Die glaubenslehre der Ahlu Sunnah

Die Asha'irah und Maturidiyyah


Die Eigenschaft al-Yad hat nicht die Bedeutung von Körperteil für Allah

Thema: Die Eigenschaft al-Yad hat nicht die Bedeutung von Körperteil für Allāh

Vorwort zur authentischen Glaubenslehre der Muslime:

Allāh, der Erhabene, ist unabhängig von Ort und Zeit, denn Er existierte vor Ort und Zeit, ohne Ort und Zeit. Erhaben ist Allāh darüber, sich in einer Richtung aufzuhalten, von einem Ort beinhaltet zu sein oder sich in etwas von Seiner Schöpfung aufzulösen. Er ist nicht innerhalb des Universums noch außerhalb davon, weder getrennt vom Universum noch verbunden damit. Erhaben ist Er über Körper, Bild und Bestandteile. Die sechs Richtungen beinhalten Ihn nicht, jedoch umgeben sie die Geschöpfe.

Was auch immer du dir vorstellst, Allāh ähnelt dem nicht. Und wer Allāh eine Bedeutung der Eigenschaften der Geschöpfe zuschreibt, der ist ungläubig.

Die Behauptung der Verkörperlicher:

Die Verkörperlicher behaupten, dass Allāh zwei wirkliche, d. h. körperliche, Hände hätte. Sie behaupten dieses aus dem edlen Qur’ān entnommen zu haben, da das Wort „Yad“ in einigen āyāt in Bezug auf Allāh erwähnt wird. Sie übersetzen es dann mit „Hand“ und versuchen damit zu suggerieren, dass Allāh Körperteile hätte.

Antwort:

1. Der arabischen Sprache mächtig zu sein, ist eine Voraussetzung:

Zum korrekten Verständnis der Bedeutung des Wortes يد „Yad“, ist das Verständnis der Araber entscheidend, nicht was irgendjemand meint davon verstanden zu haben. Denn manch ein Verständnis ist beeinträchtigt worden und die Bedeutung des Wortes, anhand eines mit Verkörperlichung beeinträchtigten Verständnisses zu deuten, während man in Unkenntnis der arabische Sprache ist, ist keine Interpretation, sondern Spielen mit der Religion.

In der Sūrah asch-Schuʿarā‘ Āyah 195 kam:

بِلِسَانٍ عَرَبِىّ مُّبِينٍ

Die Bedeutung lautet: „Allāh hat den Qur’ān in deutlicher arabischen Sprache offenbart“.

So ist es eine unabdingbare Voraussetzung, um die Bedeutung des Qur’ān zu verstehen, dass man der arabischen Sprache mächtig ist, wie aus der Āyah hervorgeht.

Das Verständnis sprachlich unqualifizierter Individuen, spielt hierbei keiner Rolle, dementsprechend hat ihr Verständnis keinerlei Relevanz, geschweige denn Gewicht. Ihre falschen Interpretationen, welche auf Unkenntnis der Sprache und ihren Einbildungen basieren, sind demnach ungültig und verdienen keinerlei Beachtung.

Mudjāhid sagte diesbezüglich: „Es ist niemandem erlaubt, der an Allāh und den Tag des Jüngsten Gerichts glaubt, etwas über die Bedeutung des Qur’ān zu sagen, wenn er kein Wissen über die Sprache hat“. Überliefert von dem Hāfidh as-Suyutī in „al-Itqān fi ʿUlūm al-Qur’ān“ auf S.231.

2. Das Wort „Yad“ ist mehrdeutig:

Tatsache ist, dass der bekannte Sprachwissenschaftler al-Fayrūz’abādī erwähnte in „al-Basā’ir Dhawī t-Tamyīz“ (5/381) erwähnte, dass das Wort يد „Yad“ in der arabischen Sprache mehr als 14 Bedeutungen hat.

3. Die Verwendung des Wortes „Yad“ bei den Salaf und der Beleg dafür, dass es bei demjenigen Verwendung findet, der kein Körperteil hat:

Der hoch geachtete Gelehrte und Mudjtahid Abū Djaʿfar Ibn Djarīr at-Tabarī sagte bezüglich der Sūrah al-Aʿrāf Āyah 57, in seinem Tafsīr „Djāmiʿ al-Bayān“, Zitat:

والعرب كذلك تقول لكل شيء حدث قدام شيء وأمامه جاء بين يديه لأن ذلك من كلامهم جرى في إخبارهم عن بني آدم وكثر استعماله فيهم حتى قالوا ذلك في غير ابن آدم وما لايد له

„Die Araber sagen ebenfalls zu jeder Sache, welche sich vor etwas anderem ereignete: „Es hat zwischen seinen „Yadayn“ (die Verkörperlicher würden sagen „Händen“) stattgefunden“. Da dieser Ausdruck in ihrem Sprachgebrauch beim berichten über die Menschen Verwendung fand und der Gebrauch dessen sich unter ihnen häufte, haben sie ihn sogar bei anderen als Menschen verwendeten. Und auch bei demjenigen, der keine Hand hat“.

