعر بأن المكان وكل ما فيه ملك لله تعالى، وقال تعالى: {وله ما سكن في الليل والنهار} [الأنعام:13] وذلك يدل على أن الزمان وكل ما فيه ملك لله تعالى فهاتان الآيتان تدلان على أن المكان والمكانيات والزمان والزمانيات كلها ملك لله تعالى وذلك يدل على تنـزيه الله سبحانه عن المكان والزمان.اهـ

„Was die unlautere Argumentation mit dem Hadīth der Magd betrifft, um Allāh, den Erhabenen, einen Ort zuzuschreiben, so stehen die Beweise für die Erhabenheit Gottes über den Ort und die Örtlichkeit, der Zeit und Zeitlichkeit in folgenden Versen:

Sūrah al-Anʿām Āyah 12:

{قل لمن ما في السموات والأرض قل لله}

Die Bedeutung lautet sinngemäß: ‚Was IN DEN HIMMELN und auf der Erde ist, gehört Allāh’. Und dies ist ein Indikator dafür, dass der Ort und alles was sich darin befindet, Eigentum Gottes ist.

Und in der Sarah al-Anʿām Āyah 13:

{وله ما سكن في الليل والنهار}

Die Bedeutung lautet sinngemäß: ‚Ihm gehört, was sich in der Nacht und am Tag befindet‘. Und dieses weist darauf hin, dass die Zeit und alles was sich darin befindet, Eigentum Gottes ist.

Somit weisen diese beiden Verse darauf hin, dass der Ort und die Örtlichkeit, die Zeit und die Zeitlichkeit, alles Eigentum Gottes ist. Und dieses weist auf die Erhabenheit Gottes über Raum und Zeit hin“.

– Was diese Erklärung bestätigt, ist der Hadīth des Gesandten Gottes, Salla l-Lāhu ʿAlayhi wa Sallam, in dem er sagt, dass die von Allāh erschaffenen sieben Himmel, so sehr mit den Engeln gefüllt sind, dass es keine Vierfingerbreite in ihnen gibt, außer dass dort ein Engel im Gebet steht oder sich in der Verbeugung oder der Niederwerfung befindet. Der Gesandte Gottes ﷺ sagte, so wie es von at-Tirmidhī überliefert wurde:

ما في السماءِ موضعُ أربعِ أصابع إلا وفيهِ ملَكٌ قائِمٌ أو راكعٌ أو ساجدٌ

Die Bedeutung lautet: „Es gibt im Himmel keine Vierfingerbreite, außer dass sich ein Engel im Gebet befindet, stehend oder in der Verbeugung oder in der Niederwerfung“.

Dieser Hadīth zeigt zwei Dinge auf:

– Die Himmel sind die Wohnstätten der Engel und sie sind gefüllt mit ihnen. Somit sind die Engel gemeint, falls auf denjenigen oder diejenigen im Himmel hingewiesen wird.
– Es ist kaum Platz übrig im Himmel, keine Vierfingerbreite zwischen ihnen. Wagen es die Verkörperlicher etwa zu sagen, dass Allāh sich zwischen den Engeln im Himmel aufgelöst hätte?!

Und wir fragen uns bezüglich der Verkörperlicher, was behaupten sie eigentlich? In welchem Himmel befände Er sich ihrer Behauptung nach?

Wenn sie sagen würden im ersten Himmel, dann haben sie behauptet, dass die Füße des Propheten ʿĪsā, welcher im zweiten Himmel ist, über Allāh wären. Wenn sie sagen im zweiten Himmel, dann haben sie behauptet, dass die Füße der Engel im dritten Himmel, über Allāh wären. Wenn sie sagen im vierten fünften oder sechsten Himmel, dann hätte es dieselbe Konsequenz. Und wenn sie sagen im siebten Himmel, dann haben sie behauptet, dass die Füße der Wildān, welche im Paradies sind, über Allāh wären. Was auch immer sie sagen würden, es würde zu abscheulichen Konsequenzen führen.

