Imam Muhammad ibn al-Hasan al-Shaybani, der Mujtahid Gelehrte und Gefährte von Abu Hanifah sagt in “As Siyar Al Kabir‘‘ folgendes:
ولو أن امرأة قالت للقاضي: إني سمعت زوجي يقول: المسيح ابن الله ، وقال الزوج: إنما قلت ذلك حكاية عمن يقول هذا فإن أقر أنه لم يتكلم إلا بهذه الكلمة بانت منه امرأته
“Wenn eine Frau zu dem Richter sagt:“Wahrlich ich hörte meinen Ehemann sagen ‚Der Messias ist der Sohn Gottes‘,“ und der Ehemann sagt,“Ich meinte damit nur diejenigen die diese Lehre wiedergeben“, aber zugegeben hat, dass er nichts anderes als dies gesagt hat (wie ’sie sagen‘, oder ‚die Christen sagen‘), dann ist seine Frau von ihm geschieden.“
(Sharh Al Siyar Al Kabir 5/2024 #4063; Kairo: Ägypten: Dar Al Makhtutat)
In anderen Worten, der Mann ist aus dem Islam ausgetreten und seine Frau ist nicht mehr länger seine Frau. Weil diese Person mit seinen eigenen Willen diese Aussage des Unglaubens gesagt hat ohne dieses, denen zuzuschreiben die es gesagt haben. (Also man muss immer sagen die Christen sagen so und so, die Juden sagen so und so usw.) Die Gelehrten verstanden dies aus mehreren Beweisen, darunter folgende:
Allah sagt im Qur’an:
“مَنْ كَفَرَ بِاللَّهِ مِنْ بَعْدِ إِيمَانِهِ إِلاّ مَنْ أُكْرِهَ وَقَلْبُهُ مُطْمَئِنٌّ بِالإِيمَانِ وَلَكِنْ مَنْ شَرَحَ بِالْكُفْرِ صَدْرًا فَعَلَيْهِمْ غَضَبٌ مِنَ اللَّهِ وَلَهُمْ عَذَابٌ عَظِيمٌ”
Wer Allah verleugnet, nachdem er den Glauben (angenommen) hatte – außer demjenigen, der gezwungen wird, während sein Herz im Glauben Ruhe gefunden hat –, doch wer aber seine Brust dem Unglauben auftut, über diejenigen kommt Zorn von Allah, und für sie wird es gewaltige Strafe geben. (An-Nahl, 106)
Beachte, dass die Ayah nur jene befreit die gezwungen wurden Unglauben zu sagen oder zu tun, während sein Herz fest im Glauben war. Es befreit aber nicht jene die nicht gezwungen waren Unglauben zu tun oder zu sagen. In anderen Worten, die Handlung des Unglaubens wird als Unglauben bezeichnet. Hierdurch ist es möglich, dass man Unglauben nicht nur mit dem Herzen, sondern auch mit den Handlungen des Körpers und der Zunge begehen kann.
Zur weiteren Verdeutlichung, derjenige der Kufr sagt, während er dies unter Zwang getan hat, ist nicht aus dem Islam ausgetreten (mit der Voraussetzung dass er den Unglauben, vor- und nach der Kufr tat abgelehnt hat). Dies ist der einzige Fall, wo wir bei Allah entschuldigt sind, so dass in allen anderen Fällen die Person mit dem sagen des Unglauben aus dem Islam fällt (wie z.B. zu sagen dass Allah begrenzt wäre) oder Unglauben zu begehen (wie z.B. auf den Qur’an rumzutrampeln).
Die Akzeptanz einer Kufr Handlung im Herzen, befördert die Person ohne Ausnahmen aus dem Islam.