Ein Beispiel aus dem Qur’ān, in der Sūrah Fusilat Āyah 42 kam:

لَّا يَأْتِيهِ الْبَاطِلُ مِن بَيْنِ يَدَيْهِ

Diese Āyah bedeutet nicht, dass der Qur’ān zwei wirkliche echte körperliche Hände hätte, nur weil das Wort „Yadayhi“ in Bezug darauf erwähnt wurde.

Somit stellt die bloße Erwähnung des Wortes يد „Yad“ keinen Beleg für die Behauptung der Verkörperlicher dar, dass dieses Wort Hand bedeute und immer Körperteil bedeuten müsse.

4. Für die Salaf kann das Wort Yad Macht bedeuten und einige Gefährte haben Verse damit erklärt:

Der Imām at-Tabarī sagte bezüglich der Āyah 45 der Sūrah Sād, in seinem Tafsīr „Djāmiʿ al-Bayān“, Zitat:

فإن قال لنا قائل: وما الأيدي من القوّة، والأيدي إنـما هي جمع يد، والـيد جارحة، وما العقول من الأبصار، وإنـما الأبصار جمع بصر؟ قـيـل: إن ذلك مثل، وذلك أن بـالـيد البطش، وبـالبطش تُعرف قوّة القويّ، فلذلك قـيـل للقويّ: ذويَدٍ

„Wenn jemand zu uns sagt: ‚Al-Aydī kommt nicht von dem Wort Macht. Sondern das Wort Al-Aydī ist der Plural von Yad. Und al-Yad ist ein Körperteil’. Zu dem wird gesagt: ‚Dies ist eine Metapher, da der mächtige Griff mit der Hand ausgeführt wird. Und mit dem mächtige Griff wird die Macht des Mächtigen erkannt. Deshalb wird zu dem Mächtigen gesagt ‚derjenige mit dem Yad‘“.

Diese Aussage des Imām at-Tabarī beinhaltet unter anderem eine Widerlegung derjenigen, die versuchen die Erklärung von „Yad“ mit „Macht“ an einer bestimmten Stelle im Qur’ān, durch edlen Gefährten Ibn ʿAbbās, zu leugnen.

Einige Verkörperlicher behaupten, dass das Wort „Ayd“ nicht von „Yad“ sondern von „Macht“ komme und die Erklärung des Wortes „Ayd“ mit „Macht“, durch den Gefährten Ibn ʿAbbās, demnach kein Beispiel für eine detaillierte Erläuterung (Ta’wīl) weg vom Augenscheinlichen wäre.

Antwort: Das zuvor erwähnte Zitat des Imām at-Tabarī widerlegt die Verkörperlicher. At-Tabarī bestreitet folgende Aussage nicht: „Al-Aydī kommt nicht von dem Wort Macht. Sondern das Wort Al-Aydī ist der Plural von Yad“. Er erklärt weshalb „Ayd“ trotz dessen „Macht“ bedeutet. Und somit gibt es für die Verkörperlicher kein Entrinnen vor folgender Tatsache!

Der Imām at-Tabarī überliefert in seinem Tafsīr über Ibn ʿAbbās:

حدثني عليّ، قال: ثنا أبو صالح، قال: ثني معاوية، عن عليّ، عن ابن عباس، قوله: { والسَّماءَ بَنَيْناها بأَيْدٍ } يقول: بقوّة

„ʿAlī berichtete uns, er sagte: Abū Sālih berichtete uns, er sagte: Muʿāwiyah berichtete uns von ʿAlī von Ibn ʿAbbās, der bezüglich der Āyah { والسَّماءَ بَنَيْناها بأَيْدٍ } sagte: ‚Mit Macht‘“.

Und dieses berichtete at-Tabarī ebenfalls von Mudjāhid, Qatādah, Sufyān und anderen Salaf.