– Al-Qurtubī Muhammad Ibn Ahmad Ibn Abū Bakr al-Ansārī al-Khazradjī al-Andalusī (verst. 671 n. H.) sagte in „at-Tadhkār“ auf S.22-23, Zitat:

لأن كل من في السموات والأرض وما فيهما خلق الله تعالى وملك له وإذا كان كذلك يستحيل على الله أن يكون في السماء أو في الأرض إذ لو كان في شىء لكان محصورا أو محدودا ولو كان كذلك لكان محدثا وهذا مذهب أهل الحق والتحقيق وعلى هذه القاعدة قوله تعالى: {ءأمنتم من في السماء} وقوله عليه السلام للجارية: أين الله؟ قالت في السماء، ولم يُنكر عليها وما كان مثله ليس على ظاهره بل هو مؤول تأويلات صحيحة قد أبداها كثير من أهل العلم في كتبهم

„Alles in den Himmeln, auf der Erde und was sich darin befindet, ist ein Geschöpf Gottes und gehört Ihm. Weil dem so ist, ist es unmöglich, dass Allāh im Himmel oder auf der Erde wäre. Denn wenn Er in etwas wäre, so wäre Er beschränkt bzw. begrenzt, und wenn dem so wäre, dann wäre Er etwas Entstandenes. Dies ist die Herangehensweise der Anhänger der Wahrheit und entsprechend dieser Grundregel wird die Āyah: {ءأمنتم من في السماء} erläutert, seine Aussage, ʿAlayhi s-Salām, zur Magd: ‚Ayna l-Lāh‘ und sie sagte: ‚Fi s-Samā‘ und was dem ähnlich ist. Es hat nicht die außenscheinliche Bedeutung, sondern wird mit einer gültigen Erläuterung erläutert. Viele Gelehrte haben diese Erläuterungen bereits in ihren Büchern angeführt“.

– Der Imām at-Tabarī überliefert das Verständnis der Salaf in der Erklärung der Āyah 171 der Sūrah an-Nisā’ diesbezüglich sehr klar und unmissverständlich, wer in den Himmeln ist, der ist an einem Ort. Und wer an einem Ort ist, der kann nicht Allāh sein:

فَكَيْفَ يَكُون الْمَسِيح اِبْنًا لِلَّهِ وَهُوَ فِي الْأَرْض أَوْ فِي السَّمَوَات غَيْر خَارِج مِنْ أَنْ يَكُون فِي بَعْض هَذِهِ لْأَمَاكِن

Die Bedeutung lautet sinngemäß:

„Wie kann dann behauptet werden, dass Jesus Gottes Sohn wäre, obwohl er auf der Erde oder in den Himmeln, nicht frei davon ist, in einigen dieser Orte zu sein?!“.
Das heißt, für die Salaf kann derjenige, der an einem Ort existiert, ob im Himmel oder auf der Erde, nicht Gott sein, da Allāh ohne Ort existiert.

– Deshalb sagte der Imām Abū Hanīfah in „al-Fiqh al-Akbar“:

„Derjenige, der sagt: ‚Ich weiß nicht, ob Allāh im Himmel oder auf der Erde ist‘ der ist ungläubig“.

Weil er damit Allāh einen Ort zuschreibt. Und wer sich auch nur einbildet, dass Allāh an einem Ort wäre, der ist ungläubig.

– Und deshalb sagten die Salaf, wie es der Imām at-Tabarī in seinem „Tārīkh al-Umam wa l-Mulūk“ (1/3) überlieferte:

لا تحيط به الأوهام، ولا تحويه الأقطار

„Allāh ist nicht vorstellbar und die Orte beinhalten Ihn nicht“.

