Die glaubenslehre der Ahlu Sunnah

Die Asha'irah und Maturidiyyah


Allah verändert sich nicht

Allah sagt:

“لَيْسَ كَمِثْلِهِ شَيْءٌ”

‘‘Allah ähnelt absolut nichts und niemanden.‘‘ (Al-Shura, 11)

Behauptung: Wir wissen von der Sunnah, dass Allah so wütend sein wird am Tag des Jüngsten Gerichts, in einer Weise, wie er es nie zuvor war. Was ist dies wenn keine Veränderung ?

Antwort: Allah verändert sich nicht. Es ist zu sagen, dass Allah durch die Schöpfung nicht beeinflusst wird. Dies ist wahr, weil er die Schöpfung in keiner Weise oder Form braucht. Allah war perfekt, bevor die Welt existierte und Er ist nicht perfekter oder Vollkommener geworden nach dem er die Welt erschuf. Allah sagt:

فَإِنَّ ٱلله غَنِيٌّ عَنِ ٱلْعَٰلَمِينَ

‘‘Wahrlich Allah ist nicht auf die Welten angewiesen.‘‘ (Al Imran, 97)

In diesem Zusammenhang wurde von Al-Haithamiyy in Majma Az-Zawa’id (Band 10, S.185) in einer Überlieferung die er als Sahih einstufte erwähnt, dass ein Beduine in seiner du’aa, unter anderem folgendes sagte:

‏”ولا تغيره الحوادث”

‘‘{Oh du (Allah), der} nicht durch die enstandenen Dinge verändert wird.‘‘

Nach Beendigung, hat der Prophet den Beduinen gerufen und gab ihm etwas Gold, und fragte ihn: ‘‘Weißt du warum ich dir das Gold gab?‘‘ Er antwortete: ‘‘Wegen der familiären Bindung zwischen uns, Oh Gesandter Allahs?‘‘ Der Prophet sagte: ‘‘Ja, Familienangehörige haben Rechte an ihnen, jedoch gab ich dir das Gold für die Schönheit deines Lobes für Allah.‘‘ 

Imam Al-Haithamiyy sagt über diesen Hadith: 

رجاله رجال الصحيح غير عبد الله بن محمد أبي عبد الرحمن الأذرمي وهو ثقة

“Die Überlieferer sind die Überlieferer des Sahih außer al-Adhrami und er ist vertrauenswürdig (thiqah).“

Die Bedeutung von ‘‘Wut‘‘ oder ‘‘Zorn‘‘ in Bezug auf Allah

Im Wörterbuch Mufradaat Al-Qur’an, Ar-Raaghib Al-‚Asfahaaniy sagte über ghadab (Zorn/Wut): ‘‘Die Erregung des Herzbluts, Rache wollend‘‘, dann sagte er: ‘‘Wenn es Allah zugeschrieben wird, dann bedeutet es Vergeltung, ohne andere Bedeutungen.‘‘ (S. 361) 1

Im Wörterbuch Lisaanu-l-Arab, überliefert der Sprachwissenschaftler Ibn Manthuur von dem Linguisten Ibn Arafah: ‘‘ghadab (Zorn) in der Schöpfung ist etwas, was in ihre Herzen gelangt, einiges davon gut und einiges davon schlecht. Die Schlechte Art davon ist ohne Recht, und die gute Art davon ist mit Recht und auf der Religion beruhend. Allahs ghadab, ist seine Missbilligung derjenigen die Ihm nicht gehorchen, so dass er sie bestraft.‘‘ 2

Sure Ta Haa, 81 erklärend, wo es heißt ‘‘ghadabii‘‘, was wörtlich ‘‘mein Zorn‘‘ bedeutet, sagt Ibn Al-Jawziyy: ‘‘Meine Strafe‘‘. 3

Bezüglich dem Hadith:

“إِنَّ رَبِّي قَدْ غَضِبَ الْيَوْم غَضَبًا لَمْ يَغْضَب قَبْله مِثْله وَلَنْ يَغْضَب بَعْده مِثْله”

 {Was man wie folgt übersetzen könnte: ‘‘Wahrlich, mein Herr ist an diesem Tag zornig geworden, wie Er es noch nie zuvor war. Weder wird Er wieder so zornig wie an diesen Tag.‘‘}

An-Nawawiyy sagt in seiner Erläuterung zu Sahiih Muslim:

شرح النووي على مسلم – (ج 3 / ص 68) : الْمُرَاد بِغَضَبِ اللَّه تَعَالَى مَا يَظْهَر مِنْ اِنْتِقَامه مِمَّنْ عَصَاهُ وَمَا يَرَوْنَهُ مِنْ أَلِيم عَذَابه ، وَمَا يُشَاهِدهُ أَهْل الْمَجْمَع مِنْ الْأَهْوَال الَّتِي لَمْ تَكُنْ وَلَا يَكُون مِثْلهَا ، وَلَا شَكّ فِي أَنَّ هَذَا كُلّه لَمْ يَتَقَدَّم قَبْل ذَلِكَ الْيَوْم مِثْله وَلَا يَكُون بَعْده مِثْله ، فَهَذَا مَعْنَى غَضَب اللَّه تَعَالَى كَمَا أَنَّ رِضَاهُ ظُهُور رَحْمَته وَلُطْفه بِمَنْ أَرَادَ بِهِ الْخَيْر وَالْكَرَامَة ؛ لِأَنَّ اللَّه تَعَالَى يَسْتَحِيل فِي حَقّه التَّغَيُّر فِي الْغَضَب وَالرِّضَاء . وَاَللَّه أَعْلَم .