5. Die Verkörperlicher schreiben dem Schöpfer Körperteile zu, obwohl Er erhaben ist über so etwas, aber die Geschöpfe sprechen sie davon frei, obwohl sie diejenigen sind, die tatsächlich Körperteile haben:

Sayf ad-Dīn al-āmidī (631 n.H.) sagte in „Abkār al-Afkār“ S.194-195 (Masuskript), Zitat:

„Allāh, der Erhabene, erwähnt in der Sūrah Sād Āyah 45:{واذكر عبدنا إبراهيم وإسحاق ويعقوب أولي الأيدي والأبصار}

Die Tafsīr-Gelehrten und Imāme der Rechtleitung sagten: Die Bedeutung lautet: Sie haben Kraft in der Religion und Einblick in den Dingen. Und niemand von den Salaf und den Khalaf hat von den „Aydī“ Körperteile verstanden, obwohl sie (die Propheten) tatsächlich mit den Eigenschaften körperlicher Sicht und körperlicher Hände beschrieben sind. Wie konnten dann die Verkörperlicher von der Āyah 75 der Sūrah Sād {خلقت بيديّ} die „Yadayn“ mit der Bedeutung von Körperteile in Bezug auf Allāh verstehen?! Und von der Āyah der Sūrah Tāha {ولتصنعَ على عيني} das „ʿAyn“ mit der Bedeutung von Körperteil?“.

Wie können sie ihrem Schöpfer Körperteilen zuschreiben, wobei sie Seine Geschöpfe davon freisprechen?!

6. Das Urteil der Salaf über diejenigen, die Allāh Körperteile zuschreiben und Ihn mit den Geschöpfen vergleichen:

– Der Imām ʿAlī Ibn Abū Tālib, Radiya l-Lāhu ʿAnhu, sagte:

قال الإمام علي بن أبي طالب رضي الله عنه: „سيرجع قوم من هذه الأمة عند اقتراب الساعة كفارًا ينكرون خالقهم فيصفونه بالجسم والأعضاء“ راوه ابن المعلم القرشي في كتابه نجم المهتدي ورجم المعتدي

„Eine Gruppe von dieser Gemeinschaft wird, wenn die Zeit nahe geworden ist, zu Ungläubigen werden. Sie leugnen ihren Schöpfer und schreiben Ihm Körper und Körperteile zu“. (Überliefert von Ibnu l-Muʿallim al-Quraschī in „Nadjm al-Muhtadī wa Radjm al-Muʿtadī“ S.588)

– Der Hāfidh as-Suyutī überliefert in „Al-Aschbāh wa n-Nadhā’ir“ von dem Imām asch-Schāfiʿī, dass er sagte: „Der Verkörperlicher ist ein Ungläubiger“.

– Der Imām Abū Djaʿfar at-Tahawī, der zu den großen Imāmen der Salaf gehört, sagte in seiner „Risālah“, Zitat:

„Wer Allāh eine Bedeutung von den Eigenschaften der Geschöpfe zuschreibt, der ist ungläubig“.

Der Körper ist ein Geschöpf und wer Allāh so etwas zuschreibt, der ist ein Ungläubiger.

– Abu l-Fadl at-Tamīmī, der Führer und Sohn des Führers der Hanābilah in Baghdad, sagte in seinem Werk „Iʿtiqād al-Imām Ahmad“ (S.45):

„Ahmad verurteilte diejenigen, die Allāh einen Körper zuschrieben“. Er sagte: „Die Sprachgelehrten definierten dieses Wort ‚Körper‘ mit etwas, was eine Länge, Breite, Tiefe, Zusammensetzung und ein Bild hat. Und Allāh ist über all dieses erhaben. Deshalb ist es nicht erlaubt, Ihn als Körper zu bezeichnen, da Er erhaben darüber ist ein Körper zu sein“.

– Der Sāhib al-Khisāl von den Hanābilah überlieferte von dem Imām Ahmad ebenfalls, dass er diejenigen zu Ungläubigen erklärte, die sagten: „Allāh ist ein Körper, nicht wie die anderen Körper“. Weil die Beschimpfung Gottes schon stattgefunden hat, selbst wenn er danach sagt „aber nicht wie die anderen Geschöpfe“, so schützt es ihn nicht vor dem Unglauben. Allāh als Geschöpf zu bezeichnen ist eine Beschimpfung für Ihn.

– Ishāq Ibn Rāhawayh, der zu den großen Imāmen des Salaf gehört, sagte: „Wer den Eigenschaften Gottes Ähnlichkeit mit den Eigenschaften Seiner Geschöpfe zuschreibt, der ist ungläubig“. So ist der Verkörperlicher ein Ungläubiger. Überliefert von al-Lalkā’ī in seinem Werk „Scharh Usūl al-Iʿtiqād“.

– Der Schaykh des Imām al-Bukhārī, Nuʿaym Ibn Hammād, sagte:

„Wer Allāh Ähnlichkeit mit etwas von Seiner Schöpfung zuschreibt, der ist ungläubig“. Der Verkörperlicher schreibt Allāh nicht nur Ähnlichkeit mit den Geschöpfen zu, sondern er bezeichnet Ihn als Geschöpf! Überliefert von al-Lalkā’ī in seinem Werk „Scharh Usūl al-Iʿtiqād“.