– Al-Fakhr ar-Rāzī (604 n.H.) sagte in seinem „Tafsīr al-Kabīr“ (Band 5/ Teil 30/ S.61), Zitat:

واعلم أن المشبهة احتجوا على إثبات المكان لله تعالى بقوله: { ءامِنتم مَّن فِى ٱلسَّمَاء } ، والجواب عنه أن هذه الآية لا يمكن إجراؤها على ظاهرها باتفاق المسلمين، لأن كونه في السماء يقتضي كون السماء محيطاً به من جميع الجوانب، فيكون أصغر من السماء، والسماء أصغر من العرش بكثير، فيلزم أن يكون الله تعالى شيئاً حقيراً بالنسبة إلى العرش، وذلك باتفاق أهل الإسلام محال

„Wisse, dass die Anhänger der Vergleichung Gottes mit den Geschöpfen, die Āyah { ءامِنتم مَّن فِى ٱلسَّمَاء } ‚Glaubt ihr in Sicherheit zu sein, vor demjenigen, im Himmel‘ als Beweis betrachtet haben, um Allāh einen Ort zuzuschreiben. Die Antwort lautet, dass es nicht möglich ist, diese Āyah nach dem Außenschein zu nehmen, darüber gibt es Konsens unter den Muslimen. Denn wenn Er im Himmel wäre, würde dieses voraussetzen, dass der Himmel Ihn umfassen würde, von allen Seiten (Allāh ist kein Körper, weder ein großer Körper noch ein kleiner Körper, jedoch zeigt ar-Rāzī die Konsequenzen ihrer Behauptung auf). Dieses würde bedeuten, dass Er kleiner als der Himmel wäre. Der Himmel ist jedoch viel kleiner als der Thron, dieses würde bedeuten, dass Allāh etwas Winziges in Bezug auf den Thron wäre. Und so etwas ist in Übereinstimmung aller Muslime, unmöglich“.

Abschluß:

Wir beenden diese Antwort mit einem Zitat aus dem Buch „ar-Radd al-Muhtār ʿala Durr al-Mukhtār“ Buch des Gebetes, Kapitel Voraussetzungen des Gebetes, Zitat:

)استقبال القبلة) حقيقة أو حكما كعاجز ، والشرط حصوله لا طلبه، وهو شرط زائد للابتلاء قوله (للابتلاء ) علة لمحذوف أي شرطه الله تعالى لاختبار المكلفين لأن فطرة المكلف المعتقد استحالة الجهة عليه تعالى تقتضي عدم التوجه في الصلاة إلى جهة مخصوصة فأمرهم على خلاف ما تقتضيه فطرتهم اختبارا لهم هل يطيعون أو لا كما في البحر ح . قلت : وهذا كما ابتلى الله تعالى الملائكة بالسجود لآدم حيث جعله قبلة لسجودهم

Die natürliche Intuition der Verantwortlichen, die an die Unmöglichkeit einer Richtung für Allāh glauben, beinhaltet, sich keiner bestimmten Richtung zuzuwenden beim Gebet zu Allāh. So befahl Allāh ihnen etwas, entgegen dem, was ihre natürliche Intuition beinhaltet, als Prüfung für sie (das heißt nicht, dass Allāh es nicht wissen würde. Er weiß was sie tun werden), sind sie Allāh gehorsam oder nicht? Ich sage: Dies ist wie mit dem Befehl Gottes an die Engel sich für Ādam niederzuwerfen, Er ließ ihn zur Richtung für ihre Niederwerfung sein.

11. Den stümperhaften Aussagen einiger Verkörperlicher ist keine Beachtung zu schenken:

– Behauptung:

Einige verzweifelte Anhänger der Sekte der Verkörperlichung sagen, dass das Wort „Ayn“ nicht die Frage nach dem Status bedeuten könne und „fi s-Samā“ nicht Hoheit des Status.

Antwort:

Aus lauter Verzweiflung leugnen sie nun auch noch die Realität. Denn in den Wörterbüchern der arabischen Sprache steht diese Tatsache fest, wie in Punkt Nr.6 nachzulesen ist.

– Behauptung:

Nachdem einige dieser Verkörperlicher bezüglich der Wortbedeutung von „Ayn“ und „fi s-Samā“ in der Realität angekommen sind, haben sie behauptet, dass diese Bedeutung weit hergeholt wäre und keinerlei Verwendung finden würde.

