Frage:
Was ist der Glaube von Imam Ahmad ibn Hanbal und ist die Hanbali Aqidah korrekt?
Antwort:
Im Namen Allahs, des Allerbarmers, des Barmherzigen. As-salāmu ‘alaykum wa rahmatullāhi wa barakātuh.
Imām Abū ‘Abdillāh Ahmad ibn Muhammad ibn Hanbal ibn Hilāl (164 – 241 H) – rahimahullāh ta‘ālā –, der Gründer der Hanbalī madhhab, war ein großer imām der Ahlus Sunnah wa l-Jamā‘ah. Seine Rechtsschule ist einer der 4 etablierten Schulen der Islamischen Rechtswissenschaft. Er war auf der ‘aqīdah der Ahlus Sunnah wa l-Jamā‘ah.
Doch, die “Hanbalī ‘aqīdah” welche kurz nach Imām Ahmad ibn Hanbal rahimahullāh ta‘ālā entstand, welche man dem imām zuschreibt, wurde von antrophormistischen Glauben verschmutzt. Hāfiz Ibn al-Jawzī (510 – 597 H) – rahimahullāh ta‘ālā –, einer der führenden Gelehrten der Hanbali Schule, schrieb eine Abhandlung namens Daf‘ Shubah al-Tashbīh, (indem er) Imām Ahmad rahimahullāh gegen den erneuerischen glauben, welche man ihm später von denjenigen die behaupten seiner Schule zu folgen verteidigt.[1]
Ibn ‘Aqīl (431 – 513 H) rahimahullāh, ebenso einer der führenden Gelehrten der Hanbalī madhhab, schrieb gegen den Anthropomorphismus, welches sich in seiner Schule eingeschlichen hatte.[2]
Ibn Taymiyyah, hat leider in vielen Fragen der Aqidah den Gelehrten der Ahlus Sunnah wa l-Jamā‘ah wiedersprochen. So unterstützte er die anthrophormistischen Vorstellungen im Bezug auf Allah.[3] Außerdem bestätigte er die Ansicht, dass das Höllenfeuer vergehen wird, welche ja in Konflikt mit vielen Versen des Korans und der etablierten Lehre von der Ahli Sunna wa l-Jama’ah steht[4]. Ebenso glaubte er an das falsche Konzept dass “erschaffene Dinge keinen Anfang haben” (hawādith lā awwala lahā), welches impliziert dass erschaffene Dinge in der ewigkeit mit Allāh Ta‘ālā existierten.[5]
Die Hauptgelehrten der Ahlus Sunnah haben Ibn Taymiyyah in diesen verdorbenen Ansichten wiederlegt. Als Beispiel, sein Zeitgenosse, Imām Taqī al-Dīn al-Subkī (683 – 756 H), schrieb ein Werk namens al-Durar al-Mudiyyah fi l-Radd ‘ala Ibn Taymiyyah, wo er Ibn Taymiyyah’s Antrophormismus und seine Meinung “dass erschaffene Dinge keinen Anfang haben” erwähnt. Imām Taqī al-Dīn Abū Bakr al-Husnī (752 – 829 H), ein großer Rechtswissenschaftler der Shāfi‘ī madhhab, schrieb ebenso eine Widerlegung gegen Ibn Taymiyyah, namens Daf‘ Shubah man Shabbaha wa Tamarrada wa Nasaba dhālika ila l-Imām Ahmada. Darin, verwies er darauf, und wiederlegte all die obengennanten Fehler von Ibn Taymiyyah.
Daher sollten Muslime von der Glaubenslehre die sich als so gennante “Hanbalī ‘aqīdah,” oder die ‘aqīdah von Ibn Taymiyyah präsentiert vermeiden.
Für einen gewöhnlichen Muslim, ist die Islamische Glaubenslehre in der al-‘Aqīdat al-Tahāwiyyah von Imām Abū Ja‘far al-Tahāwī enthalten (239 – 321 H) rahimahullāh, welche von den Gelehrten der Ahlus Sunnah wa l-Jamā‘ah[6], empfohlen wird.
Die Zurückweisung der Vorstellung jeglicher Ähnlichkeit zwischen dem Schöpfer und der Schöpfung, Imām al-Tahāwī sagt:
من وصف الله بمعنى من معاني البشر فقد كفر
“Wer auch immer Allah ein Attribut zuschreibt, dass eine Bedeutung zwischen den Bedeutungen beinhaltet, die auch auf Menschen anwendbar sind, so hat dieser Kufur begangen.”
Die Zurückweisung über die Vermenschlichung, er sagt:
تعالى عن الحدود والغايات، والأركان والأعضاء والأدوات، لا تحويه الجهات الست كسائر المبتدعات
“Er ist hocherhaben darüber, Grenzen, Bestandteile oder Gliedmaßen zu besitzen. Ebenso wenig können Ihn die sechs Himmelsrichtungen umfassen, in denen alle erschaffenen Dinge enthalten sind.”
Die Zurückweisung über das Vergehen der Hölle, er sagt:
والجنة والنار مخلوقتان، لا تفنيان أبدا ولا تبيدان
“Das Paradies und die Hölle sind zwei nicht endende Geschöpfe und gehen nicht zugrunde.”