– Ebenfalls von den Salaf, der Imām Abu l-Hassan Al-Aschʿarī, er sagte in seinem Werk „An-Nawādir“:

„منِ اعتقد أنَّ اللهَ جِسم فهو غير عارف ِبربِّه وإنه كافر به“

„Derjenige der glaubt, dass Allāh ein Körper wäre, der hat keine Kenntnis über seinen Schöpfer und ist ein Ungläubiger“.

– Der Imām al-Hāfidh al-ʿIrāqī und der Imām al-Qarāfī und der Schaykh Ibn Hadjar al-Haytamī und Mullā ʿAlī al-Qārī und Muhammad Zāhid al-Kawtharī und andere überlieferten in ihren Werken, dass die 4 Imāme, asch-Schāfiʿī, Mālik, Ahmad und Abū Hanīfah diejenigen zu Ungläubigen erklärten, die Allāh eine Richtung und einen Körper zuschreiben.

Und dies ist der Konsens der Muslime (Idjmāʿ´):

– Der Qādī ʿAbdu l-Wahhāb Ibn ʿAlī Ibn Nasr al-Baghdādī al-Malikī (geb. 362 n.H.) überliefert die Übereinstimmung aller Muslime in dieser Angelegenheit, er sagt in seiner Erläuterung der „ʿAqīdah Mālikin as-Saghīr“ S.28, Zitat:

قال القاضي عبد الوهاب بن علي بن نصر البغدادي المالكي (في شرحه على عقيدة مالك الصغير ص: 28): „ولا يجوز أن يثبت له كيفية لأن الشرع لم يرد بذلك، ولا أخبر النبي عليه السلام فيه بشىء، ولا سألته الصحابة عنه، ولأن ذلك يرجع إلى التنقل والتحول وإشغال الحيّز والافتقار إلى الأماكن وذلك يؤول إلى التجسيم وإلى قِدم الأجسام وهذا كفر عند كافة أهل الإسلام „اهـ

„Es ist nicht erlaubt Ihm (Allāh) eine Beschaffenheit (Kayfiyyah) zuzuschreiben, denn in der Religion wurde so etwas nie erwähnt. Und auch der Prophet, ʿAlayhi s-Salām, hat nicht das geringste davon gesagt. Und seine Gefährten haben Ihn nicht darüber gefragt. Und da dieses (die Zuschreibung einer Beschaffenheit „Kayfiyyah“) den Transport, Verlagerung, füllen eines Ortes und Abhängigkeit von Plätzen nach sich zieht. Und dieses führt zur Verkörperlichung und der Behauptung, dass die Körper anfangslos wären. Und dies ist bei allen Muslimen, in all ihrer Gesamtheit, Unglaube“.

7. Erklärung einiger Verse in denen das Wort „Yad“ erwähnt wird:

– Was die Bedeutung der Āyah 64 der Sūratul-Mā´idah betrifft:

{وَقَالَتِ الْيَهُودُ يَدُ اللّهِ مَغْلُولَةٌ غُلَّتْ أَيْدِيهِمْ وَلُعِنُواْ بِمَا قَالُواْ بَلْ يَدَاهُ مَبْسُوطَتَانِ}

So ist die Bedeutung sehr leicht zu verstehen wenn man weiterliest:

يُنفِقُ كَيْفَ يَشَآءُ

D. h. Allāh ist großzügig. Es kann hier somit nicht bedeuten „Er hat zwei geöffnete Hände“, in diesem Zusammenhang würde es mit solch einer Erklärung auch keinen Sinn ergeben.

At-Tabarī sagt diesbezüglich:

وَقالَتِ الـيَهُودُ يَدُ اللَّهِ مَغْلُولَةٌ } يعنون: أن خير الله مـمسك، وعطاءه مـحبوس عن الاتساع علـيهم}

„Die Yahūd sagten ‚Yadullāh Maghlūlah‘ und sie meinen damit: Die Gaben Gottes sind ihnen vorenthalten“.

Dies ist die Erklärung von at-Tabarī, danach erwähnt er verschiedene Aussagen diesbezüglich:

وقال آخرون منهم: بل يد الله صفة من صفـاته هي يد، غير أنها لـيست بجارحة

„Andere von ihnen sagten: Damit ist ist eine Eigenschaft von Seinen Eigenschaften gemeint und diese Eigenschaft bedeutet nicht Körperteil“.

Es wird somit an keiner einzigen Stelle gesagt, dass „al-Yad“ Körperteile bedeute, im Gegenteil, das Körperteil wird explizit negiert!