Antwort:

Man merkt wie verzweifelt diese Verkörperlicher nach einem Argument suchen, jedoch nichts vorfinden außer einer weiteren Bloßstellung. Denn die Gefährten, wie an-Nābighah al-Djaʿdī, verwendeten es vor dem Propheten mit dieser Bedeutung, wie in Nr.6 nachzulesen ist.

– Behauptung:

Nachdem in das Begriffsvermögen dieser Anbeter eines imaginären Körpers vorgedrungen war, dass diese Wörter sowohl diese Bedeutung haben, als auch mit dieser Bedeutung verwendet werden, haben sie versucht den Anschein zu erwecken, dass kein Gelehrter der Ahlu s-Sunnah den Hadīth jemals mit dieser Bedeutung (Frage: Nach Status. Antwort: Hoheit des Status) erklärt hätte und du dir diese Erklärung für den Hadīth ausgedacht hättest.

Antwort:

Wie du siehst, verliert der Verkörperlicher wieder einmal den Bezug zur Realität, denn unter Punkt Nr.6 werden viele Gelehrte der Ahlu s-Sunnah angeführt, welche den Hadīth mit dieser Bedeutung erklärt haben.

– Behauptung:

Nachdem der Verkörperlicher gemerkt hat, dass die Wörter diese Bedeutung haben, mit dieser Bedeutung verwendet werden und die Gelehrten den Hadīth damit erklärt haben, versucht er nun nach Menschen mit schwachem Verstand zu suchen, damit sie ihm trotz seiner Unwissenheit folgen. Der Verkörperlicher könnte zu einem leichtgläubigen Menschen sagen: „Wie können sie aus ‚im Himmel‚ ‚die Hoheit des Status‘ machen?!“.

Antwort:

Es könnte gesagt werden: „Wie können die Verkörperlicher aus ‚im Himmel‘ ‚das Existieren über dem Thron machen‘?! Was die Hoheit des Status betrifft, so steht das in der Sprache für ‚fi s-Samā‘ fest. Was die Behauptung mit dem ‚Existieren über dem Thron betrifft‘, so ist dies eine Erfindung von ihnen!“.

– Behauptung:

Wenn du zu einigen Verkörperlichern sagst, dass dieser Hadīth, wenn er die Bedeutung von „örtlicher Existenz im Himmel“ hätte, in Wirklichkeit ihrem eigenen Glauben widerspricht, dann könnte es sein, dass einige sagen: „Mit ‚im Himmel‘ ist nicht wirklich ‚im Himmel‘ gemeint, sondern ‚über dem Himmel‘, wie in der Āyah 71 der Sūrah Taha über den Pharao berichtet wird, dass er sagte:

وَلأُصَلِّبَنَّكُمْ فِـي جُذُوعِ النَّـخْـلِ

Die Bedeutung lautet: Ich werde euch auf (fi) den Palmenstämmen kreuzigen“.

Antwort:

Wenn du antworten würdest: Du machst eine Interpretation nach eigenem Gutdünken, du erlaubst dir die Interpretation und verbietest es anderen“.
Könnte es sein, dass er antwortet: „Das ist keine Interpretation, das ist eine Erklärung“.

Daraufhin würdest du dann sagen: „Diese Wortspiele mit Interpretation und Erklärung nimmt dir niemand ab, es ist und bleibt was es ist, der Text wurde nicht nach dem scheinbaren Wortlaut genommen und dieser lautet ‚im Himmel‘. Was die Sache mit dem Pharao betrifft, wenn du dieses vom Pharao nimmst um das Wort ‚fi-Samā‘ mit ‚über dem Himmel‘ und nicht mit ‚im Himmel‘ zu erklären, dann musst du auch folgendes aus der Āyah 127 der Sūrah al-Aʿrāf aus der Aussage des Pharao als Erklärung dafür nehmen, dass mit ‚über dem Himmel‘ gemeint ist ‚die Herrschaft über den Himmel‘:

{وإنا فوقهم قاهرون}

‚Wir sind die Bezwinger ÜBER IHNEN‘.

