Wisse, dass alles, was eine physikalische Grenze hat, eine Schöpfung ist. Warum? Weil eine Grenze muss eine Form und Maß haben. Und all diese Dinge benötigen einen Schöpfer um zu existieren. Wenn man dies leugnet ist man nicht mehr in der Lage zu beweisen, dass die physikalischen Grenzen (wie der menschliche Körper, die Himmelskörper usw.) einen Schöpfer erfordern. Das heißt die Form und die Maße der Kamele oder die Himmel würden nicht mehr als Beweis gelten für Allah Existenz und Macht. Jedoch steht dies im Widerspruch zu den Koranischen Aussagen:
إِنَّ فِي خَلْقِ السَّمَاوَاتِ وَالْأَرْضِ وَاخْتِلَافِ اللَّيْلِ وَالنَّهَارِ لَآَيَاتٍ لِأُولِي الْأَلْبَابِ
‘‘In der Schöpfung der Himmel und der Erde und im Wechsel von Nacht und Tag sind in der Tat Zeichen für die Verständigen.‘‘ (al-Imran, 190)
أَفَلاَ يَنظُرُونَ إِلَى الإِبْلِ كَيْفَ خُلِقَتْ
‘‘Schauen sie denn nicht zu den Kamelen, wie sie erschaffen worden sind?‘‘ (al-Ghashiyah, 17)
Kann jemand über diese Verse nachdenken, ohne an die physikalischen Grenzen der Himmel, der Erde und Kamele nachzusinnen? Natürlich nicht, denn ohne Grenzen gibt es keine Kamele, keine Himmel und keine Erde, denn das ist die Realität ihrer Existenz. In der Tat fordern uns die Verse auf über die Grenzen der Himmel, der Erde und der Kamele nachzusinnen.
Die Grenzen sind etwas erschaffenes wie wir anhand der Verse bewiesen haben und die Salaf waren auch auf diesen Glauben.
Der Imam al-Bayhaqi überliefert, dass die Salaf Grenzen in Bezug auf Allah abgelehnt haben. Er sagte:
وحكينا عن المتقدمين من أصحابنا ترك الكلام في أمثال ذلك، هذا مع اعتقادهم نفي الحد والتشبيه والتمثيل عن الله سبحانه وتعالى. أخبرنا الفقيه أبو بكر أحمد بن محمد بن الحارث الأصبهاني: أنا أبو محمد بن حيان: ثنا إسحاق بن أحمد الفارسي: ثنا حفص بن عمر المهرقاني: ثنا أبو داود قال: كان سفيان الثوري وشعبة وحماد بن زيد وحماد بن سلمة وشريك وأبو عوانة لا يحدون ولا يشبهون ولا يمثلون، يروون الحديث لا يقولون كيف، وإذا سئلوا أجابوا بالأثر. قال أبو داود: وهو قولنا. قلت: وعلى هذا مضى أكابرنا
“Wir haben (die Position) über das Verlassen der Diskussion über dergleichen von den Früheren unserer Gefährten berichtet. Zusammen mit ihren Glauben an die Ablehnung der Grenze, Tashibh und Tamthil für Allah, gepriesen und erhaben ist er. Faqih Abu Bakr Ahmad ibn Muhammad ibn al-Harith al-Asbahani berichtet uns: Abu Muhammad ibn Hayyan berichtet uns: Ishaq ibn Ahmad al-Farisi überliefert uns: Hafs ibn Umar al-Mahraqani überliefert uns, dass Abu Dawud sagte: Sufyan al-Thawri (97-161 n.H.), Shu’bah (82-160 n.H.), Hammad ibn Zayd (98-179 n.H.), Hammad ibn Salamah (91-176 n.H.), Sharik (95-177 n.H.) und (al-Waddah ibn Abdillah) Abu Awanah (95-176 n.H.) würden (Allah) keine Grenzen zuschreiben, noch würden sie eine Ähnlichkeit (zu seiner Schöpfung machen) noch eine Gleichheit. Sie überlieferten diese Ahadith ohne zu sagen ‚Wie‘ (da es ein ‚Wie‘ in Bezug auf Allah nicht gibt). Wenn sie gefragt wurden, würden sie mit den Überlieferungen antworten. Abu Dawud sagt: ‘Dies ist auch unsere Ansicht‘. Ich (also Imam Bayhaqi) sage: Und unsere Ältesten sind auf diesen (Weg) verblieben.“
(Imam al-Bayhaqi: al-Asma‘ wa l-Sifat 2:334)
Und der Imam Abu Ja’far at-Tahawi (239-321 n.H.) sagt:
هذا ذكر بيان عقيدة أهل السنة والجماعة على مذهب فقهاء الملة أبي حنيفة النعمان بن ثابت الكوفي وأبي يوسف يعقوب بن إبراهيم الأنصاري وأبي عبدالله محمد بن الحسن الشيباني رضوان الله عليهم أجمعين وما يعتقدون من أصول الدين ويدينون به رب العالمين
“Dies ist eine Darlegung der Glaubenslehre der Anhänger der Sunnah und Gemeinschaft (al-Ahlu-s-Sunnah wa’l Jama’ah), gemäß der Schule der Rechtswissenschaftler dieser Religionsgemeinschaft, Abu Hanifah an-Nu’man ibn Thabit al-Kufi, Abu Yusuf Ya’qub ibn Ibrahim al-Ansari und Abu Abdullah Muhammad ibn al-Hasan as-Shaybani, möge Allah mit ihnen zufrieden sein, sowie dessen, was diese an Glaubensgrundsätzen hinsichtlich der Grundlagen der Religionen vertreten und was sie bezüglich des Herrn der Welten glauben.“
Dann sagte er:
تَعالى عنِ الحدودِ والغاياتِ والأركانِ والأعضاءِ والأدواتِ، لا تَحْوِيهِ الجهاتُ السِّتُّ كسائرِ المبتدعاتِ
“Er ist hocherhaben (ta’ala) darüber, Grenzen, Enden, Bestandteile, Gliedmaßen oder Hilfsmittel zu besitzen. Ebenso wenig können Ihn die sechs Himmelsrichtungen (oben, unten, hinten, vorne, links, rechts) umfassen, in denen alle erschaffenen Dinge enthalten sind.“
(Abu Ja’far at-Tahawi: Al-‘Aqida al-Tahawiyyah:13)
Mullah Ali al-Qari sagt in seinem Sharh zu Fiqh al-Akbar:
ولا حدَّ له . أي : ليس له حدٌّ ولا نهايةٌ
“(Abu Hanifa sagte): Allah hat keine Grenze. (Der Sharh von Ali al-Qari): Das heißt, dass Allah keine Grenze und kein Ende hat.“
(Mullah Ali al-Qari: Sharh Kitab al-Fiqh al-Akbar: 65; Beirut: Darul Kutub al-Ilmiyyah: 1428/2007)