– Al-Qurtubī sagte in seinem Tafsīr dazu:

فلا يجوز أن يحمل على الجارحة؛ لأن الباري جلّ وتعالى واحد لا يجوز عليه التبعيض

„Es ist nicht erlaubt Körperteil davon zu verstehen, denn der Schöpfer, erhaben ist Er, ist Einzig und eine Stückelung unmöglich ist in Bezug auf Ihn“.

– Der Hāfidh Ibn Radhab al-Hanbalī sagte: „Der Verkörperlicher hat nicht an die Einzigkeit Gottes geglaubt“. Und damit ist der Verkörperlicher ein Ungläubiger.

– Bezüglich der Āyah {يَدُ اللَّهِ فَوْقَ أيْدِيهِمْ} sagte der Imām at-Tabarī in seinem Tafsīr:

وجهان من التأويل: أحدهما: يد الله فوق أيديهم عند البيعة، لأنهم كانوا يبايعون الله ببيعتهم نبيه صلى الله عليه وسلم والآخر: قوّة الله فوق قوّتهم في نُصرة رسوله صلى الله عليه وسلم، لأنهم إنما بايعوا رسول الله صلى الله عليه وسلم على نُصرته على العدوّ.

„Es gibt zwei Möglichkeiten der Erläuterung (Ta’wīl). Eine davon lautet: Dass es das verpflichtende Versprechen zu Allāh ist, da sie Allāh Ergebenheit geschworen hatten mit ihrem Treueschwur zu Seinem Propheten, Salla l-Lāhu ʿAlayhi Wa Sallam. Und die andere lautet: Die Macht Gottes ist über ihrer Macht, in der Unterstützung des Gesandten Gottes, Salla l-Lāhu ʿAlayhi wa Sallam, da sie ihm Treue geschworen hatten ihn gegen den Feind zu unterstützen“.

Auch an dieser Stelle sagt niemand, dass „Yad“ Körperteil bedeute.

– Bezüglich der Āyah 75 der Sūrah Sād:

{ مَا مَنَعَكَ أَن تَسْجُدَ لِمَا خَلَقْتُ بِيَدَىَّ }

Ist es erlaubt zu sagen, dass die Bedeutung von „al-Yadayn“ lautet: alʿInĀyah und al-Hifdh. So wie es in „al-Fathu l-Barī“ (13/394) vom Hāfidh Ibn Hadjar al-ʿAsqalānī erwähnt ist.

Das Wort „Biyadayy“ in der Āyah weist darauf hin, dass Adam im Gegensatz zu Iblīs, erschaffen wurde in Würde und Ehre. D. h. die Schöpfung ādams war eine besondere Schöpfung. Dies bedeutet, dass Allāh für ihn einen hohen Status und viel Gutes gewollt hat. Was Iblīs betrifft, er wurde nicht mit dieser Besonderheit erschaffen, da Allāh in Ewigkeit wusste, dass er bösartig ist.

8. Die Aussagen des Imām Abu Hanīfah bezüglich der Eigenschaft al-Yad:

– Abū Hanīfah, der zu den Imāmen der Salaf gehört, sagte in „al-Fiqh al-Absat“ bezüglich der Āyah {يَدُ اللَّهِ فَوْقَ أيْدِيهِمْ}, Zitat:

„Es ist kein Körperteil. Und Er ist der Schöpfer der Hände. Er ähnelt nichts und niemandem“.

– Und er sagte in „al-Fiqh al-Akbar“:

„Es ist nicht erlaubt „al-Yad“ (mit Hand) zu übersetzen“.

Da in dieser Sprache von solch einem Wort Körperteil verstanden werden könnte in Bezug auf Allāh und das ist nicht erlaubt.

– Und er sagte in „al-Fiqh al-Akbar“:

„Al-Yad ist eine Eigenschaft von Ihm, ohne „Beschaffenheit“ (d. h. ohne z.B. Körper, Teile oder Ähnlichkeit mit der Schöpfung)“.

9. Behauptung einiger Verkörperlicher:

Einige Verkörperlicher behaupten, dass es für denjenigen, der an die Erhabenheit Gottes über Körper, Bild und Ort glaubt, Unglaube bedeuten müsse, wenn jemand die Eigenschaft al-Yad bestätige und die Bedeutung von Körperteil ablehne.

Antwort: Diese Behauptung ist falsch, denn die Bestätigung der Eigenschaft al-Yad und Negierung der Bedeutung von Körperteil, steht in ihren Büchern fest und wird nicht als Unglaube betrachtet!