At-Tabarī sagte dazu:

يقول: وإنا عالون عليهم بالقهر، يعني بقهر الملك والسلطان. وقد بينا أن كل شىء عال بقهر وغلبة على شيء، فإن العرب تقول: هو فوقه

‚Der Pharao sagte: Wir haben uns über sie erhoben, MIT DER BEZWINGUNG. Gemeint ist die Bezwingung durch die Herrschaft und Macht. Und wir haben schon gezeigt, dass alles, was mit der Bezwingung über etwas anderem ist, die Araber darüber sagen: Er ist über ihm‘“.

Und folgendes aus der Āyah 4 der Sūrah al-Qasas:

{ إِنَّ فِرعَونَ عَلا فِى الأَرضِ}

Die Bedeutung könnte übersetzt werden mit: “Der Pharao hat sich auf der Erde erhoben“.

Wenn mit „fi-Samā“ gemeint wäre „über dem Himmel“, dann wäre mit „fi l-Ard“ gemeint „über der Erde“. Und da mit „über der Erde“ die Herrschaft über die Erde gemeint ist und keine örtliche Erhebung über die Erde, wäre mit „über dem Himmel“ ebenfalls gemeint „die Herrschaft über den Himmel“.

-Behauptung:

Einer der Verkörperlicher in Deutschland, Namens Pierre Vogel, machte vor einiger Zeit etwas äußerst Dummes. In seinem verzweifelten Versuch irgendetwas zu beanstanden, begann er zu behaupten, dass die Überlieferung des Imām Mālik schwach sei. Er begründete dieses mit der Behauptung, dass einer der Überlieferer, ʿUbaydullāh Ibn ʿAbdullāh Ibn ʿUtbah Ibn Masʿūd, Probleme mit seinem Verstand gehabt hätte.

Antwort:

Wie es scheint, ist es Pierre Vogel der die Probleme mit seinem Verstand hat, denn ʿUbaydullāh Ibn ʿAbdullāh Ibn ʿUtbah Ibn Masʿūd ist ein anerkannter Tābiʿī. Aus Interesse wie dieser Verkörperlicher auf die Idee kommt, so etwas zu behaupten, habe ich etwas recherchiert und bin folgendermaßen fündig geworden. Ich habe den Namen ʿUbaydullāh Ibn ʿAbdullāh Ibn ʿUtbah Ibn Masʿūd in Google eingegeben, um zu schauen ob er wirklich aus seiner Verzweiflung heraus Google um Rat gefragt hat. Das Ergebnis war ein Volltreffer, diese Person hatte seine Informationen von Google genommen. Jedoch ist mit ihm das passiert, was dem Feuerholzsammler bei Nacht passiert, der nicht weiß ob sich zwischen den Ästen, die er blind sammelt, eine Schlange befindet und vergiftet. Dieser törichte Verkörperlicher hat einen sogenannten ʿUtbah Ibn Masʿūd al-Kūfī gefunden und ihn fälschlicherweise als ʿUbaydullāh Ibn ʿAbdullāh Ibn ʿUtbah Ibn Masʿūd ausgegeben. Was für eine Bloßstellung und was für eine Erniedrigung für diesen Gotteslästerer. Und dies ist der Zustand dieser Leute, Allāh erniedrigt sie und stellt sie bloß.

Fazit:

Es kann sein, dass du den einen oder anderen aus der Sekte der Verkörperlicher siehst, wie er sich trotz all dieser Beweise weigert, die Wahrheit über dieses Thema zu akzeptieren. Dazu sei gesagt: Allāh ist Derjenige, der rechtleitet oder in die Irre gehen lässt. Die Leute haben schon vor langer Zeit Kritik an der Version dieser Geschichte geübt. Die Kritik darüber ist gemeinhin bekannt, aber das Begriffsvermögen dieser Leute will es nicht annehmen, da sie ihrer abscheulichen Neuerung nachgehen.

Quelle: https://www.facebook.com/dieWaechter.desGlaubens?fref=nf



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