Ein anderer Beweis aus dem Qur’an:
“وَلَئِنْ سَأَلْتَهُمْ لَيَقُولُنَّ إِنَّمَا كُنَّا نَخُوضُ وَنَلْعَبُ قُلْ أَبِاللَّهِ وَآَيَاتِهِ وَرَسُولِهِ كُنْتُمْ تَسْتَهْزِئُونَ ¤ لا تَعْتَذِرُوا قَدْ كَفَرْتُمْ بَعْدَ إِيمَانِكُمْ”
Und wenn du sie fragst, werden sie ganz gewiß sagen: Wir haben nur (schweifende) Gespräche geführt und gescherzt. Sag: Habt ihr euch denn über Allah und Seine Zeichen und Seinen Gesandten lustig gemacht? Entschuldigt euch nicht! Ihr seid ja ungläubig geworden, nachdem ihr den Glauben (angenommen) hattet. (Al-Tawbah, 65-66)
Der große Hadith und Maliki Gelehrte Abu Bakr Ibn al-Arabi kommentiert die obige Aussage im Qur’an wie folgt:
لا يخلو أن يكون ما قالوه من ذلك جدا أو هزلا وهو كيفما كان كفر فإن الهزل بالكفر كفر لا خلاف فيه بين الأمة
“Was diese Leute sagen, ob mit oder ohne Ernsthaftigkeit (in dem was sie sagten), ist auf jeden Fall Unglauben, weil etwas zu sagen, was von der Bedeutung her als Gotteslästerung zu verstehen ist, Unglaube darstellt, auch wenn du es nicht so meinst…“
(Tafsir al-Qurtubi 8/197, Kairo: Ägypten: Dar Al Sha`b)
Ein weiterer Beweis ist, dass Allah uns das Urteil im Qur’aan gab, dass diejenigen die sagen dass Gott einer von drei ist oder dass Jesus der Sohn Gottes sei, oder Jesus Gott sei, Ungläubige sind. Dies ohne Rücksicht auf das was sie beabsichtigten, sie haben Unglauben begangen in dem sie das Kufr Wort sagten. Allah sagt:
“وَقَالَتِ الْيَهُودُ عُزَيْرٌ ابْنُ اللَّهِ وَقَالَتِ النَّصَارَى الْمَسِيحُ ابْنُ اللَّهِ ذَلِكَ قَوْلُهُمْ بِأَفْوَاهِهِمْ يُضَاهِئُونَ قَوْلَ الَّذِينَ كَفَرُوا مِنْ قَبْلُ قَاتَلَهُمُ اللَّهُ أَنَّى يُؤْفَكُونَ”
Die Juden sagen, Esra sei Allahs Sohn, und die Christen sagen, der Messias sei Allahs Sohn. Das ist das Wort ihres Mundes. Sie ahmen die Rede derer nach, die vordem ungläubig waren. Allahs Fluch über sie! Wie sind sie irregeleitet! (Al-Tawbah, 30)
Ein anderer Beweis ist, dass Allah im Qur’an sagt:
“وَتَقُولُونَ بِأَفْوَاهِكُمْ مَا لَيْسَ لَكُمْ بِهِ عِلْمٌ وَتَحْسَبُونَهُ هَيِّناً وَهُوَ عِنْدَ اللَّهِ عَظِيمٌ”
Als ihr es mit euren Zungen aufgegriffen und mit euren Mündern das gesagt habt, wovon ihr kein Wissen hattet, und es für eine leichte Sache gehalten habt, während es bei Allah eine ungeheuerliche Sache ist. (An-Nuur, 15)
Jedoch beachte, dass dies alles sich darum dreht, wenn man die Worte mit Absicht ausgesprochen hat. Wenn man aber einen Versprecher, in dem Sinne dass man etwas sagen wollte, aber etwas anderes gesagt hat, dann ist man nicht Verantwortlich für diese Worte. Zum Beispiel, wenn jemand sagen wollte “Muhammad ist mein Prophet“ und stattdessen sich Verspricht und sagt:“Muhammad, ich bin sein Prophet“, dann hat er kein Kufr begangen. Da wir nur für die Worte, die wir absichtlich sagen, verantwortlich sind.