Der Hāfidh ʿAbdullāh Ibn Muhammad al-Hararī sagte in seinem Werk „Qawāʿid Muhimmah“ (5.Auflage, R. 2012 – 1433 H., Verlag Dār al-Maschārīʿ Beirut Libanon, S.57-59), Zitat:

„Was die Verachtung Gottes, Seiner Gesandten, Seiner Engel, der islamischen Religion oder der Symbole des Islams betrifft, oder was eine Art von den Arten der Verähnlichung Gottes mit der Schöpfung beinhaltet, oder was die Leugnung der 13 Eigenschaften Gottes beinhaltet, oder wer glaubt, dass einige Geschöpfe ohne die Vorherbestimmung Gottes in die Existenz eingetreten wären, sollte nicht damit gezögert werden denjenigen, bei dem so etwas passiert ist, zum Ungläubigen zu erklären, wie tief er auch in der Unwissenheit versunken war“.

Dann sagte er: „Wer aber die Eigenschaften leugnet, worauf der Verstand nicht von alleine kommen kann, die jedoch im Qur’ān erwähnt wurden, wie al-Wadjh und al-Yad und al-ʿAyn, wie in der Sūrah al-Qasas {كل شىء هالك إلا وجهه} und in der Sūrah al-Fath {يد الله فوق أيديهم} und in der Sūrah al-Qamar über das Schiff von Nūh {تجرى بأعيننا}, der fällt nicht in den Unglauben, außer wenn er davon wusste, dass diese im Qur’ān erwähnt wurden und trotzdem dieses geleugnet hat. Wer nun sagt‚ Allāh hat kein Yad, kein ʿAyn, kein Wadjh‘ da er nicht weiß, dass dieses im Qur’ān ist, der begeht keinen Unglauben. Es wird jedoch zu ihm gesagt, dass dieses im Qur’ān erwähnt ist, wenn er dieses dann leugnet, nachdem er gewusst hat, dass dieses im Qur’ān erwähnt ist, der begeht Unglaube. Der Imām asch-Schāfiʿī, Radiya l-Lāhu ʿAnhu, erwähnte, dass wer die Eigenschaften Gottes leugnet, worauf man nicht mit dem Verstand kommen kann, der wird dadurch nicht zum Ungläubigen erklärt, außer wenn er weiß, dass dieses in der Religion feststeht. Wenn er dann trotz Wissens darüber dieses leugnet, wird er zum Ungläubigen erklärt (Der Hāfidh Ibn Hadjar in „Fathu l-Bārī“ 13/407 von Ibn Abī Hātim in den „Manāqib asch-Schāfiʿī“)“.

Dann sagte er: „Ebenfalls begeht derjenige Unglaube, der al-Yad und al-Wadjh und al-ʿAyn in den zuvor erwähnten āyāt mit Körper erklärt in Bezug auf Allāh. Denn Allāh, der Erhabene, hat sie nicht mit der Bedeutung erwähnt ‚Wadjh wie Wadjh der Schöpfung‘ oder ‚Yad wie Yad der Schöpfung‘ oder ‚ʿAyn wie ʿAyn der Schöpfung‘, denn al-Wadjh und al-Yad und al-ʿAyn sind in Bezug auf das Erschaffene ein Körper. So sind z.B. der Wadjh des Engels und sein Yad und sein ʿAyn, leichtstoffliche Körper. Der Wadjh des Menschen und sein Yad und sein ʿAyn sind feststoffliche Körper. Wer nun al-Wadjh und al-Yad und al-ʿAyn in Bezug auf Allāh mit Körper erklärt, der begeht Unglaube, da er ihren Schöpfer mit Seiner Schöpfung verähnlicht hat. Denn das Universum beinhaltet sowohl leichtstoffliche als auch feststoffliche Körper und Allāh ist Derjenige, der den Körper entstehen lassen hat und in die Existenz eintreten ließ, nachdem er (der Körper) vorher nicht existierte. Wie kann behauptet werden, dass Allāh ein leichtstofflicher Körper wäre wie die Engel oder das Licht, oder wie die feststofflichen Körper wie der Mensch?!

Dann sagte er: „Wenn Allāh ein leichtstofflicher oder ein feststofflicher Körper wäre, wäre Er wie wir und die Veränderung und die Krankheit und die Schwäche und die Zunahme und Abnahme wären in Bezug auf Ihn möglich, wie sie in Bezug auf uns möglich sind. Und dieses steht im Widerspruch zum Urteil des Verstandes und den religiösen Texten, so wie es in der Sūrah asch-Schūrah erwähnt wurde {ليس كمثله شىء} Die Bedeutung lautet: „Allah ähnelt nichts und niemandem“. Diese Āyah ist eindeutig darin, dass Allāh weder den leichtstofflichen noch den feststofflichen Geschöpfen ähnelt“.