Die Zurückweisung der Ansicht dass erschaffene Dinge in der ewigkeit mit Allah existierten, er schreibt:
له معنى الربوبية ولا مربوب ومعنى الخالق ولا مخلوق
“Ihm kam die Bedeutung des Herr-Seins zu, als es nichts gab, dessen Herr Er war und die Bedeutung des Schöpfer-Seins war Ihm zu eigen, als es noch nichts Erschaffenes gab.”
Man sollte die klare eindeutige Glaubenslehre der Salaf, wie von Imām al-Tahāwī in seiner ‘Aqīdah dargestellt wurde folgen, und zweifelhafte Darstellungen der Islamischen Glaubenslehre vermeiden. Muslime die keine Gelehrte sind oder kein Hintergrundwissen in den Islamischen wissenschaften haben sollten mit der kurzen Darstellung von al-‘Aqīdat al-Tahāwiyyah sich genügen und man darf sich nicht in komplizierte ‘aqīdah Angelegenheiten vertiefen, da dies zur Verwirrung und fehler im Glauben führen kann.
Gelehrte Muslime sollten sich vor unzuverlässigen Kommentaren von al-‘Aqīdat al-Tahāwiyyah in acht nehmen, welche den klaren Aussagen von Imām al-Tahāwī wiedersprechen, berühmt unter ihnen ist der Sharh al-‘Aqīdat al-Tahāwiyyah von Ibn Abi l-‘Izz (gest. 792 H), in der der Kommentator einige der falschen Ansichten von Ibn Taymiyyah übernahm. Einige der vertrauenswürdigen Kommentare von Imām al-Tahāwī’s ‘Aqīdah sind unter anderem folgende: Qādī Ismā‘īl ibn Ibrāhīm al-Shaybānī (gest. 629 H), Abū Hafs Sirāj al-Dīn al-Ghaznawī (gest. 773) and ‘Abd al-Ghanī al-Maydānī (gest. 1298), welche alle gedruckt worden sind [7].
Und Allah Ta‘ālā weiß es am besten
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[1] قال ابن الجوزي: ورأيت من أصحابنا (الحنابلة) من تكلم فى الأصول بما لا يصلح، وانتدب للتصنيف ثلاثة: أبو عبد الله بن حامد (ت. ٤٠٣) وصاحبه القاضي أبو يعلى (ت. ٤٥٨) وابن الزاغوني (ت ٥٢٧) فصنفوا كتبا شانوا بها المذهب (الحنبلي)، ورأيتهم قد نزلوا مرتبة العوام فحملوا الصفات على مقتضى الحس…فرأيت الرد عليهم لازما لئلا ينسب الإمام أحمد إلى ذلك (دفع شبه التشبيه، المكتبة الأزهرية، ص٦-١٠)
[2] قال ابن عقيل: تعالى الله أن يكون له صفة تشغل الأمكنة، وليس الحق تعالى بذي أجزاء وأبعاض فيعالج بها…فما أسخف هذا الإعتقاد وأبعده عن مكون الأملاك والأفلاك…تعالى الله عن تجاهل المجسمة (دفع شبه التشبيه، ص ٤٣)
[3] قال ابن تيمية – على سبيل المثال: وإن أردت (أي الإمام الرازي بقوله الحنابلة التزموا الأجزاء) أنهم وصفوه بالصفات الخبرية مثل الوجه واليد، وذلك يقتضي التجزئة والتبعيض، أو أنهم وصفوه بما يقتضي أن يكون جسما والجسم متبعض ومتجزئ وإن لم يقولوا هو جسم فيقال له: لا اختصاص للحنابلة بذلك بل هذا مذهب جماهير أهل الإسلام بل وسائر أهل الملل وسلف الأمة وأئمتها! (بيان تلبيس الجهمية، مجمع الملك فهد ج١ ص٢٥١)
[4] بعض أقواله منقولة في رفع الأستار لإبطال أدلة القائلين بفناء النار، المكتب الإسلامي
[5] قال ابن تيمية: وإن قدر أن نوعها (الحوادث) لم يزل معه فهذه المعية لم ينفها شرع ولا عقل! بل هي من كماله! قال الله تعالى: أفمن يخلق كمن لا يخلق أفلا تذكرون. والخلق لا يزالون معه! (شرح حديث عمران بن حصين، مؤسسة الريان، ص٨٤)
قال الحافظ في فتح الباري: وهي أصرح فى الرد على من أثبت حوادث لا أول لها من رواية الباب، وهي (أي القول بحوادث لا أول لها) من مستشنع المسائل المنسوبة لابن تيمية (أي المنقولة منه) (وانظر: النقد القويم لما كتبه ابن تيمية على حديث عمران بن حصين)
[6] قال الإمام تاج الدين السبكي: وهذه المذاهب الأربعة – ولله الحمد – فى العقائد واحدة، إلا من لحق منها بأهل الإعتزال (من الحنفية والشافعية) والتجسيم (من الحنابلة)، وإلافجمهورها على الحق يقرون عقيدة أبي جعفر الطحاوي، التي تلقاها العلماء سلفا وخلفا بالقبول (معيد النعم، دار الكتب العربي، ص ٢٢-٣)
[7] شرح العقيدة الطحاوية للقاضي إسماعيل بن إبراهيم بن علي الشيباني، دار الكتب العلمية
شرح عقيدة الإمام الطحاوي لأبي حفص سراج الدين عمر بن إسحاق الغزنوي الهندي، دارة الكرز
شرح العقيدة الطحاوية لعبد الغني الغنيمي، دار البصائر