‘‘Was mit Allahs Zorn gemeint ist, ist das, was von Seiner Strafe für diejenigen, die Ihm gegenüber ungehorsam waren, erscheint und das, was sie (die Leute am Tag des Gerichts) von Seiner schmerzhaften Folter (die den Sündern zuteilwird) sehen und das, was die Menschen bei der Versammlung (an diesem Tag) an Schrecken erleben, die sich niemals vorher zugetragen haben und sich nie wieder zutragen werden. Es gibt keinen Zweifel daran, dass dies niemals vor diesem Tag passieren wird und niemals wieder geschieht. Dies ist die Bedeutung von „Allahs Zorn“ genau wie Seine Ridhaa (wörtlich übersetzt: „zufrieden sein“) das Erscheinen Seiner Gnade und Seiner vornehmen Behandlung für diejenigen ist, für die Er gutes und einen hohen Rang gewollt hat. Dies ist so, da es unmöglich ist, dass Allah Sich im Zornigsein und Zufriedensein verändert. Und Allah weiß es am besten.‘‘ (3/68) 

Imam Abu Haniifah sagt in Al-Fiqh Al-Akbar: ‘‘…der Wandel und die Veränderung geschehen bei den Geschöpfen‘‘

Warum sagte Abu Hanifa dass der Wandel und die Veränderung nur bei den Geschöpfen geschehen? Weil eine Veränderung, ist das Zustandekommen von etwas Neuem, und alle diese Dinge benötigen einen Schöpfer. Warum? Weil sie vorher nicht existierten. Darüber hinaus wird Allah mit kompletter Perfektion beschrieben. Die Aussage der Erneuerer dass Er sich verändere impliziert dass er mehr an Perfektion zunimmt, so dass Er vorher nicht Perfekt war oder weniger Perfekt war. Das ist nicht der Glaube der Muslime.

Imam Ahmad ibn Hanbal sagt:

والله تعالى لم يلحقه تغير ولا تبدل ولا يلحقه الحدود قبل خلق العرش ولا بعد خلق العرش

‘‘Allah ta’ala verändert sich nicht, weder durchlebt Er irgendein Wandel (in seinen Attributen), noch werden Ihm irgendwelche Grenzen zugeschrieben, ob vor der Erschaffung des Thrones, noch nach der Erschaffung des Thrones.‘‘ (Itiqaad Al-Imaam Al-Mubajjal Ibn Hanbal, S. 297) In anderen Worten, Allah ist nicht an einem Ort über dem Thron.

Abu l-Shaykh überliefert in seinem ‘Azamah mit einer authentischen Kette von Imam ‘Abd al-‘Aziz ibn al-Majishun (gest.164 n.H.), ein Überlieferer der in allen sechs Hadithbüchern gefunden wird und ein berühmter Jurist von Madinah, dass er sagte:

ولم يتغيرعن حال إلى حال… (العظمة، دار العاصمة، ص ٤٣٥

“Er verändert sich nicht von einem Zustand in einen anderen…”

Warum haben die Gelehrten die Überzeugung dass Allah sich verändere abgelehnt?

Die Antwort hier drauf ist, dass die Veränderung in der Realität ein beginn darstellt, und etwas mit einem Beginn benötigt einen Schöpfer. Alles mit einem Anfang muss erschaffen sein. In anderen Worten, all die Veränderungen sind erschaffen. Zu sagen dass Allah sich verändere, ist wie zu sagen dass Er erschaffene Eigenschaften hätte. Aus diesem Grund muss jeder Text der den Anschein gibt, dass sich Allah verändere, nicht so verstanden werden.

Wie immer, muss jede Bedeutung welche dem Schöpfer zugeschrieben wird in Anbetracht von Allahs Verschiedenheit zu seiner Schöpfung verstanden werden. Dies Bedeutet, dass Allah kein Anfang hat, und dass seine Eigenschaften keinen Anfang haben. Der Grund dafür ist, dass alles was einen Anfang hat eine Schöpfung ist, denn sie muss in die Existenz gebracht werden. Sodann hat derjenige der sagt dass Allah sich verändere, nicht nur gesagt dass Allah seiner Schöpfung ähnele, sondern auch, dass er ein Teil der Schöpfung wäre. Dies ist eine unausweichliche Leugnung des Verses:

“لَيْسَ كَمِثْلِهِ شَيْءٌ”

‘‘Allah ähnelt absolut nichts und niemanden.‘‘ (Al-Shura, 11)


1  لمفردات في غريب القرآن ، اسم المؤلف:  أبو القاسم الحسين بن محمد  الوفاة: 502هـ ، دار النشر : دار المعرفة – لبنان ، تحقيق : محمد سيد كيلاني . قال المؤلف: وإذا وصف الله تعالى به فالمراد به الانتقام دون غيره المفردات في غريب القرآن  ج 1   ص 361

2  لسان العرب – (ج 1 / ص 648): قال ابن عرفة الغَضَبُ من المخلوقين شيءٌ يُداخِل قُلُوبَهم ومنه محمود ومذموم فالمذموم ما كان في غير الحق والمحمود ما كان في جانب الدين والحق وأَما غَضَبُ اللّه فهو إِنكاره على من عصاه فيعاقبه

3  زاد المسير – (361): قوله تعالى : { فيحلَّ عليكم غضبي } أي : فتجب لكم عقوبتي



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