10. Behauptung einiger Verkörperlicher:

Einige Verkörperlicher sagen, dass Allāh ein Körper, nicht wie die anderen Körper, wäre.
Antwort:

– Der Sāhib al-Khisāl von den Hanābilah überlieferte von dem Imām Ahmad, dass er diejenigen zu Ungläubigen erklärte, die sagten: „Allāh ist ein Körper, nicht wie die anderen Körper“.

Wir fragen diese Verkörperlicher: Ist es richtig zu sagen, dass die Wand nicht erschaffen ist? Die Antwort lautet: Nein, die Wand ist erschaffen. Und der Körper ist ebenfalls erschaffen. So darf nicht über Allāh gesagt werden „Körper, nicht wie die anderen Körper“. Denn als er sagte „Körper“ bedeutet dies: Geschöpf. Und als er daraufhin sagte „nicht wie die anderen Körper“ ist daraus ein Widerspruch entstanden! Das heißt der Verkörperlicher sagt in Wirklichkeit „Allāh ist erschaffen, Allāh ist nicht erschaffen“. So etwas nennt sich Widerspruch! Nachdem der Verkörperlicher Allāh als erschaffen bezeichnet hat, rettet ihn die Aussage „aber Er ist nicht erschaffen“ nicht vor dem Unglauben. Wenn jemand zu diesen Verkörperlichern sagen würde: „Du bist töricht, aber nicht wie die Törichten“. Akzeptiert er das?! Wenn jemand zu diesen Verkörperlichern sagen würde: „Du bist unwissend, aber nicht wie die Unwissenden“. Akzeptiert er das?! Wenn jemand zu diesen Verkörperlichern sagen würde: „Du bist dumm, aber nicht wie die Dummen“. Akzeptiert er das?! Wie kann er dann über Allāh sagen „erschaffen“ und dann „aber nicht erschaffen“?! Die Beschimpfung Gottes hat schon stattgefunden, die Aussage danach rettet ihn nicht vor dem Unglauben.

Wer behauptet, dass der Körper nicht erschaffen wäre, der leugnet die Āyah {قل الله خالق كل شىء} Die Bedeutung lautet: „Allāh ist der Schöpfer aller Dinge“. Und der Körper gehört zu den Dingen. Wer ist der Schöpfer der Körper? Allāh! Also ähnelt Er ihnen nicht.

11. Einige Verkörperlicher versuchen die Bedeutung der Aussage „Allāh hat KEINE Beschaffenheit (kein Kayf)“ zu verfälschen und sagen „wir wissen nicht wie seine Hand ist“.

Erstens: 

Abū Hanīfah hat es verboten die Eigenschaft al-Yad in die Sprachen zu übersetzen, in denen Körperteil davon verstanden wird.

Er sagte in „al-Fiqh al-Akbar“: „Es ist nicht erlaubt „al-Yad“ (mit Hand) zu übersetzen“.

Zweitens:

Von „Hand“ wird das Körperteil verstanden, welches aus Knochen, Sehnen, Muskeln, Bindegewebe, Fett, Haut, Nerven, Venen, und Arterien besteht. Niemand außer ein Ungläubiger schreibt Allāh so etwas zu.

Drittens:

Wenn wir sagen, dass die Eigenschaft Gottes al-Yad ohne Beschaffenheit ist (also ohne Kayf), so bedeutet das:
Allāh hat keinen Körper und auch nicht etwas dem Körper Ähnlichem.
Allāh hat keine Körperteile und auch nicht etwas dem Körperteile Ähnlichem.
Allāh hat keine Bestandteile und auch nicht etwas dem Bestandteil Ähnlichem.
Allāh hat keine Teile und auch nicht etwas dem Teil Ähnlichem.
Allāh hat keine Gliedmaßen und auch nicht etwas der Gliedmaßen Ähnlichem.
Allāh hat keine Extremitäten und auch nicht etwas der Extremität Ähnlichem.
Allāh hat keine Zusammensetzung und auch nicht etwas der Zusammensetzung Ähnlichem.
Allāh hat keine Gestalt und auch nicht etwas der Gestalt Ähnlichem.
Allāh hat keine Form und auch nicht etwas der Form Ähnlichem.
Allāh hat kein Bild und auch nicht etwas dem Bild Ähnlichem.

Wenn also jemand behauptet, dass Allāh eine Beschaffenheit hätte (also ein Kayf), dann hat er damit behauptet, dass Allāh einen:

– Körper oder etwas dem Körper Ähnlichem hätte
– Körperteil oder etwas dem Körperteil Ähnlichem hätte
– Bestandteile oder etwas dem Bestandteil Ähnlichem hätte
– Teile oder etwas dem Teil Ähnlichem hätte
– Gliedmaßen oder etwas der Gliedmaße Ähnlichem hätte
– Extremitäten oder etwas der Extremität Ähnlichem hätte
– Zusammensetzung oder etwas der Zusammensetzung Ähnlichem hätte
– Gestalt oder etwas der Gestalt Ähnlichem hätte
– Form oder etwas der Form Ähnlichem hätte
– Bild oder etwas dem Bild Ähnlichem hätte

Und wer so etwas sagt, der ist ein Verkörperlicher und verähnlicher Gottes mit der Schöpfung.

Mit seiner Aussage „wir wissen nicht wie“ meint der Verkörperlicher, dass Allāh eine Beschaffenheit hätte und er würde nicht wissen wie diese angebliche Beschaffenheit wäre, die er Allāh zuschreibt. Seiner Meinung nach „ob viereckig oder fünfeckig oder sechseckig oder eine andere Gestalt oder Form, ob klein oder groß oder ein anderes Maß, ob durchsichtig oder schwarz oder grün oder eine andere Farbe, ob leichtstofflich wie die Luft oder das Licht oder die Dunkelheit, ob feststofflich wie die Erde oder die Menschen oder die Tiere“ wisse er nicht, seiner Behauptung nach. Solch eine Aussage zeugt von der Schwachsinnigkeit seines Verstandes und der Unfähigkeit zu begreifen, dass die Beschaffenheit etwas Erschaffenes ist. Es kommt somit in dieser Angelegenheit auf das Erschaffensein der Beschaffenheit an. Es schützt ihn somit nicht vor dem Unglauben, wenn er Allāh eine unspezifizierte Beschaffenheit zuschreibt. Ob er Allāh eine spezifizierte Beschaffenheit oder eine unspezifizierte Beschaffenheit zuschreibt, beides hat die selbe Konsequenz, nämlich die Zuschreibung des Erschaffenseins und das ist Unglaube.

Es ist so wie der Qādī ʿAbdu l-Wahhāb Ibn Nasr al-Baghdādī sagte, weder im Qur’ān, noch im Hadīth, noch von den Gefährten wurde jemals berichtet, dass Allāh eine Beschaffenheit (ein Kayf) zugeschrieben wurde.

Hinzu kommt, dass die Salaf die Beschaffenheit explizit negiert haben!

Der Hāfidh al-Bayhaqī überliefert in „al-Asmā’ wa s-Sifāt“ mit der authentischen Überlieferungskette, wie sie der Hāfidh Ibn Hadjar in „al-Fath“ als solche einstufte und adh-Dhahabī verifizierte, über Ibn Wahb, dass der Imām Mālik bezüglich des Istiwā’ gefragt wurde und er darauf antwortete:

لا يقال كيف والكيف عنه مرفوع

„Es darf nicht gesagt werden „Wie“ und das „Wie“ (die Beschaffenheit) ist in Bezug auf Allāh unmöglich“.

Nach solch deutlichen Worten, gibt es keinerlei Spielraum für eine Uminterpretation, weder nah noch fern!

Was den Wortlaut betrifft, in dem Imām Mālik zugeschrieben wird gesagt zu haben „das Wie ist unbekannt“, so gibt es keine authentische Überlieferung die auf Imām Malik zurückgeführt werden kann.

Viertens:

Für Allāh die im Qur’ān erwähnten Eigenschaften zu bestätigen, wie die Allmacht oder das Wissen, ist keine Zuschreibung einer Beschaffenheit. Wenn über Allāh gesagt wird „Er weiß“, so hat dieses Wort nicht dieselbe Bedeutung wie beim Menschen. In Bezug auf Allāh hat das Wissen eine andere Bedeutung als in Bezug auf den Menschen. Es wird an dieser Stelle zwar das selbe Wort benutzt, aber mit unterschiedlichen Bedeutungen.

Deshalb sagte der Imām Abū Djaʿfar at-Tahawī, der zu den großen Imāmen der Salaf gehört, in seiner „Risālah“, Zitat: 

„Wer Allāh eine Bedeutung der Eigenschaften der Geschöpfe zuschreibt, der ist ungläubig“. So ist es nicht erlaubt die Bedeutungen der Eigenschaften der Geschöpfe, wie die Beschaffenheit, für Allāh möglich zu halten oder sie Ihm zuzuschreiben.

12. Fazit: Abū Djaʿfar at-Tahawī, überlieferte die Glaubenslehre der Ahlu s-Sunnah diesbezüglich in seiner „Risālah“ mit folgenden Worten und er gehört zu den großen Gelehrten der Salaf: „Allāh ist erhaben über Grenzen, Körperteile, Seiten, Glieder, Organe und Hilfsmittel. Er wird nicht in den sechs Richtungen beinhaltet“.

Quelle: https://www.facebook.com/dieWaechter.desGlaubens/posts/876857829031119



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